mini|Gersbach mini|Kapelle zum Gekreuzigten Heiland

Gersbach (fränkisch: GäaschbaR. Schuh: Gunzenhausen, S. 105. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „gęəšbå“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Mitteleschenbach im mittelfränkischen Landkreis Ansbach in Bayern. Gersbach liegt in der Gemarkung Mitteleschenbach.

Geografie Durch das Dorf fließt der ErlbachDer Mittellauf des Erlbachs wird bis etwas oberhalb von Gersbach auch Mühlbach genannt., der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist, und der AltbachDer Altbach wird auch als Mitteleschenbacher Dorfbach bezeichnet. mündet im Ort als rechter Zufluss des Erlbachs. Im Nordosten grenzt das Waldgebiet Kummerstall an. 0,25 km südlich liegt der Haselmühlweiher. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße AN 15, die nach Mitteleschenbach (1,5 km südlich) bzw. nach Windsbach zur Staatsstraße 2223 führt (2,5 km nördlich).

Geschichte Der Ort wurde 1272 als „Gerwigesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. 1283 schenkte Albrecht Rindsmaul zu Wernfels dem Kloster Heilsbronn „Gerrichsdorf“, das zu dieser Zeit aus einer Hube, zwei Lehen, einem Fischwasser und einer Mühle bestand. 1287 tauschte der Eichstätter Bischof Reinboto mit dem Kloster dessen Besitzungen in „Gerichsdorf“ gegen bischöfliche Besitzungen in Mörlach. Der Ortsname hat als Bestimmungswort den Personennamen „Gērrīch“ bzw. „Gērwīg“. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.R. Schuh: Gunzenhausen, S. 106.

Laut dem Salbuch des Hochstifts Eichstätt, das um 1300 aufgestellt wurde, gab es in Gersbach sechs Anwesen (zwei Lehen, einer Hube und drei Mühlen).Nach R. Schuh: "Gunzenhausen", Seite 106, zählte nur eine Mühle – die „novum molendium“ – dazu. Die „Swadermühl“ und die „Haselmůl“ werden bei F. Eigler: Schwabach, S. 78 mit dazugerechnet.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Gersbach vier Mannschaften verzeichnet: die zwei Höfe und zwei Mühlen unterstanden dem Kastenamt Spalt. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 13. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 730. Dieselben Angaben finden sich eichstättischen Salbuch von 1615. 1665 wurde außerdem noch eine Sölde aufgeführt. Der Ort, der im Dreißigjährigen Krieg komplett abgebrannt wurde, war zu diesem Zeitpunkt noch verödet.Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 190I no 114 fol. 131 f. Zitiert nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 106.

In den Vetterschen Beschreibung des Oberamts Windsbach von 1732 wurden für „Gehrsbach“ zwei Mühlen, zwei Höfe und ein Gütlein verzeichnet, die alle dem Kastenamt Spalt unterstanden. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 120II no. 69aIII fol. 133 f. zitiert nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 106.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Gersbach mit Hasel- und Neumühle eine Realgemeinde bestehend aus fünf Anwesen (ein Hof, zwei Halbhöfe, zwei Mühlen). Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über die Anwesen hatte das Kastenamt Spalt inne. Neben den Anwesen gab es noch ein Gemeindehirtenhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 858.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 313: „Eichstättischer Weiler von 5 Unterthanen, zum Pfleg- und Kastenamte Wernfels Spalt gehörig und nach Mitteleschenbach gepfarrt, liegt davon nur eine viertel Stunde nördlich entfernt, an dem Bache gleichen Nahmens Gersbach, welcher in diesem Weiler 2 Mühlen treibt, und sich mit der fränkischen Rezat bey Untereschenbach vermischt.“ Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1001.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Gersbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Mitteleschenbach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mitteleschenbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 32 43 52 65 76 88 70 105 70 73 59 43HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 5 6 10 12 13 14 15 15 Quelle Gersbach: 35 Einwohner, 5 Häuser; Haselmühle: 8 E., 1 H. Gersbach: 45 Einwohner; Haselmühle: 7 E. Gersbach: 56 Einwohner; Haselmühle: 9 E. Gersbach: 61 Einwohner, 9 Wohngebäude; Haselmühle: 15 E., 1 Wgb. Im Original: 15 E. Es ergibt sich aber eine Differenz von 90 E. zwischen der Zahl der Gesamtgemeinde und der Ortsteile.

Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Nikolaus (Mitteleschenbach) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt.

Wirtschaft und Infrastruktur Wasserwerk Als sich zum Ende des 19. Jahrhunderts die Ansbacher Quellen als zu unergiebig und als zu verunreinigt erwiesen, um die Trinkwasserversorgung der Stadt auch künftig zu gewährleisten, entschloss sich die Stadt zu einer auswärtigen Wasserzuführung. 1896 beschloss der Rat, das Wasser aus den Quellen bei der Gersbacher Mühle über die Entfernung von 25 Kilometer und einen Höhenunterschied von etwa 100 Meter in die Stadt zu leiten. Ausschlaggebend war neben der Wassermenge von 50 Litern/Sekunde auch die Reinheit und der gute Geschmack.

Der Nürnberger Wasserbauingenieur Heinrich Kullmann erhielt 1898 den Auftrag zur Errichtung des Wasserwerkes in Gersbach, das über eine Hochdruckwasserleitung Ansbach beliefern sollte. Für den Bau waren 1,5 Millionen Goldmark veranschlagt.

Das Wasser wurde aus zwölf Quellen gezapft; nötige Stollen wurden durch italienische Bergleute vorgetrieben. Im Gersbach entstand eine Aufbereitungsanlage, deren Schornstein weithin sichtbar ist. Über eine Leitung mit 275/225 Millimeter Nennweite wurde das Wasserwerk mit dem zeitgleich in Ansbach errichteten Hochbehälter für 1800 Kubikmeter Wasser verbunden. Nach seiner Fertigstellung im November 1900 versorgte das Wasserwerk 1184 Haushalte in Ansbach mit Trinkwasser.

Da sich das Wasserwerk auf Grund des stetig steigenden Trinkwasserbedarfs bald als nicht mehr ausreichend erwies, wurden während des Ersten Weltkrieges zwischen 1915 und 1917 unter Einsatz von Kriegsgefangenen die Anlagen weiter ausgebaut und neue Brunnen gefasst.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Bevölkerungszuwachs der Stadt Ansbach zu Wassermangel und trotz erneuter Erweiterung war das Gersbacher Wasserwerk 1960 an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gelangt. Die Trockenheit des Jahres 1963 führte schließlich zur Errichtung eines weiteren Wasserwerks in Schlauersbach, das 1966 in Betrieb ging.

Seit dem Jahre 2004 erfolgt am Rande von Gersbach der Neubau eines Wasserwerkes der Stadtwerke Ansbach, das im Jahre 2007 fertiggestellt werden und das alte ersetzen soll.

Sonstiges Durch Gersbach verläuft der Wanderweg Stilla-Weg von Wolframs-Eschenbach nach Abenberg.

Eine von Mitteleschenbach über das Drudenbrünnlein und den Haselmühlweiher kommende Radwanderroute führt über Gersbach am Erlbach abwärts zur Kugelmühle.

In Gersbach befindet sich ein Damwildgehege.

Baudenkmäler Bedeutendstes Bauwerk des Ortes ist die Kapelle Zum Gekreuzigten Heiland, die einst als Wallfahrtskapelle der Pfarreien Ornbau, Arberg, Großenried und Herrieden diente. In den Jahren 2001 und 2002 wurde sie saniert. Haus Nr. 6: Wohnstallhaus

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Mitteleschenbach Kategorie:Ersterwähnung 1272