Sir Nicholas Alexander „Nick“ Faldo, MBE (* 18. Juli 1957 in Welwyn Garden City) ist ein englischer Profigolfer. Er ist einer der besten europäischen Golfer. Er zählt auch zu den „Big Five“, einer Gruppe von Weltklasse-Golfern, die alle innerhalb von zwölf Monaten geboren wurden, mindestens ein Major gewonnen und Europa im Ryder Cup konkurrenzfähig gemacht haben. Die anderen sind Seve Ballesteros, Bernhard Langer, Sandy Lyle und Ian Woosnam. Im Laufe seiner Karriere gewann er je dreimal die Open Championship und das US Masters und führte die offizielle Weltrangliste insgesamt 98 Wochen an.

Beginn als Amateur Als Kind und Jugendlicher war Faldo in vielen Sportarten talentiert. Lange Zeit glänzte er vor allem mit seinen Leistungen im Schwimmen. Zwischenzeitlich träumte er von einer Karriere als professioneller Radsportler. 1971, Faldo war dreizehn Jahre alt, sah er im Fernsehen Jack Nicklaus bei seiner Teilnahme am Masters. Daraufhin beschloss er, Golfer zu werden. 1975 gewann Faldo die English Amateur Championship und die British Youth Championship. Im Jahr darauf wurde er Professional und war schnell erfolgreich.

Erste Erfolge als Profi 1977 belegte er bereits den achten Platz in der Geldrangliste European Tour Order of Merit und qualifizierte sich als jüngster Spieler für den Ryder Cup. Ein Jahr später war er Ranglistendritter, wobei er in jenen beiden Jahren jeweils ein Turnier gewann. Faldo etablierte sich rasch in der europäischen Spitze und gewann 1983 die European Tour Order of Merit.

Bei den Majors, den bedeutendsten Golfturnieren, vergleichbar mit den Grand-Slam-Turnieren im Tennis, blieb er zu diesem Zeitpunkt sieglos. Faldos Stärken lagen im kurzen Spiel, dem Putten und der Platzstrategie. Trotz seiner athletischen Erscheinung und einer Größe von 1,90 Metern war die Länge seiner Schläge eher gering. Unter hohem Druck brach sein Spiel aufgrund eines instabilen Schwungs häufig zusammen. Beispielhaft zeigte sich das 1983 in der Finalrunde der British Open in Royal Birkdale.

Majorsiege nach Schwungumstellung Um endlich auch bei den Majors erfolgreich zu sein, begann Faldo 1985 mit einer riskanten und langwierigen Umstellung. Mithilfe von David Leadbetter (der danach zum „Guru“ avancierte) verbesserte er seine Technik, um in Zukunft dem Druck standhalten zu können. 1987 trug diese Arbeit Früchte und Faldo gewann seinen ersten Major-Titel mit dem Sieg bei der Open Championship.

Es folgten seine besten Jahre: Faldo war bis in die frühen 1990er die Nummer 1 im Golfsport. Er holte sich das Green Jacket beim Masters en suite 1989 und 1990 und siegte im selben Jahr und 1992 erneut bei der Open Championship. Die europäische Geldrangliste gewann Faldo 1992 ein zweites Mal und er schaffte in diesem Jahr auch den bestehenden weltweiten Verdienstrekord mit über 1,5 Millionen £ zu übertreffen.

1995 beschloss Faldo, sich auf die US-amerikanische PGA Tour zu konzentrieren, da drei der vier Majors in den USA stattfinden. Diese Taktik schien auch aufzugehen, gewann er doch 1996 sein drittes Masters nach einem Rückstand von sechs Schlägen vor der Finalrunde auf niemand Geringeren als Greg Norman. Norman hatte aber einen rabenschwarzen Tag und Faldo siegte am Ende sogar mit komfortablem Vorsprung.

Nick Faldo gehört zu den erfolgreichsten Spielern des Ryder Cups. Rekord sind seine Teilnahmen (11) ebenso wie seine 46 ausgetragenen Matches. 2008 war er Kapitän des europäischen Teams.

Weitere geschäftliche Aktivitäten Nach seiner aktiven Zeit widmete sich Faldo der Entwicklung einer eigenen Golfmode-Marke und dem Design von Golfplätzen unter dem Label Faldo Design®. Im Oktober 2006 wurde Faldo von CBS als leitender Golfanalyst verpflichtet. Zusätzlich ist er auch als Fachkommentator beim Golf Channel tätig.

