zentriert|350px|Europa nach dem Frieden von Aachen Mit dem Frieden von Aachenendet der Österreichische Erbfolgekrieg. zentriert|170px|Titelblatt der Erstausgabe von De l’esprit des Loix. Montesquieu veröffentlicht in Genf De l’esprit des loix. zentriert|170px|Leonhard Euler Leonhard Euler entdecktdie Eulersche Identität. 1748 in anderen Kalendern Armenischer Kalender 1196/97 (Jahreswechsel Juli) Äthiopischer Kalender 1740/41 (10./11. September) Bengalischer Solarkalender 1153/54 (Jahresbeginn 14. oder 15. April) Buddhistische Zeitrechnung 2291/92 (südlicher Buddhismus); 2290/91 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana) Chinesischer Kalender 74. (75.) Zyklus Jahr des Erde-Drachen 龙辰 (am Beginn des Jahres Feuer-Hase 丁卯) Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1110/11 (Jahreswechsel April) Dangun-Ära (Korea) 4081/82 (2./3. Oktober) Iranischer Kalender 1126/27 (um den 21. März) Islamischer Kalender 1160/1161/1162 (Jahreswechsel 1./2. Januar // 21./22. Dezember) Jüdischer Kalender 5508/09 (22./23. September) Koptischer Kalender 1464/65 (10./11. September) Malayalam-Kalender 923/924 Seleukidische Ära Babylon: 2058/59 (Jahreswechsel April) Syrien: 2059/60 (Jahreswechsel Oktober) Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1804/05 (Jahreswechsel April)
Im Jahr 1748 endet nach rund acht Jahren der Österreichische Erbfolgekrieg zugunsten Maria Theresias, deren Erblande im Sinne der Pragmatischen Sanktion weitgehend erhalten bleiben. Im Frieden von Aachen müssen die im Krieg gemachten Eroberungen im Großen und Ganzen zurückgegeben werden. Preußen unter Friedrich II. darf jedoch das eroberte Schlesien behalten.
Ereignisse Politik und Weltgeschehen Österreichischer Erbfolgekrieg
11. April: Die französische Armee unter Moritz von Sachsen beginnt mit der Belagerung von Maastricht. Die Pragmatische Armee aus Österreichern, Niederländern und Briten greift nicht ein, sondern wartet auf das Eintreffen der im Vorjahr zugesagten russischen Truppen. 24. April: In Aachen beginnen Friedensverhandlungen zwischen den streitenden Kriegsparteien im Österreichischen Erbfolgekrieg. Sie münden in den am 18. Oktober unterzeichneten Zweiten Aachener Frieden. 1. Mai: Maastricht kapituliert vor den französischen Angreifern.
18. Oktober: Durch Russlands militärische Hilfe beendet der Aachener Friede den Österreichischen Erbfolgekrieg zugunsten Maria Theresias. Er bestätigt die Pragmatische Sanktion und die britische Thronfolge für Hannover. Im Krieg gemachte Eroberungen werden von den beteiligten Mächten im Großen und Ganzen zurückgegeben. Die Herrschaft Preußens über Schlesien und die Grafschaft Glatz wird bestätigt. Österreich muss die Herzogtümer von Parma, Piacenza und Guastalla in Norditalien an Philipp, Herzog von Parma, und mehrere Territorien in der westlichen Lombardei an seinen Alliierten Karl Emanuel III., König von Sardinien, abtreten. Das Herzogtum von Modena und Reggio und die Republik Genua werden in ihrer früheren Ausdehnung wiederhergestellt. Mit dem Friedensschluss endet auch King George’s War zwischen Großbritannien und Frankreich in den Nordamerikanischen Kolonien als Teil der Franzosen- und Indianerkriege. Bezüglich des Handelskrieges zwischen England und Frankreich in Westindien, Afrika und Indien wird nichts festgelegt, der Friedensvertrag ist darum keine Basis für einen dauerhaften Frieden. In Frankreich gibt es eine allgemeine Empörung, weil man den Friedensvertrag als eine unnötige Aufgabe von Vorteilen ansieht, insbesondere wegen der im Krieg eroberten Österreichischen Niederlande.
