mini|Das Ortsgebiet von St. Oswald Kloster ist ein Gebiet im Nordwesten der Stadt Deutschlandsberg in der Weststeiermark. Kloster war bis Ende 2014 eine Gemeinde mit 194 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark, Österreich. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde Kloster 2015 mit den Gemeinden Deutschlandsberg, Bad Gams, Freiland bei Deutschlandsberg, Osterwitz und Trahütten zusammengeschlossen.Steiermärkische Gemeindestrukturreform. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 2 Z 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 2. Ein Fusions- und Entwicklungsvertrag mit Deutschlandsberg und Bad Gams wurde bereits am 18. November 2013 unterzeichnet.Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. 22. November 2013. 86. Jahrgang Nr. 47, , S. 3.248. Newsletter der Stadtgemeinde Deutschlandsberg vom 26. November 2013.

Geographie Gliederung Kloster liegt in der Weststeiermark und besteht aus der Ortschaft Kloster bzw. aus den zwei Katastralgemeinden Klosterwinkel und Rettenbach-Kloster. Hauptort ist St. Oswald in Freiland. Dieser Ort ist nach dem Patrozinium der römisch-katholischen Pfarrkirche benannt, die Pfarre führt ebenfalls diesen Namen.

Die Grenzen von Kloster werden weitgehend durch drei Flüsse gebildet: Rettenbach und Laßnitz im Süden, Wildbach im Nordosten. Die Grenze im Nordwesten verläuft vom Kamm des Koralpenzuges zum Reinischkogel. In Rettenbach fließen der Gratzenbach, in Klosterwinkel der Klosterbach und jeweils eine Reihe anderer kleiner Bäche.

Wichtigste Erhebung ist der Schwarzkogel mit 1550 Metern. An seinen teils steilen Abhängen liegen die Siedlungsgebiete (hauptsächlich Bauernhöfe). Auf der Freiländer Alm befindet sich das Filzmoos. Es ist das Ursprungsgebiet von Rettenbach und Klosterbach. Kloster liegt im Süden des Landschaftsschutzgebietes Pack-Reinischkogel-Rosenkogel.Landschaftsschutzgebiet 2: Verordnung der steiermärkischen Landesregierung vom 25. Mai 1981, stmk. Landesgesetzblatt Nr. 37/1981 in der Fassung der Berichtigung (neue Kartendarstellung) Nr. 64/1981. im Digitalen Atlas Steiermark. Vorher bestand Schutz nach der Verordnung vom 12. Juni 1956, LGBl. Nr. 35, zum Schutze von Landschaftsteilen und des Landschaftsbildes (Landschaftsschutzverordnung 1956) in der Fassung der Verordnungen LGBl. Nr. 57/1958, 125/1961, 185/1969, 96/1970, 14/1974, 147/1974 und 30/1975, hinsichtlich Anhang 1 Z 2.

Kloster war in den amtlichen statistischen Unterlagen unter der Gemeindekennziffer 60316 zu finden: Die Fläche betrug 2.201,46 ha. Die Gemeinde Kloster hatte die Höhenklasse 8. Ihr NUTS 3-Code war AT225 für die West- und Südsteiermark.

Kloster bildet einen Zählsprengel der amtlichen Statistik und hat nach den amtlichen Statistikunterlagen auf Basis der Volkszählung 2001 148 Gebäude, davon 71, in denen Menschen ihren Hauptwohnsitz haben. In Kloster wohnten 2001 233 Personen in 86 Haushalten und 157 Wohnungen. In diesem Jahr wurden in Kloster 65 Nebenwohnsitze gezählt, 11 Arbeitsstätten und 38 land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten.Statistik Austria: Ortsverzeichnis Steiermark 2001. Herausgeber und Hersteller: Statistik Austria. Bundesanstalt Statistik Österreich. Kommissionsverlag: Verlag Österreich GmbH, Wien 2005, ISBN 3-902452-45-5, S. 64.

Vergrößerung der ehemaligen Gemeinde 1891 Die Gemeinde Kloster wurde 1891 im Osten um das Gebiet von „Ober Mitterspiel“ erweitert.Erlass des kaiserlich-königlichen Finanzministers (hoher kk. Finanzministerialerlass, h.kk.F.M.E.) vom 6. August 1891, Zl. 23630. Dieses Gebiet gehörte ursprünglich zur damaligen Gemeinde Freiland bei Deutschlandsberg (damals: Mitterspiel genannt). Es wurde vollständig der Katastralgemeinde Klosterwinkel zugeschrieben, obwohl es teilweise am Südhang des Schwarzkogelzuges an Rettenbach anschließt. Die Form der Katastralgemeinde Klosterwinkel und Unklarheiten im Sprachgebrauch betreffend den Umfang des Gebietes von Rettenbach sind auf diese Gebietsänderung zurückzuführen.

