Dąbrowa Górnicza ([; ]) ist eine kreisfreie Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien in Polen.
Geographie Lage Dąbrowa Górnicza liegt im Zagłębie Dąbrowskie, rund 16 km nordöstlich von Katowice. Sie wird von der Czarna Przemsza (Schwarzen Przemsa) und der Biała Przemsza (Weißen Przemsa) durchflossen. Infolge ihrer Lage am Rand des Industriegebietes existieren viele Grünflächen sowie vier künstliche Seen, deren letzter 2005 eröffnet wurde, die zum Baden und Wassersport genutzt werden. In den Wäldern im Osten der Stadt leben Biber. Dort im Stadtbezirk Błędów beginnt auch die nach ihm benannte Błędów-Wüste, ein 32 km² großes sandiges Gebiet.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 187,81 km², wovon 42 % landwirtschaftlich genutzt werden und 22 % bewaldet sind.Miasto Gmina Powiat Dąbrowa Górnicza auf regioset.pl (polnisch) Stand 12. April 2009
Stadtgliederung Die Stadt besteht aus 18 Stadtbezirken (Dzielnica miasta): Dąbrowa Górnicza, Błędów, Strzemieszyce Wielkie, Ujejsce, Ząbkowice, Łęka, Łosień, Okradzionów, Trzebiesławice, Strzemieszyce Małe, Tucznawa, Ratanice, Sikorka, Kuźniczka Nowa, Łazy, Marianki, Trzebyczka und Bugaj. Deren Grenzen sind jedoch nur konventionell und wurden durch die Stadtverwaltung nicht festgelegt. Die Einwohner unterscheiden auch einzelne Stadtviertel (Villenviertel oder Plattenbausiedlungen) im Stadtkern: Antoniów, Centrum, Dziewiąty, Gołonóg (mit Wohnsiedlungen Manhattan, Broadway, Kasprzak), Korzeniec (mit der Arbeiterkolonie und dem Stadtpark Zielona), Łęknice, Łosień, Mydlice, Piekło, Ratanice, Reden und Trzydziesty. Der Name des Stadtviertels Reden geht dabei auf die ehemalige Redensgrube zurück, die wiederum nach dem Berghauptmann Friedrich Wilhelm von Reden benannt wurde. 1977 bis 1984 gehörte auch Sławków zum Stadtgebiet Dąbrowas; seitdem ist es wieder selbstständige Stadt.
Geschichte Bis 1795 Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1755. Das schwach bewohnte Gebiet des heutigen Stadtzentrums umfasste um das Jahr 1600 die Pfarrei in Będzin. Der Wald Radocha trennte sie vom Territorium der Pfarrei in Sławków, die die größeren Ortschaften Strzemieszyce Wielkie, Strzemieszyce Małe, Łosień sowie das kleine Gołonóg und Okradzionów umfasste. 1675 wurde die erste selbständige Pfarrei in Gołonóg errichtet. Die heutige Stadtteile Ząbkowice, Sikorka und Tucznawa gehörten zur Pfarrei in Chruszczobród im Herzogtum Siewierz. Innerhalb des Herzogtums lagen die Stadtteile Ujejsce und Trzebiesławice in der Pfarrei von Siewierz. Alle diese älteren Ortschaften waren bis zur Zeit der Industrialisierung jahrhundertelang größer und wichtiger als die Ortschaft Dąbrowa.
Bis 1945 1795 wurde der Ort mit der dritten Polnischen Teilung Teil der neuen preußischen Provinz Neuschlesien. Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon wurde der Ort 1807 Teil des Herzogtums Warschau. Acht Jahre später gehörte er dann zum Königreich Polen. Dicke Steinkohleschichten im heutigen Stadtzentrum ermöglichten die rasche Entwicklung der Industrie. Während dieser Zeit entstanden auch die ersten Zinkhütten sowie die erste moderne Stahlhütte Polens. Deren Bau wurde durch die Polnische Bank finanziert und trug zum Namen Bankhütte bei (polnisch: Huta Bankowa). Sie wurde zur Zeit der Volksrepublik in Huta im. Feliksa Dzierżyńskiego umbenannt. In den Jahren 1824 bis 1829 wurde die erste moderne Arbeiterkolonie Reden gebaut. 1859 wurde Dąbrowa Górnicza an die Warschau-Wiener Eisenbahnlinie angeschlossen. 1905 kam es zu großen Streiks der Arbeiter in den Kohleminen um Dąbrowa Górnicza, die in einem Blutbad endeten. 