Weitere Ereignisse im Reich
19. Januar: Nach dem Tod von Ernst August I. wird sein elfjähriger Sohn Ernst August II. Herzog von Sachsen-Weimar und Sachsen-Eisenach. Die Regentschaft übernimmt zunächst Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg, der den Minderjährigen zur Ausbildung an seinen Hof nach Gotha holt. 22. Dezember: Fürst Johann Nepomuk Karl von Liechtenstein stirbt nach dreijähriger Regierungszeit im Alter von 24 Jahren ohne legitimen Nachfolger. Sein Onkel Josef Wenzel, der das Land 1712 bis 1718 schon einmal regiert hat, übernimmt die Regierung neuerlich. Der Wasunger Krieg zwischen den beiden Ernestinischen Herzogtümern Sachsen-Gotha-Altenburg und Sachsen-Meiningen endet ohne erwähnenswerte Kampfhandlungen nach Vermittlung durch Preußen. Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg zieht seine Truppen aus Sachsen-Meiningen zurück
Süd- und Westasien
29. April: Ahmad Shah folgt seinem Vater Muhammad Shah nach dessen Tod als indischer Großmogul. Ahmad Shah gilt als gutherzig, aber willenlos, ungebildet und militärisch unerfahren. Die tatsächliche Staatsgewalt legt bei seinem Premierminister Safdar Jang, dem es jedoch nicht gelingt, das unter Muhammad Shah verfallene Mogulreich zu festigen. Rund ein Drittel des Heeres desertiert, weil das Reich nicht in der Lage ist, den Sold auszuzahlen. 1. Juni: Um die Nachfolge des verstorbenen Asaf Jah I. als Fürst von Hyderabad streiten vier Söhne und ein Enkel. 29. September: Ebrāhim Schah Afschār setzt seinen Bruder Adil Schah ab und lässt ihn blenden. Am 8. Dezember lässt er sich in Täbris zum Schah von Persien ernennen. Doch schon zwei Monate vorher ist mit Schah Ruch, dem Enkel Nadir Schahs, ein Gegenkönig in Maschhad aufgestellt worden.
Timor
Auf Timor beginnt ein Aufstand von tributpflichtigen Liurais gegen die mit Portugal verbündeten Topasse.
Wirtschaft
2. Januar: Das Bankhaus Gebrüder Bethmann wird in Frankfurt am Main gegründet. Auf Beschluss des Augsburger Fürstbischofs Joseph Ignaz Philipp von Hessen-Darmstadt wird die Fayencemanufaktur Göggingen eingerichtet. In Lorraine wird Villeroy & Boch gegründet.
Wissenschaft und Technik
1. Februar: Zwölf bremische Studenten des Gymnasiums Illustre gründen die Bremische Deutsche Gesellschaft, eine patriotische Sprach- und Gelehrtengesellschaft, die im Sinne der Aufklärung die Pflege der Geschichte, Literatur, Rhetorik und Poesie „zum Nutzen der Menschen“ zum Ziel hat. Vorbild ist die 1727 in Leipzig entstandene Deutsche Gesellschaft. 6. April: Unter Leitung von Roque Joaquín de Alcubierre beginnen Suchgrabungen auf dem Gelände des früheren Pompeji, das dieser allerdings für Stabiae hält. Mit seinen Methoden der Schatzgräberei richtet Alcubierre zahlreiche Zerstörungen an, die nur durch den Einfluss seines wissenschaftlichen Assistenten Karl Weber gemildert werden. Charles de Secondat, Baron de Montesquieu veröffentlicht in Genf anonym sein Hauptwerk De l'esprit des loix (dt. Vom Geist der Gesetze), in dem er sich unter anderem mit der Gewaltenteilung auseinandersetzt. David Hume veröffentlicht in London Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. Der Abbé Jean-Antoine Nollet entdeckt die Erscheinung der Dispersion (Osmosevorgänge) mit Hilfe von Weingeist und Wasser, die er in einer Schweinsblase einschließt. Leonhard Euler entdeckt die eulersche Identität, das ist die Relation zwischen der Eulerschen Zahl und der Ludolfschen Zahl in der Gleichung
mini|links|Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, sitzend, und seine naturwissenschaftlichen Berater Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, der in den habsburgischen Erblanden mitregierende Ehemann der österreichischen Monarchin Maria Theresia, kauft vom Florentiner Johann Ritter von Baillou die zu dieser Zeit größte Sammlung an Naturalien. Das Herz des Hof-Naturalien-Cabinets bilden 30.000 Objekte, darunter seltene Schnecken, Korallen, Muscheln sowie kostbare Edelsteine und seltene Mineralien, nach wissenschaftlichen Kriterien geordnet. Mehr als 100 Jahre später entwickelt sich daraus das Naturhistorische Museum Wien.
Kultur Bildende Kunst und Architektur
miniatur|Der Canaletto-Blick auf Dresden Bernardo Bellotto, genannt Canaletto malt Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff beginnt im Auftrag von Leopold II. Maximilian von Anhalt-Dessau mit dem Umbau und der Erweiterung des Dessauer Residenzschlosses.
