mini|Bürogebäude G. F. Steinmeyer G. F. Steinmeyer & Co. in Oettingen war in den Jahren 1847 bis 2001 ein namhafter Hersteller von Harmonien und Orgeln. mini|Porzellanschild an op. 437 in Bad Weißenstadt (1891) mini|Firmenplakette in St. Christophorus (Mühlfeld) (1912) mini|Firmenplakette in Rehau (1960)
Geschichte Georg Friedrich Steinmeyer (1819–1901)
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1847 von Georg Friedrich Steinmeyer, der u. a. von Eberhard Friedrich Walcker ausgebildet worden war. Die Werkstatt stellte bis nach dem Ersten Weltkrieg über 6000 Harmonien her. Besondere Bedeutung und Bekanntheit hat Steinmeyer jedoch für den Orgelbau. Die Steinmeyer-Orgel für das Schützenhaus in Meiningen (1913) z. B. folgte Entwürfen von Max Reger. Auch die größte Kirchenorgel der Welt im Passauer Dom stammt ursprünglich von Steinmeyer (1928), ebenso die Orgel im Hamburger Michel (1960). Bereits 1914 und 1922 restauriere Steinmeyer die historischen Orgeln der Basilika Ottobeuren. Nennenswert ist auch die Steinmeyer-Hauptorgel in St. Lorenz in Nürnberg (1879/1937), diese ist heute die zweitgrößte Orgel Deutschlands (2002 von Klais renoviert und erweitert). Der Unternehmensgründer baute von Anfang an nur Kegelladen. Bis zum Jahr 1900 wurden 676 Orgeln und zahlreiche Harmonien geliefert. Sein Opus 1 von 1848 war die erste Kegelladenorgel in Bayern, sein Opus 2 von 1849 seine einzige Schleifladenorgel. Später war das Unternehmen auch an der Weiterentwicklung der Taschenladen beteiligt, bevor fast ausschließlich elektropneumatische Trakturen gefertigt wurden. Im Vergleich mit anderen Herstellern vollzog Steinmeyer die Wiedereinführung der mechanischen Schleiflade in den 1950er Jahren relativ spät., abgerufen am 6. Januar 2018. Im Jahr 1929 hatte Steinmeyer 1500 und am Ende fast 2400 Orgeln gebaut.
Johannes Steinmeyer (1857–1928)
Nach dem Tod von Georg Friedrich Steinmeyer im Jahr 1901 übernahm sein Sohn Johannes den Betrieb. Trotz der teilweise schwierigen wirtschaftlichen Lage in den 1920er Jahren wurden unter seiner Regie 750 Orgeln gebaut.
Hans Steinmeyer (1889–1970)
Johannes Steinmeyer hatte zwei Söhne: Hans (1889–1970) und Fritz (senior) (1895–1974). Hans Steinmeyer übernahm die Unternehmensleitung nach dem Tod des Vaters 1928. Unter seiner Leitung wurden ungefähr 700 neue Orgeln gebaut.
Fritz Steinmeyer junior (1918–2008)
Hans Steinmeyer übertrug im Jahr 1967 die Betriebsleitung seinem ältesten Sohn Fritz (junior) (1918–2008). Unter seiner Leitung von 1967 bis 1993 wurden noch ungefähr 240 Orgeln gebaut.
Paul Steinmeyer (1933–2019)
Paul Steinmeyer, der Sohn von Fritz senior (1895–1974), übernahm 1993 die Leitung von seinem Vetter Fritz junior. Der aktive Orgelbau wurde 2001 eingestellt. Zur Bewahrung und Verwaltung des historischen Gebäudebestandes, des Inventars sowie des weltweit einmaligen Orgelbauarchives wurde das Unternehmen in eine Vermögensverwaltung umgewandelt.
Der Orgelbauer Karl Göckel gründete im Jahr 2001 die Orgelbau Steinmeyer Inh. Karl Göckel e. K., die als „Orgelbau Steinmeyer GmbH“ firmiert.steinmeyer-orgelbau.de: Homepage der Firma, abgerufen am 7. Januar 2017.
