Der Weißbrauenschnäpper (Ficedula superciliaris) oder Brauenschnäpper ist ein asiatischer Singvogel aus der Familie der Fliegenschnäpper.

Merkmale Weißbrauenschnäpper erreichen eine Körperlänge von 10 bis 12 cm. Das Männchen ist oberseits tiefblau; auch die Seiten von Kopf und Hals sind tiefblau, seine Unterseite ist weiß. Das Weibchen hat graubraune Flecken an der Seite der Brust, das Rotbraun an Bürzel und an den Oberschwanzdecken fehlt. Ein auffälliger weißer Fleck zieht sich von der Kehlenmitte über die Brust bis zum Bauch. Der Umfang des Weißanteils an Überaugenstreif und Schwanz zeigt entlang des Himalaya-Vorlands von West nach Ost eine klinale Variation, die mitunter zur Abgrenzung von zwei Unterarten herangezogen wird:

Die westliche Unterart Ficedula superciliaris superciliaris (, 1840) aus dem westlichen Himalaya besitzt einen markanten weißen Überaugenstreif sowie weiße Basen an den äußeren Steuerfedern. Die östliche Unterart Ficedula superciliaris aestigma ( & 1847) aus dem östlichen Himalaya weist keine deutlich ausgeprägten weißen Abzeichen auf. Die ehemalige Unterart Ficedula superciliaris cleta (, 1954) in den Bergen von Südassam wird heute als Synonym zu F. s. aestigma betrachtet.

Lebensraum Der Lebensraum umfasst offene, gemischte Wälder aus Eichen, Rhododendren, Kiefern und Tannen; gelegentlich auch Obstgärten.

Verbreitung Im Sommer ist der Weißbrauenschnäpper ein häufiger Brutvogel im westlichen Himalaya von Jammu und Kashmir und Himachal Pradesh bis Uttarakhand (westliche Form). In Nepal existiert eine Übergangszone zur östlichen Form Ficedula superciliaris aestigma, die sich im östlichen Himalaya über Bhutan bis nach Arunachal Pradesh fortsetzt. Die Brutzeit ist in Höhenlagen zwischen 2000 und 2700 m zu beobachten, ausnahmsweise bereits ab 1800 m sowie bis 3200 m. Zudem ist die in den unteren Hügellagen von Meghalaya und Nagaland sowie in den Khasi- und Cachar-Bergen anzutreffen; diese Population wurde früher als dritte Unterart betrachtet. Die Winterwanderungen dieser Population sind unbekannt.

Im Winter wandert die Art in Zentralindien von Delhi südwärts bis in den Norden Maharashtras, nach Goa sowie ostwärts bis Andhra Pradesh und Odisha. Die überwinternden Populationen in den östlichen Bundesstaaten, möglicherweise aus Nepal/Sikkim, sind gemischt; ein beträchtlicher Teil weist ebenfalls einen weißen Überaugenstreif und weiße Basen an den Steuerfedern auf (siehe Beschreibung). Gelegentlich als Irrgast im Norden Bangladeschs.

Nahrungsverhalten Der Weißbrauenschnäpper ist meist einzeln, im Winter gelegentlich in gemischten Jagdtrupps anzutreffen. Er hält sich überwiegend in niedrigen Bäumen und Sträuchern auf und sucht im Blätterdach nach Nahrung, ohne sich weit ins Offene zu begeben. Die Individuen stellen ständig den Schwanz nach oben; dies ist häufig mit dem Aufstellen der Kopffedern und einem „trrr“-Laut verbunden, besonders in Nestnähe. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten. Die Tiere reagieren typischerweise stärker auf indirekte als auf direkte Reize im Zusammenhang mit der Einschätzung von Risiken.

Fortpflanzungsverhalten Die Brutzeit erstreckt sich von Mitte April bis Anfang Juli. Das Nest ist eine weiche Konstruktion aus feinem Moos mit einigen Rindenstreifen und feinem Gras, ausgekleidet mit Haaren und Wurzelfasern. Es wird in Höhlen oder Spalten von Bäumen bis in Höhen von sieben Metern oder in Mulden an steilen Böschungen errichtet. Die Art nimmt in Gärten von Höhenkurorten bereitwillig Nistkästen an.

Das Gelege besteht aus 3–5, meist 4 Eiern. Sie sind olivgrünlich bis stumpf steinfarben gefärbt, dicht mit rötlichbraunen Sprenkeln überzogen oder bei einem zweiten Typ vor allem am stumpfen Ende konzentriert und dort eine Kappe bildend.

Literatur Peter Clement und Eduardo de Juana (2020). Ultramarine Flycatcher (Ficedula superciliaris), version 1.0. In Birds of the World (Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal, David A. Christie und Eduardo de Juana, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA.

Weblinks

Einzelnachweise Richard Grimmett, Tom J. Roberts, Tim Inskipp, Clive Byers: Birds of Pakistan. A&C Black, 2009, ISBN 978-0713688009, S. 170.

Kategorie:Fliegenschnäpper