Der EHC Biel ist ein Schweizer Eishockeyclub aus der zweisprachigen Stadt Biel/Bienne, der in der National League spielt. Die Profimannschaft wurde 1998 als Aktiengesellschaft vom 1939 gegründeten EHC Biel ausgelagert, der Stammverein ist heute für den Nachwuchsbereich unterhalb der Elite-Junioren-Stufe verantwortlich. Der Club trägt seine Heimspiele in der Tissot Arena in Biel/Bienne aus.

Die Aktiengesellschaft tritt als EHC Biel Holding AG auf und unterhält drei Tochtergesellschaften: EHC Biel Sport AG, EHC Biel Marketing AG und EHC Biel-Bienne Spirit AG. Die Profimannschaft tritt allerdings weiterhin als EHC Biel auf. Da die Stadt Biel durchgehend zweisprachig ist, existiert neben der deutschen Bezeichnung EHC Biel (Abkürzung EHCB) auch eine französische: HC Bienne (Abkürzung HCB).

Während 20 Jahren spielten die Bieler zwischen 1975, dem Jahr ihres ersten Aufstiegs, und 1995 in der höchsten Spielklasse. Sie gewannen 1978, 1981 und 1983 unter drei verschiedenen Trainern (František Vaněk, Ed Reigle, Kent Ruhnke) drei Meistertitel und prägten mit dem SC Bern und dem SC Langnau in den späten 1970er- und 1980er-Jahren die nationale Meisterschaft.

In den späten 1980er- und 1990er-Jahren hielten die Bieler dem finanziellen Druck des zunehmend professionalisierten und kommerziellen Eishockey-Spielbetriebs auch aufgrund des Ausstiegs des Mäzens Willy Gassmann nicht mehr stand und stiegen schliesslich 1995 ab. Nach dem Abstieg und der Sanierung dauerte es 13 Jahre, bis der EHC Biel nach vier NLB-Meistertiteln in fünf Jahren und ebenso vielen Anläufen in den Liga-Qualifikationsspielen mit dem jeweils NLA-Letzten den angestrebten Wiederaufstieg in der Saison 2007/08 schaffte.

Das Budget für die erste NLA-Saison 2008/09 nach dem Wiederaufstieg belief sich auf sieben Millionen Franken, was eine Steigerung von 3,8 Millionen im Vergleich zum Vorjahr darstellte. Auf die Saison 2015/2016 belief sich das Budget auf rund 13 Millionen Franken. Das AG-Kapital beträgt 847'800 Franken und ist in Inhaberaktien aufgeteilt.Website des EHC Biel.

Geschichte mini|hochkant|Logo bis zur Saison 2014/15

Die Gründung (1939–1955) Der EHC Biel wurde 1939 von Heinrich Plüss gegründet, der wenig später wegen interner Differenzen aus dem Verein austrat. Er gründete den konkurrierenden Verein EHC Tornado Biel, in dessen Schatten der EHC Biel in den folgenden Jahren weiterexistierte. Ausserdem hatte der Verein interne und finanzielle Probleme.

Am 25. September 1947 fusionierten die beiden Vereine, wobei erneut Heinrich Plüss an die Spitze des neuen Vereins gewählt wurde. Der aus der Fusion hervorgegangene Verein hiess EHC Tornado Biel. Am 1. August 1948 wurde EHC Biel als offizieller Name des Vereins eingeführt. Er spielte in der Serie B (gleichbedeutend mit der heutigen zweiten Schweizer Amateurliga), sportliche Erfolge blieben grösstenteils aus. Da kein geeigneter Trainingsplatz gefunden wurde, mussten die Spieler des EHC Biel häufig zum Training nach Bern reisen. Der Verein war daher auf mobile Spieler angewiesen, was in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellte.

Erster Aufschwung (1956–1959) 1956, als sich der EHC Biel in einem finanziellen Engpass befand, übernahm Willy Gassmann, Inhaber der Zeitung Bieler Tagblatt, das Präsidentenamt. Da die Mannschaft in der Saison zuvor am grünen Tisch der Serie A (gleichbedeutend mit der heutigen 1. Schweizer Amateurliga) zugeteilt worden war, wurden neue Geldgeber und Sponsoren gefunden. In der Saison 1957/58 begann die Aufbauarbeit Willy Gassmanns erste Erfolge zu zeigen. Dazu beigetragen hatten der kanadische Spielertrainer Moe Five und eine bessere Vorbereitungsphase. Der EHC Biel setzte sich in der Rückrunde punktgleich mit Urania Genève Sport an die Spitze der Serie A.

