Die Bundesstraße 96 (Abkürzung: B 96) ist eine Bundesstraße in Deutschland. Sie führt von Zittau im östlichen Teil der Oberlausitz bis nach Sassnitz auf Rügen.
Verlauf Die Bundesstraße 96 hat folgenden Verlauf:
Sachsen
Zittau – Bautzen Die B 96 beginnt in Zittau am Stadtring, wo ebenfalls die B 99 beginnt, und kreuzt danach Mittelherwigsdorf mit Überquerung des Rietschebachs. Die aufwendigste Ausbaustelle der neuen Straße war die Überquerung des Landwassers bei der Landschenke kurz vor Oderwitz, die seit frühester Zeit per Furt geschah. 1603 bauten hier Zittauer, Niederoderwitzer und Herwigsdorfer Bürger gemeinsam die „Landbergbrücke“, deren vorletzter Neubau 1934/1935 erfolgte. Damit verbunden war die Beseitigung des serpentinenartigen Ausbaus mit drei Kehren am Landberg. Seit 1993 gibt es wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens eine neue Betonbrücke. Nach Nieder- und Oberoderwitz führt die Straße weiter über Eibau, Walddorf und erreicht bei den „Hübelhäusern“ das Gebiet von Ebersbach hinter der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Ostsee (Landwasser) und Nordsee (Spree). Bis auf einige kurze Teilstücke folgt der Straßenverlauf nun dem Tal der Spree in nordwestlicher Richtung bis Neusalza-Spremberg. Im benachbarten Oppach zweigt die B 98 von der B 96 in Richtung Bischofswerda ab. Die B 96 überquert im weiteren Verlauf bei Wurbis die zweite Bergkette des Lausitzer Berglandes in Richtung Bautzen. Dabei durchquert sie die Orte Halbendorf im Gebirge, Eulowitz, Großpostwitz, Rascha, Ebendörfel und Oberkaina.
mini|links|Blick von der B 96 in südöstlicher Richtung auf Oppach
Die Chaussierung der damaligen Straße erfolgte in den 1830er Jahren und bildete eine wesentliche Voraussetzung für den Betrieb der Fahrpost zu verschiedenen Orten. Seit 1840 verkehrten auf ihr regelmäßig Wagen zwischen Dresden und Zittau über Ebersbach (Baukosten der Gemeinde für den Straßenabschnitt innerhalb von Ebersbach: 2733 Taler), seit 1845 verkehrten sie von Löbau nach Rumburk. Nach der Einweihung der heute stillgelegten Bahnstrecke Zittau–Löbau 1848 endete die Fahrpost von Dresden in Oberoderwitz. Mit dem Motorisierungsbeginn in den 1920er Jahren erfolgten verkehrsbedingt Begradigungen und Verbreiterungen von einzelnen Straßenabschnitten. In Neusalza-Spremberg wurde eine völlig neue, 800 Meter lange Führung östlich entlang der Spree, zur Umgehung der engen Straßen der Innenstadt geschaffen.
Bautzen – Senftenberg In Bautzen umgeht die B 96 seit dem 16. Dezember 2013 die Innenstadt auf der Westtangente, die u. a. über eine Spreebrücke und einen Tunnel verfügt. Diese Umgehungsstraße wurde angelegt, um den vielbefahrenen innerstädtischen Abschnitt über die Friedensbrücke zu entlasten. Nordwestlich der Stadt unterquert die B 96 an der Anschlussstelle Bautzen-West die A 4. Im weiteren Verlauf führt die Straße über Königswartha durch das Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet nach Hoyerswerda. Die Bundesstraße umgeht die Stadt östlich und trifft auf die B 97 aus Richtung Spremberg. Anschließend verläuft sie gemeinsam mit der B 97 durch Hoyerswerda, nördlich der Neustadt entlang bis beide die Schwarze Elster überqueren. An der Spremberger Vorstadt trennen sich die beiden Streckenverläufe wieder. Die B 97 setzt sich in südwestlicher Richtung nach Bernsdorf fort, die B 96 verläuft zunächst nach Nordwesten aus Hoyerswerda hinaus und dann durch Lauta. In Kleinkoschen trifft sie erneut auf die Schwarze Elster und führt an ihrem Ufer zwischen dem Geierswalder und dem Senftenberger See hinein nach Senftenberg.
Brandenburg/Berlin
Senftenberg – Finsterwalde – Luckau – Baruth In Senftenberg biegt die Streckenführung zunächst nach Norden und dann nach Nordosten ab. Dort wird sie kreuzungsfrei auf die B 169 übergeleitet. Anschließend verlaufen beide Bundesstraßen rund sieben Kilometer auf einer gemeinsamen Trasse, die teilweise dreistreifig ausgebaut ist. Etwas südlich von Allmosen zweigt die B 96 dann wieder auf eine eigene Strecke, verläuft in westlicher Richtung durch Großräschen und hat dort die gleichnamige Anschlussstelle mit der A 13. Im folgenden Verlauf durchquert sie die nordwestlich von Großräschen gelegene Stadt Finsterwalde und biegt dort nach Norden ab.