Im Laufe seiner Karriere hat er bislang etwa 10 Millionen £ an Preisgeld erreicht. Aufgrund von Einnahmen aus der Werbung zählt Faldo neben David Beckham und Robbie Fowler zu den reichsten Sportlern im Vereinigten Königreich.

Er ist momentan zum dritten Mal verheiratet, seine Frau heißt Valerie, und er hat vier Kinder: Natalie, Matthew, Georgia und Emma Scarlet.

In der Komödie Happy Gilmore 2 von 2025 spielt er sich selbst.

Auszeichnungen BBC Sports Personality of the Year 1989 Tour Player of the Year 1989, 1990 und 1992 PGA TOUR Player of the Year 1990 Aufnahme in die World Golf Hall of Fame 1997 MBE 1998

Turniersiege Major Championships sind fett gedruckt. PGA Tour 1984: Sea Pines Heritage 1989: The Masters 1990: The Masters 1995: Doral-Ryder Open 1996: The Masters 1997: Nissan Open

PGA European Tour 1977: Skol Lager Individual 1978: Colgate PGA Championship 1980: Sun Alliance PGA Championship 1981: Sun Alliance PGA Championship 1982: Haig Whisky TPC 1983: Paco Rabanne Open de France, Martini International, Car Care Plan International, Lawrence Batley International, Ebel Swiss Open-European Masters 1984: Car Care Plan International 1987: Peugeot Spanish Open, The Open Championship 1988: Peugeot Open de France, Volvo Masters 1989: Volvo PGA Championship, Dunhill British Masters, Open de France 1990: The Open Championship 1991: Carroll’s Irish Open 1992: Carroll’s Irish Open, The Open Championship, Scandinavian Masters, GA European Open 1993: Johnnie Walker Classic, Carroll’s Irish Open 1994: Alfred Dunhill Open

Sonstige Turniere 1979: ICL International (South African Tour) 1989: Suntory World Match Play Championship (England) 1990: Johnnie Walker Classic (Asian Tour) 1992: Toyota World Match Play Championship (England), Johnnie Walker World Championship of Golf (Jamaika) 1994: Nedbank Million Dollar Challenge (Südafrika) 1998: World Cup of Golf (mit David Carter)

Resultate in Major Championships Turnier 1976 1977 1978 19791980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 The Masters DNP DNP DNP 40 DNP DNP DNP T20 T15 T25 DNP DNP T3011 US Open DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP T55 DNP DNP DNP2 T18T3 The Open Championship T28 T62T8 T18 T12 T11T4T8T6 T53513 T111 PGA Championship DNP DNP DNP DNP DNP DNP T14 CUT T20 T54 CUT T28T4T9 T19 Turnier 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 The Masters T12 T13 T39 32 T241 CUT CUT CUT T28 CUT T14 T33 CUT WD US Open T16T4 T72 CUT T45 T16 T48 CUT CUT7 T72T5 CUT CUT DNP The Open Championship T1712T8 T404 T51 T44 CUT T41 CUT T59T8 CUT T11 PGA Championship T16T23T4 T31 T65 CUT T54 T41 T51 T51 T60 DNP T49 DNP Turnier 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 The Masters CUT DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP US Open DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP The Open Championship CUT CUT DNP CUT CUT DNP DNP CUT CUT CUT PGA Championship DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP DNP = nicht teilgenommen CUT = Cut nicht geschafft WD = zurückgezogen „T“ geteilte Platzierung Grüner Hintergrund für Sieg Gelber Hintergrund für Top 10.

Mannschaftswettbewerbe Ryder Cup (für GB & Irland bezw. Europa): 1977, 1979, 1981, 1983, 1985 (Sieger), 1987 (Sieger), 1989 (remis, Cup verteidigt), 1991, 1993, 1995 (Sieger), 1997 (Sieger). Alfred Dunhill Cup (für England): 1985, 1986, 1987 (Sieger), 1988, 1991, 1993 World Cup (für England): 1977, 1991, 1998 (Sieger) UBS Cup: 2001, 2002, 2003 Double Diamond: 1977 Four Tours World Championship: 1986, 1987, 1990 Hennessy Cognac Cup: 1978 (Sieger), 1980 (Sieger), 1982 (Sieger), 1984 (Sieger) Royal Trophy (für Europa) : 2005 (Sieger)

Siehe auch Liste der Sieger bei Golf-Major-Turnieren Liste der Weltranglistenersten im Herrengolf

Weblinks (alle englisch) Nick Faldo offizielle Website Spielerprofil bei der PGA European Tour Spielerprofil bei der PGA Tour Profil bei liveabout.com

Einzelnachweise

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