Flächen- und Einwohnerzahlen aus der Entstehungszeit der Gemeinde um 1850Gemeindekundmachung 1850: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. I. Jahrgang 1850. XXI. Stück Nr. 378, S. 432. Beilage „Kreis Gratz“ (Beilage Graz), S. 104–105 dieser Beilage. und bis 1891 beziehen sich auf das damals kleinere Gemeindegebiet.

Grau=Wald, grün=Wiese, Gestrüpp, W.=Weide, hellgelb (in diesen Blättern aus dem Jahr 1825 ist der Farbton von der Papierfarbe schwer zu unterscheiden)=Almweide bzw. gering produktiv, dunkleres gelb=Ackerland, braun=Wegeparzellen. Gelbe Gebäude=Holzbauten, rote Gebäude=Steinbauten. J.M.=Jungmais, M.H.=Mittelholz, S.H.=Stangenholz, H.S.=hochstämmig schlagbarer Wald. Nachträge bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts sind rot gezeichnet.

Klima Das Gebiet liegt im Windschatten der Alpen. Wettereinflüsse aus dem Westen, wie sie im Rest Österreichs vorrangig sind (Westwindzone), dominieren auch in Kloster, sind aber schwächer. Die Koralm, in der Kloster liegt, gehört zu den Gebieten der größten durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten und Sturmhäufigkeit in Österreich. In ihrem Bereich treffen einander Einflüsse zweiter Klimazonen (Subtropen-gemäßigte Breiten). Das Klima ist vom Mittelmeergebiet beeinflusst. Es ist milder als in den nördlichen Regionen gleicher Höhenlage in Österreich und weist im Vergleich längere Schönwetterperioden (Sonnenscheindauer) auf. Störungsfronten, die bei Westwetter starke Niederschläge bringen, gelangen vielfach nicht oder nur abgeschwächt in das Gebiet.

Regen im Sommer fällt meist in Form von Gewittern oder Wolkenbrüchen/Starkregen, die rasch vorübergehen, aber sehr heftig sein können. Beim Durchzug starker Störungsfronten ist auf den Almen wegen deren Höhenlage auch im Hochsommer mit kurzen Schneeschauern zu rechnen. Die Sonnenscheinphasen bewirken klare, wolkenlose Nächte, in denen es auch im Sommer sehr kühl werden kann. Da sich große Teile von Kloster weitab von Siedlungen befinden und die Belastung durch Lichtquellen gering ist, können in solchen Nächten gute Bedingungen zur Beobachtung astronomischer Objekte herrschen.

mini|500px|Äcker, Wiesenflächen und Waldgebiete der Bauernhöfe in der Ortschaft Rettenbach am Hang des Schwarzkogels Das Gebiet von Kloster gehört zu den Gebieten Österreichs mit der höchsten Zahl an Gewittertagen im Jahr (über 50 Tage mit Gewittern). Hagel ist verhältnismäßig häufig. Er verursachte früher, als der Getreideanbau noch intensiver war, nennenswerte Schäden an den Kulturen. Kloster liegt zu hoch (900–1500 m Seehöhe), um aus der klimatisch begünstigten Lage der Weststeiermark größere Vorteile zu ziehen. Das Klima des Gebietes wird als relativ starkes Reizklima bezeichnet. Das Koralmgebiet und dessen Ostabdachung, in der Kloster liegt, sind eigene Klimaregionen.Andreas Exner: Die Waldgesellschaften des Hebalm-Gebiets, nördliche Koralpe, Steiermark. In: Joannea Botanik. Publikation der Abteilung für Botanik des steirischen Landesmuseums Joanneum, Graz 2002, Nr. 3, S. 30 (mit weiteren Hinweisen auf Fachliteratur zum Klima des Gebietes; ).Landes-Umwelt-Informationssystem (LUIS) der Steiermark: Klimaregionen C.2 Koralpe und B.4 Ostabdachung der Koralpe.