Sie führt anschließend durch Sonnewalde, überquert den Niederlausitzer Landrücken östlich an der Rochauer Heide vorbei und erreicht über einen kleinen Höhenzug im Luckauer Becken die Stadt Luckau. Hier wurde ebenfalls eine Umgehungsstraße angelegt, deren Trasse sich die B 96 für ein kurzes Stück mit der kreuzenden Bundesstraße B 87 teilt – einer seit dem Mittelalter genutzten Verbindung zwischen Leipzig und Frankfurt (Oder). In Richtung Westen beginnt in Luckau außerdem die B 102.
Nördlich von Luckau verläuft die B 96 weiter in nordwestlicher Richtung durch die Luckauer Ortsteile Gießmannsdorf und Rüdingsdorf und schließlich über Zützen nach Golßen. Dort stößt die B 115 auf die Strecke der B 96, zusammen verlassen sie die Niederlausitz und führen parallel zur Bahnstrecke Berlin–Dresden bis nach Baruth/Mark hinein.
Baruth – Mahlow In einem zentral in Baruth gelegenen Kreisverkehr trennen sich die B 96 und B 115 wieder. Die B 96 durchquert in der Stadt Baruth das Baruther Urstromtal und verläuft dann durch die Luckenwalder Heide weiter parallel der Bahnstrecke Berlin–Dresden Richtung Norden nach Wünsdorf und von dort nach Zossen. Innerhalb des Ortes haben die B 96 und die B 246 einen gemeinsamen Verlauf, jedoch zweigt letztere in Nähe des Bahnhofes nach Westen ab, während sich die B 96 weiter nach Norden fortsetzt. Bei Rangsdorf kreuzt sie sich an einer Anschlussstelle mit dem Berliner Autobahnring.
Zwischen Rangsdorf und der Stadtgrenze Berlins ist die B 96 vierstreifig ausgebaut. Durch eine Neubautrasse werden die Orte Dahlewitz und Mahlow, Ortsteil Glasow, umfahren. Hinter Glasow verläuft die Bundesstraße auf der alten Trasse bis zur Stadtgrenze. Dort befand sich der Grenzübergang Mahlow/Lichtenrade, der während der Teilung Deutschlands nur für Entsorgungsfahrzeuge der Berliner Stadtreinigungsbetriebe passierbar war.
Berlin Die Straße führt in Süd-Nord-Richtung durch Berlin. Ab der südlichen Stadtgrenze trägt sie den Namen Kirchhainer Damm.
mini|links|Verlauf der B 96 im Tunnel Tiergarten Spreebogen unter dem Zentrum Berlins mini|links|Mehringdamm
Vor der Stadtgrenze zweigt die B 96a ab, mit der zu DDR-Zeiten West-Berlin umgangen wurde. Die B 96a trifft erst nördlich von Berlin wieder auf die B 96. Die B 96 selbst verläuft im Berliner Stadtgebiet dann auf dem Lichtenrader Damm, Mariendorfer Damm und führt später als Tempelhofer Damm am ehemaligen Flughafen Tempelhof vorbei. Hinter dem Platz der Luftbrücke wird die Straße dann als Mehringdamm weitergeführt. Am Halleschen Tor zweigt die B 96 Richtung Westen ab und führt beiderseits des Landwehrkanals entlang als Hallesches Ufer/Reichpietschufer auf der Nordseite bzw. Tempelhofer/Schöneberger Ufer auf der Südseite. Seit dem 26. März 2006 wird sie dann wieder nördlich durch den Tiergartentunnel unter dem Stadtquartier am Potsdamer Platz, dem Regierungsviertel und dem Hauptbahnhof geleitet. Zu Mauerzeiten lief sie als Entlastungsstraße durch den Tiergarten. Hinter dem Tiergartentunnel läuft sie als Heidestraße weiter am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal entlang, verläuft auf der Sellerstraße, Müllerstraße, Fennstraße und schließlich auf der Reinickendorfer Straße, dann weiter auf der Markstraße, Residenzstraße, Lindauer Allee, Roedernallee und der Oranienburger Straße/Oraniendamm. Als Berliner Straße verläuft sie in Hermsdorf. Sie führt dann am „Entenschnabel“ in Glienicke/Nordbahn für etwa 500 Meter über Brandenburger Gebiet und bildet für weitere 900 Meter die Landesgrenze zu Brandenburg. Als Oranienburger Chaussee verläuft sie im Ortsteil Frohnau für weitere drei Kilometer auf Berliner Stadtgebiet, überquert dann vor Hohen Neuendorf endgültig die Landesgrenze in Richtung Oranienburg.