Zum ersten Mal in seiner Geschichte mobilisierte der EHC Biel eine grössere Anzahl Anhänger zu den Spitzenspielen. So waren beim 7:6-Sieg gegen Urania Genf 3'000 Eishockeyanhänger auf der offenen Natureisbahn Gurzelen anwesend. Ein Wetterumsturz verhinderte die Austragung der letzten Runde der Saison. Das Reglement brachte Urania Genève Sport den Aufstieg in die NLB, da dieser Verein die Vorrunde für sich entschieden hatte. 1958 befürworteten die Bieler Stimmberechtigten den Antrag zum Bau einer Kunsteisbahn (KEB) im Bieler Längfeld-Quartier, der innerhalb kurzer Zeit ausgeführt wurde.

Am 17. November 1958 wurde vor 4'000 Zuschauern die erste Partie in der neuen KEB Längfeld ausgetragen. Die offizielle Eröffnung fand vier Tage später, am 21. November anlässlich des Freundschaftsspiels gegen den Schweizer Meister EHC Arosa statt. 5'000 Zuschauer wurden Zeuge eines 4:2-Sieges der Bieler Eishockeymannschaft. Nach der Saison lagen der HC Martigny und der EHC Biel gleichauf. Im letzten Spiel in Martigny vor 7'000 Zuschauern verlor der EHC Biel mit 4:9 und verpasste den Aufstieg in die NLB. Auch in der darauf folgenden Saison verpasste der Verein diesen in einem Relegationsspiel gegen den HC Ajoie.

Aufstieg in die Nationalliga B (1960–1967) Durch die Aufstockung der Nationalliga B stieg der EHC Biel – neben dem EHC Winterthur – nachträglich in die zweithöchste Eishockey-Liga auf. Am Ende der ersten Saison erreichte die Mannschaft den vierten Platz in der NLB. Häufig wurden eigene Junioren in den Kader eingebaut, diese verhalfen in der Saison 1963/64 der Mannschaft zum Sieg ihrer NLB-Gruppe. In Biel, vor über 6'000 Zuschauern, sowie im Rückspiel unterlag der EHC dem Westgruppenmeister Genf.

Der kanadische Spielertrainer Bob Dennison beendete seine Karriere und reiste in seine Heimat zurück. Ab der folgenden Saison wurde die Mannschaft mit Ernst Wenger zum ersten Mal von einem Trainer betreut, der nicht gleichzeitig auch als Spieler aktiv war. Der EHC Biel stieg 1967 in die 1. Liga, die Nachfolgeliga der Serie A, ab.

Aufstieg in die Nationalliga A (1968–1976) Eine Saison später wurde der direkte Wiederaufstieg in die Nationalliga B geschafft. 1971, weiterhin in der NLB, wurde in Biel mit dem Bau einer überdachten Eishalle begonnen. Die Mannschaft trug ihre Spiele in diesem Jahr in der 15 Kilometer entfernten Kunsteisbahn Lyss, der heutigen Seelandhalle, aus. Auch dort hatte der EHC Biel regen Zuschauerzuspruch, dies vor allem wegen des neuen kanadischen Publikumslieblings Steve Latinovich.

Zum Auftakt der Rückrunde der Saison 1972/73 fand erstmals ein Spiel im neuen Eisstadion Biel statt. Den Aufstieg in die Nationalliga A (NLA) verpasste der Verein knapp. Zwei Jahre später wurde mit dem Kanadier Barry Jenkins, den Steve Latinovich als Ersatz während seiner Abwesenheit aus beruflichen Gründen zum EHC Biel in die Schweiz geschickt hatte, in der zweitletzten Aufstiegsrunde der EHC Visp vor 7'000 Zuschauern im Eisstadion Biel besiegt. Der EHC Biel stieg erstmals in seiner Geschichte in die Nationalliga A auf.

Das nun auch in der Sommerpause intensivierte Training an der Eidgenössischen Turn- und Sportschule in Magglingen und in den Krafträumen des Eisstadions führte zu einem guten Start des EHC Biel in die neue Saison. Das Zuschauerinteresse nahm weiter zu. Beim kantonalen Derby gegen den SC Langnau umrahmte eine Rekordkulisse von 9'000 Zuschauern das Eisstadion. Nach acht Spielen in der ersten Saison in der NLA lag der EHC Biel im Mittelfeld der Tabelle. Danach erzielte der EHC Biel eine Serie von zwölf Siegen in Folge und erreichte beim Derbysieg gegen den SC Bern mit 9'411 Zuschauern die bisher höchste Zuschauerzahl in einem Heimspiel.

Obwohl die Serie abriss, hatte der EHC Biel mit einem Sieg im letzten Spiel der Saison in Langnau noch die Chance, die Meisterschaft zu gewinnen. Die Mannschaft verlor mit 3:6 und musste den Emmentalern den ersten Platz überlassen. In der Saison 1976/77 wurde der dritte Platz erreicht. Der SC Bern wurde Meister, und der SC Langnau setzte sich vor den EHC Biel. Als Torhüter war in dieser Saison erstmals das Bieler Talent Olivier Anken im Einsatz.

