MGT6DVariante:BogestraHeidelbergHalle (Saale)Erfurtrahmenlosvon links nach rechts: Rostocker 6NGTWDE (6N1), Brandenburger MGT6D,Heidelberger MGT6D, Hallescher MGT6D,Bochumer MGT6D (NF6D), Erfurter MGT6DEursprüngliche Anzahl:Bogestra: 42Brandenburg: 4Erfurt: 4Halle: 2Mülheim: 4Oberhausen: 6126012Hersteller (Wagenbau):DuewagDuewag, DWAHersteller (Elektrik):SiemensABBAEG/Adtranz,SiemensAdtranzBaujahr(e):1992–19961994, 19951996–20011996–1998Radsatzfolge:Bo’(1’1’)Bo’Spurweite:1000 mm (Meterspur)Länge über Kasten:28 620 mm28 930 mm28 620 mm28 710 mmHöhe:3377 mmBreite:2300 mmAbstand Drehzapfen↔EEF:7750 mmAchsstand EEF↔EEF:6200 mm6250 mmDrehgestellachsstand:1800 mmLeermasse:ca. 32 tca. 31 tca. 32 tHöchstgeschwindigkeit:70 km/hDauerleistung:4 × 105 kW4 × 95 kW4 × 95 kWRaddurchmesser:575 mm590 mm575 mmStromsystem:600/750 V =Stromübertragung:Oberleitung, meist 1 EinholmstromabnehmerAntrieb:Drehstrom-AsynchronmaschinenBetriebsart:ZweirichtungswagenEinrichtungs-wagenSitzplätze:72Brandenburg: 687485Stehplätze (4/m²):100Brandenburg: 9897100Fußbodenhöhe:Niederflurbereich: 350 mmHochflurbereich: 560 mmNiederfluranteil:ca. 63–70 %Belege: Der MGT6D (Meterspur-Gelenk-Triebwagen mit sechs Radsätzen und Drehstromantrieb) ist ein von 1992 bis 2001 gebauter, niederfluriger Straßenbahn-Fahrzeugtyp des Herstellers Duewag. Er basiert auf dem zuvor für die Straßenbahn Kassel entwickelten NGT6C. Es handelt sich um dreiteilige Gelenkwagen mit aufgesattelten Endwagen und einem langen Mittelteil, das auf zwei Einzelrad-Einzelfahrwerken (EEF) läuft. Der Niederfluranteil beträgt ungefähr 63 bis 70 Prozent. MGT6D wurden für die Straßenbahnen Bochum/Gelsenkirchen, Brandenburg an der Havel, Erfurt, Halle (Saale), Heidelberg und Mülheim/Oberhausen gebaut. Als Gebrauchtwagen gelangten sie auch zu den Straßenbahnen Schöneiche bei Berlin und Łódź.
Für die Straßenbahnen Rostock (Typ 6NGTWDE), Leipzig (Typ 36), Bonn (Typ R1.1) und Düsseldorf (Typ NF6) wurden ähnliche Fahrzeuge gebaut, auf welche die Bezeichnung MGT6D jedoch nicht zutrifft und die teilweise keine EEF haben.
Technik
Allgemeines Der grundsätzliche Aufbau der MGT6D entspricht dem ab 1988 für die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft entwickelten NGT6C. Das Fahrzeug besteht aus einem Mittelteil mit zwei Einzelrad-Einzelfahrwerken und zwei darauf aufgesattelten Endteilen mit je einem zweiachsigen Triebdrehgestell. Während die Kasseler Fahrzeuge noch einen klassischen Gleichstrom-Tandemantrieb mit Chopper-Steuerung erhielten, wurden die MGT6D mit Drehstromantrieb ausgeführt. Durch den geringeren Platzbedarf der Drehstrommotoren konnte damit der Fußboden über den Triebdrehgestellen niedriger (560 mm) ausgeführt werden als für Kassel und es gibt jeweils nur eine statt zwei Stufen zwischen Nieder- und Hochflurbereich. Die Fußbodenhöhe im Niederflurbereich beträgt 350 mm. Die asymmetrische Front der Kasseler Fahrzeuge wurde wegen der Zweirichtungsbauart nicht wieder aufgegriffen. Die Fahrzeuge sind stets 2,3 Meter breit und ungefähr 29 Meter lang. Die Wagenkästen sind geschweißt und bestehen aus nichtrostendem Stahl.