1909 erhielt die Gemeinde von Dąbrowa erstmals das Adjektiv Górnicza (nach Bergarbeitern) im Namen, anfänglich die Dörfer Stara Dąbrowa und Gliniaki sowie acht Arbeiterkolonien (Huta Bankowa, Huta Cynkowa, Koszelew, Mydlice, Łabęcka, Reden, Dębniki und Gliniaków). Erst 1916 erhielt der Ort mit über 30.000 Einwohnern das Stadtrecht von den österreichischen Besatzern, dafür wurde er aber bereits drei Jahre später Sitz des Kreises. Die Gemeinde Górnicza, die die Orte Łosień, Kromołów, Niwka, Niegowa, Poraj, Rokitno Szlacheckie, Strzemieszyce, Włodowice, Zagórze und Żarki umfasste, wurde angeschlossen. mini|Zug im Bahnhof Dąbrowa Górnicza (um 1916) Zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gehörte das Revier, dem Dąbrowa Górnicza den Namen lieh, zum russischen Kongresspolen, Schlesien war preußisch und ab 1871 Teil des Deutschen Reiches. Auch nach 1920 war das Revier ein Teil der kleinpolnischen Woiwodschaft Kielce, während Ostoberschlesien eine autonome Woiwodschaft bildete. Im Jahr 1921 gab es in der Stadt mit einer Fläche von 8,3 km² im Powiat Będziński 1998 Häuser mit 39.860 Einwohnern. Es waren überwiegend polnische Römisch-Katholiken, aber auch u. a. 4304 Juden. In der Zeit der Sanacja gab es kontroverse Pläne der Angliederung des Gebiets an die Woiwodschaft Schlesien.Dariusz Majchrzak: (polnisch)
Beim Überfall auf Polen 1939 wurde die kleine Region von Deutschen besetzt, mit Oberschlesien vereint und völkerrechtswidrig dem Dritten Reich angegliedert. Der Ort wurde in Dombrowa umbenannt. territorial.de, Stadt Dombrowa, abgerufen am 22. Januar 2026 Dąbrowa kam zum Landkreis Bendsburg, die Juden aus der Region kamen in ein Ghetto (siehe auch: Jüdischer Friedhof (Dąbrowa Górnicza)).
1945 bis heute Ab 1945 war die Stadt wieder Teil Polens und der Woiwodschaft Schlesien; sie wurde zu einer Großstadt, als der Ort Gołonóg schrittweise – 1953 und 1960 – eingemeindet wurde. In den 1970er Jahren entstand im Osten das größte Stahlwerk Polens, Huta Katowice, heute Bestandteil des Mittal-Konzerns. Ząbkowice und Strzemieszyce Wielkie waren für einige Jahre selbständige Städte, aber wurden danach nach Dąbrowa Górnicza eingemeindet, ebenso die alte Stadt Sławków, die jedoch die Unabhängigkeit im Jahr 1984 wiedererlangte. Anfang der 1990er Jahre schloss das letzte Steinkohlen-Bergwerk KWK „Paryż“ (ehem. „Gen. Zawadzki“).
Von 1975 bis 1998 gehörte die Großstadt zur Woiwodschaft Katowice.
Kultur und Sehenswürdigkeiten 250px|mini|Kirche St. Maria und St. Antonius Museen Die Anfänge des städtisch Museum Sztygarka gehen auf das Jahr 1889 zurück, als man in der Bergbauschule eine mineralogische Sammlung anlegte. 1912 wurde daraus das Geologische Museum. 1986 wurden die historische Sammlung und das Geologische Museum zusammengeführt. 1997 wurde das Museum in den Besitz der Stadt überführt. Das Museum befindet sich im sogenannten Pavillon 1 auf dem Gelände der Bergbauschule.
Theater Der 1958 eröffnete Kulturpalast (Pałac Kultury Zagłębia) wird als Kino und Theater und Veranstaltungszentrum genutzt. Das Haus der Kultur (Dom Kultury) in Ząbkowice wird für verschiedene Theater- und Musikaufführungen genutzt.
Sehenswürdigkeiten Die Basilika Unserer Lieben Frau von den Engeln in Dąbrowa Górnicza aus dem Jahr 1900 und im Stadtteil Gołonog die Kirche St. Maria und St. Antonius aus dem Jahr 1675. Auch der im Stil des sozialistischen Realismus erbaute Revierkulturpalast (Pałac Kultury Zagłębia) gehört zu den interessanten Gebäuden der Stadt sowie das Dom Freja dem ehemaligen Wohnhaus der Eigentümer der Wassermühle Okradzionów und die 1918 errichtete Kolonia Huty Bankowej (Żeromskiego-Straße) für Bedienstete der „Huta Bankowa“.
Sport In der Stadt gibt es eine Fülle von Sportvereinen. Herauszuheben wäre der MKS Dąbrowa Górnicza mit seinen verschiedenen Abteilungen, insbesondere die Frauen-Volleyball- und Herren-Basketballmannschaft.
Wirtschaft und Verkehr mini|Huta Katowice mini|Hochofen 2 Der größte Arbeitgeber der Stadt ist die Huta Katowice, einst das größte Stahlwerk in Polen.
Dąbrowa Górnicza liegt an der Warschau-Wiener Eisenbahn (Bahnstrecke Warszawa–Katowice und Bahnstrecke Dąbrowa Górnicza Ząbkowice–Kraków) sowie an der Bahnstrecke Tunel–Sosnowiec. Mehrere Bahnhöfe befinden sich im Stadtgebiet, der wichtigste ist der Bahnhof Dąbrowa Górnicza, in der Kolejowa-Straße 3, nahe dem Stadtzentrum. Er bietet regionale und überregionale Verbindungen.