Dreimaliger Gewinn der Meisterschaft (1977–1983) In der Saison 1977/78 errang der EHC Biel den ersten Meistertitel. Das letzte Saisonspiel wurde mit 4:1 gegen den EHC Kloten gewonnen. Da der SC Langnau zuhause dem SC Bern unterlag, wurden die Emmentaler noch abgefangen.

Im Jubiläumsjahr – 40 Jahre EHC Biel – weigerte sich der Verein, seine Spieler an die Nationalmannschaft abzutreten, und konnte nach Neujahr den Punkterückstand auf die führenden Mannschaften wieder gutmachen. Am letzten Spieltag wurde der Kampf zu Ungunsten der Bieler Mannschaft entschieden, die durch die enge Lage an der Tabellenspitze auf den vierten Platz abrutschte.

Die Saison 1980/81 nahm der EHC Biel mit einer auf zahlreichen Positionen umstrukturierten Mannschaft in Angriff. Die gewichtigsten Änderungen wurden bei den Ausländern vorgenommen. Serge Martel und Richmond Gosselin ersetzten Steve Latinovich und Bob Lindberg. Nach einem mässigen Beginn kehrte der EHC Biel zu seiner alten Form zurück, weshalb letztlich der zweite Titel gewonnen wurde. Am Ende wurde die Saison mit sieben Punkten Vorsprung und einem Zuschauerschnitt von 7'784 Personen beendet.

In der Saison 1981/82 befand sich der EHC Biel mit Anken im Tor eine Begegnung vor Beendigung der Hauptrunde in der Abstiegszone und traf im Entscheidungsspiel auf den SC Bern. Nachdem Berns Angreifer Bruno Wittwer im letzten Drittel bei einer sogenannten «Breakaway»-Situation regelwidrig von Biels Verteidiger Daniel Dubuis gestoppt worden war, verhängte Schiedsrichter René Fasel einen Penalty für den SC Bern. Anken parierte jedoch Wittwers Schuss, und daraufhin schoss Serge Martel die Bieler innert Kürze zum 3:2-Sieg über den SC Bern und zum Ligaerhalt. Durch den Sieg nahm der EHC Biel an der Meisterrunde teil. In dieser Saison hatte der EHC Biel vier Trainer unter Vertrag genommen (Jürg Ochsner, Jean Helfer, Ed Reigle, Kent Ruhnke).

Die Mannschaft wurde 1982/83 auf verschiedenen Positionen erneut verändert. Der kanadische Verteidiger Daniel Poulin stiess zum EHC Biel, und der langjährige Präsident und Mäzen Willy Gassmann zog sich zurück. Im Gegensatz zu den vorherigen Saisons, als der EHC Biel der wohlhabendste Club der NLA war, sank nun auch die Erwartung an den Verein. Obwohl der EHC Biel nicht mehr zum Favoritenkreis zählte, brillierte die Mannschaft in der Saison 1982/83 unter Trainer Kent Ruhnke. Richmond Gosselin war der herausragende Spieler der NLA, Daniel Poulin ein torgefährlicher Scorer von der blauen Linie und Torhüter Olivier Anken der beste Torhüter der Saison. Am Schluss der Qualifikation erreichte der EHC Biel den zweiten Platz. In der Meisterrunde (zehn Spiele, neun Siege) fing der EHC Biel den HC Davos ab und gewann seinen dritten Meistertitel.

Sicher in der oberen Tabellenhälfte (1983–1990) Die Titelverteidigung gelang in der Saison 1983/84 nicht, und der EHC Biel erreichte Rang fünf. Vor allem nach dem Aufstieg des HC Lugano im Jahr 1982 erhöhten sich die Spielergehälter in der Liga, was für den EHC Biel zunehmend ein finanzielles Problem darstellte. Daher versuchte der Verein die prekäre Lage mit Spendenaktionen auszugleichen, und Spieler verzichteten auf einen Teil ihrer Löhne.

Die Saison 1984/85 nahm der EHC Biel mit einem neuen Trainer, Tibor Vozar, und einem neuen Spieler, dem Kanadier Normand Dupont, der für Richmond Gosselin kam, in Angriff. Weiterhin besass der Verein ein Ausländerduo, welches zusammen mit Olivier Anken dazu beitrug, dass sich der EHC Biel in den folgenden Jahren nie in Abstiegsgefahr befand. Mit der Sturmlinie Willy Kohler, Normand Dupont und Marc Leuenberger stellte der EHC Biel eine der besten Angriffsreihen der NLA. Unter Tibor Vozar erreichte die Mannschaft den sechsten Rang und somit die Meisterrunde, allerdings war die vom Trainer verordnete defensive Spielweise nicht dazu geeignet, grössere Zuschauerzahlen anzuziehen.