Die Triebdrehgestelle haben eine Gummi-/Metall-Primärfederung und Schraubenfedern als Sekundärfederung. Die Radsätze werden von jeweils einem abgefederten, quer angeordneten Motor angetrieben. Im Gegensatz zu den NGT6C erhielten die Einzelrad-Einzelfahrwerke der MGT6D von Anfang eine Primärfederung und die Bremsscheiben sind auch bei Betriebsbremsungen aktiv. Bei den Einzelrad-Eizelfahrwerken tritt prinzipbedingt beim Befahren von Gleisbögen eine Verengung des Rückflächenabstandes der Radscheiben auf. Die Herzstück- und Radlenkerbereiche einiger Weichen mussten deshalb leicht angepasst werden, um den Einsatz von MGT6D zu ermöglichen.
Varianten
Bogestra Die erste und am weitesten verbreitete MGT6D-Variante, zuerst von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) bestellt, ist als Zweirichtungswagen ausgeführt. Der Achsstand zwischen den beiden Einzelrad-einzelfahrwerken beträgt 6200 mm. Der mittlere Wagenteil ist 9100 mm lang. In jedem Wagenteil ist beidseitig eine zweiflüglige Schwenkschiebetür mit einer lichten Weite von etwa 1250 mm angeordnet, die direkt in den Niederflurbereich führt. Die Einstiegshöhe beträgt 290 mm. Über den Triebdrehgestellen verbleibt auf Bodenhöhe eine Gangbreite von lediglich 380 mm, in Sitzhöhe 530 mm. Die elektrische Ausrüstung, deren Wechselrichter mit GTO-Thyristoren arbeiten, wurde von Siemens geliefert. Beide Motoren eines Drehgestells werden dabei von einem Wechselrichter gespeist. Jeder der luftgekühlten Drehstrom-Asynchronmotoren hat eine Dauerleistung von 105 kW. Die Fahrzeuge verfügen über eine Vielfachsteuerung und bei den meisten Einsatzbetrieben über nicht abgedeckte, stets hervorstehende Scharfenbergkupplungen für den Einsatz in Doppeltraktion. Die Fahrzeuge sind mit einer Spurkranzschmierung ausgestattet.
Die Abweichungen zwischen den an verschiedene Betriebe gelieferten Fahrzeugen dieser Variante sind sehr gering. Bei den Erfurter Fahrzeugen betrifft dies beispielsweise Details des Fahrgastinformationssystems, die Weichensteuerung, die Fahrtenschreiber, eine Anpassung der Kupplungen an den vorhandenen Fahrzeugbestand zwecks Abschleppmöglichkeit sowie geringfügig breitere Türen (lichte Weite 1270 mm). Die beiden Wagen der Straßenbahn Halle (Saale) hatten anfangs zwei Einholmstromabnehmer an den Enden statt des üblichen einzelnen Stromabnehmers auf dem Mittelteil.
