Die Bundesstraße 2 (Abkürzung: B 2) ist mit rund 845 Kilometern die längste und eine der ältesten Bundesstraßen Deutschlands. Sie durchquert Deutschland in Nord-Süd-Richtung von der deutsch-polnischen Grenze bei Gartz (Oder) bis zur deutsch-österreichischen Grenze bei Mittenwald. Ihr historischer Vorläufer ist die mittelalterliche Via Imperii.

Geschichte Die Bundesstraße 2 verläuft – im Nordosten Deutschlands beginnend – durch die Bundesländer Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern. Sie entspricht etwa dem Verlauf der historischen Reichsstraße Via Imperii, bis auf die Abschnitte zwischen Leipzig und Hof (dort B 93 und B 173) und zwischen Augsburg und Oberau (dort B 17 und B 23).Vgl. die Landstraßenkarte von 1501 von Erhard Etzlaub, Liechtenstein Map Collection (Houghton Library), Harvard University Library Zwischen Berlin und Nürnberg verläuft sie im Wesentlichen nahezu parallel zur Bundesautobahn 9.

Ursprünge

Im Jahr 1816 entstand die Straße Potsdam – Wittenberg, 1828 entstand die Straße Berlin – Schwedt – Stettin.

Frühere Strecken und Bezeichnungen Staatsstraße Nr. 12: Augsburg – Donauwörth – Nürnberg Staatsstraße Nr. 37: (Gebenbach –) Hof – Schleiz Staatsstraße Nr. 86: München – Weilheim – Partenkirchen Staatsstraße Nr. 100: Nürnberg – Hof – Plauen

Die B 2 übernimmt ihren Verlauf im heutigen deutschen Gebiet weitgehend von der 1932 eingerichteten Fernverkehrs-, später: Reichsstraße 2, die bis 1945 von der heutigen deutsch-polnischen Grenze über Stettin, Köslin, durch den ab 1918 polnischen Korridor und Danzig bis an die Weichsel bei Dirschau (heute: Tczew) weiterführte. Dort mündete sie in die frühere Reichsstraße 1 (Aachen – Berlin – Königsberg). Dieser heute polnische Teil hat keine durchgehende Straßennummerierung. Abweichend von der ursprünglichen Streckenführung führt die Straße seit Mitte der 1930er Jahre zwischen Leipzig und Hof über Gera, während der Verlauf zuvor über Altenburg, Zwickau und Plauen gegangen war.

Nach dem im Jahr 1938 erfolgten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurden die Seefelder Straße und Brennerstraße (Scharnitz – Zirl – Innsbruck – Brenner) bis 1945 ebenfalls als Reichsstraße 2 geführt. Sie entsprach mit ihrem Verlauf durch Schwaben, Südbayern und Tirol teilweise der ehemaligen Via Raetia.

In den 1970er Jahren musste die damalige F 2 südlich von Leipzig wegen des Braunkohletagebaus Zwenkau verlegt werden. Sie führt seitdem südlich von Zwenkau über ehemaliges Abraumgelände nach Osten, wo in Großdeuben die ebenfalls verlegte B 95 einmündet. Von hier verläuft sie vierspurig in die Leipziger Innenstadt.

Streckenverlauf (ausführlich) Im Folgenden werden auch die von der B 2 aus erreichbaren Sehenswürdigkeiten am Rande der Strecke beschrieben.

Brandenburg – Berlin – Brandenburg Die B 2 beginnt an der polnischen Grenze als Fortsetzung der von Stettin kommenden Nationalstraße 13 etwa einen Kilometer östlich des Dorfes Rosow und durchquert das Bundesland Brandenburg von Nordosten nach Südwesten. Hinter Schmargendorf bei Angermünde bis zum Autobahndreieck Kreuz Barnim am Berliner Ring A 10 ist die B 2 unterbrochen, der Verkehr wird über die B 198 und die Autobahn A 11 geführt.

Rosow – Schwedt/Oder Bis 1945 begann die heutige Bundesstraße 2 als Reichsstraße 2 in Danzig. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs beginnt sie seit 1945 am Grenzort Rosow wenige Kilometer südlich des Autobahngrenzübergangs der A 11. Durch die Stadt Gartz und am Schwedter Ortsteil Vierraden vorbei führt sie durch Tabakpflanzungen nach Schwedt, einer Stadt mit erdöl- und zelluloseverarbeitender Industrie, in der ein Straßenübergang in das polnische Chojna (Königsberg in der Neumark) abzweigt.

