mini|Mayen, Luftaufnahme (2015) Mayen ist eine Große kreisangehörige Stadt im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz in der Vulkaneifel. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Vordereifel, bis zum 6. November 1970 war Mayen auch Verwaltungssitz des Landkreises Mayen. Mit rund 20.000 Einwohnern ist Mayen nach Bad Neuenahr-Ahrweiler die zweitgrößte Stadt der rheinland-pfälzischen Eifel und gilt als Mittelzentrum.

Geographie Westlich sowie nördlich und südwestlich von Mayen erhebt sich in einer Geländestufe die Eifel. In östlicher Richtung öffnet sich die Landschaft zum flach auslaufenden Koblenz-Neuwieder-Becken, das wiederum in den Nordteil Pellenz und den Südteil Maifeld unterteilbar ist, die landläufig noch zur Eifel gerechnet werden. Daher kommt die Bezeichnung „Mayen, das Tor zur Eifel“.

Das Flüsschen Nette (Mittelrhein) durchfließt die Stadt von der Eifel kommend in Richtung Weißenthurm am Rhein.

Stadtgliederung Mayen gliedert sich in die Kernstadt und vier Stadtteile bzw. Ortsbezirke und eine Anzahl von Weilern und Wohnplätzen (Einwohnerstand zum 16. Januar 2012): Kernstadt Mayen (14.837 Einwohner; Fläche 3.209 ha) mit den Ortsbezeichnungen Ahl, Am Fichtenwäldchen, Bernardshof, Cond, Conderhöhe, Eiterbach, Geisbüschhof, Geisheckerhof, Im Stocktal, Kloster Helgoland, Kalenbornerhof, Katzenberg, Kirchershof, Müllershof, Papiermühle, Rech und Thomashof Alzheim (1.327 Einwohner; Fläche 1.004 ha) mit den Ortschaften In der Pluns und Wüsteratherhof Hausen (1.755 Einwohner; Fläche 499 ha) mit den Ortschaften Betzing, Grube Glückauf, Im Nettetal, Mosellaschacht, Nettehof, Wölwerhöfe, Zährensmühle I und Zährensmühle II Kürrenberg (1.212 Einwohner; Fläche 772 ha) mit der Ortschaft Karbachsberg Nitztal (167 Einwohner; Fläche 320 ha)

Klima Mayens Klima wird als warm und gemäßigt klassifiziert. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Mayen liegt bei 9.1 °C. 717 mm Niederschlag fallen jährlich im Durchschnitt. Der geringste Niederschlag fällt mit 45 mm im April, der meiste mit 74 mm im Juli. Im Juli liegen die durchschnittlichen Temperaturen bei 17.2 °C und im Januar bei 0.7 °C.

Geschichte mini|Mittelalterliche Stadtbefestigung mini|Römische Glasschale aus Mayen mini|Landschaftskarte Bereits zur Zeitenwende lag Mayen an der wichtigen Römerstraße Trier–Andernach und wurde später ein kleiner Wirtschaftsstandort. Hier waren von dem Ende des 3. Jahrhunderts bis ins Mittelalter Töpfereien angesiedelt, deren Produkte in ganz Mitteleuropa Verbreitung fanden. Eine weitere vorgeschichtliche Nutzung erfuhren die Steinbrüche im Umfeld, deren Basalt in Mayen zu Mühlsteinen und deren Tuff zu Sarkophagen weiterverarbeitet wurden. Diese Sarkophage fanden sich mit bedeutenden gläsernen Beigaben auf dem Gräberfeld (heute im Museum auf der Genovevaburg). In der Spätantike bestand eine spätrömische Höhenbefestigung auf dem nahen, 290 Meter hohen Katzenberg.

Der Name Mayen leitet sich wahrscheinlich von dem Namen Megina her, der 847 erstmals urkundlich den Ort in der Ebene beziehungsweise auf dem Feld (keltisch magos) bezeichnet. Mayen wurde 1041 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt am 29. Mai 1291 neben Bernkastel, Welschbillig, Montabaur und Saarburg durch Rudolf I. von Habsburg die Stadtrechte verliehen. Namentlich ist Mayen möglicherweise verwandt mit dem südöstlich liegenden Maifeld, da Mayen im Mittelalter auch als Hauptstadt des Meiengaus bezeichnet wurde. Ein Zusammenhang mit dem Familiennamen „von Mayen“ darf vermutet werden, ist aber unerforscht.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die zu Kurtrier gehörige Stadt besetzt und weitgehend zerstört. Im Spätherbst 1794 besetzten französische Revolutionstruppen erneut das linke Rheinufer. Auf dem Wiener Kongress 1814/15 erhielt dann Preußen das gesamte links- und rechtsrheinische Gebiet. Mayen wurde Kreissitz. Über die Atmosphäre in der Stadt um 1900 schrieb der „Eifel“-Dichter Philipp Gottfried Maler (eigentlich Gottfried Stein) seinen heute weitgehend vergessenen Schlüsselroman Philipp zwischen Gestern und Morgen, in dem er von der Orientierungslosigkeit der Jugend in der Ära vor und während des Ersten Weltkriegs erzählt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Mayen, insbesondere bei den Luftangriffen vom 12. Dezember 1944 und vom 2. Januar 1945, zu fast 90 Prozent zerstört, wobei 395 Einwohner ihr Leben ließen. Bereits kurze Zeit nach dem Kriegsende begannen die Einwohner Mayens unter der Leitung des Stadtbaumeisters Fritz Braun mit dem Wiederaufbau ihrer Stadt. Unter Beibehaltung der historischen Straßenzüge und alten Gebäude entwickelte sich in wenigen Jahren ein neues Stadtbild.