Heidelberg mini|Fahrgastraum eines MGT6D der Variante Heidelberg, Bereich über einem Triebdrehgestell Die für die Straßenbahn Heidelberg gebaute Variante ist ebenfalls als Zweirichtungswagen ausgeführt. Der Achsstand des Mittelteils beträgt 6250 mm. Der mittlere Wagenteil ist 9150 mm lang. Gegenüber der Bogestra-Variante gibt es an den Wagenenden zusätzlich beidseitige Einzeltüren, die direkt in den Hochflurbereich führen. Die Einstiegshöhe beträgt 300 mm. Über den Triebdrehgestellen verbleibt auf Bodenhöhe eine Gangbreite von lediglich 365 mm, in Sitzhöhe 460 mm. In den Endteilen gibt es jeweils zwischen Doppeltür und Gelenk auf einer Seite nur ein statt zwei Fenster. Die elektrische Ausrüstung wurde von ABB geliefert. Die Fahrmotoren haben dabei jeweils eine Dauerleistung von 95 kW. Außerdem sind die Fronten anders als bei allen anderen MGT6D in Anlehnung an den Stadtbahnwagen Typ M/N gestaltet.
Halle (Saale) mini|Fahrgastraum eines MGT6D der Variante Halle (Saale), Bereich über einem Triebdrehgestell mini|Fahrgastraum eines MGT6D der Variante Halle (Saale), Mittelteil mit Radkästen eines EEF Für die Straßenbahn Halle (Saale) wurde eine Variante entwickelt, die sich von der Bogestra-Variante hauptsächlich durch das Hinzufügen von Fahrertüren unterscheidet. Den Bau der Wagenkästen und die Montage übernahm der Waggonbau Bautzen (Teil von Deutsche Waggonbau bzw. später Bombardier) statt der Duewag. Außerdem erhielten sie ihre elektrische Ausrüstung mit IGBT statt GTO-Thyristoren der AEG bzw. später von Adtranz, wobei Siemens die Motoren nach AEG-Entwürfen baute.
Mit Stand 2004 erreichen die Räder der Triebdrehgestelle eine Lebensdauer von 250 000 Kilometern und diejenigen der Einzelrad-Einzelfahrwerke eine Lebensdauer von 180 000 Kilometern.
Erfurt Die Erfurter Serienwagen unterscheiden sich von der Bogestra-Variante hauptsächlich durch die Ausführung als Einrichtungswagen. Den wagenbaulichen Teil übernahm auch in diesem Fall Deutsche Waggonbau (DWA) und die elektrische Ausrüstung wurde von Adtranz geliefert. Die Kupplungen sind bei Nichtnutzung eingezogen und abgedeckt.
Ähnliche Fahrzeuge
Mit Einzelrad-Einzelfahrwerken
Die Einrichtungswagen des Typs 6NGTWDE für die Straßenbahn Rostock unterscheiden sich von den MGT6D im Wesentlichen durch die Ausführung für Regel- statt Meterspur. Außerdem sind die in den Endwagenteilen angeordneten Doppeltüren bei diesen Wagen so weit von den Triebdrehgestellen entfernt, dass statt der üblichen Stufe eine lange Rampe realisiert werden konnte. Auch insgesamt sind die Fahrzeuge etwas länger.
Ohne Einzelrad-Einzelfahrwerke
Die Mittelteile der Einrichtungswagen des Typs 36 der Straßenbahn Leipzig laufen auf zweiachsigen Kleinraddrehgestellen statt der Einzelrad-Einzelfahrwerke, sind kürzer, schmaler und für die Leipziger Spurweite von 1458 mm ausgeführt. Die Zweirichtungswagen des Typs R1.1 der Straßenbahn Bonn sowie die Einrichtungswagen des Typs NF6 der Straßenbahn Düsseldorf haben einachsige, mechanisch von den Gelenken aus gesteuerte Drehgestelle statt der Einzelrad-Einzelfahrwerke, sind breiter und regelspurig.
Einsatz
Überblick Die erste MGT6D-Kundin war die Bogestra zu Beginn der 1990er. Bereits während der Bauphase der Bochumer Wagen wurden zwei Fahrzeuge der Bogestra-Variante an die HAVAG in Halle an der Saale ausgeliefert, die danach Fahrzeuge der für sie angepassten Variante beschaffte.
