Der SC Rist Wedel ist ein deutscher Basketballverein.
Geschichte Der SC Rist Wedel wurde am 28. Mai 1968 in Wedel von Sportlehrern des ortsansässigen Johann-Rist-Gymnasiums gegründet, erster Vereinsvorsitzender war Ewald Schauer. mini|Eingang der Halle am Steinberg (Steinberghalle)|alternativtext=
Gründung Zur Basketball-Sparte kam 1972 eine Volleyballabteilung, die heute jedoch nicht mehr besteht. Bundesweit ist der SC Rist durch seine Basketballmannschaften bekannt. Die Jugendmannschaften gewannen mehrere deutsche Meisterschaften im Basketball und zahlreiche Hamburger Meisterschaften.
Geschichte Herren 1970er Jahre Im Jahr 1973 gewann die Wedeler Herrenmannschaft erstmals den Pokalwettbewerb des Hamburger Basketball Verbandes und nahm am DBB-Pokal teil.
1980er Jahre 1982 stieg die Mannschaft nach mehrmaligen vergeblichen Anläufen von der Ober- in die Regionalliga auf und wurde in der Premierensaison 1982/83 gleich punktgleicher Vizemeister hinter dem BC Johanneum Hamburg.
1985 gelang unter dem Trainergespann Klaus Smollich und Bernd Karow der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Das Zuschauerinteresse an den Heimspielen war mittlerweile stark gewachsen, die Begegnungen in der Steinberghalle wurden zu stimmungsvollen Veranstaltungen.
In der Saison 1986/87 zog der SC Rist in die Aufstiegsrunde zur ersten Liga ein. 1988 wurde die Mannschaft unter Trainer Frank Hoffmann Vizemeister, verzichtete aus finanziellen Gründen allerdings auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga. 1988 erreichte man als Zweitligist das Halbfinale im DBB-Pokal, nachdem zuvor die Erstliga-Clubs TV Langen und SpVgg Ludwigsburg am Steinberg besiegt wurden. In der Runde der letzten Vier unterlag die Mannschaft dann Steiner Bayreuth. Leistungsträger dieser Zeit waren insbesondere Christian Pauk, die Brüder Bernd und Jens Röder, Dirk Rehder, Ingo Knillmann sowie Winfried Rathje.
1990er Jahre 1991 wurde die Mannschaft abermals Vizemeister der 2. Bundesliga. 1992 stieg man in die Regionalliga ab und kehrte 1994 unter Trainer Thorsten Döding als ungeschlagener Meister der Regionalliga Nord in die zweithöchste Spielklasse zurück. Der lettische Nationalspieler Dzintars Jaunzems, der 1993 verpflichtet wurde, trug erheblich zum Aufstieg bei und war auch in den folgenden Jahren in der 2. Bundesliga eine Stütze der Mannschaft.
In der Saison 1997/98 wurde unter Trainer Ivan Vojtko die Relegationsrunde erreicht, an der neben den besser platzierten Mannschaften der zweiten Liga die Erstligisten aus der unteren Tabellenhälfte teilnahmen. In der Saison 1999/2000 zog Wedel unter Trainer Thorsten Meyer in die Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga ein.
2000er Jahre mini|Innenansicht der Halle am Steinberg (Steinberghalle) vor einem Spiel des SC Rist Wedel im Dezember 2018 Ohne Unterbrechung bis 2002 (seit 1994) verblieb die Herren-Mannschaft des SC Rist in der 2. Bundesliga und wurde dann aus finanziellen Gründen in die Regionalliga Nord zurückgezogen. Manager Jörg Gehrke und der US-amerikanische Trainer John Sable gingen den Neuanfang an, der jedoch ohne die größten Talente Alexander Seggelke, Martin Duggen und Markus Holle bewältigt wurden musste, da die drei Nachwuchsspieler Wedel verließen und innerhalb der 2. Bundesliga zu anderen Vereinen wechselten.
In der Saison 2003/04 verpatzte die Mannschaft unter Trainer Emir Ibrahimbegović den Auftakt gründlich und lag nach sieben Spielen mit 4:10 Punkten auf dem zehnten Tabellenrang. Im November 2003 trennten sich Ibrahimbegović und der Verein, nach einer Übergangslösung wurde Pat Elzie für die zweite Saisonhälfte als Trainer gewonnen, zudem verpflichtete man den US-Amerikaner Michael Claxton als Spieler. Unter Elzies Leitung schaffte Rist Wedel die Wende und sicherte mit einer Siegesserie den Klassenerhalt, Claxton war mit einem Punkteschnitt von 27 erheblich am Verbleib in der ersten Regionalliga beteiligt.
