Tom DiCillo (* 14. August 1953 in Camp LeJeune, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Kameramann, Filmregisseur, Drehbuchautor und Theaterautor.
Leben Nach einem Abschluss an der New York University 1979 arbeitet DiCillo seit 1980 im Independent-Film. DiCillo begann als Kameramann für Independent-Filmemacher, erwähnenswert für Jim Jarmusch, für den er Permanent Vacation (1980), Stranger than Paradise (1984) und Coffee and Cigarettes (1986) drehte. DiCillo wechselte 1991 mit Johnny Suede zur Regie und zum Drehbuchschreiben.
Besondere Beachtung im deutschsprachigen Raum fand DiCillos abendfüllende Kino-Dokumentation über Jim Morrison und die Doors, die 2010 unter dem Titel The Doors: When You’re Strange in die deutschen Kinos kam. Der Film erzählt die Geschichte der US-Rockband The Doors von den Anfängen am Strand von Venice Beach im Jahr 1965 über die sechs Studioalben bis zu Jim Morrisons Tod im Jahr 1971 (Sprecher: Johnny Depp). Die Feuilletons der großen deutschsprachigen Zeitungen rezensierten den „sensationelle[n] Dokumentarfilm“Thomas Gross: „Verschwende deine Tugend. ‚When you're strange‘ – Tom DiCillos sensationeller Dokumentarfilm zeigt die Doors als Kritiker der amerikanischen Vernunft“, in: Die Zeit, Nr. 27, 1. Juli 2010, S. 52. online, abgerufen am 16. Mai 2013. – auch im direkten Vergleich mit anderen Filmen zur selben Band – regelmäßig sehr positiv wie etwa die Süddeutsche Zeitung: „Bei den Aufnahmen legendärer Songs, von ‚Light my Fire‘ bis ‚People are Strange‘, ist man so nah dabei, dass Oliver Stones 1991 entstandene Spielfilmversion dagegen reichlich exaltiert, lächerlich und künstlich wirkt.“Anke Sternborg: „Junger Gott an Zapfsäule. Ein Zeitreisetrip: Der Film ‚The Doors – When you're strange‘ von Tom DiCillo“, in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 150, 3. Juli 2010, S. 13. online, abgerufen am 16. Mai 2013. Der Dokumentarfilm erhielt mehrere Auszeichnungen, so etwa 2011 den Grammy der Kategorie Best Long Form Music Video.
Seit 2006 tritt er vornehmlich als Regisseur von Fernsehserien in Erscheinung. Er inszenierte Episoden von Criminal Intent – Verbrechen im Visier, Good Wife, Lights Out, Law & Order: Special Victims Unit, Law & Order: Los Angeles und Chicago Fire.
Filmografie (Auswahl) Kameramann 1980: Permanent Vacation – Regie: Jim Jarmusch 1980: Underground U.S.A. – Regie: Eric Mitchell 1983: Variety – Regie: Bette Gordon 1984: Stranger than Paradise – Regie: Jim Jarmusch 1984: Burroughs – Regie: Howard Brookner 1987: Robinson’s Garden – Regie: Masashi Yamamoto 1988: The Beat – Regie: Paul Mones 1989: Laura Ley – Regie: Jenne Sipman 1990: End of the Night – Regie: Keith McNally 2003: Coffee and Cigarettes – Regie: Jim Jarmusch
Regisseur 1991: Johnny Suede 1995: Living in Oblivion 1996: Box of Moonlight 1997: The Real Blonde 2001: Double Whammy 2003: Monk (Fernsehserie, 1 Episode) 2006: Blitzlichtgewitter (Delirious) 2009: The Doors: When You’re Strange (When You’re Strange)
Drehbuchautor 1991: Johnny Suede 1995: Living in Oblivion 1996: Box of Moonlight 1997: The Real Blonde 2001: Double Whammy 2006: Blitzlichtgewitter (Delirious)
Weblinks
– Porträt des film-dienst, Juli 2011
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Fernsehregisseur Kategorie:Kameramann Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1953 Kategorie:Mann