Udo Margedant (* 17. Juni 1942 in Neuwied; † 26. Juli 2026) war ein deutscher Politikwissenschaftler und Hochschullehrer für Sozialgeschichte und Sozialphilosophie.
Leben Udo Margedant studierte Politikwissenschaften an der Universität Frankfurt am Main. Dort wurde er 1962 Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Greiffenstein im CV und später weiteren Verbindungen wie der KAV Capitolina Rom. 1968 wurde er in Frankfurt mit der Arbeit Sozial- und Staatslehre des Abbé de Mably. Ein Beitrag zur politischen Philosophie in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts promoviert. Nach seiner Habilitation wurde er außerplanmäßiger Professor für Sozialgeschichte und Sozialphilosophie an der Bergischen Universität Wuppertal.
Udo Margedant baute in Mecklenburg-Vorpommern die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) auf und war deren erster Leiter im Jahre 1992. Bis 2005 war er in verschiedenen Funktionen Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung, zuletzt in der Hauptabteilung Politik und Beratung, und beschäftigte sich dort mit Politikanalyse und Grundsatzfragen. Er engagierte sich insbesondere für das Projekt Föderalismusreform der Konrad-Adenauer-Stiftung.
2004 legte Udo Margedant zusammen mit Thomas Fischer (Bertelsmann Stiftung), Gerhard Hirscher (Hanns-Seidel-Stiftung), Gerhard Schick (Stiftung Marktwirtschaft) und Horst Werner (Friedrich-Naumann-Stiftung) die Veröffentlichung Föderalismusreform in Deutschland – Ein Leitfaden zur aktuellen Diskussion und zur Arbeit der Bundesstaatskommission vor, die einen wesentlichen Anteil an der Diskussion zur Föderalismusreform in Deutschland leistete. Er verfasste Beiträge zur Analyse des Bildungs- und Erziehungssystems der DDR für die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages und engagierte sich somit für die DDR-Aufarbeitung. Er war Mitautor und Herausgeber diverser geschichtsdidaktischer Hefte, unter anderem zur Weimarer Republik und dem Parlamentarismus.
Margedant war von 2005 bis 2012 in Nachfolge von Max Hanecke Präsident der CV-Akademie in Bad Honnef.
Schriften (Auswahl) als Autor mit Hermann de Buhr, Volkmar Wittmütz: Geschichte in Daten und Strukturen. 3 Bände, Cornelsen, Frankfurt am Main 1978–1988. mit Thomas Ellerbeck: Politische Landeskunde Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 1991. mit Matthias Zimmer: Eigentum und Freiheit. Eigentumstheorien im 17. und 18. Jahrhundert. Schulz-Kirchner-Verlag, Idstein 1993, ISBN 3-8248-0023-3. mit Wolfgang Schäuble: Deutschlands innere Einheit (= Aktuelle Fragen zur Politik, 13). Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 1994. Projekt Föderalismusreform. Grundzüge der Finanzordnung der Bundesrepublik Deutschland. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2001. Die Debatte über die Verwendung der Stasi-Unterlagen. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2001. Föderalismusreform. Die deutsche Finanzordnung auf dem Prüfstand. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2002, ISBN 3-933714-06-0. mit Burkard Steppacher: Der Europäische Konvent. Auftrag, Zusammensetzung, Problemfelder. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2002. mit Johannes von Thadden: Mehr Effizienz und Transparenz im föderalen Staat. Ein Konzept zur Föderalismusreform in zwei Stufen. Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin 2003, ISBN 3-933714-96-6. Föderalismusreform in Deutschland. Ein Leitfaden zur aktuellen Diskussion und zur Arbeit der Bundesstaatskommission. Konrad-Adenauer-Stiftung, Sankt Augustin 2004.
als Herausgeber Englands Weg zum Parlamentarismus. Hirschgraben-Verlag, Frankfurt am Main 1977. Föderalismus in Europa. 2 Bde., Konrad-Adenauer-Stiftung, St. Augustin 2002.
Weblinks
Udo Margedant et al.: Föderalismusreform in Deutschland (PDF; 676 kB) Udo Margedant, Burkard Steppacher: Der Europäische Konvent (PDF; 167 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Politikwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Bergische Universität Wuppertal) Kategorie:Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung Kategorie:DDR-Forscher Kategorie:Korporierter im CV Kategorie:Person (Neuwied) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann