Hohentauern ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) und ein Dorf im Bezirk Murtal in der Steiermark.
Geografie Hohentauern liegt am Triebener-Tauern-Pass in den Rottenmanner Tauern. Der Ort Hohentauern liegt in Seehöhe. Höchste Erhebung ist der westlich gelegene Große Bösenstein (), östlich liegen die Gamskögel (). Als einzige Gemeinde des Bezirks Murtal entwässert Hohentauern mit dem Triebenbach und seinen linken Nebenbächen Tauernbach und Sunkbach zur Enns.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst zwei Ortschaften (Einwohner Stand ):
Hohentauern (Hauptort, ) Triebental ()
Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde (Hohentauern), ebenso nur einem Zählsprengel.
Das zuständige Bezirksgericht ist in Judenburg.
Nachbargemeinden
Geschichte mini|Rekonstruiertes keltisches Dorf im Naturerlebnispark Keltenberg Hier verlief die wichtige Römerstraße Virunum – Ovilava (Zollfeld – Wels), Teil der Via Norica von Aquilea (nahe Venedig) in das Ufernorikum (Donauraum). Auch die Poststation Tartursanis, die in der Tabula Peutingeriana genannt ist, wird meist mit dem „hohen“ Tauern identifiziert, ihre Lage ist unbekannt.
Ab dem 14. Jahrhundert entstand der Ort Hohentauern um Kirche und Tauernwirt, Haltpunkt der Säumer, der bis in das 19. Jahrhundert nur ein kleiner Kirchweiler war. Am Ende des 19. Jahrhunderts sorgte der Magnesit- und der Graphit-Bergbau im Ortsteil Bergbau (Sunk), mit Weiterverarbeitung im Magnesitwerk Trieben, für einen Aufschwung. 1991 wurde er aber wegen billigerer Konkurrenz aus anderen Ländern eingestellt.Karl-Heinz Krisch: Die Geschichte vom Bruch im Sunk. In: Joannea. Geologie und Paläontologie. 3, 2001, S. 5–43 (). 2013 wurde der Magnesitabbau probeweise wieder aufgenommen.Bergbau in Hohentauern wieder aufgenommen. In: ORF.at, 15. Juli 2013.
Die Pfarre Hohentauern, vorher Filiale von St. Lorenzen im Paltental, entstand 1892. Die politische Gemeinde Hohentauern wurde 1849/50 errichtet.Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378. Bei der Gemeindestrukturreform in der Steiermark 2013–2015 war sie eine der Wenigen, die nicht zu einer Großgemeinde vereinigt wurden, und ist seither die kleinste Gemeinde der Steiermark.Hohentauern feierte Gemeindewappen-Verleihung. Heinz Waldhuber auf meinbezirk.at, 25. Januar 2015. Jahrgang 2015. . S. 1.
mini|Bergpanorama im Herbst 2021 von der Skipiste Moscher Richtung Hengst und Großer Bösenstein mini|Alter Magnesitbergbau in Hohentauern
Bevölkerungsentwicklung
1961 wurde der Bevölkerungshöchststand mit 948 Menschen erreicht. Bis 2026 sank dieser auf den Tiefststand von 359.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Hohentauern Bauwerke
Katholische Pfarrkirche Hohentauern hl. Bartholomäus Die Bergbaustube: Montanmuseum im Gemeindehaus Hohentauern.Die Bergbaustube – Montanmuseum in Hohentauern. steirischemuseen.at. Pfahlbaudorf Hohentauern am Weberteich: Keltenberg, Naturerlebnispark, der die Bedeutung des Altweges dokumentiert.Webseite Pfahlbaudorf Hohentauern.
Vereine Neben der Knappenkapelle Hohentauern gibt es 20 weitere Vereine und Ortsgruppen.
Wirtschaft und Tourismus Wintertourismus: Das Schigebiet Hohentauern mit drei Schlepp- und einem Tellerlift liegt am Wirtsgupf. Webseite der Gemeinde, hohentauern.at. Es beginnt im Ort und bei der Feriensiedlung Moscher. Weiters stehen gepflegte Langlaufloipen, Skitouren, Schneeschuhwandern und andere Angebote zur Verfügung Sommertourismus: Rund um Hohentauern finden sich einige bewirtschaftete Hütten und Almen. Der geschlossene Magnesitbergbau kann teilweise besichtigt werden. In den Seen kann gefischt oder gebadet werden. Für Mountainbiker stehen verschiedene Wege zur Verfügung, auf der Webseite der Gemeinde Hohentauern Durch Hohentauern führt der Zentralalpenweg, bezeichnet als österreichischer Weitwanderweg 02. Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es 32 Arbeitsstätten mit 96 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 148 Auspendler und 30 Einpendler. Es gab 25 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 8 im Haupterwerb), die zusammen 2.300 ha bewirtschafteten (1999). 2021 wurde die höchste Abenteuer-Minigolfanlage der Welt in Hohentauern eröffnet.
Unterkünfte Mehrere Hotels bieten Unterkünfte. In Hohentauern gibt es eine Vielzahl von Chalets. Die größten Bereiche sind das Almdorf Hohentauern und das Feriendorf Hohentauern.
Verkehr Die Verkehrserschließung erfolgt über die Triebener Straße B 114, eine wichtige Straßenverbindung über den Triebener Tauern vom Mur- ins Ennstal.
Bildung In Hohentauern gibt es einen Kindergarten.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 9 Mitglieder.
Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2000: Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2005: SPÖ 5, ÖVP 3, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2010: SPÖ 5, ÖVP 4. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015: SPÖ 5, ÖVP 4. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020: SPÖ 5, Liste Morscher 2, ÖVP 2. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2025: SPÖ 5, FPÖ 3, ÖVP 1.
Bürgermeister
bis 2007 Isolde Leitner (SPÖ) 2008–2020 Heinz Wilding (SPÖ) seit 2020 Gernot Jetz (SPÖ)
Wappen
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 1960: Ludwig Leitner (Bürgermeister von Hohentauern 1949–1960) 1964: Hannes Bammer (Landesrat) 1983: Hans Gross (Landeshauptmann-Stellvertreter) 1993: Abt Benedikt Schlömicher (Abt des Benediktinerstiftes Admont) 1996: P. Blasius Kneuper (Pfarrer von Hohentauern 1963–2002)
Literatur Alois Leitner: Hohentauern. Bilder aus vergangener Zeit. Hohentauern 2009. E. Steinkogler: Hohentauern. Eigenverlag Hohentauern, 1988. Reihe: Alois Leitner (Hrsg.): Der Tauern. Beiträge zur Kultur und Heimatgeschichte Hohentauerns. Publikationsreihe, 1987 ff (früher: Unsere Heimatgemeinde – unser Zuhause [Beilage zum Pfarrblatt]); Heimatkundliche Blätter von Hohentauern (Titelverzeichnis, EnnsTalWiki).
Spezielleres: Walter Brunner: Der Tauernwirt. 720 Jahre Geschichte eines obersteirischen Bauerngutes und Gasthauses. Collegium Columbinum, 2001 (). Gerhard Karl Lieb, Wolfgang Sulzer: Regionalgeographische Aspekte der Paßlandschaft von Hohentauern. In: Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereines für Steiermark. Band 122, Graz 1992, S. 49–63 ().
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Hohentauern
Einzelnachweise
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