Der Donauturm ist ein AussichtsturmDas Gebäude wurde als Aussichtsturm konzipiert und auch so bezeichnet:

Mark Steinmetz: Wien – Der Architekturführer. Verlagshaus Braun, Berlin 2006, ISBN 3-938780-14-2, S. 215. Antonia Kreppel, Ruth Jakoby, Pierrette Letondor: Wien für Frauen. Wien 1998, S. 58. Österreichische Ingenieur-Zeitschrift: Hrsg.: Österreichischer Ingenieur- und Architekten-Verein. Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen, Wien 1966, S. 29. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 2: De–Gy. Kremayr & Scheriau, Wien 1993, ISBN 3-218-00544-2, S. 74. am Rande des Donauparks im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt. Er wurde von 1962 bis 1964 anlässlich der Wiener Internationalen Gartenschau errichtet.

Der Donauturm ist eines der Wahrzeichen Wiens, ein weithin sichtbarer Werbeträger und ein beliebtes Ausflugsziel. Er löste mit 252 Meter Bauhöhe den Stephansdom als höchstes Gebäude Österreichs ab.Der Stephansdom war mit seinem 1433 erbauten 137 m hohen Südturm lange Zeit sogar das höchste Bauwerk Europas. Seit dem Abriss der Sendemasten Bisamberg im Jahr 2010 ist er auch wieder das höchste Bauwerk in Österreich insgesamt.Nach der Sprengung des 265 m hohen Nordmastes des Senders Bisamberg am 24. Februar 2010 gilt der Donauturm als höchstes Bauwerk Österreichs.. In: wien.gv.at. Abgerufen am 1. Dezember 2023.

Im Turmkopf befinden sich über der festen Aussichtsplattform die beiden etwas weniger weit auskragenden Drehrestaurants, das sind in 160 Metern Höhe das Turmcafé und in 170 Metern Höhe das Turmrestaurant. Am Turmfuß befindet sich der ursprüngliche Pavillon mit dem Eingangsbereich, und an diesen anschließend ein Restaurantbetrieb. Dieser wurde nach umfangreichen Umbau- und Erweiterungsarbeiten im Jahr 2019 in „Donaucafé“ umbenannt. Überdies wurde mit dem „Donaubräu“ eine weitere Restauration zugebaut. Neben der touristischen Nutzung dient der Turm auch als Sendeanlage und als Messstation für Wetterdaten und Luftschadstoffe.

Im Jahr 2015 erwarb ein Konsortium bestehend aus der Blaguss-Gruppe, Guntram Fessler (Smile Group), Gilbert Leeb und Matthias Kamp von der Unicredit Bank Austria deren 95-Prozent-Anteile am Donauturm. 2017 erwarb die Investorengemeinschaft auch die restlichen rund fünf Prozent der Anteile, die sich seit Beginn im Besitz der Schwechater Brauerei und damit im Weiteren der Brau Union befanden.

Geschichte Planung und Errichtung Der Donauturm ist zur Wiener Internationalen Gartenschau 1964 (WIG 64) errichtet worden. Der Entwurf ist vom Architekten Hannes Lintl, und der Ingenieur Robert Krapfenbauer führte die statischen Nachweise. Am 12. Oktober 1962 erfolgte die offizielle Grundsteinlegung, als das Fundament fertig betoniert war. Am 16. April 1964 eröffnete Bundespräsident Adolf Schärf den Turm feierlich – nach rund 20 Monaten Bauzeit unter der Leitung von Eberhard Födisch. Im Frühjahr 1964 wurde die GrundsteinlegungsurkundeArchiv Lintl: 40 Jahre Donauturm. Foto der Grundsteinlegungsurkunde, 12. Oktober 1962. (Online nicht mehr vorhanden, 22. Mai 2011.) in einer Kupferhülle im Fußboden im Eingangsbereich des Turmes eingebaut.Archiv Lintl: 40 Jahre Donauturm. Foto von der Verlegung der Grundsteinlegungsurkunde in den Fußboden des Eingangsbereichs, Frühjahr 1964. (Online nicht mehr vorhanden, 22. Mai 2011.)

Die Stadt Wien hatte den Bau des Turms bei der Donauturm Aussichtsturm- und Restaurantbetriebsgesellschaft m.b.H. in Auftrag gegeben, diese ist bis heute der Betreiber des Donauturms. Von 1962 bis Ende 2015 waren zu 95 % die öffentlich-rechtliche ehemalige Zentralsparkasse der Gemeinde Wien, heute über Zwischengesellschaften zur Unicredit Bank Austria gehörend und zu 5 % die ehemalige Brauerei Schwechat, heute Brau Union, die Gesellschafter des Donauturms. Das Grundstück wurde von der Stadt Wien beigestellt und an die am 4. Mai 1962 gegründete Donauturm Liegenschaftsverwaltungsgesellschaft m.b.H. übertragen, die sich bis zum Verkauf Ende 2015 ebenfalls im indirekten Eigentum der Gesellschafter UniCredit Bank und der Brau Union (5,15 %) befand. Dies erfolgte zu 94,85 % über die Ekazent, eine frühere direkte Tochter der Zentralsparkasse, die den Donauturm mitentwickelt hatte. 2015 hatte die Unicredit Bank Austria ihre Mehrheitsanteile am Donauturm an die jetzigen Eigentümer veräußert.Presseinformation: . (PDF), 29. Dezember 2006, Ekazent Immobilienmanagement.

Seit der Eröffnung mini|Die Bauten der Internationalen Gartenausstellung 1964 und des Donauturms im Hintergrund

Anlässlich der Internationalen Flugpost-Ausstellung in Wien am 6. Juni 1968 sollten sieben Ballons starten. Drei blieben wegen technischer Probleme am Boden, drei weitere Ballons stiegen auf und fuhren problemlos am Turm vorbei.

Der vierte aufgestiegene Ballon gewann jedoch aufgrund von Pilotenfehlern nicht schnell genug Höhe und wurde im Zickzack direkt gegen den Turm getrieben, wo er zunächst an den Sicherheitsgittern der Brüstung der unteren Aussichtsplattform hängen blieb. Nachdem die Verbindungsseile zum Ballon abgerissen waren, stürzte der Korb mit den Passagieren ab. Der dadurch frei gewordene Ballon trieb daraufhin noch weiter und sank in einiger Entfernung vom Donauturm nieder. Beim Absturz des Korbs kamen der amerikanische Ballonfahrer Francis Shields (1921–1968), der höhere Beamte der Post- und Telegraphenverwaltung Guntram Pammer (1915–1968) und der junge Journalist Dieter Kasper (1944–1968) von der APA ums Leben.Ballonunglück am Donauturm:

Flugunfallkommission des Bundesministeriums für Verkehr als oberste Zivilluftfahrtbehörde: Flugunfallgutachten vom 30. Oktober 1970 über den Ballonabsturz (PDF, 44 S.; 1,1 MB). Abgerufen am 4. Jänner 2011.

Schüler der Höheren Technischen Lehranstalten Klagenfurt und Villach bauten 1969 für Minimundus ein Modell des Turms im Maßstab 1:25 nach. Auf: donauturm.at. Im Jahr 1974 fand in der Küche des Donauturms die internationale Kochkunstausstellung statt.

mini|hochkant|Turm mit Papstkreuz Anlässlich des Papstbesuchs 1983 fand am 11. September am Fuß des Turms eine Heilige Messe statt, die von Johannes Paul II. zelebriert wurde und an der rund 300.000 Gläubige teilnahmen. 1990 war der Donauturm zwei Tage lang Bestandteil des Jamboree on the air der Pfadfinder, die zusammen mit Funkamateuren völkerverständigende Gruß- und Friedensbotschaften rund um den Globus funkten. Im Jahr 1991 erhielt die Betriebsgesellschaft die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.

Seit Herbst 2002 Auf: donauturm.at. (nach anderer Quelle seit Mai 2003)Erste Hochzeit auf dem Donauturm. OTS-Presseaussendung, 31. Mai 2003. ist der Donauturm einer der zulässigen Trauungsorte außerhalb der Wiener Standesämter.Magistrat Wien, MA 35: . Die Zeremonien finden auf der verglasten Terrasse des Turms statt.

Im Jahre 2015 gab die Bank Austria bekannt, ihren Mehrheitsanteil veräußern zu wollen, den sie seit der Eröffnung des Turms, damals noch als Wiener Zentralsparkasse, innegehabt hatte. Die Bank Austria, mittlerweile ein Teil der italienischen Unicredit-Gruppe, wollte sich auf das Kerngeschäft im Bankensektor zurückziehen. Ab Februar stand der Turm zum Verkauf, im August stieg die österreichische Blaguss-Gruppe, ein Transport- und Touristikunternehmen, als Bieter ein. Am 14. Dezember 2015 berichtete das Magazin „Forbes Austria“, dass der Verkauf an Paul Blaguss, Souvenirgroßhändler Guntram Fessler, den Eigentümer der Albertina-Passage, Matthias Kamp, und andere Investoren innerhalb der Gruppe erfolgte.Blaguss-Gruppe kauft Donauturm. Bei: orf.at. 14. Dezember 2015, abgerufen am 14. Dezember 2015. Kaufpreis wurde keiner genannt, Immobilienprofis schätzen ihn jedoch auf 10 Mio. Euro. Der Turm war baulich in gutem Zustand, im Jänner 2016 erfolgte eine Asbestsanierung. 70 der bisher rund 100 Arbeitsplätze sollten nach dem Verkauf bestehen bleiben. Im Jahr 2017 wurden 450.000 Besucher verzeichnet. Rund die Hälfte der Besucher stammten aus dem Ausland, der Rest kam aus Österreich bzw. Wien.

