Bebra ist eine Kleinstadt im Nordosten Hessens (Deutschland). Bebra ist eine klassische Eisenbahnerstadt als Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnstrecken.

Geographie mini|Blick auf Bebra im Fuldatal von Osten. Im Vordergrund Bünberg. Im Hintergrund Rotenburg. Geographische Lage Bebra liegt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg etwa 45 km südsüdöstlich von Kassel an der Fulda. Die Stadt ist dank der markanten Lage am Fuldaknie auf den meisten Landkarten leicht zu finden. Sie ist umgeben vom Stölzinger Gebirge im Norden, dem Richelsdorfer Gebirge im Osten, dem Seulingswald im Südosten und dem Knüll im Südwesten. Die nächstgelegenen Städte sind Rotenburg an der Fulda und Bad Hersfeld.

Innerhalb des Bebraer Stadtgebiets münden die Fließgewässer Bebra, Solz, Lüder und Ulfe in die Fulda; in die Ulfe mündet die Iba. mini|Bebra Lindenplatz

Nachbargemeinden Im Uhrzeigersinn beginnend im Norden grenzt Bebra an die Gemeinden Cornberg, Nentershausen, Ronshausen, Ludwigsau und Rotenburg an der Fulda.

Stadtgliederung Die Stadt Bebra besteht seit der Gemeindereform vom Januar 1972 aus zwölf Stadtteilen, die neben der Kernstadt Bebra aus den umliegenden Dörfern bestehen. Im Uhrzeigersinn sind das: Asmushausen, Gilfershausen, Rautenhausen, Braunhausen, Imshausen, Solz, Iba, Weiterode, Breitenbach, Blankenheim und Lüdersdorf.

Geschichte Stadtgeschichte Anfänglich wurde Bebra Biberaho (Dorf am Biberfluss) genannt, aus dem dann später Bibera und zuletzt Bebra wurde. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem 12. Jahrhundert. Das Dokument ist das Güterverzeichnis Breviarium sancti Lulli der Abtei Hersfeld. In dieser Urkunde, die eine Neuredaktion vom Ende des 9. Jh. zur Quelle hatte, wird in der Tafel 2 Besitz dieses Klosters in Bebra verbucht, wobei sich die Tafel auf den Zeitraum zwischen den Jahren 755 bis 786 bezieht. Daraus lässt sich schließen, dass Bebra bereits zu dieser Zeit bestand. mini|Altes Rathaus Die Siedlung blieb in den nächsten Jahrhunderten im Wesentlichen ein größeres Bauerndorf. Wenn auch damals schon wichtige Verkehrsströme an dieser Stelle aufeinandertrafen, so wurde es erstmals 1386 als landgräfliches Dorf im Amt Rotenburg benannt.Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen. 3., überarbeitete Auflage, S. 39. Zum einen gab es eine Verbindung Richtung Osten über Eisenach nach Halle. Zum anderen verband die Poststraße entlang des Fuldatals die Region mit dem Süden Deutschlands. Trotzdem wurde die Umgebung damals vom etwa sechs Kilometer entfernten Rotenburg dominiert, das ab etwa 1470 auch den Status einer kleinen Residenzstadt genoss (Hessen-Rotenburg). Bebra war ein Gerichtsort im Obergericht des Amts Rotenburg.

mini|links|Bahnhof Bebra im Jahr 1875

Einen Aufschwung nahm Bebra beim Ausbau des Eisenbahnnetzes in Deutschland, der Mitte des 19. Jahrhunderts auch diese Region erfasste (siehe Friedrich-Wilhelms-Nordbahn), ab 1849 mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Kassel – Bebra. Gegen Ende des Jahrhunderts war die Stadt einer der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Deutschlands. Die Einwohnerzahl wuchs innerhalb von ungefähr 70 Jahren von etwa 1300 Einwohnern auf 5063 (1946), die Stadt verlor durch den Aufschwung von Handel und Gewerbe ihren bisher ausschließlich ländlich geprägten Charakter. Der wichtigste Arbeitgeber war die Reichsbahn. Die Stadtrechte erhielt Bebra durch den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Philipp Prinz von Hessen, am 20. September 1935.

Am 7. November 1938, dem ersten Tag der Novemberpogrome, kam es in Bebra, wie auch in den benachbarten Sontra und Rotenburg, in Kassel und in weiteren kurhessischen Städten, zu den ersten gewalttätigen Übergriffen auf jüdische Bürger und deren Geschäfte. Neben der Synagoge in der Amalienstraße wurde auch die jüdische Schule zerstört. Zentrale für Unterrichtsmedien. Abgerufen am 21. April 2010. Gesteuert wurden die Ausschreitungen mutmaßlich vom Gaupropagandaleiter und gebürtigen Bebraer Heinrich Gernand.Wolf-Arno Kropat: „Reichskristallnacht“: der Judenpogrom vom 7. bis 10. November 1938 ; Urheber, Täter, Hintergründe. mit ausgewählten Dokumenten. (Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen), Wiesbaden 1997, ISBN 3-921434-18-1, S. 59; Alan E. Steinweis: Kristallnacht 1938. Belknap Press of Harvard Univ. Press, Cambridge, Mass. u. a. 2009, S. 23, stellt dies vorsichtiger als Möglichkeit dar, für die jedoch konkrete Beweise fehlen.