Literatur
Clarissa, or, The History of a Young Lady epistolary novel, ein Briefroman des englischen Schriftstellers Samuel Richardson, erscheint. In den Jahren 1748–1753 bringt Vandenhoeck in Göttingen die deutsche Übersetzung von Johann David Michaelis heraus.
Musik und Theater
9. März: Das Oratorium Joshua von Georg Friedrich Händel hat seine Uraufführung am Theatre Royal in Covent Garden in London. Es wird bald zu Händels erfolgreichstem Oratorium. 23. März: Das Oratorium Alexander Balus von Georg Friedrich Händel auf das Libretto von Thomas Morell wird ebenfalls am Covent Garden Theatre uraufgeführt. 27. August: Die Uraufführung der Oper Pigmalion von Jean-Philippe Rameau mit einem Libretto von Ballot de Sauvot findet an der Grand Opéra Paris statt. Marie Fel singt die Rolle der Statue. Der Oper ist kein großer Erfolg beschieden. nach dem 18. Oktober: Georg Friedrich Händel komponiert die Feuerwerksmusik.
mini|Das alte Burgtheater, Umrissradierung von Carl Schütz Am Michaelerplatz in Wien wird das neu gestaltete Theater nächst der Burg eröffnet. Das Lustspiel Der junge Gelehrte von Gotthold Ephraim Lessing wird durch die Neubersche Truppe uraufgeführt.
Gesellschaft
28. April: Der schwedische König Friedrich I. stiftet an seinem Geburtstag den Nordstern-Orden. Der karikierend freimaurerische Mops-Orden wird verboten und löst sich auf.
Religion
29. Juni: In der Enzyklika Magnae nobis an den Primas, die Erzbischöfe und die Bischöfe des Königreichs Polen befasst sich Papst Benedikt XIV. mit Ehehindernissen und Dispensationen. 26. August: Mit dem Ministerium von Pennsylvanien wird von mehreren Pastoren in Philadelphia die erste evangelisch-lutherische kirchliche Körperschaft in Nordamerika gegründet. 27. September: In der Bulle Gloriosae Dominae gibt Papst Benedikt XIV. eine Erklärung zur Marienverehrung.
Historische Karten und Ansichten miniatur|zentriert|Türstock von 1748
Geboren Erstes Quartal 1. Januar: Giovanni Furno, italienischer Komponist († 1837) 6. Januar: Jean-Melchior d’Abadie, französischer Militär († 1820) 7. Januar: David Gilly, preußischer Baumeister († 1808) 10. Januar: Franziska von Hohenheim, Herzogin von Württemberg († 1811) 10. Januar: Christian Gottlob Biener, deutscher Jurist († 1828) 12. Januar: Ludwig Gottfried Madihn, deutscher Hochschullehrer und Universitätsrektor († 1834) 13. Januar: François Étienne de Rosily-Mesros, französischer Admiral († 1832) 27. Januar: Marie Anne George (Madame Du Titre), französische Hugenottin in Berlin († 1827) 30. Januar: Friedrich V., Landgraf von Hessen-Homburg († 1820) 3. Februar: Friederike von Reitzenstein, deutsche Schriftstellerin († 1819) 4. Februar: Matthias Gottfried Eichler, deutscher Zeichner und Kupferstecher († 1821) 5. Februar: Christian Gottlob Neefe, deutscher Komponist, Organist, Kapellmeister und Musikwissenschaftler († 1798) 6. Februar: Adam Weishaupt, deutscher Freimaurer, Autor, Hochschullehrer und Philosoph, Gründer des Ordens der Illuminaten († 1830) 9. Februar: Luther Martin, einer der Gründerväter der USA († 1826) 15. Februar: Jeremy Bentham, britischer Jurist und Philosoph († 1832) 20. Februar: Euchar von Adam, Leiter des Generalvikariats im Bistum Eichstätt († 1830) 25. Februar: Wilhelm Ludwig von Sydow, preußischer Beamter und Politiker († 1826) 29. Februar: Kan Chazan, japanischer Dichter und Gelehrter († 1828) 3. März: Heinrich Johann Otto König, deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer († 1820) 8. März: Daniel Klugkist, deutscher Jurist und Kommunalpolitiker, Senator und Bürgermeister von Bremen († 1814) 8. März: Wilhelm V., Fürst von Oranien und Nassau sowie Statthalter der Niederlande († 1806) 21. März: Franz Ernst Christoph Leuckart, deutscher Musikverleger, Kunst- und Musikalienhändler († 1817) 22. März: Sámuel Ambrózy, ungarischer Theologe († 1806)