Renovierung und Erweiterung Zwischen Jänner 2018 und März 2019 fanden umfangreiche Renovierungs-, Umbau- und Erweiterungsarbeiten im Donauturm selbst sowie in den zugehörigen ebenerdigen Betriebsteilen statt. Für die Modernisierung und Rückführung in den Stil der 1960er-Jahre und für die technischen Adaptierungen und die Erweiterung wurden rund 10 Millionen Euro investiert. Für die Umbau- und Renovierungsarbeiten arbeitete man mit dem österreichischen Architekt Gregor Eichinger in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) zusammen.

In der ersten Phase war deshalb der Donauturm von Mitte Jänner bis Mitte Mai 2018 geschlossen,Top of Vienna – Wiedereröffnung am Donauturm. In: Tourismuspresse.at. Presseaussendung der Blaguss Gruppe, 23. Mai 2018, abgerufen am 10. April 2024. wobei auf den beiden drehbaren Ebenen in der Kanzel das Turmcafé und das darüber liegende Turmrestaurant renoviert wurden. Auf den beiden Aussichtsebenen wurden interaktive Panoramabildschirme installiert, die in acht Sprachen Auskunft über die zu betrachtenden Sehenswürdigkeiten geben.

Nach der Renovierung des Turmes wurde im zweiten Schritt der ebenerdige Teil renoviert bzw. erweitert. Im Eingangsbereich kam eine Videowand hinzu, die die Geschichte von Türmen und der menschlichen Faszination von Höhe zeigt. Außerdem wurden Touchwalls installiert, auf denen Quizze und Geschichten über den Turm, Wien und Österreich gezeigt werden. Zusätzlich wurde das Angebot der Gastronomie erweitert: Im neu hinzugebauten Pavillon befinden sich das Donaucafé und das Donaubräu samt Gastgarten. Das Interieur ist ebenfalls den 1960er-Jahren nachempfunden. An der Decke des Donaubräus sind Werke des italienisch-amerikanischen Künstlers Nicola Verlato zu sehen.

Im April 2019 startete der Donauturm einen eigenen Shuttle-Dienst. Dieser ist elektrobetrieben und bringt die Besucher von den U-Bahn-Stationen U1 Alte Donau und U6 Neue Donau zum Donauturm.

Nachdem die Behördenverfahren für den Betrieb Anfang 2019 weitgehend abgeschlossen waren, wurde der Donauturm am 19. März 2019 offiziell wiedereröffnet.Neustart Donauturm: Wahrzeichen feiert offizielle Eröffnung. In: Tourismuspresse.at. Presseaussendung der Blaguss Gruppe, 20. März 2019, abgerufen am 10. April 2024.

Ende August 2023 trat ein Defekt des Drehmechanismus auf, die Drehbewegung des Turm Cafés stoppte. Die Getriebe für den Antrieb wurden nach einer Generalüberholung in Deutschland am 30. November 2023 wieder in Betrieb genommen.Cafe im Donauturm dreht sich nicht mehr. In: ORF.at. 2. September 2023, abgerufen am 10. April 2024.Cafe im Donauturm dreht sich wieder. In: ORF.at. 30. November 2023, abgerufen am 10. April 2024.

Am 15. November 2023, vormittags wurde eine außen am Restaurant angebaute Personenrutsche eröffnet – nach Eigenaussage die am höchsten über dem Boden startende Europas. Sie verläuft vom Zentralgeschoß auf 165 m über Grund zur Aussichtsebene in 150 m Höhe. Das Projekt des Künstlers Carsten Höller soll für zumindest drei Jahre bestehen bleiben. Ein Ausblick ist möglich.Rutsche am Donauturm eröffnet. In: ORF.at. 15. November 2023, abgerufen am 10. April 2024.

Beschreibung mini|Donauturm und seine Umgebung