Seit 1946 ist die Stadt Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Die heutige Stadt Mayen wurde im Rahmen der Mitte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Gebietsreform gebildet. Am 7. November 1970 wurden die vier bis dahin eigenständigen Gemeinden Alzheim (849 Einwohner), Hausen bei Mayen (1242), Kürrenberg (686) und Nitztal (171) in die Stadt Mayen eingemeindet. Zuvor waren am 1. Januar 1967 die Gemeinde Nitztal aus den Ortsteilen Sankt Johann-Nitz der Gemeinde Sankt Johann und Kürrenberg-Nitz der Gemeinde Kürrenberg sowie am 7. Juni 1969 die Gemeinde Alzheim aus den beiden Gemeinden Allenz und Berresheim neu gebildet worden.

Bis 6. November 1970 war Mayen Kreisstadt des Landkreises Mayen, mit dem am 1. Juli 1956 zugeteilten Kfz-Kennzeichen MY. Die Kreisverwaltung wurde später nach Koblenz verlegt und der Kreis umbenannt in Landkreis Mayen-Koblenz mit dem am 12. Februar 1979 neu eingeführten Kfz-Kennzeichen MYK. Für kurze Zeit, vom 12. Juni 1973 bis 11. Februar 1979, wurde das Kennzeichen KO für den gesamten Landkreis vergeben, was jedoch auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung stieß und daraufhin in MYK umgewandelt wurde. Koblenz behielt das Kennzeichen KO. Im Rahmen der Kennzeichenliberalisierung stimmte der Mayener Stadtrat am 12. Dezember 2012 einstimmig für die Wiedereinführung des Kfz-Kennzeichens MY, was am 18. März 2013 durch den Kreistag bestätigt wurde. Seit dem 6. Mai 2013 ist das MY-Kennzeichen für die Stadt Mayen und den gesamten Landkreis Mayen-Koblenz damit wahlweise wieder erhältlich. Zum 31. Dezember 2017 waren bereits 49.604 MY-Kennzeichen zugelassen.

2020 zeichnete die Bundesministerin der Verteidigung die Stadt Mayen mit dem Preis Bundeswehr und Gesellschaft in der Kategorie Gebietskörperschaft aus.

2024 übernahm das Land Rheinland-Pfalz 20,7 Mio. Euro Schulden der Stadt Mayen, wodurch ungefähr 400.000 € Zinszahlungen pro Jahr eingespart werden können. Die Restschulden von 18,2 Mio. Euro sollten innerhalb von 30 Jahren getilgt werden.

Einwohnerstatistik Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen auf dem Gebiet der Stadt.

Konfessionsstatistik Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 68,9 % römisch-katholisch, 13,9 % evangelisch und 17,7 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik – Stadt Mayen Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand Februar 2026 waren von den Einwohnern 42,8 % katholisch, 10,8 % evangelisch und 46,4 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik, abgerufen am 14. März 2026

Politik Stadtrat Der Stadtrat in Mayen besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, sowie dem Vorsitzenden. Von 1999 bis zur Wahl 2024 hatte der Stadtrat 32 Ratsmitglieder, die Erhöhung auf 36 Sitze wurde nach rheinland-pfälzischem Wahlrecht durch die gestiegene Einwohnerzahl von Mayen ausgelöst.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:Wahlband Kommunalwahlen 2019 – Verbandsgemeindeebene – Endgültige Ergebnisse auf wahlen.rlp.de

Wahl SPD CDU Grüne AfD FDP FWM WG KPD CDP DP Gesamt 2024 9 12 4 – 3 8 – – – – 36 Sitze 2019 8 10 5 3 3 3 – – – – 32 Sitze 2014 10 13 4 – 2 3 – – – – 32 Sitze 2009 11 13 – – 3 5 – – – – 32 Sitze 2004 11 15 – – 3 3 – – – – 32 Sitze 1999 14 15 – – 2 1 – – – – 32 Sitze 1989 16 11 2 – 2 – – – – – 31 Sitze 1984 16 14 – – 1 – – – – – 31 Sitze 1979 18 16 – – 1 – – – – – 35 Sitze 1974 15 16 – – – – 3 – – – 34 Sitze 1969 15 13 – – – – 3 – – – 31 Sitze 1964 12 11 – – – – 2 – – – 25 Sitze 1960 10 13 – – 2 – – – – – 25 Sitze 1956 11 12 – – – – 2 – – – 25 Sitze 1952 9 12 – – – – 3 1 – – 25 Sitze 1948 8 – – – – – – 3 10 4 25 Sitze 1946 7 – – – – – – 2 15 – 24 Sitze FWM = Freie Wähler Mayen e. V.

