Kymenlaakso [], schwed. Kymmenedalen, ist eine Landschaft (maakunta) in Finnland. Der Name stammt von dem Fluss Kymijoki (Kymmene älv) und bedeutet „Kymi-Tal“.
Geographie mini|links|Typische Landschaft in Kymenlaakso (bei Kotka) Kymenlaakso liegt im Süden Finnlands an der Küste des Finnischen Meerbusens. Nachbarlandschaften sind Uusimaa im Westen, Päijät-Häme im Nordwesten, Südsavo im Norden und Südkarelien im Nordosten. Im Südosten liegt die Staatsgrenze zu Russland.
Die Fläche der Landschaft Kymenlaakso beträgt 5633 Quadratkilometer, davon sind 485 Quadratkilometer Binnengewässer.Stand: 1. Jan. 2009, Quelle: (finnisches Vermessungsamt): Suomen pinta-ala kunnittain 1.1.2009. Die Landschaft wird vom namensgebenden Kymijoki-Fluss geprägt. Der Nordteil von Kymenlaakso ist dicht bewaldet und seenreich, der Südteil wird dagegen intensiv landwirtschaftlich genutzt und ist arm an Binnengewässern. Im Süden liegt eine reich gegliederte Schärenküste.
In Kymenlaakso liegen zwei städtische Zentren: weiter im Norden Kouvola und das eingemeindete Kuusankoski, die schon früh einen industriellen Kern bildeten. Die Fernstraße und Eisenbahn von Helsinki nach Sankt Petersburg überqueren hier den Kymijoki-Fluss. Von Kouvola zweigt auch die Savo-Bahn nach Mikkeli, Kuopio und Kajaani ab. Im Süden, an der Ostseeküste, liegt die Hafenstadt Kotka. Dort ist ein wichtiger Güterhafen. Es gibt auch eine Personenfähre nach Sillamäe in Estland und eine Katamaranverbindung nach St. Petersburg. Hamina ist eine alte Garnisonsstadt.
Geschichte mini|Im Zuge der Industrialisierung Kymenlaaksos im 19. Jhd. entstand die Kartonfabrik von Verla, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört Die heutige Landschaft Kymenlaakso liegt im Grenzgebiet der historischen Landschaften Uusimaa und Karelien. Während der schwedischen Zeit entwickelte sich die Gegend im Schatten der heute zu Russland gehörigen Stadt Wyborg (Viipuri). Für die lokale Verwaltung wurden mehrere Gutshäuser gegründet. Am Ende des Großen Nordischen Krieges fielen 1721 die südöstlichen Teile Finnlands von Schweden an Russland. Dadurch wurde das Kymi-Tal zur Grenzregion und der Ort Vehkalahti wurde zur Festungsstadt Hamina ausgebaut. Nach 1743 verlief die Grenze entlang des Kymijoki-Flusses. Nachdem ganz Finnland 1809 an Russland fiel, verloren die Grenzanlagen an Bedeutung.
Im 19. Jahrhundert erlebte die Region eine starke Industrialisierung. Der Kymi-Fluss mit seinen Stromschnellen und seinem waldreichen Oberlauf erwies sich als günstig für die Ansiedlung von Sägewerken und später Papierfabriken. Er diente als Transportweg für Holz und als Wasserenergiequelle. Kouvola entwickelte sich zu einem Verkehrsknotenpunkt, so dass Kymenlaakso für finnische Verhältnisse eine dichte Besiedlung aufweist.
Nachdem Finnland im Zweiten Weltkrieg seine östlichen Gebiete, darunter Viipuri, an die Sowjetunion verloren hatte, wurde 1945 aus den verbliebenen Teilen der Provinz Wiborg die Provinz Kymi geschaffen, die nun den Ostteil von Kymenlaakso und Südkarelien umfasste. Vier Jahre später wurden auch die westlich des Kymijoki gelegenen Gemeinden der Provinz Kymi zugeschlagen. 1994 entstand die Landschaft Kymenlaakso durch die Institutionalisierung der althergebrachten Landschaften. Von der Provinzreform 1997 bis zur Auflösung der Provinzen 2009 gehörte Kymenlaakso zur Provinz Südfinnland. Heutzutage kämpft die Region mit dem Rückgang der Schwerindustrie, insbesondere der Papierindustrie.
Regionalrat Die Volksvertretung der Wohlfahrtsregion, der Regionalrat, wird alle vier Jahre gleichzeitig mit den Gemeinderäten gewählt. Da die Wohlfahrtsregionen erst seit dem 1. Januar 2023 bestehen, fand die erste Wahl zum Regionalrat abweichend von dieser Regelung im Jahr 2022 statt.Informationsblatt zur Regionalwahl 2022. vaalit.fi, 12. Oktober 2021 (deutsch). Die folgenden Wahlen finden ab 2025 turnusmäßig alle vier Jahre statt.Informationen zu den Regional- und Kommunalwahlen 2025. vaalit.fi, Ministry of Justice, Department for Democracy and Public Law (deutsch). Landschaft
+ Wahlen seit 2022 Partei Sitze2022County Elections 2022, Kanta-Häme. vaalit.yle.fi (englisch) 2025The wellbeing services county of Kanta-Häme in the 2025 County Elections. vaalit.yle.fi (englisch) SDP 17 20 KOK 15 14 KESK 7 9 PS 10 6 VAS 3 4 VIHR 3 4 KD 2 2 LIIK 2 – Gesamt 59 59
Bevölkerung Kymenlaakso hat rund 180.845 Einwohner (Stand: 2013). Wegen der Abwanderung in wirtschaftlich erfolgreichere Regionen ist die Bevölkerungsentwicklung rückläufig. Anfang der 1990er Jahre hatte die Einwohnerzahl Kymenlaaksos noch 194.000 betragen.
Die große Mehrheit der Einwohner Kymenlaaksos ist finnischsprachig. Die finnlandschwedische Minderheit macht weniger als ein Prozent der Bevölkerung aus. Als einzige Gemeinde von Kymenlaakso ist Pyhtää (Pyttis) offiziell zweisprachig; es hat Finnisch als erste und Schwedisch als zweite Sprache.
Wappen Die Blasonierung des Wappens von Kymenlaakso lautet: Im von Blau und Weiß geteilten Schild ist oben ein weißer wachsender nach rechts gebogener Fisch (Lachs) mit anders gefärbten Flossen und unten ist ein blaues Netz aufgelegt.
siehe auch Wappen der finnischen Region Kymenlaakso
Gemeinden In Kymenlaakso gibt es sieben Gemeinden, von denen drei den Status einer Stadt haben (fettgedruckt). Einwohnerzahlen zum .
Hamina () Iitti () Kotka () Kouvola () Miehikkälä () Pyhtää (Pyttis) () Virolahti ()
Siehe auch Grenze zwischen Finnland und Russland
Weblinks
Einzelnachweise Statistische Angaben zu Finnland
Kategorie:Maakunta in Finnland
Kategorie:NUTS-3-Region