mini|Bjarne Mädel, 2021 Bjarne Ingmar Mädel (* 12. März 1968 in Hamburg) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Regisseur. Seinen Durchbruch hatte er 2004/2005 durch die Figur des Berthold „Ernie“ Heisterkamp in der Comedy-Serie Stromberg. Einem breiten Fernsehpublikum wurde er durch seine Hauptrollen in den Serien Mord mit Aussicht und Der Tatortreiniger bekannt.
Leben Frühe Jahre und Ausbildung Seine Kindheit verbrachte Mädel in Reinbek, Schleswig-Holstein.Mit Filmteam an die Stätten der Kindheit. In: Bergedorfer Zeitung. 31. Oktober 2011, S. 17. Als Jugendlicher lebte er sieben Jahre in Nigeria in einer Gated Community, weil sein Vater dort als Bauingenieur arbeitete. Als 17-Jähriger arbeitete er einen Sommer lang im Hamburger Hafen.Stefan Locke: Bjarne Mädel im Gespräch – „Warte mal kurz“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. August 2012, abgerufen am 30. Oktober 2012. Er besuchte das Luisen-Gymnasium Bergedorf und erlangte sein Abitur am Burggymnasium Friedberg. In Kalifornien war er zunächst Bauarbeiter und studierte dann an der University of Redlands Weltliteratur und Kreatives Schreiben und jobbte u. a. als Putzmittelvertreter.
Nach dem Studium der Theaterwissenschaft und der Literatur an der Universität Erlangen erlernte Mädel von 1992 bis 1996 den Beruf des Schauspielers an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-BabelsbergBjarne Mädel bei der Agentur Schott + Kreutzer, abgerufen am 8. März 2022. Es folgte ein Engagement am Volkstheater Rostock von 1996 bis 1999. Danach war er fünf Jahre Ensemblemitglied am Schauspielhaus Hamburg (2000–2005).
Film und Fernsehen mini|hochkant|Bjarne Mädel als Schotty in Der Tatortreiniger Bjarne Mädel gab sein Filmdebüt unter der Regie von Oren Schmuckler in einer Nebenrolle als Tourist in dem Spielfilm Und tschüss! – Ballermann Olé der RTL-Serie Und tschüss!. In der Folgezeit übernahm er Gastrollen in Serien wie Für alle Fälle Stefanie, Adelheid und ihre Mörder und Bella Block. Seinen Durchbruch hatte er 2004/2005 durch die Figur des Berthold „Ernie“ Heisterkamp in der Comedy-Serie Stromberg. Im Zuge des Erfolgs bekam er von dem Stromberg-Autor Ralf Husmann mit Der kleine Mann eine eigene Comedy-Serie auf den Leib geschneidert. Die Serie lief ab März 2009 auf ProSieben. Nach Abschluss der Dreharbeiten der vierten Staffel von Stromberg Ende Mai 2009 folgte für Mädel der Dreh der zweiten Staffel von Mord mit Aussicht (ARD). 2013 verkörperte Mädel bei den Dreharbeiten zu Stromberg – Der Film bislang letztmals die Rolle des Berthold „Ernie“ Heisterkamp.
Von 2008 bis 2014 spielte er an der Seite von Caroline Peters, Meike Droste und Petra Kleinert in der Krimiserie Mord mit Aussicht den Polizeiobermeister Dietmar Schäffer. Von 2011 bis 2018 übernahm er in der Serie Der Tatortreiniger die Hauptrolle des Heiko „Schotty“ Schotte, eines Hamburger Tatortreinigers, der die Spuren und Rückstände menschlicher Leichen beseitigt. Regie zu dieser Serie führte der Stromberg-Regisseur Arne Feldhusen.
2018 spielte Mädel die Hauptrolle im Musikvideo Ich warte auf dich aus dem Album Alles ist jetzt von Sänger Bosse.
2019 verkörperte Mädel an der Seite von Henry Hübchen in der beim Festival des deutschen Films uraufgeführten Krimiromanverfilmung Tage des letzten Schnees die Hauptrolle des Hamburger Bankers Markus Sellin. 2020 erhielt er für diese Rolle den Publikumspreis des „Deutschen Fernseh Krimifestivals“.