Glienicke – Löwenberg Ungefähr 250 Meter nach der Landesgrenze Berlin/Brandenburg unterquert die Straße in Hohen-Neuendorf die S-Bahn-Trasse Berlin-Frohnau – Oranienburg, bevor sie in einem Kreisverkehr, dem Marienetta-Jirkowsky-Platz, mündet. In Birkenwerder mündet die B 96a (Clara-Zetkin-Straße) wieder in die B 96 (Hauptstraße) ein.
Mit Fertigstellung der neuen B 96 als Westumfahrung von Oranienburg im Jahr 2003 wurde der Verkehr aus dem Ort herausgenommen. Die alte Trasse durch das Zentrum Oranienburgs wurde zur Gemeindestraße herabgestuft. Seitdem führt die B 96 (in Fahrtrichtung Nord aus Berlin heraus betrachtet) über die Abfahrt Birkenwerder, die A 10 (nördlicher Berliner Ring), das Autobahnkreuz Oranienburg und von dort elf Kilometer als autobahnähnliche Straße mit drei Ausfahrten, teilweise über den ehemaligen Flugplatz Oranienburg zurück auf die bestehende Trasse der B 96 an der Anschlussstelle der Landesstraße L 191 nördlich von Oranienburg. Ein weiterer Ausbau in Richtung Norden ist geplant. Da die jetzige Trasse den Ort Nassenheide in zwei Teile zerschneidet, fordert eine Bürgerinitiative einen geänderten Streckenverlauf. Die Straße verläuft weiter über Teschendorf und Löwenberg.
Löwenberg – Fürstenberg Gransee wird seit den 1960er Jahren in Ortsrandlage umfahren, die B 96 hat hier keine echte Ortsumgehung, lediglich der Ortskern wird nicht gekreuzt. 2005/2006 wurde im nordöstlichen Ortsbereich ein Kreisverkehr eingerichtet, die noch bis dahin bestehende Klinkerpflasterung durch Asphalt ersetzt. Eine echte Ortsumgehung von Gransee ist geplant, sie soll östlich am Ort vorbeigeführt werden. Bei Dannenwalde wurde 2006 eine baufällige Brücke nach mehrmonatiger Straßensperre durch eine neue Brücke an gleicher Stelle ersetzt. Bis dahin war die Geschwindigkeit über die alte Brücke auf 30 km/h begrenzt, die Brücke wurde notdürftig in Betrieb gehalten. Während der Bauphase wurde der Verkehr westlich über Neuglobsow geführt. Eine weitere Brücke ist seit 2011 nur einspurig befahrbar; eine Sanierung ist geplant.. In: Märkische Oderzeitung. 10. September 2014, abgerufen am 10. September 2014.
In Fürstenberg/Havel führt die B 96 direkt durch das Zentrum und ist daher auf 30 km/h limitiert. Im Stadtkern staut sich regelmäßig der Durchgangsverkehr einschließlich Lkw und Schwerlasttransportern und die Belastungen für Anwohner und Urlauber sind enorm hoch, was zur Gründung von Bürgerinitiativen führte.Bürgerinitiative „B96 raus!“ übergibt Unterschriften an Präsidentin des Landtages. Landtag Brandenburg. 2. Dezember 2014, abgerufen am 21. März 2022. Nach Protesten gegen eine über das Gelände des früheren Jugend-KZ Uckermark führende Ortsumgehung östlich von FürstenbergFrüheres Jugend-KZ Uckermark: Protest gegen Straße über das Gelände. In: Der Tagesspiegel. 2. Juli 2001. ist nunmehr eine stadtnahe Umgehung entlang der Bahnlinie im Gespräch. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 wurde die Ortsumgehung Fürstenberg/Havel durch die Aufnahme in den priorisierten Bedarf aufgewertet.. In: RBB Online. 17. März 2016.
Mecklenburg-Vorpommern
Ortsumgehung Neustrelitz Der Verlauf der alten Strecke durch Neustrelitz erwies sich als sehr ungünstig für den historischen Ortskern. Zudem konnte die Strecke nicht den Ansprüchen genügen. Deshalb war die Ortsumgehung als eine der ersten nach der deutschen Wiedervereinigung begonnen worden. Bereits 1993 befand sich der zweite Bauabschnitt in Bearbeitung. Der Bau wurde sukzessive von Nord nach Süd voran getrieben und 2005/2006 fertiggestellt. Die B 96 zweigt jetzt südlich vom Neustrelitzer Stadtteil Strelitz-Alt in östlicher Richtung ab und erreicht nördlich von Neustrelitz nach Überquerung der Bahnstrecke Neustrelitz–Warnemünde die ursprüngliche Trasse. Am Knotenpunkt Woldegker Chaussee befindet sich die Anschlussstelle der B 198.
Neustrelitz – Neubrandenburg – A 20