Die Klimasituation und Höhenlage bewirkt, dass die Vegetationsperioden im Gebiet verschoben ablaufen: In den unteren Teilen (Grenze zu Freiland: Bauernhöfe Strasser, Kleinahansel, Klugbauer, Marxhansel, aber auch im unteren Teil des Sterzriegels) kann früher geerntet werden, in den oberen Teilen erst bis zu circa zwei Wochen später.

Pflanzenvorkommen im Gebiet von St. Oswald wurden 1836 als seltene Alpenpflanzen in der Enzyklopädie von Ersch-Gruber hervorgehoben. Ausdrücklich genannt sind Apargia crocea Haerke (eine Löwenzahn-Art), Swertia perennis L. (Sumpfenzian), Juncus trifidus (Dreiblatt-Binse).Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber: Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste, Dritte Section O–Z, siebenter Teil Osteolamacia–Otzenhausen .

Böden Die landwirtschaftlich nutzbaren (bzw. als solche früher genutzten) Böden sind Felsbraunerden aus kristallinen Schiefern als mittelwertiges Acker- und Grünland mit nahezu allen Varianten der Wasserversorgung bis zum Pseudogley. Eine Ackernutzung ist nur bis in eine Seehöhe von 800 bis 1000 m Seehöhe sinnvoll. Verbreitet sind auch nährstoffarme Ranker.Margarete Sekera, Heinrich Hacker (Redaktion), Max Eisenhut (Kartierung): Österreichische Bodenkartierung. Erläuterungen zur Bodenkarte 1:25.000. Kartierungsbereich Deutschlandsberg (KB 24). Herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (Landwirtschaftlich-chemische Bundesversuchsanstalt, Bodenkartierung und Bodenwirtschaft). Wien 1975, S. 150–158. Stand 2007 unter: Österreichische Bodenkartierung des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft – BFW, Bundesamt für Wald.

Geologie Die Gesteine gehören zum Koralmkristallin: Es handelt sich um verschiedene Formen von Gneis, teilweise plattig geformt (Plattengneis) und Schiefer (Glimmerschiefer). Der Gipfel des Schwarzkogels besteht aus Eklogit. Kalkstein und Dolomit, die in den österreichischen Teilen der Nord- und Südalpen sonst häufig sind, sind in Kloster nicht vorhanden. Einzelne Marmorvorkommen sind in das Kristallin eingebettet. Beispiele für die Gesteine sind im Geopark Glashütten in Gressenberg aufbereitet, die geologische Fachliteratur nennt eine Reihe von Mineralienvorkommen im Gebiet, insbesondere auf der Hebalm, so für Granat, Hornblende, Bronzit,Eduard Hatle: Die Minerale des Herzogthums Steiermark. Verlag Leuschner und Lubensky, Graz 1885, S. 106, 110 und 122. Apatit und Quarz.Josef Taucher, Christine Elisabeth Hollerer: Die Mineralien des Bundeslandes Steiermark in Österreich. Zwei Bände mit CD-ROM. Band 2, Hollerer, Graz 2001, ISBN 3-9501422-0-7, S. 438 (mit Verweisen auf die Einzelpublikationen).

Nachbarorte

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche St. Oswald in Freiland

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Oswald in Freiland wurde 1434 urkundlich erwähnt. Sie steht unter Denkmalschutz.Kulturgüterschutzkarte 1:50.000. Blatt 198 Deutschlandsberg. Laut Haager Konvention vom 14. Mai 1954, BGBl. Nr. 58/1964, bearbeitet vom Dokumentationszentrum und Konventionsbüro des Bundesdenkmalamtes, Wien 1977. Verordnung des Bundesdenkmalamtes vom 20. Februar 2001, mit der 117 unbewegliche Denkmale des politischen Bezirkes Deutschlandsberg, Steiermark, die kraft gesetzlicher Vermutung unter Denkmalschutz stehen, unter die Bestimmungen des § 2a Denkmalschutzgesetz gestellt werden. Amtsblatt zur Wiener Zeitung, 2001. Verordnungsblatt für den Dienstbereich des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Nr. 64/2001. Wien 2001, , S. 144.

Ehemaliges Gemeindewappen Die Gemeinde Kloster hatte seit 2004 das Recht zur Führung eines Gemeindewappens.Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 13. September 2004 (PDF) Steiermärkisches Landesgesetzblatt Nr. 53 vom 30. September 2004 (21. Stück, S. 218/2004). Die heraldische Wappenbeschreibung lautet: „Ein geteilter unten von Rot und Silber damasziert gerauteter Schild, oben in Silber ein natürlicher zum Flug geschickter Rabe, einen roten Ring im Schnabel haltend.“