2020 und 2022 führte Mädel in den NDR-Filmen Sörensen hat Angst und Sörensen fängt Feuer Regie und übernahm auch die Hauptrolle als Kriminalhauptkommissar Sörensen.
2021 hatte Mädel einen Auftritt im Noise-Musikvideo aus dem Album Dunkel der Band Die Ärzte.
Neben seinen Arbeiten vor und hinter der Kamera betätigte er sich als Synchronsprecher in dem Comedy-Thriller Sightseers und las als Hörspielsprecher zahlreiche Hörspiel- und Hörbuchproduktionen ein.
Politisches Engagement Anlässlich des Klimagipfels 2009 trat Mädel im Kurzfilm Die Rechnung von Germanwatch auf, der die Auswirkungen der Klimakrise auf den globalen Süden thematisiert.
Zum Weltfrauentag 2021 beteiligte sich Mädel bei einem Videoprojekt von Bündnis 90/Die Grünen und warb indirekt für eine grüne Regierungsbeteiligung.
2022 warb Mädel für die Initiative „Africrooze“, die elektrische Fahrräder in afrikanischen Ländern zur Verfügung stellt, um dort eine Mobilitätswende zu fördern. Seit 2019 ist Mädel Botschafter dieses „African e-bike Projekts“.
Bjarne Mädel beteiligte sich außerdem ehrenamtlich als Rezitator am Erinnerungsprojekt zum Juden Curt Bloch, der in der Zeit von 1942 bis 1945 in den Niederlanden untergetaucht war und im Versteck über 490 Gedichte schrieb.
Privates Bjarne Mädel ist Anhänger des Hamburger SV, was in der Darstellung der Titelfigur Schotty in Der Tatortreiniger aufgegriffen wird, da dieser auch leidenschaftlicher HSV-Fan ist und in mehreren Folgen auch einen blau-weiß-schwarzen Fanschal trägt. Er lebt in Berlin-Kreuzberg. Mädel gab bekannt, dass er vor Weihnachten 2025 wieder nach Hamburg umziehen wird.
2011 erschien im Kiepenheuer & Witsch Verlag sein Gedichtband Glück reimt sich nicht auf Leben: Na ja, so ist das eben.
Filmografie (Auswahl) Spielfilme
Fernsehserien und -reihen
Hörspielproduktionen
Veröffentlichungen Glück reimt sich nicht auf Leben: Na ja, so ist das eben. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2011. ISBN 978-3-462-04316-7.
Auszeichnungen 1995: Förderpreis für Schauspielstudenten des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie der Bundesrepublik Deutschland für darstellerische Leistungen in Die Kannibalen von George Tabori und Die Zoogeschichte von Edward Albee im Rahmen des Max-Reinhardt-Preises 2008: Ohrkanus für besondere Leistungen im Bereich der Hörspiel- und Hörbuchproduktion in der Kategorie Bester Sprecher in einer Nebenrolle als Karl in Sven Regeners Herr Lehmann 2009: Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis für seine Rolle in der Fernsehserie Der kleine Mann 2012: Grimme-Preis als Darsteller für die Serie Der Tatortreiniger 2012: Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis für seine Rolle in der Fernsehserie Der Tatortreiniger 2012: Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2012 als Bester Schauspieler für seine Rolle in Der TatortreinigerDWDL.de: Deutscher Fernsehpreis: ARD bei Nominierungen vorn, abgerufen am 19. September 2012. 2012: Deutscher Comedypreis als bester Schauspieler 2013: Grimme-Preis für seine Rolle in Der Tatortreiniger 2013: Gold (Comedy-Award) für Der TatortreinigerGold-/Platin-Datenbank des Bundesverbandes Musikindustrie, Abruf vom 19. November 2015 2014: Nominierung für den Deutschen Comedypreis 2014: Artist Award Video Champion 2015: Jupiter Award, Bester TV-Darsteller National 2015: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Hauptdarsteller in einer Reihe oder Serie 2015: Nominierung für den Deutschen Comedypreis als bester Schauspieler 2016: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Hauptdarsteller in einer Reihe oder Serie 