Obdach ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Murtal in der Steiermark.
Geografie mini|Blick auf Sankt Georgen in Obdachegg mit Größing und Ameringkogel Die Gemeinde umfasst eine Fläche von km² und liegt im Tal des Granitzenbaches nördlich des Obdacher Sattels, dem Übergang vom Oberen Murtal ins Lavanttal. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Tal nach Westen auf die Seetaler Alpen mit dem höchsten Gipfel, dem Zirbitzkogel ().
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (Einwohner Stand ):
Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand ):
Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Judenburg.
Nachbargemeinden
Geschichte Obdach wurde 1190 erstmals urkundlich als „Obdah“ erwähnt. Der Name geht auf das althochdeutsche obadah (schützendes Dach) zurück. Es dürfte sich in der Gegend eine Einkehrmöglichkeit für Reisende auf dem Weg nach Kärnten befunden haben. 1324 wurde Obdach zum Markt erhoben und verfügte auch über ein Hochgericht. Obdach war ein regional bedeutender Handelsplatz an der Straße über den Obdacher Sattel.
Die politische Gemeinde Obdach wurde 1849/50 errichtet.Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378. Mit 1. Jänner 1970 erfolgte die Vereinigung der Gemeinde Granitzen mit der Marktgemeinde Obdach. Seit 2015 ist sie im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den ehemaligen Gemeinden Amering, Sankt Anna am Lavantegg und Sankt Wolfgang-Kienberg fusioniert.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Obdach und der Gemeinden Amering, Sankt Anna am Lavantegg und Sankt Wolfgang-Kienberg, alle politischer Bezirk Murtal. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 149, 35. Stück. . S. 680–681.
Bevölkerungsentwicklung
97,6 % der Bevölkerung besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 91,3 % der Einwohner, zur evangelischen Kirche 1,1 % und zum Islam 1,8 %, ohne religiöses Bekenntnis waren 4,7 % (Stand 2001).
Die Gemeinde verzeichnete in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen Bevölkerungszuwachs. Der Rückgang der Einwohnerzahl seit dem Jahr 2000 betrifft besonders die Jugend. Die Anzahl der unter Fünfzehnjährigen nahm von 2001 bis 2019 um 40 Prozent ab, zugleich wuchs der Anteil der über 65-Jährigen um 34 Prozent.
lebten Menschen in Obdach.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Schloss Admontbichl Katholische Pfarrkirche Obdach hl. Ägydius Katholische Pfarrkirche St. Anna am Lavantegg Katholische Pfarrkirche St. Georgen in Obdachegg Katholische Pfarrkirche St. Wolfgang bei Obdach Spitalskirche: Im Besitz der Bürgerschaft, aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Platzturm
Naturdenkmäler: Oberlauf des Granitzenbaches (Listeneintrag)
Wirtschaft und Infrastruktur Wichtige Industriebetriebe sind Maschinenfabrik ALKO (v. a. Rasenmäher) mit rund 250 Mitarbeitern, Hage Sondermaschinenbau mit rund 130 Mitarbeitern.
Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren:
WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 20012021 2011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)189 - -224249 230Produktion4539 31697572 676Dienstleistung157136 106601450 388 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Verkehr Die Verkehrserschließung erfolgt über die Obdacher Straße B 78, die das Kärntner Lavanttal mit dem Murtal verbindet. In Obdach befindet sich ein Bahnhof der Lavanttalbahn. Der Personenverkehr zwischen Zeltweg und Bad St. Leonhard wurde 2010 eingestellt.
Bildung In Obdach gibt es zwei Kindergärten, eine Volksschule und eine Mittelschule.
Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.
Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015: ÖVP 14, SPÖ 6, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020: ÖVP 14, SPÖ 7. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2025: ÖVP 13, SPÖ 7, FPÖ 1.
Bürgermeister
bis 2014 Peter Köstenberger (ÖVP) seit 2015 Peter Bacher (ÖVP)
Partnergemeinden Seit 1990 ist Kötz in Bayern Partnergemeinde von Obdach.
Wappen mini|70px|Bannerflagge der Marktgemeinde Obdach links|80px Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 1. Jänner 2016.127. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Dezember 2015 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Obdach (politischer Bezirk Murtal), abgerufen am 2. Jänner 2016
Die neue Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet: „In blauem Schild über grünem Schildfuß zwischen zwei silbernen Türmen mit je drei Zinnen und je einem schwarz durchbrochenen Rundbogenfenster im Erdgeschoß eingestellt eine silbern gequaderte, zweigeschoßige Mauer mit durchbrochenem Rundtor samt aufgezogenem Fallgitter und je zwei schwarz durchbrochenen Hochrechteckfenstern in jedem Geschoß; über dem Tor ein Turm mit drei schwarz durchbrochenen Rundbogenfenstern und goldener, unten wellenförmig abgeschlossener Haube samt schwarz durchbrochenem Rundbogenfenster, Knauf und links abfliegendem Wimpel.“
Persönlichkeiten
Ehrenbürger der Gemeinde 1881: Johann Freiherr von Vernier-Rougemont, Bezirkshauptmann von Judenburg 1876–1883 1928: Josef Grogger, Bürgermeister von Obdach 1917–1919 1936: Eduard Schützenauer, Arzt 1973: Wolfgang Köle (1919–2018), Mediziner 1973: Heinrich Köle (1920–2015), Mediziner 1974: Hannes Bammer (1922–2017), Landesrat 1974: Alois Kober (1908–1996), Unternehmer 1982: Ernst Schwartz 1984: Franz Zellnig (1924–2011), Bürgermeister von Obdach 1970–1984 1986: Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter 1998: Herbert Kober (1933–2025), Unternehmer 1998: Kurt Kober (1936–2015), Unternehmer 1998: Willy Kober (1939–2008), Unternehmer
Söhne und Töchter der Gemeinde
Matthäus Offner (1716–1779), Benediktiner, Abt des Stiftes Admont 1751–1779 Hans Grasberger (1836–1898), Dichter, Lyriker und Kunstkritiker Rudolf Falb (1838–1903), Forscher Peter Neuböck (1855–1928), Bildhauer Viktorin Weyer (1866–1939), Benediktiner, Abt des Stiftes St. Lambrecht 1936–1939 Ernest Kaltenegger (* 1949), Politiker (KPÖ) Peter Rieser (* 1950), Politiker (ÖVP)
Trivia Bis 2014 war Obdach die Gemeinde mit der höchsten „Gemeindeamtsdichte“: neben dem Obdacher Amtsgebäude befanden sich auch die Gemeindeämter von Sankt Anna am Lavantegg und Sankt Wolfgang-Kienberg auf Liegenschaften in der Katastralgemeinde Obdach.
Literatur
Gernot Fournier, Reiner Puschnig: Das Obdacherland und seine Geschichte. Obdach 1990.
Weblinks
Webpräsenz der Marktgemeinde Obdach Tourismusverband Murtal ist seit 2021 der zuständige Tourismusverband für Obdach
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Murtal Kategorie:Gemeinde in der Steiermark Kategorie:Seetaler Alpen Kategorie:Pack- und Stubalpe Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mur Kategorie:Ersterwähnung 1190