Werke (Auswahl) Kursivschreibung zeigt an, dass die Orgel nicht mehr oder nur noch der Prospekt erhalten ist. In der sechsten Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand und zu Besonderheiten sowie Links mit weiterführender Information. Jahr Opus Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen18481FrankenhofenSt. Bartholomäuszentriert|160x160pxI/P10mit Kegelladen; 1968 durch op. 2201 ersetzt, steht seitdem in der Oettinger Werkstatt18492WindsfeldSt. GangolfI/P7einzige Schleifladenorgel des Firmengründers185511EmetzheimSt. Johannes der Täuferzentriert|160x160pxI/P9Pedalklaviatur wurde oben mit zwei weiteren Tasten erneuert und erweitert186026LindauSt. Stephanzentriert|160x160pxIII/P431923 und 1975 Neubauten durch Steinmeyer186554GerolfingenSt. Erhard160x160pxI/P10heute im Orgelzentrum Valley186866SalzburgChristuskirchezentriert|160x160pxII/P 15Theodor Mann spielte am 21. August 1884 die Orgel.Er meinte in seiner Reisebeschreibung, die im Jahr darauf veröffentlicht wurde, dass die Orgel eine der besten gewesen wäre, die er gesehen habe. Er überlieferte die Disposition, lobte die schöne Intonation, dann die weiche und geräuschlose Spielart und die dichten Bälge. Theodor Mann: Aus meiner Reisemappe. (Fortsetzung). In: Alexander Wilhelm Gottschalg (Hrsg.): Urania. Musik-Zeitschrift für Orgelbau und Orgelspiel insbesondere sowie für musikalische Theorie, kirchliche, instruktive Gesang- und Clavier-Musik. Band 42, Nr. 4 (Erfurt 1885), S. 51–53. Zit. nach: Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg. Dissertation. Universität Salzburg, 1982, , S. 164. → Orgel 1979 durch Gollini gravierend verändert, 2025 durch Lenter neu erbaut.186982Weidelbach (Dinkelsbühl)St. Ulrichzentriert|160x160px II/P13Besonderheit: Harmoniumregister Physharmonika 8′ im II. Manual187092SausenhofenEv. St. Michaelzentriert|160x160pxI/P7Kegellade; Pfeifen aus der Vorgängerorgel übernommen; Pedal nur 16′ mit Koppel; Calcant erhalten; Zinn-Prospektpfeifen von 1989187198TschirnSt. Jakobus d. Ä.zentriert|160x160pxII/P18Besonderheit: 2 Harmoniumregister, 1 Physharmonika 8′ im II. Manual und ein durchschlagendes Posaunenregister 16′ im Pedal. Klanglich und technisch im Originalzustand; restauriert 2021 → Orgel1871102Cheb (Eger)Friedenskirchezentriert|160x160pxII/P14Erster Neubau für Böhmen → Orgel1873115WienSt. Brigittazentriert|160x160pxII/P21Für die Weltausstellung 1873 in Wien errichtet, danach in die Pfarrkirche St. Brigitta übertragen → Orgel1874120VaduzKathedrale St. Florinzentriert|160x160pxIII/P33Disponiert und eingeweiht durch Joseph Gabriel Rheinberger. 2013 rekonstruierender Neubau durch Hermann Eule Orgelbau Bautzen (III/P, 48)Klaus Biedermann (Red.): Kirche und Orgel zu St. Florin in Vaduz. Herausgegeben von der Gemeinde Vaduz. Vaduz 2013, ISBN 978-3-905833-07-2, S. 120 ff.1875134Oettingen in BayernSt. Jakobzentriert|160x160pxII/P22neugotischer Prospekt; 1904 ersetzt durch op. 8441875137SommerhausenEv. St. Bartholomäuszentriert|160x160pxII/P19Prospektplanung von Leopoldo Retti / Johann Philipp Seuffert 17401875140RüdenhausenSt. Peter und Paulzentriert|160x160pxI/P11restauriert 1988 → Orgel1876145Fröschweiler/ElsassFriedenskircheII/P161877158Leutershausen/Ansbachev. Kirche St. Peter, BasilikaII/P20Disposition neobarock verändert1878171HainhofenSt. Stephanuszentriert|160x160px11Restauriert 2009 durch Orgelbau Knöpfler1878186IllschwangWehrkirche Illschwangzentriert|160x160pxI/P11Mechanische Kegellade1879187ErnhüllSt. Margarethenzentriert|160x160pxI/P5Original bis auf die Prospektpfeifen1880198StrullendorfSt. Laurentiuszentriert|160x160pxI/P11→ Orgel1880200MünchenFrauenkirchezentriert|160x160pxIII/P54nicht erhalten1883235BurghausenEhemalige Studienkirche St. Josefzentriert|160x160pxI/P10→ Orgel1883236DingolfingKlosterkircheII/P13Umbau einer Bittner-Orgel von 1867 → Orgel1884255DingolfingStadtpfarrkirche St. Johanneszentriert|160x160pxII/P341987 umgebaut und erweitert durch Jann → Orgel1884258WeiboldshausenSt. Nikolaizentriert|160x160pxI/P71885268HofStadtkirche St. Marienzentriert|160x160pxII/P241994/95 restauriert durch Firma Johannes Klais Orgelbau Bonn1885271Rothenburg ob der TauberSt. Johanniszentriert|160x160pxII/P261993 erweitert, 2004 restauriert1885276Bad Kissingenevangelische