Schwedt/Oder – Berlin In Schwedt ist die B 2 eine großzügige Ortsumgehung, die gleichzeitig die PCK-Raffinerie und die B 166 (als Verlängerung der A 20) anbindet. Südlich davon ist die Bundesstraße bis Pinnow mit 2 + 1 Fahrstreifen ausgebaut.

mini|Die B 2 südlich von Angermünde|links

Weithin sichtbar ist dann die Marienkirche der ehemaligen Kreisstadt Angermünde, welche die Straße durch eine in den 1960er Jahren erbaute Ortsumfahrung nordwestlich hinter sich lässt. Hier quert sie die Bahnstrecken Angermünde – Bad Freienwalde (inzwischen stillgelegt), Berlin – Angermünde – Szczecin und Angermünde – Schwedt kreuzungsfrei. Zwischen dem Angermünder Ortsteil Herzsprung und dem Autobahndreieck Kreuz Barnim ist die B 2 unterbrochen. (PDF; 5,3 MB)

Der alte Verlauf durch Chorin mit dem ehemaligen Zisterzienser-Kloster sowie der Verlauf über Eberswalde und Bernau wurde 2003 zur L 200 herabgestuft. Die Bundesstraße 2 beginnt wieder am Autobahndreieck Barnim, führt an Lindenberg vorbei und erreicht nach etwa 3,5 Kilometern die nordöstliche Berliner Stadtgrenze. Die Stückelung von Bundesstraße bei Ortsdurchfahrten ist möglicherweise wegen der Zuständigkeiten zur Pflege und Reparatur der vielbefahrenen Verkehrsstrecke erfolgt: Nun muss das Bundesland Brandenburg in Orten die Finanzierung übernehmen.

Berlin mini|B 2 entlang der Berliner Allee in Berlin-Weißensee|linksDie Bundesstraße durchläuft Berlin in südwestlicher Richtung. Das Stadtgebiet beginnt im Ortsteil Stadtrandsiedlung Malchow des Bezirks Pankow. Der amtliche Straßenname bis zur Einmündung des Blankenburger Pflasterwegs ist Bundesstraße 2 (mit Straßenschild), eine Namensvergabe wurde nötig für die georeferenzierbare Adressierung der anliegenden Grundstücke.

So ist „Bundesstraße 2 Nr. 20“ das anliegende Umspannwerk Malchow, das östlich im angrenzenden Lichtenberger Ortsteil Wartenberg liegt. Nach 2,2 Kilometern auf Berliner Gebiet wechselt der Straßenname im Ortsteil Malchow zu Dorfstraße, weiter führt die Trasse auf der Malchower Chaussee und wechselt nach Weißensee.

Der weitere Verlauf führt über die Berliner Allee nach Prenzlauer Berg entlang der Greifswalder Straße und Otto-Braun-Straße zur historischen Mitte Berlins. Am Alexanderplatz treffen die B 1, die B 2 und die B 5 zusammen. Ab hier bildet die B 2 mit der B 5 eine gemeinsame Trasse. Diese führt am Alexanderplatz vorbei via Alexanderstraße und Karl-Liebknecht-Straße.

Dann führt die B 2 in Ost-West-Richtung auf der Museumsinsel über die Spree und verläuft auf dem Boulevard Unter den Linden zum Pariser Platz. Ursprünglich durchquerte die B 2 hier das Brandenburger Tor. Nach der Umgestaltung des Pariser Platzes zu einer Fußgängerzone muss der Platz nördlich über Wilhelmstraße, Dorotheenstraße und Ebertstraße umfahren werden. Die für die Umfahrung ausgewiesenen Straßen wurden jedoch nicht zu einer Bundesstraße heraufgestuft.Bekanntmachung vom 21. Februar 1991 zur Festsetzung der Ortsdurchfahrten gemäß § 5 Absatz 4 des Bundesfernstraßengesetzes veröffentlicht im Amtsblatt für Berlin 41. Jahrgang Nr. 15 vom 22. März 1991 und Auskunft von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Berlin) Abt. X -Tiefbau-, Objektbereich Straße; abgerufen am 30. November 2016.

Am Platz des 18. März setzt die B 2 ihren historischen Verlauf im Ortsteil Tiergarten fort und heißt ab hier Straße des 17. Juni. Vorbei an der Siegessäule und dem Ernst-Reuter-Platz führt die Straße über den Theodor-Heuss-Platz und die Heerstraße durch den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. In der Überquerung der Havelniederung über die Stößensee- und Freybrücke erreicht sie den Bezirk Spandau. An der Kreuzung mit der Wilhelmstraße knickt die B 2 in südwestliche Richtung ab (hier endet auch der auf gleicher Trasse geführte Verlauf mit der B 5), durchquert als Potsdamer Chaussee die Groß-Glienicker und die Gatower Heide und verlässt an der südwestlichen Stadtgrenze Berlin.

