Die Clonorchiose ist eine durch Befall mit dem Chinesischen Leberegel verursachte Erkrankung. Sie ist in Ostasien (Volksrepublik China, Taiwan, Vietnam, Japan, Korea) endemisch. Fälle in Europa sind die Ausnahme und fast immer eingeschleppt. Die Anzahl der Infizierten wird auf 20 bis 30 Millionen Personen geschätzt.
Krankheitsbild Da die Egel in den intrahepatischen Gallenwegen leben, verursacht der Befall Wucherungen der Epithelien und bindegewebige Umbauten im Leberparenchym. Eine Erhöhung des Risikos für Gallengangskrebs wurde festgestellt.
Das Ausprägung des Beschwerdebilds ist abhängig von der Anzahl der im Körper parasitierenden Egel. Ein Befall mit 20–200 gilt in Endemiegebieten als nicht ungewöhnlich. Hier kann es bereits zu Oberbauchschmerzen, Völlegefühl und leichter Gelbsucht und Abflussstörungen der Gallenwege auf. Bei massivem Befall mit 1.000 bis 20.000 Parasiten bilden sich blutiger Durchfall, Bauchwasser, Anämie und Wassereinlagerungen an den Beinen aus. Als Komplikationen können sich lebensbedrohliche Leberabszesse und eine Leberzirrhose ausbilden.Heinz Mehlhorn: Die Parasiten des Menschen - Erkrankungen erkennen, bekämpfen und vorbeugen. Berlin, 2022, 8. Auflage, S. 147–149
Diagnose und Therapie Die etwa 30 µm großen Eier sind im Stuhl nachweisbar. Sie lassen sich unter dem Lichtmikroskop anhand ihrer „Glühbirnenform“ leicht erkennen.
Der Erregernachweis ist auch über PCR möglich, aber nicht üblich. Es gibt auch serologische Testmethoden, diese leiden aber an Kreuzreaktivitäten mit anderen Wurmerkrankungen.Rajendran Prabha: Clonorchiasis. in Subhash Chandra Parija, Abhijit Chaudhury (Hrsg.): Textbook of Parasitic Zoonoses. Singapur, 2022, S. 283–291
Zur Behandlung stehen Praziquantel und Albendazol zur Verfügung. Die beste Prophylaxe ist der Verzicht auf den Verzehr roher Fische, wie sie in weiten Teilen Asiens zur traditionellen Küche gehören.
Die Ansprechrate bei der Behandlung mit Praziquantel sind über 96 % nach zweitägiger Einnahme. In Endemiegebieten werden auch oft Einzeldosen als Behandlung abgegeben.
Forschungsgeschichte
Der Parasit wurde erstmals von James McConnell 1874 einem britischen Pathologen in Kalkutta bei der Obduktion eines chinesischen Verstorbenen beschrieben. 1877 wurde der erste Fall in Japan durch Kenso Ishisaka beschrieben. 1911 und 1918 wurden durch japanische Forscher Fisch und Schnecken als Wirte des Leberegels entdeckt.
Literaturverweise
Kategorie:Parasitose des Menschen Kategorie:Tropenkrankheit Kategorie:Leber