Erlöserkirchezentriert|160x160pxII/P22Umbau 1910 (Opus 1045)1885277DürrenmungenauEv. St. Jakobuszentriert|160x160pxI/P8Prospekt von Johann Jakob Bodechtel; 2017 Generalrenovierung → Orgel1885279Neunkirchen am BrandSt. Michaelzentriert|160x160pxII/P21Im historischen Prospekt aus der Zeit um 1810; 1985 neobarocker Umbau und Erweiterung auf 23 Register durch Krätzer, Nürnberg; 2012 Restaurierung und weitgehende Rückführung in den Originalzustand durch Klais (Opus 1906) → Orgel1886312München-GiesingHeilig-Kreuz-Kirchezentriert|160x160pxII/P301975 neues Werk von Orgelbau Eisenbarth mit III/P/42; Prospekt erhalten1887321WaalSt. Annazentriert|160x160pxII/P201887323PattendorfSpitalkirche St. JosefI/P9erhalten1887334HeilsbronnEv. Münster Heilsbronnzentriert|160x160pxII/P241959 durch opus 1975 ersetzt1888355WeichshofenSt. GeorgI/P10→ Orgel1888358LaaberbergPfarr- und Wallfahrtskirche Mariä OpferungI/P10erhalten1889376LeupoldsgrünEv.-luth. Pfarrkirchezentriert|160x160pxII/P141862 umgebaut, 1997 restauriert1889389HarburgEvangelisch-Lutherische Stadtpfarrkirche St. Barbararahmenlos|zentriert|160x160pxII/P14erhalten, 1971 neobarock verändert (Deininger & Renner), 2017 Rückbau durch Orgelbau Kubak, Erweiterung auf 18/II/P → Orgel1890399PommersfeldenSchloss Weißenstein Schlosskapellezentriert|160x160pxI/P5Der Prospekt an der Brüstung besteht aus Blindpfeifen. Das Werk befindet sich in einem eigenen Gehäuse hinter dem Spieltisch. → Orgel1890403KonradsreuthEv.-luth. Pfarrkirchezentriert|160x160pxII/P16hinter barockem Prospekt → Orgel1890410TittmoningAllerheiligenkirchezentriert|160x160pxII/P 14→ Orgel1890412LandshutSt. Jodokzentriert|160x160pxII/P301966 Umbau durch Gerhard Schmid→ Orgel1891435KnottenriedSt. Oswaldzentriert|160x160pxI/P5231 klingende Pfeifen1891437WeißenstadtStadtkirche St. Jakobuszentriert|160x160pxII/P182006 Restaurierung durch Orgelbau Sandtner1892447HallersteinDorfkirchezentriert|160x160pxI/P9→ Orgel1892449NeufraunhofenSchlosskirche St. Johann Baptistzentriert|160x160pxI/P7erhalten→ Orgel1892452Neustadt am KulmEvangelische Stadtpfarrkirchezentriert|160x160pxII/P161985 von Hey Orgelbau restauriert1892456Murnau am StaffelseeSt. NikolausII/P241970 durch Neubau ersetzt1893471RöckingenEv. St. Laurentiuszentriert|160x160pxII/P14Pneumatik mit Keilbälgen1893490OberammergauSt. Peter und Paulzentriert|160x160pxII/P30Mit hinzugefügtem Rückpositiv erhalten. → Orgel1893491EglfingSt. Martinzentriert|160x160pxI/P10Neubau unter Übernahme von fünf Registern und des Barockprospekts1894506PleinfeldPetruskirchezentriert|160x160pxI/P 6 → Orgel1894510BambergSt. Martinzentriert|160x160pxII/P 38Restaurierung durch Hermann Eule → Orgel1894511Landau an der IsarSt. Maria im SteinfelsI/P4→ Orgel1894514München-HaidhausenSt. Johanneszentriert|160x160pxII/P151912 umgesetzt, 1920 nochmals, nach St. Johannes der Täufer Sömmersdorf (Bild), klassizist. Prospekt1894525DöbraBartholomäuskirchezentriert|160x160pxII/P18→ Orgel1895536ScheideggSt. Galluszentriert|160x160pxII/P24Erweitert und restauriert 2008 → Orgel1896566GöggingenSt. Johanneszentriert|160x160pxII/P15Als drittes Manual ist ein Harmonium eingebaut1897604Weiler im AllgäuSt. Blasiuszentriert|160x160pxII/P332011 restauriert → Orgel1900684EdelsfeldSt. Stephanus (evangelisch)zentriert|160x160pxI/P9im Gehäuse von Elias Hößler. 2019 Restaurierung Orgelbau Rainer Kilbert1900698KersbachSt. Johannes Baptist und St. Ottilierahmenlos|zentriert|160x160pxII/P122020 generalsaniert1901721MünchenErlöserkirchezentriert|160x160pxII/P 211938 erweitert von Albert Moser auf III/38, späterer Umbau durch Schmid. → Orgel1901725WüstenselbitzDr.-Martin-Luther-Kirchezentriert|160x160pxII/P13→ Orgel1901728Aeschach (Lindau)Christuskirche II/P262001 restauriert Orgelbau Knöpfler → Orgel1901730LintachSt. Walburgazentriert|160x160pxI/P8im Gehäuse von Funtsch 1747, Sanierung Orgelbau Rainer Kilbert um 1990, Sanierung Orgelbau Bäumler 20251902748IllereichenMariä Himmelfahrtrahmenlos|zentriert|160x160pxII/P13Pneumatische Taschenladenorgel, 1980 von der Orgelbauwerkstätte Adolf Sandtner / Steinheim in der Registerzusammensetzung verändert und durch eine pneumatische Zusatzlade im II. Manual erweitert.1903788SteinenSt. Peterrahmenlos|zentriert|160x160pxII/P17pneumatische Traktur mit Membranladen,