Zwei Rückkehrer prägten die Mannschaft in der Mitte des Jahrzehnts: Ingo Freyer wurde nach dem Ende seiner Spielerkarriere Trainer in Wedel, Spielmacher Cecil Egwuatu dominierte die Regionalliga und erzielte in der Saison 2006/07 für den SC Rist 39,4 Punkte pro Spiel. Freyer etablierte die Mannschaft in der Regionalliga-Spitze, 2007 ging er zu Phoenix Hagen, der bisherige Wedeler Damentrainer Özhan Gürel löste ihn ab und setzte die Entwicklung fort, die 2009 im Gewinn der Meisterschaft in der ersten Regionalliga Nord und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ProB gipfelte.
2010er Jahre mini|Halle am Steinberg vor einem Basketballspiel des SC Rist Wedel im Dezember 2018 In der Saison 2011/12 erreichte die Mannschaft erstmals die Playoffs in der ProB und schied im Achtelfinale gegen Nördlingen aus. In den nächsten Jahren ging es stets ein Stück weiter. 2012/13 (unter Trainer Sebastian Gleim, der kurz vor dem Saisonbeginn Gürel ablöste) stieß man ins Viertelfinale (Ausscheiden gegen Weißenhorn) vor, 2013/14 schied man im Halbfinale gegen Oldenburg aus. Nach der Saison wechselte Gleim in die Nachwuchsabteilung des Bundesligisten Skyliners Frankfurt, Michael Claxton wurde zehn Jahre nach seiner Wedeler Spielerzeit der neue Trainer. Der Amerikaner führte die Mannschaft im Frühjahr 2015 zur Vizemeisterschaft in der ProB, die Begeisterung der Zuschauer knüpfte dabei an die Glanzzeiten Mitte/Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre an. Das Aufstiegsrecht in die 2. Bundesliga ProA nahm der Verein nicht wahr. Herausragender Spieler der Vizemeistermannschaft 2014/15 war der US-Amerikaner Diante Watkins, der in der ProB zum „Spieler des Jahres“ gekürt wurde. Mit Silber im Frühling 2015 endete ein Zyklus, der 2011/12 mit der ersten Playoff-Teilnahme begonnen hatte.
Nach der Saison 2015/16, in der der Klassenverbleib in der Abstiegsrunde geschafft wurde, gab Claxton den Trainerposten an den Spanier Félix Bañobre ab. 2016/17 gelang im Endspurt der Sprung in die Meisterrunde, wo man am Auftaktgegner (und späteren Titelgewinner) Weißenhorn scheiterte. In der Saison 2018/19, in der der Mannschaftshaushalt rund 160.000 Euro betrug, führte Bañobre den SC Rist auf den dritten Rang der ProB-Punktrunde. Bañobres Amtszeit endete hernach, neuer Trainer wurde der 31 Jahre alte Benka Barloschky, der neben seiner Tätigkeit in Wedel auch wie zuvor Co-Trainer beim Kooperationspartner Hamburg Towers blieb.
2020er Jahre 2021 gab Barloschky das Amt an seinen Assistenten Stephan Blode ab. 2023 wurde Hamed Attarbashi neuer Trainer, nachdem er für den Verein bereits in den Vorjahren als Individualtrainer im Jugendbereich tätig gewesen war. 2026 erwog der Verein aus finanziellen Erwägungen einen Rückzug aus der 2. Bundesliga ProB und leitete eine Spendensammlung ein, um Geld für den Verbleib in der Spielklasse zu erhalten. Im Sommer 2026 wurde Attarbashi durch Stanley Witt (gleichzeitig Co-Trainer der Hamburg Towers) ersetzt.
Zusammenarbeit mit den Hamburg Towers 2014 vereinbarte Rist Wedel eine Kooperation mit den Hamburg Towers, die in der ProA ins Rennen gingen. Wedel stellte dabei gemäß seiner langen Geschichte als Ausbildungsverein von Talenten die Rolle als Nachwuchsfördermannschaft. Junge Spieler erhielten die Möglichkeit, mit „Doppellizenzen“ für Wedel sowie für die Towers zu spielen. Die Zusammenarbeit betrifft auch die Trainingsarbeit. Bereits seit 2009 war der Verein im Bereich der Jugend-Basketball-Bundesliga und Nachwuchs-Basketball-Bundesliga Kooperationspartner der Piraten Hamburg, dem „Vorläufer“ der Towers. 2026 wurde die Zusammenarbeit zwischen Rist Wedel und Hamburg auf den weiblichen Bereich ausgeweitet.
