Die Lockheed Hudson (US-Bezeichnung: A-28, A-29, PBO-1, AT-18) war ein zweimotoriger leichter Bomber und Küstenaufklärungsflugzeug der Zeit des Zweiten Weltkrieges aus US-amerikanischer Produktion.
Geschichte Basierend auf der Lockheed 14 Super Electra entwickelte Lockheed einen leichten Bomber, der im Juni 1938 von der britischen Royal Air Force für das Coastal Command bestellt wurde. Die erste Maschine, deren Baureihe als Hudson Mk. I bezeichnet wurde, flog am 10. Dezember 1938. Im Sommer 1939 wurden die Maschinen dem Coastal Command zugeteilt. In den folgenden Jahren wurden knapp 2000 Maschinen der Baureihen Mk. I, Mk. II und Mk. III an die Royal Air Force ausgeliefert.
Das Flugzeug wurde hauptsächlich vom Coastal Command, dann von der US Navy, den USAAF sowie den Luftstreitkräften von Kanada, Australien, Neuseeland, Brasilien, Irland, China, den Niederlanden sowie Portugal und Südafrika eingesetzt.
Eine Hudson der Royal Air Force war das erste Flugzeug der Alliierten, das im Zweiten Weltkrieg, von den Britischen Inseln aus gestartet, ein deutsches Flugzeug abschoss (eine Dornier Do 18 am 8. Oktober 1939 über Jütland). Bei zeitlich früher liegenden Abschüssen der Alliierten waren die Flugzeuge in Frankreich bzw. von einem Flugzeugträger aus gestartet. Hudsons waren auch am Angriff auf die Altmark sowie bei der Kaperung des deutschen U-Boots U 570 beteiligt. Einer britischen Hudson gelang im Mai 1943 auch die erste Versenkung eines deutschen U-Boot durch Raketen.
1942 wurden die ersten Maschinen, nun als A-28 bezeichnet, an die USAAF ausgeliefert. Bis 1942 wurden 82 A-28 und 418 A-29 produziert. Dazu kamen 300 AT-18-Trainer sowie 20 Maschinen, die von der US Navy als PBO-1 geflogen wurden. Eine PBO-1 der Navy war auch das erste US-Flugzeug, das ein deutsches U-Boot versenkte (U 656 vor der Küste Neufundlands am 1. März 1942).
Varianten Hudson I Erste Hauptserienversion für die Royal Air Force (RAF). Für die RAF wurden 351 hergestellt, weitere 50 Maschinen für die Royal Australian Air Force (RAAF) mini|Eine Hudson I der 11. Squadron, RCAF mini|Lockheed Hudson V, Aufklärungs- und Bombenflugzeug mini|PBO-1 der US Navy, 1942 in Argentia, Kanada Hudson II Baugleich mit der Hudson I, jedoch mit nichtverstellbaren Propellern; 20 Maschinen wurden für die RAF und 50 für die RAAF hergestellt. Hudson III Hauptserienversion für die RAF mit einziehbarem Unterrumpfkampfstand; es wurden 428 gebaut. Hudson IIIA Varianten der A-29 und A-29A, die im Rahmen des Leih- und Pachtvertrages an Großbritannien geliefert wurden; 800 Exemplare ausgeliefert. Hudson IV Weitgehend baugleich mit der Hudson II, allerdings ohne Unterrumpfkampfstand; hiervon wurden 30 Maschinen gebaut. Außerdem wurden alle noch vorhandenen Mk I and II der RAAF zu Hudson IV umgerüstet. Hudson IVA An die australische Luftwaffe ausgelieferte A-28; es wurden 52 an die RAAF geliefert. Hudson V Modifizierte Mk III mit den 1.200 PS leistenden Wright-R-1830-S3C4-G-Wasp-Motoren; 409 hergestellt. Hudson VI A-29A, die im Rahmen des Leih- und Pachtvertrages an Großbritannien geliefert wurden; 450 Exemplare ausgeliefert. A-28 Version für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Antrieb durch 1050-PS-Motoren Wright R-1830-45; 52 als Hudson IVA an Australien geliefert. A-28A Als Truppentransporter einsetzbare A-28; 450 Exemplare wurden als Hudson VI an die RAF geliefert, 27 weitere an die brasilianische Luftwaffe. A-29 A-28 mit den 1200 PS leistenden Wright-R-1830-S3C4-G-Wasp-Motoren; 416 wurden für die RAF gebaut, 153 gingen als RA-29 an die USAAF und 20 wurden als PBO-1 von der US Navy eingesetzt. A-29A A-29-Truppentransporter mit verstellbarem Propellern; 384 gingen als Hudson IIIA an die RAF, einige verblieben als RA-29A bei der USAAF. A-29B 24 zurückerhaltene A-29, die zu Fotoaufklärungsflugzeugen umgerüstet wurden. AT-18 Trainingsversion zur Ausbildung von Bordschützen, mit R-1820-87-Motoren; 217 hergestellt. AT-18A Navigationstrainer ohne Rückenkampfstand. C-63 Vorübergehende Bezeichnung für die A-29A. C-111 Ziviles Modell für Australien. PBO-1 Ehemalige Hudson IIIA der RAF, die bei der VP-82 der US Navy eingesetzt wurden.
Produktion Von den A-28/A-29 wurden fast alle und von den A-29 wurden 995 Flugzeuge an die RAF geliefert. Insgesamt erhielt die RAF 2345 Hudson.K. J. Meekcombs: The British Air Commission and Lend-Lease. Trowbridge 2009, S. 64, 96 ff.
Abnahme der Lockheed Hudson durch die RAF/USAAF:Statistical Digest of the USAF 1946. S. 100 ff.; K. J. Meekcombs: The British Air Commission and Lend-Lease. Trowbridge 2009, S. 96 ff. Version19391940194119421943SUMMEHudson Mk. I280170 450Hudson Mk. II 20 20Hudson Mk. III 120308 428Hudson Mk. IV 30 30Hudson Mk. V 409 409A-28 52 52A-28A 450 450A-29 331286 617A-29A 10083183AT-18 217217AT-18A 335083SUMME28034011008693502939
Militärische Nutzer mini|Hudson im RNZAF Museum mini|Lockheed Hudson Mk IIIA (T9422) im North Atlantic Aviation Museum, Gander, Neufundland
Royal Australian Air Force Força Aérea Brasileira Nationalchinesische Luftwaffe Marine
Royal Canadian Air Force Koninklijke Luchtmacht Royal New Zealand Air Force Força Aérea Portuguesa South African Air Force Royal Air Force United States Army Air Forces United States Navy
Technische Daten mini|Dreiseitenansicht der PBO-1 Kenngröße Daten der A-29 Typ leichter Bomber, Aufklärer Hersteller Lockheed Aircraft Corporation Besatzung 5 Länge 13,52 m Spannweite 19,95 m Höhe 3,62 m Leermasse 5825 kg max. Startmasse 9320 kg Antrieb zwei Sternmotoren Wright R-1820-87 Cyclone mit je Höchstgeschwindigkeit 405 km/h Reichweite 4480 km Dienstgipfelhöhe 8100 m Bewaffnung fünf oder sieben 7,62-mm-Maschinengewehre, bis zu 635 kg Bomben
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Vereinigte Staaten) Kategorie:Lockheed Martin Kategorie:Bomber Kategorie:Erstflug 1938 Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren
Kategorie:Luftfahrzeug der Royal Air Force Kategorie:Propellerflugzeug mit Doppelleitwerk