Kurt Otto (* 9. Juni 1887 in Proskau, Landkreis Oppeln, Provinz Schlesien; † 9. August 1947 im Speziallager Nr. 2 Buchenwald) war ein deutscher nationalsozialistischer Politiker.

Leben Der Sohn eines Forstrats, studierte Rechtswissenschaften.Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 447. Als Regierungsrat bzw. Oberregierungsrat stand Otto nacheinander den Finanzämtern Bitterfeld, Mühlhausen und Eisleben in der preußischen Provinz Sachsen vor, ab 1920 war er Referent beim Landesfinanzamt in Magdeburg. Zum 1. Februar 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 909.637).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/31480014

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem Sieg der NSDAP bei der letzten Wahl zum Provinziallandtag drängten die neuen Machthaber im April 1933 den liberalen Landeshauptmann Erhard Hübener aus seinem Amt und Otto wurde kommissarischer Landeshauptmann des Provinzialverbands Sachsen mit Sitz in Merseburg. Als leitender Beamter stand er damit der höheren kommunalen Selbstverwaltungskörperschaft für das Gebiet der Provinz Sachsen vor. Der Provinzialverband hatte bestimmte Zuständigkeiten in der regionalen Wirtschafts-, Kultur-, Sozial- und Verkehrspolitik, ihm unterstanden z. B. die psychiatrischen Heil- und Pflegeanstalten. Diese Funktion verlor jedoch durch die Gleichschaltung an Bedeutung: Durch das preußische Gesetz über die Erweiterung der Befugnisse der Oberpräsidenten vom 15. Dezember 1933 gingen die Aufgaben des Landeshauptmannes an den Oberpräsidenten über und ließen den Landeshauptmann zum Stellvertreter des Oberpräsidenten werden. Otto war 1933 sowie von 1936 bis 1945 zudem Vorsitzender des Museumsverbandes für die Provinz Sachsen und für Anhalt.

In der Funktion des Landeshauptmanns war Otto u. a. maßgeblich an Aktionen gegen jüdische Bürger und Künstler beteiligt. So ordnete er im Mai 1933 die Vernichtung der Arbeiten von Charles Crodel im Goethe-Theater Bad Lauchstädt an.

Otto, der seit 1933 auch Vorsitzender des Kuratoriums des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie war, befürwortete nach Angaben von Irmfried Eberl, dem medizinischen Leiter der Tötungsanstalten Brandenburg und Bernburg, die Euthanasie-Morde der Aktion T4 und stand ihnen „unbedingt positiv“ gegenüber.

Bei der Reichstagswahl am 29. März 1936 bewarb er sich im Wahlkreis 11 (Merseburg) auf dem letzten Listenplatz mit der Nummer 1031 erfolglos um ein Mandat.

1938 förderte er die Herausgabe eines Sammelwerkes von Louise von François unter dem Titel Aus der Provinz Sachsen durch Siegfried Berger.

Nach der Pensionierung des Magdeburger Oberpräsidenten Curt von Ulrich 1944 war er der wichtigste Verwaltungsbeamte und blieb bis 1945 im Amt.

Am 26. Mai 1945 wurde er von der Roten Armee verhaftet und kam in das Speziallager Nr. 2 Buchenwald. Dort starb er an einer Mangelkrankheit.

Einzelnachweise

Kategorie:Politiker (Deutsches Reich, 1933–1945) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Landeshauptmann (Provinzialverband Sachsen) Kategorie:Speziallagerhäftling Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1887 Kategorie:Gestorben 1947 Kategorie:Mann