Das Linux bzw. kurz LUKS ist eine Spezifikation für die Festplattenverschlüsselung, die von Clemens Frühwirth 2004 für Linux zur Verschlüsselung ganzer Partitionen entwickelt wurde. LUKS beschreibt das Format der Verschlüsselung auf dem Volume und ist grundsätzlich plattformunabhängig.
Unter Linux ist das zentrale Dienstprogramm zur Verwaltung von LUKS-.
Eigenschaften Zur Vermeidung von Wörterbuchangriffen implementiert LUKS PBKDF2, das zum von RSA Security entwickelten Standard PKCS #5 gehört.
On-Disk-Format Eine mit LUKS verschlüsselte Festplattenpartition besitzt folgenden Header (Mehrbytewerte sind dabei im Big-Endian-Format abgespeichert, Klartext-Bezeichner sind dabei mit Nullbytes aufgefüllt, wenn sie kürzer als der vorgesehene Speicherplatz sind):
+ LUKS1-Header Offset Datentyp Inhalt 0 0hex char Magische Zahl {'L', 'U', 'K', 'S', 0xBA, 0xBE } 6 6hex uint16_t LUKS-Version (bei LUKS1 0x0001) 8 8hex char Name des Chiffrieralgorithmus (z. B. "twofish" oder "aes") 40 28hex char Name des Chiffriermodus (z. B. "cbc-essiv:sha256") 72 48hex char Name der Hashfunktion (z. B. "sha1" oder "ripemd160") 104 68hex uint32_t Offset zu den Daten (in Sektoren) 108 6Chex uint32_t Anzahl der Schlüsselbytes 112 70hex char Prüfsumme des PBKDF2-Masterschlüssels 132 84hex char Salt des PBKDF2-Masterschlüssels 164 A4hex uint32_t Anzahl der PBKDF2-Iterationen (Default: 10) 168 A8hex char UUID der Partition (im üblichen Hex-Format, z. B. "504c9fa7-d080-4acf-a829-73227b48fb89") 208 D0hex (48 Bytes) Keyslot 1 (siehe unten) … 544 220hex (48 Bytes) Keyslot 8 (siehe unten) 592 Bytes total
Jeder der acht Keyslots besitzt dabei folgendes Format:
+ Format eines LUKS-Keyslots Offset Datentyp Inhalt 0 uint32_t Status: Aktiv=0x00AC71F3; Inaktiv=0x0000DEAD 4 uint32_t Anzahl der Iterationen für PBKDF2 8 char Salt für PBKDF2 40 uint32_t Startsektor für Schlüsseldaten 44 uint32_t Anzahl der Anti-Forensic-Stripes (Default: 4000) 48 Bytes total
LUKS2 Seit Linux-Kernel-Version 4.12 gibt es eine neue LUKS-Version, die einige neue Funktionen bietet:gitlab.com (PDF) Authenticated Encryption – benötigt das "dm-integrity"-Feature, das ebenfalls mit Kernel-Version 4.12 eingeführt wurde, um die zusätzlichen Metadaten pro Sektor zu speichern. Passwortableitungsfunktion Argon2 (in den Varianten Argon2i und Argon2id), welche parallele Brute-Force-Angriffe erschwert. Der LUKS-Header kann jetzt an einem separaten Ort gespeichert werden. Die LUKS-Metadaten werden im JSON-Format und redundant gespeichert (Schlüsseldaten aus Sicherheitsgründen nur einmal). Unterstützung für externe Schlüsselspeicher und Authentifizierungsmethoden. Konvertierung von LUKS1 nach LUKS2 und umgekehrt (sofern keine neuen Features von LUKS2 benutzt werden) ist on-the-fly möglich. Das sektorweise Übertragen einer unverschlüsselten Partition in eine verschlüsselte LUKS-Containerpartition bzw. der umgekehrte Vorgang um eine Verschlüsselung rückgängig zu machen, ist ohne Kopie über eine zusätzliche Partition möglich. Dieser Vorgang setzt aber voraus, dass für die Header-Daten innerhalb der Partition Platz vorhanden ist. Das Dateisystem darf dazu nicht den kompletten Platz in einer Partition ausfüllen.
Weblinks LUKS1 On-Disk Format Specification, Version 1.2.3 vom 20. Januar 2018 LUKS2 On-Disk Format Specification, Version 1.1.4 vom 16. Juni 2025
Einzelnachweise
Kategorie:Festplattenverschlüsselung