Oberbürgermeister Dirk Meid (SPD) wurde am 4. November 2020 Oberbürgermeister von Mayen. Die ursprünglich für den 26. April 2020 angesetzte Neuwahl des Oberbürgermeisters war wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland verschoben worden. Beim ersten Wahlgang am 13. September erreichte keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit. Daher kam es am 27. September zu einer Stichwahl zwischen Dirk Meid und Amtsinhaber Wolfgang Treis 40,56 %, die Meid mit einem Stimmenanteil von 59,44 % für sich entscheiden konnte. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,1 %.

Meids Vorgänger Wolfgang Treis (Bündnis 90/Die Grünen) wurde am 9. September 2012 in der Stichwahl für das Amt des Oberbürgermeisters gegen Rolf Koch (CDU) mit 56,30 % zu 43,70 % bei einer Wahlbeteiligung von 45,51 % gewählt. Die Amtseinführung fand am 5. November statt. Zu diesem Zeitpunkt war er der erste grüne Oberbürgermeister in Rheinland-Pfalz.

Frühere Oberbürgermeister/Bürgermeister

Ortsvorsteher Ortsvorsteher gibt es in den vier Ortsbezirken Alzheim, Hausen, Kürrenberg und Nitztal.

Städtepartnerschaften Mayen hält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten: (Frankreich), seit 1964 (Vereinigtes Königreich), seit 1982 (Tschechien), seit 1994

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke mini|hochkant|Altes Rathaus mini|Notgeld Mayen, 1919, 50 Pfennig, Stadtansicht mit Genovevaburg und Brückentor Genovevaburg aus dem 13. Jahrhundert – darin das Eifelmuseum mit dem Deutschen Schieferbergwerk Pfarrkirche St. Clemens mit verdrehtem Turm, Wahrzeichen der Stadt, 1945 wiedererrichtet Pfarrkirche Herz-Jesu von 1911/12 St.-Veit-Kirche von 1954 nach Plänen von Dominikus Böhm Obertor Brückentor Wehrgang Mühlenturm Vogelsturm Altes Rathaus von 1717 Altes Arresthaus – Heimat des Eifelarchives Marktbrunnen Stierbrunnen Synagoge, zerstört Jüdischer Friedhof Lapideapark des Mayener Bildhauersymposiums im Mayener Grubenfeld Im Nettetal: Schloss Bürresheim Rekonstruktion der spätrömischen Höhenbefestigung auf dem Katzenberg

Museen Das Eifelmuseum zeigt die Entstehung der Eifellandschaft und das Alltagsleben der Bewohner. Das Deutsche Schieferbergwerk ist ein Museum im Stollensystem unter der Genovevaburg. Erlebniswelten Grubenfeld – Das Vulkanpark-Erlebniszentrum zum Thema Basaltabbau.

Freizeit Nettebad (Freibad – Hallenbad – Sauna) – ein Sport- und Freizeitbad mit einer hangverlegten Wasserrutschbahn mit einer Länge von 140 m Tolli-Park Kletterwald Vulkanpark Sportpark Nettetal (Indoor Tennisplätze & Soccer Cage)

Veranstaltungen rahmenlos|rechts|140px Mayen war Austragungsort des 46. Deutschen Wandertages 1937. 2016 feierte die Stadt Mayen ihren 725. Geburtstag. Lukasmarkt – Jahrmarkt im Oktober mit einer Woche Fahrgeschäften sowie Pferde-, Schaf- und Krammarkt (bereits Anfang des 15. Jahrhunderts urkundlich erwähnt). Burgfestspiele – In der Zeit von Mai bis August finden im Innenhof der Genovevaburg und auf der kleinen Bühne im „Alten Arresthaus“ jährlich unterschiedliche Theateraufführungen in eigener Intendanz statt Pfingstmarkt (Trödelmarkt) Römerfest auf dem Grubenfeld (am 2. Juli-Wochenende) Stein- und Burgfest mit Handwerker- und Bauernmarkt (am 2. September-Wochenende) Festival der Magie mit Hexen- und Magiermarkt (letztes Oktoberwochenende) Adventmarkt auf der Genovevaburg (am 1. Advent-Wochenende)