Bisherige Trainer des SC Rist Wedel (Herrenmannschaft) Amtszeit Trainer bis 1972 ? 1972–1973 Klaus Smollich 1973–1976 Eli Araman 1976–1978 Gernot Guzielski 1978–1980 Claus Daske 1980–1981 Jan Beutler 1981–1984 Bernd Karow 1984–1987 Klaus Smollich / Bernd Karow 1987–1990 Frank Hoffmann 1990–1992 Berthold Bisselik 1992–1995 Thorsten Döding 1995–1997 Michael Zimmer 1997–1999 Ivan Vojtko 1999–2000 Thorsten Meyer 2000–2001 Stephan Völkel 2001–2002 Arne Alig 2002–2003 John Sable 2003 Emir Ibrahimbegović 2003 Michael Zimmer 2004 Pat Elzie 2004–2007 Ingo Freyer 2007–2012 Özhan Gürel 2012–2014 Sebastian Gleim 2014–2016 Michael Claxton 2016–2019 Félix Bañobre 2019–2021 Benka Barloschky 2021–2023 Stephan Blode 2023–2026 Hamed Attarbashi seit 2026 Stanley Witt
Geschichte Damen Die 1. Damen des SC Rist verzichteten 1984 als Meister der Regionalliga Nord auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga, ebenso als Vizemeister 1992. Unter den Trainern Manfred Schuncke und Christoph Schmalisch wurde 1995 der Gang in die 2. Bundesliga geschafft. Ein Jahr später musste der Abstieg hingenommen werden, es gelang 1997 unter Trainer Marc Köpp jedoch der direkte Wiederaufstieg. Köpp führte die Wedelerinnen im Frühjahr 2000 sogar in die 1. Bundesliga. Der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse stand Anfang März 2000 nach einem 62:51-Auswärtssieg in Bensberg fest, die Aufstiegssaison wurde mit einer Bilanz von 18 Siegen und zwei Niederlagen abgeschlossen. In der ersten Saison 2000/01 wurde man Vizepokalsieger und erreichte das Playoff-Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. In den beiden Spielzeiten darauf nahmen die Wedelerinnen am Europapokal (2001/02: Ronchetti-Cup, 2002/03: FIBA Europe Cup) teil. In der Saison 2002/03 kam man in der Bundesliga wieder ins Playoff-Viertelfinale sowie ins Halbfinale im DBBL-Pokal. 2004 folgte der Abstieg in die 2. Bundesliga.
Unter der neuen Leitung von Özhan Gürel misslang der direkte Wiederaufstieg in der Saison 2004/05 knapp (Niederlage im Playoff-Finale). Gürel wechselte 2007 ins Traineramt der Herrenmannschaft, Marc Köpp wurde wieder Coach, die Saison 2007/2008 endete im Playoff-Halbfinale der 2. Bundesliga. In der Saison 2008/09 führte Köpp den SC Rist erneut ins Halbfinale und zog sich danach vom Trainerposten zurück.
Zwischen 2009 und 2012 leitete Alexander May als Trainer die Geschicke der Wedeler Damen, die Mannschaft trug aufgrund einer Kooperation mit dem SC Alstertal-Langenhorn den Namen Rist Scala Ladybaskets. 2012 wurde die Mannschaft von der 2. Bundesliga in die zweite Regionalliga zurückgezogen, wo sie in der Saison 2012/13 unter der Leitung von Trainerin Gundula Laabs ohne Niederlage Meister wurde und in die erste Regionalliga aufstieg. Leistungsträgerinnen der Meistermannschaft waren unter anderem die Bundesliga-erfahrenen Rückkehrerinnen Katharina Kühn und Dana Penno. Auch in der ersten Regionalliga hielt der Erfolg an, dort wurde in der Saison 2013/14 die Meisterschaft errungen, auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga aber verzichtet.
In der Saison 2015/16 mussten die Wedeler Damen den Abstieg aus der ersten in die zweite Regionalliga hinnehmen. 2017/18 wurde man Vierter der 2. Regionalliga und stieg als Nachrücker in die 1. Regionalliga auf, wo man 2018/19 Dritter wurde. Zudem wurde in derselben Saison der Hamburger Pokalwettbewerb gewonnen. Im Mai 2019 wurde der bisherige Co-Trainer Oliver Böttcher als neuer Cheftrainer und somit als Nachfolger von Manfred Schuncke vorgestellt.
In der Saison 2021/22 spielten die Wedeler Damen wieder in der 2. Bundesliga. Unter Trainer Asil Aydin wurde zwar ein guter Saisonauftakt hingelegt, nach einer langen Niederlagenserie musste man jedoch in die Abstiegsrunde, in der der Klassenerhalt verpasst wurde. Damit kehrte man in die 1. Regionalliga zurück. Im September 2026 wurde erst Álvaro Reynoso, dann noch im selben Monat Lennart Holz als neuer Trainer vorgestellt.