Durch die Stadt verlaufen die Droga ekspresowa S1 und die Droga krajowa 94 sowie die Woiwodschaftsstraßen Droga wojewódzka DW710 und DW910.
Im ÖPNV besteht eine Anbindung an das Netz der Oberschlesischen Straßenbahn. Dąbrowa Górnicza ist Teil des öffentlichen Nahverkehrsnetzes der Metropolregion Oberschlesien-Zagłębie, das vom Zarząd Transportu Metropolitalnego (ZTM) betrieben wird. Das Netz umfasst Bus- und Straßenbahnlinien im gesamten Ballungsraum.
Die Stadt ist außerdem an das Metropolen-Fahrradsystem Metrorower angeschlossen, mit zahlreichen Stationen in Dąbrowa Górnicza und den umliegenden Gemeinden.
Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Katowice (KTW) in Pyrzowice, etwa 28 km von Dąbrowa Górnicza entfernt.
Bildung In Dąbrowa Górnicza gibt es 21 Grundschulen, elf Mittelschulen und acht Gymnasien der verschiedenen Typen sowie eine Reihe weiterer berufsbildenden Schulen. Darüber hinaus gibt es noch eine städtische Bibliothek. In Dąbrowa Górnicza befindet sich der Hauptsitz der Akademia WSB (WSB Universität), einer bedeutenden privaten Hochschule in Polen.
Politik Stadtpräsident
An der Spitze der Stadtverwaltung steht ein Stadtpräsident, der von der Bevölkerung direkt gewählt wird. Von 2006 bis 2018 war dies Zbigniew Podraza (SLD). Seither ist Marcin Bazylak neuer Stadtpräsident.
Bei der Wahl 2024 trat Amtsinhaber Bazylak für sein eigenes Wahlkomitee an. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 1. Juni 2024. Marcin Bazylak (Wahlkomitee „Marcin Bazylak – Zusammen für Dąbrowa Górnicza“) 59,5 % der Stimmen Mateust Stępień (Prawo i Sprawiedliwość) 18,9 % der Stimmen Edward Bober (Wahlkomitee „Dąbrowskier Soziale Initiativen“) 14,5 % der Stimmen Katarzyna Zagajska (Wahlkomitee „Dąbrowskier Sozialer Aktivitätsverein“) 3,9 % der Stimmen Grzegorz Jaszura (Wahlkomitee „Dąbrowa 2030 – Koalition Dąbrowskier Rechte“) 3,2 % der Stimmen
Damit setzt sich Amtsinhaber Bazylak bereits im ersten Wahlgang für eine weitere Amtszeit durch.
Bei der Wahl 2018 trat Amtsinhaber Podraza nicht erneut an. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 5. August 2020. Marcin Bazylak (Sojusz Lewicy Demokratycznej / Lewica Razem) 34,2 % der Stimmen Robert Warwas (Prawo i Sprawiedliwość) 25,3 % der Stimmen Edward Bober (Wahlkomitee „Örtliches Verwaltungskomitee“) 22,8 % der Stimmen Katarzyna Zagajska (Wahlkomitee „Zusammen für Dąbrowa Górnicza“) 10,1 % der Stimmen Artur Borowicz (Koalicja Obywatelska) 7,6 % der Stimmen
In der Stichwahl setzte sich Bazylak mit 61,3 % der Stimmen gegen den PiS-Kandidaten Warwas durch und wurde neuer Stadtpräsident.
Stadtrat Der Stadtrat besteht aus 25 Mitgliedern und wird direkt gewählt. Die Stadtratswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 1. Juni 2024. Wahlkomitee „Zusammen für Dąbrowa Górnicza“ 31,7 % der Stimmen, 9 Sitze Koalicja Obywatelska (KO) 24,2 % der Stimmen, 7 Sitze Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 21,5 % der Stimmen, 5 Sitze Wahlkomitee „Gesellschaft der Freunde von Dąbrowa Górnicza“ 11,7 % der Stimmen, 3 Sitze Wahlkomitee „Dąbrowskier Soziale Initiativen“ 6,3 % der Stimmen, 1 Sitz Wahlkomitee „Dąbrowskier Sozialer Aktivitätsverein“ 1,8 % der Stimmen, kein Sitz Wahlkomitee „Dąbrowa 2030 – Koalition Dąbrowskier Rechte“ 1,5 % der Stimmen, kein Sitz Übrige 1,3 % der Stimmen, kein Sitz
Die Stadtratswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 5. August 2020. Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) / Lewica Razem (Razem) 27,3 % der Stimmen, 9 Sitze Prawo i Sprawiedliwość (PiS) 22,8 % der Stimmen, 6 Sitze Koalicja Obywatelska (KO) 15,2 % der Stimmen, 4 Sitze Wahlkomitee „Örtliches Verwaltungskomitee“ 12,8 % der Stimmen, 3 Sitze Wahlkomitee „Zusammen für Dąbrowa Górnicza“ 10,4 % der Stimmen, 2 Sitze