Neben diesen zwei Betrieben wurden MGT6D der Bogestra-Variante auch nach Brandenburg an der Havel, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen und Erfurt geliefert. Für Erfurt folgten später noch Fahrzeuge der Einrichtungsvariante. Nur Heidelberg erhielt keine Wagen der Bogestra-Variante, sondern ausschließlich diejenigen der eigenen Anpassung.
Durch die Übernahme gebrauchter Fahrzeuge gelangen die Fahrzeuge inzwischen nicht mehr nur in Deutschland zum Einsatz, sondern auch in Polen bei der Straßenbahn Łódź.
Die MGT6D werden überwiegend einzeln eingesetzt. Einsätze in Doppeltraktion mit einem Fassungsvermögen von fast 350 Fahrgästen gibt oder gab es jedoch bei der Bogestra, in Erfurt, in Halle sowie in Oberhausen.
Betrieb Typbezeichnungdes Betreibers Variante Spurweitein mm Baujahr aktuelle Anzahl Wagennr. Besonderheiten Bild Bogestra Bochum, GelsenkirchenNF6DBogestra10001992–19940401–442 sechs verschrottet (410, 415, 425, 434, 435, 442)Wagen 432 2016 als Ersatzteilspender nach Mülheim an der Ruhr verkauft, später dort verschrottetalle weiteren 2017–2020 nach Łódź verkauft 80px Brandenburg an der HavelMGT6DBogestra100019954100–103 80px MGT6DBogestra10001992/19932104+105März 2014 ex Halle 500+501 EVAG ErfurtMGT6DBogestra100019944601–604 80px MGT6DEErfurt10001996–199812605–616 2003–2004 Wagen 609, 610, 612, 614 nach Valencia ausgeliehen80px HAVAG Halle (Saale)MGT6DBogestra10001992/19930500+501der Bochumer Serie entnommen; die Wagen besaßen bei ihrer Lieferung zwei Stromabnehmer an den Wagenenden, die auch beide im Betrieb angelegt waren, später wurde einer in die Mitte verlegt. Im März 2014 nach Brandenburg verkauft 80px MGT6DHalle10001996–200150601–660Fahrerstandstüren; Wagen 621 nach Unfall (2022) im November 2024 verschrottet.80px rnv HeidelbergMGT6DHeidelberg10001994/199503261–3272ex 261–272zwei verschrottet (3263, 3272), drei abgestellt (3266, 3267, 3270); sieben an Straßenbahn Schöneiche bei Berlin verkauft80pxStraßenbahn Schöneiche bei BerlinMGT6DHeidelberg10001994/1995561, 62, 64, 67, 69Seit September 2024 im Zulauf. ex. RNV (3261, 3262, 3264, 3269, 3271)rahmenlos|80x80px MVG Mülheim an der Ruhr, jetzt RuhrbahnNF6DBogestra10001995/19961201–204 außerdem 2016 einen Wagen aus Bochum als Ersatzteilspender übernommen, später verschrottet, 202 und 203 seit 2023 bzw. 2025 abgestellt80px STOAG OberhausenNF6DBogestra100019966205–210gemeinsamer Einsatz mit den Mülheimer Wagen80px MPK Łódź (Polen)NF6DBogestra10001992–1994351751, 1861–1874, 1951–1960, 1051–1060zwischen November 2017 und 2020 von der Bogestra gekauft 1751 (441), 1861 (403), 1862 (405), 1863 (402), 1864 (406), 1865 (408), 1866 (412), 1867 (409), 1868 (426), 1869 (411), 1870 (428), 1871 (413), 1872 (414), 1873 (419), 1874 (420), 1951 (423), 1952 (424), 1953 (429), 1954 (430), 1955 (431), 1956 (433), 1957 (436), 1958 (437), 1959 (438), 1960 (439),1051 (404), 1052 (440), 1053 (407), 1054 (417), 1055 (418), 1056 (422), 1057 (416), 1058 (427), 1059 (401), 1060 (421)80px
Bochum/Gelsenkirchen