Gössenheim ist eine Gemeinde und deren HauptortBayernAtlas (Layer: Verwaltungsgrenzen – Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften, gemeindefreie Gebiete). Bayerische Vermessungsverwaltung; abgerufen am 29. März 2021. im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.
Geographie Gössenheim liegt an der Wern etwa 30 Kilometer nordwestlich von Würzburg.
Gemeindegliederung Gössenheim hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Gössenheim (Pfarrdorf) Sachsenheim (Kirchdorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gössenheim und Sachsenheim.
Name Etymologie Der Name Gössenheim besteht aus dem Personennamen Gozwin und dem althochdeutschen Wort heim.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 779 Gozensheim 907 Gozzinesheim 1133 Gozzenesheim 1144 Gozzelesheim 1167 Gozelesheim 1245 Gozinsheim 1317 Gozzensheim 1383 Goessensheim 1404 Gössenheim 1613 Gößenheim 1831 Gössenheim
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Bereits zu Anfang des 7. Jahrhunderts war die Main- und Werngegend dem Merowingerreich unterworfen und fränkische Siedler hatten sich in großer Anzahl hier festgesetzt. So mischte sich im Werntal alemannische, thüringische, warnische und fränkische Bevölkerung.
Geschichtlich ist der Ortsname Gössenheim 779 erstmals erwähnt worden. Die adelige Witwe Hadaburch schenkte die Gemarkung Gössenheim mit allen Häusern und Leibeigenen an das Kloster Echternach im heutigen Luxemburg. Schon zur Zeit Karls des Großen muss Gössenheim Königsgut und ein nicht unbedeutender Ort gewesen sein. Im Jahr 907 tauschte das Kloster Echternach Besitz im Saale- und Werngau gegen Besitz im Mosel- und Niddagau mit dem Kloster Fulda, unter anderem auch Gössenheim. Dies wird in einer Urkunde des ostfränkischen Königs Ludwig das Kind bestätigt.
Die Homburg (ursprünglich „Hohenberg“) wurde in ihrer steinernen Gestaltung von den Herren von Homburg, beziehungsweise Zabelstein frühestens Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut. Durch Erbfolge ging sie 1381 an die Familie von Bickenbach über. 1469 wurde der Ort mit der Homburg und den umliegenden Ortschaften an das Hochstift Würzburg verkauft, das ab 1500 ein Teil des Fränkischen Reichskreises war.
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
19. bis 21. Jahrhundert Gössenheim bildete bis etwa 1870 ein bewehrtes Dorf, dessen Ortskern durch die auch heute noch teilweise erhaltene Ringmauer umgeben und nach Osten, Norden und Westen gesichert war. Gössenheim liegt heute an der Bundesstraße 27 zwischen Karlstadt und Hammelburg und gehört zum Nahbereich des Unterzentrums Gemünden in der Region Würzburg.
Das Wahrzeichen von Gössenheim stellt die mächtige Burgruine Homburg dar. Weit über die Grenzen der näheren Umgebung hinaus bekannt ist das seit 1946 am Pfingstmontag stattfindende Sängerfest auf der Homburg, das Besucher aus nah und fern anzieht. Auch der aus den Reben der neuen Weinberge gewonnene Wein trägt den Namen der Burgruine, nämlich „Gössenheimer Homburg“. mini|300px|Blick auf das Dorf von Westen (im Hintergrund Ruine Homburg)
Religionen Die politische Gemeinde Gössenheim ist flächengleich mit der katholischen Pfarrei St. Radegundis Gössenheim des Bistums Würzburg. Außer der Pfarrkirche in Gössenheim mit ihrem gotischen Turm und dem modernen Langhaus von 1960 gibt es im Gemeindeteil Sachsenheim die barocke Filialkirche St. Hubertus.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 die Gemeinde Sachsenheim eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1174 auf 1140 um 34 Einwohner bzw. um 2,9 %.
1961: 1054 Einwohner 1970: 1070 Einwohner 1987: 1167 Einwohner 1991: 1228 Einwohner 1995: 1243 Einwohner 2000: 1272 Einwohner 2005: 1300 Einwohner 2010: 1254 Einwohner 2015: 1179 Einwohner
Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gemünden am Main.
Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung:
Unabhängige Gössenheimer Bürger (UGB): 58,6 %, 7 Sitze Wählergemeinschaft Gössenheim-Sachsenheim: 41,4 %, 5 Sitze
Bürgermeister seit 17. Oktober 2018: Klaus Schäfer (CSU/UGB) 2008–2018: Theo Gärtner (Unabhängige Gössenheimer Bürger) 2002–2008: Johann Popp (CSU) 1987–2002: Manfred Marold (CSU/Freie Wählergemeinschaft) … seit 5/2020: Klaus Schäfer
Wappen
Steuereinnahmen und Verschuldung Im Jahre 2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.166.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 352.000 € und die Einkommensteuerbeteiligung 616.000 €. Die Verschuldung betrug 2017 insgesamt 196.000 €, das sind 169 € pro Einwohner.
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 2011 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 234 und im Bereich Handel und Verkehr 22 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 60 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 316. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2010 sieben landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 202 ha, davon waren 172 ha Ackerfläche und 27 ha Dauergrünfläche.
Verkehr Direkt durch den Ort führt die Bundesstraße 27. Zudem liegt Gössenheim an der fast ausschließlich von Güterzügen frequentierten Werntalbahn.
Etwa 1,2 km nordwestlich des Ortszentrums liegt das Ultraleichtfluggelände Gössenheim.
Nahwärmeversorgung Im Jahr 2014 begannen die Bauarbeiten zur flächendeckenden Nahwärmeversorgung im Gebiet der Gemeinde Gössenheim. Hierzu wurden von der Nahwärme Gössenheim eG über 8 km Stahlleitungen vorzugsweise in den öffentlichen Grund eingebracht. Die ersten Haushalte konnten im September 2015 mit Wärme aus der Heizzentrale Am Energiepark 1 versorgt werden, wobei der Endausbau des ca. neun Kilometer langen Nahwärmenetzes im Jahr 2016 erfolgen dürfte.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen, Stand (1. September 2011): Kindergarten: 80 Plätze mit 70 Kindern Grundschule: acht Lehrer bei 100 Schülern
Persönlichkeiten Johann Philipp Seuffert (1693–1780), Orgelbauer Gerhard Eichelmann (* 1962), Fachautor und Verleger für Weinliteratur
Weblinks
Gemeinde Gössenheim
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 779 Kategorie:Gemeindegründung 1818