mini|Das Grab Cronstedts in Vantaa Carl Olof Cronstedt (* 3. Oktober 1756 in Botby bei Helsinki; † 7. April 1820 in Helsinki) war ein finnlandschwedischer Marineoffizier.

Leben

Herkunft Carl Olof Cronstedt Eltern waren Major Johan Gabriel Cronstedt (1720–1774) und Hedvig Juliana, geb. Jägerhorn af Spurila (1720–1787).

Militärkarriere 1765 begann er seine militärische Laufbahn im Prinz Fredrik Adolfs Regiment als Freiwilliger. Drei Jahre später wurde er hier Oberfeldwebel, diente in der Heeresflotte und wurde 1773 zum Fähnrich befördert. Im Jahr 1788 wurde Cronstedt zum Oberstleutnant befördert.

Während des schwedisch-russischen Krieges von 1788 bis 1790 war er unter dem schwedischen König Gustav III. Kommandant in der schwedischen Schärenflotte. In dieser Eigenschaft gewann er 1790 die Seeschlacht von Svensksund, dem größten militärischen Erfolg in der Geschichte der schwedischen Marine.

Zwei Jahre später wurde er zum Generaladjutanten des Königs ernannt, zudem zum Oberst der Armee und zum Staatssekretär für Marineangelegenheiten. Am 9. Dezember 1790 wurde er zum Kommandanten der Schärenfestung Sveaborg (finnisch Suomenlinna) vor Helsinki ernannt, gefolgt von seiner Beförderung zum Konteradmiral im Jahr 1793.

Während des russisch-schwedischen Krieges von 1808 bis 1809 fiel Cronstedt eine Schlüsselrolle zu. Die Schärenfestung Sveaborg sollte der schwedischen Armee den Rücken freihalten und russische Kräfte binden, bis Verstärkung aus Schweden kommen konnte. Als die Russen im März 1808 Suomenlinna angriffen, waren mehr als 6000 Soldaten in der Festung stationiert, unterstützt durch 2500 Kanonen und ein umfangreiches Lagerhaus. Die Festung galt damals als uneinnehmbar und sollte durch russische Kräfte belagert werden. Die russische Belagerungsarmee war den schwedischen Verteidigern zahlenmäßig nur geringfügig überlegen, sodass eine militärisch geführte Eroberung des Festung eigentlich unwahrscheinlich war. Andererseits lassen sich deutliche Anzeichen für das Zögern und die Unsicherheit des Kommandanten Cronstedt feststellen, ebenso wie Einflüsse durch Dritte, politische Unruhen und möglicherweise weitere Beweggründe, welche eine andere Möglichkeit der Einnahme der Festung aufzeigten. Diese Aspekte war dem russischen Kommandanten Nikolai Michailowitsch Kamenski und Jan Pieter van Suchtelen, Stabschef der Finnlandarmee und Berater beim Oberkommandierenden Graf Friedrich von Buxhoeveden, gut vertraut. Cronstedt nahm die Verhandlungen mit den russischen Vertretern auf und traf sich, entgegen dem Befehl des Kommandanten, die Festung zu verlassen, mit dem Feind auf einer Insel außerhalb des Festungsgebiets. Diese Verhandlungen dauerten mehrere Wochen. Russland bestand auf einer Kapitulation der Festung, die Cronstedt anfangs ablehnte. Es folgte ein kurzer Waffenstillstand. Durch die schwedischen Truppen wurde überlegt die in der Festung stationierte Flotte zu zerstören, wozu sich Cronstedt aber nicht durchringen konnte. Letztendlich können die letztendlichen Beweggründe für die kampflose Übergabe der Festung nicht restlos geklärt werden. Cronstedt kapitulierte am 3. Mai 1808 und lieferte die Festung inkl. der intakten Flotte der russischen Armee aus. Diese Kapitulation, die Cronstedt in Runebergs Fähnrich Stahl bitter verübelt wird, trug ihren Teil zur schwedischen Niederlage bei.

Es wird berichtet, dass Cronstedt die Entscheidung getroffen hat, nach Schweden zu reisen, um sich zu verteidigen. Dennoch habe er dem Druck seiner Verwandten nachgegeben, die ihn vor der bevorstehenden Gefahr warnten, sodass er daher in Finnland blieb. In Schweden wurden ihm sowohl sein Offiziersrang als auch seine Befehle entzogen, was dazu führte, dass er seine verbleibenden Tage zurückgezogen verbrachte, teilweise in Helsinki und teilweise auf seinem Landsitz.

Carl Olof Cronstedt starb am 7. April 1820 in Hentonäs bei Helsinki. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof in Helsinge, Finnland.

Familie Am 31. August 1794 heiratete Cronstedt Gräfin Beata Sofia Wrangel af Sauss in Fogelmara in der Pfarrei Kristianopel. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor: Hedvig Charlotta (1795–1868), Gabriel Anton (1798–1893) und Carl Olof (1800–1883).

Einzelnachweise

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