Potsdam – Lutherstadt Wittenberg Wiederum wird das Land Brandenburg durch die Bundesstraße 2 im Stadtgebiet Potsdam, Ortsteil Groß Glienicke, erreicht. Der weitere Verlauf führt in einem Bogen um den Krampnitzsee, kommt über die Potsdamer Ortsteile Fahrland und Neu Fahrland und der Überquerung des Sacrow-Paretzer Kanals an der sehenswerten russischen Kolonie Alexandrowka vorbei. Über die Nedlitzer Straße, Am Schragen, Jägerallee und Hegelallee wird an deren westlichem Ende der Abzweig der B 273 erreicht. Die B 2 verläuft weiter über die Schopenhauerstraße, den Luisenplatz, Zeppelinstraße, die Breite Straße, die sie teilweise parallel mit der Bundesstraße 1 nutzt, überquert über die Lange Brücke die Havel und passiert den Potsdamer Hauptbahnhof. Im weiteren Verlauf hat sie auf rund einen Kilometer Länge zwei parallele Führungen, einmal als Leipziger Straße und Michendorfer Chaussee und zum anderen als Brauhausberg verläuft die Straße vorbei am Telegrafenberg in südlicher Richtung und verlässt Potsdam, indem sie den Berliner Außenring der Bahn überquert. Michendorf wird östlich auf einer Umgehungsstraße umfahren. Südlich von Michendorf besteht ein Anschluss an die A 10 (Berliner Ring).mini|Die B 2 auf dem 1804 errichteten Damm durch die Seddiner Seen|links

Zwischen Michendorf und Beelitz durchquert die Straße auf einem 1804 errichteten Damm die Seddiner Seen. Bis zum Bau des Dammes verlief die Verbindung Potsdam – Beelitz auf einer Poststraße östlich um den See herum über Kähnsdorf und Saarmund. Die Stadt Beelitz, die in einem bekannten Spargel­anbaugebiet liegt, wird ebenfalls über eine östlich der Stadt verlaufende Umgehungsstraße umfahren. Die Straße erreicht Treuenbrietzen, danach wird der Fläming überquert: Hier befindet sich die Wasserscheide zwischen Havel und Elbe. Der dort liegende Treuenbrietzener Ortsteil Marzahna ist der letzte Ort der B 2 im Bundesland Brandenburg.

Sachsen-Anhalt Ab der Landesgrenze von Brandenburg verläuft die B 2 durch das Bundesland Sachsen-Anhalt, durchquert Sachsen, verläuft dann wieder auf einem relativ kurzen Stück durch Sachsen-Anhalt und erreicht dann Thüringen.

Lutherstadt Wittenberg Nach Überqueren der Landesgrenze wird mit Kropstädt der erste Ortsteil der Lutherstadt Wittenberg erreicht. Das geschlossene Siedlungsgebiet der Stadt beginnt mit der Berliner Chaussee, einer abschüssigen Allee mit altem Baumbestand. Der Übergang vom Fläming in die Elbaue lässt gleichzeitig erste Blicke auf die Altstadt und die weltberühmten Reformationsstätten zu. Im Bereich der Altstadt folgt die Berliner Straße der ehemaligen Stadtbefestigung, um dann den Kreuzungskomplex Amtsgericht zu erreichen – von dort ist die Schlosskirche zu sehen. Über die Hafenbrücke (über die Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau) wird die Südumfahrung Wittenberg erreicht – die B 2 wird vierstreifig und vereint sich mit der B 187. An der Ampelkreuzung Elbbrücke trennen sich beide Bundesstraßen wieder. Die B 2 überquert die Elbe über die im Jahr 2000 eröffnete vierstreifige Elbbrücke.

Lutherstadt Wittenberg – Bad Düben mini|links|Lutherstein

Nach Passage der Elbbrücke werden bis zum Ortsteil Pratau noch mehrere Flutbrücken passiert: der eingedeichte Bereich der Elbe ist hier zwei Kilometer breit. Die Ortsumgehung von Eutzsch wurde im August 2019 in Betrieb genommen. Südlich des Ortes zweigt die B 100 nach Bitterfeld und 1,5 Kilometer südöstlich die B 182 nach Torgau ab.

Bei Kemberg verlässt die B 2 die Elbaue und erreicht die Dübener Heide – ein landschaftlich reizvoller sowie wildreicher Abschnitt. An der Strecke befindet sich ein Denkmal von historischer Bedeutung, der Lutherstein. Bis hierher soll Martin Luther im Jahr 1519 von Wittenberger Studenten begleitet worden sein, als er zum Streitgespräch nach Leipzig zur Disputation mit Johannes Eck aufbrach. Danach wird Eisenhammer erreicht, eine kleine Siedlung in völliger Waldlage – durchschnitten von der Bundesstraße. Hier befindet sich die letzte produzierende Köhlerei der Dübener Heide. Letzter Ort vor der Landesgrenze zu Sachsen ist Tornau. Von hier aus kann man Söllichau und das NVA-Bunkermuseum Kossa erreichen.

Sachsen Bad Düben – Leipzig