2017: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Hauptdarsteller in einem Fernsehfilm Wer aufgibt ist tot 2017: Deutscher Schauspielerpreis, Bestes Ensemble für Wellness für Paare 2018: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Nebendarsteller in einer Reihe oder Serie Bruder-Schwarze Macht 2018: Deutscher Menschenrechts-Filmpreis für Der Tatortreiniger, Folge Sind Sie sicher 2019: Ernst-Lubitsch-Preis zusammen mit Lars Eidinger für ihre Rollen in 25 km/hRollen in Komödie „25 km/h“ Bjarne Mädel und Lars Eidinger erhalten Lubitsch-Preis, Berliner Zeitung vom 30. November 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018 2019: Spotlight Award in Acting, Berlin & Beyond Filmfestival San Francisco 2019: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Nebendarsteller in einer Reihe oder Serie How to sell drugs online (fast) 2019: Preis für Schauspielkunst beim Festival des deutschen Films 2019: Deutscher Schauspielpreis in der Kategorie Bester Schauspieler in einer komödiantischen Rolle für Der Tatortreiniger 2019: Bambi – Schauspieler National für How to Sell Drugs Online (Fast), 25 km/h und Was uns nicht umbringt 2019: Bayerischer Filmpreis, Bester Darsteller 25 km/h 2020: Grimmepreis für How to Sell Drugs Online (Fast) 2020: Publikumspreis Deutsches Fernseh Krimifestival für Tage des letzten Schnees 2021: Romy in der Kategorie Bester Film TV/Stream für Sörensen hat Angst 2021: Publikumspreis und Hauptpreis der Jury Deutsches Fernseh Krimifestival für Sörensen hat Angst 2021: Nominierung als bester Schauspieler beim Deutschen Fernsehpreis 2021 für seine Rolle in Sörensen hat Angst 2021: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Darsteller eines Fernsehfilms für seine Rolle in Sörensen hat Angst 2021: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Fernsehfilm für Sörensen hat Angst 2021: 3sat Publikumspreis beim Fernsehfilm Festival Baden-Baden für Sörensen hat Angst 2022: Jupiter Award Bester Film für Feinde – Gegen die Zeit 2022: Grimme-Preis als Schauspieler für seine Rolle in Geliefert 2022: Grimme-Preis Schauspiel für seine Rolle in Sörensen hat Angst 2022: Grimme-Preis Regie für Sörensen hat Angst 2023: Fair Film Award Fiction für Sörensen fängt Feuer 2023: Produzentenpreis Filmfest Hamburg an Claussen/Putz für Sörensen fängt Feuer 2023: Marketing for Future Award Gold für das Format Wir können auch anders 2023: Televisionale Baden Baden Sonderpreis der Jury / Herausragende schauspielerische Leistung Ensemble für Sörensen fängt Feuer 2023: 3sat Publikumspreis beim Fernsehfilm Festival / Visionale Baden Baden für Sörensen fängt Feuer 2023: Preis der Deutschen Schallplattenkritik und hr2-Hörbuch-bestenliste für Bin nebenan-Monologe für zuhause 2024: Nominierung Grimmepreis für Sörensen fängt Feuer 2024: Jupiter Award Bester Darsteller TV und Streaming 2024: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Darsteller eines Fernsehfilms für seine Rolle in Sörensen fängt Feuer 2024: Quotenmeter Fernsehpreis, Bester Fernsehfilm für Sörensen fängt Feuer 2024: Deutscher Schauspielpreis Bestes Duo mit Katrin Wichmann für Sörensen fängt Feuer 2026: Deutscher Podcast Award, Bester Podcast Fiktion für Barmbek Bump von und mit Andreas Altenburg und Olli Dittrich 2026: Deutscher Radiopreis, Beste Unterhaltung für Barmbek Bump von und mit Andreas Altenburg und Olli Dittrich
Literatur Hans Hoff: Fettes Brot. Bjarne Mädel ist eine Überraschung im deutschen Fernsehen – als Held in richtig guten Serien. In: Süddeutsche Zeitung. 13. März 2012, S. 15. Online.
Weblinks
Bjarne Mädel bei der Agentur Schott + Kreutzer
Einzelnachweise
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