Am 4. Dezember 1944 wurde Bebra Ziel eines amerikanischen Bombenangriffes. Der Bahnhof, der das Ziel des Angriffes war, wurde nur leicht beschädigt, aber alle drei Kirchen und 43 Wohnhäuser wurden zerstört, 64 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Wie damals üblich, war es der gleichgeschalteten Presse verboten, über den Angriff und seine Opfer zu berichten. Am 2. April 1945 wurde Bebra von amerikanischen Truppen besetzt.

Das Wachstum der Stadt setzte sich – durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen – bis in die 1970er Jahre fort. Durch die gute Verkehrsanbindung siedelten sich einige größere Industriebetriebe an. Während der Zeit der innerdeutschen Grenze wurde in Bebra eine Grenzübergangsstelle eingerichtet, um den Personen- und Güterverkehr im Interzonenverkehr (später innerdeutschen Grenzverkehr) abzufertigen. Seit Mitte der 1980er-Jahre verlor Bebra als Eisenbahnknotenpunkt an Bedeutung, was zu weniger Arbeitsplätzen bei der Deutschen Bundesbahn bzw. ihrer Nachfolgerin der Deutschen Bahn führte.

Hessische Gebietsreform und Eingemeindungen Alle oben aufgeführten Stadtteile wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis am 31. Dezember 1971 in die Stadt Bebra eingegliedert. Für diese bis dahin selbständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Bebra angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg ab 1567: Heiliges Römisches Reich (bis 1806), Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Rotenburg 1627–1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. ab 1815 des Kurfürstentums Hessen ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Rotenburger Quart, Amt Rotenburg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Bebra ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Rotenburger Quart, Amt Rotenburg ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis RotenburgTrennung von Justiz (Fürstlich Rotenburgisches Obereramt Rotenburg) und VerwaltungVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August, S. 73. (kurhess GS 1821) ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Rotenburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Bebra 13.758 Einwohner. Darunter waren 789 (5,7 %) Ausländer, von denen 136 aus dem EU-Ausland, 530 aus anderen europäischen Ländern und 115 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 16,0 % einen Migrationshintergrund. (Im Jahr 2020 betrug die Ausländerquote 14,5 %.) Nach dem Lebensalter waren 2316 Einwohner unter 18 Jahren, 5388 zwischen 18 und 49, 2925 zwischen 50 und 64 und 3129 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 5892 Haushalten. Davon waren 1842 Singlehaushalte, 1659 Paare ohne Kinder und 1749 Paare mit Kindern, sowie 531 Alleinerziehende und 114 Wohngemeinschaften. In 1425 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 3708 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

mini|Einwohnerzahlen von Bebra von 1821 bis 2016. Die untere Kurve gibt die Daten für den Kernort an – die obere Kurve mit Eingemeindungen

Religionen und Konfessionen Das Gebiet der Stadt Bebra gehört heute zur Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck und dem weitgehend deckungsgleichen katholischen Bistum Fulda. Die Stadt ist mehrheitlich evangelisch.

Evangelisch:

In Bebra gibt es zwölf evangelische Kirchen.

Katholisch:

St. Marien ist die katholische Filialkirche in der Kernstadt und zählt zur Pfarrei St. Franziskus Bebra-Rotenburg.

Weiter gibt eine Evangelisch-methodistische Kirche sowie eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Landeskirchliche Gemeinschaft, ein Bethaus der mennonitischen Brüdergemeinde, ein Gebetshaus des islamischen Kulturvereins und eine syrisch-orthodoxe Kirche. Außerdem leben etwa 100 Angehörige des jesidischen Glaubens in Bebra.

Religionszugehörigkeit • 1885: 2020 evangelische (= 87,71 %), 95 katholische (= 4,13 %), 43 anderes christliche-konfessionelle (= 1,87 %), 145 jüdische (= 6,3 %) Einwohner • 1961: 6192 evangelische (= 82,02 %), 1223 katholische (= 16,20 %) Einwohner • 1987: 12180 evangelische (= 80,19 %), 712 katholische (= 4,69 %), 1297 sonstige (= 8,54 %) Einwohner • 2011: 8730 evangelische (= 63,45 %), 1280 katholische (= 9,30 %), 3750 sonstige (= 27,26 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bebra erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Bebra 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 39,6 15 38,1 14 41,3 15 44,2 16 49,0 18 53,8 20 25,0 9 25,9 10 28,6 11 35,4 13 38,3 14 41,0 15 GEMEINSAM Gemeinsam für Bebra 17,7 7 15,8 6 16,4 6 14,8 6 9,2 4 — — vor 2026: Die Besseren/FWG 10,1 4 14,5 5 9,3 3 4,0 2 3,5 1 5,2 2 6,3 2 5,7 2 5,7 2 — — — — — — 1,3 — — — 2,2 1 0,8 0 — — — — BFB Bürger Forum Bebra — — — — 2,1 1 — — — — — — — — — — — — 0,8 0 — — — — Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 51,2 51,2 50,3 51,2 52,0 59,1 mini|Neues Bebraer Rathaus

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Bebra neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und acht weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat Bürgermeister ist seit dem 1. März 2020 der parteiunabhängige Stefan Knoche. Er wurde als Nachfolger von Uwe Hassl, der nach einer Amtszeit nicht wieder kandidiert hatte, am 8. September 2019 im ersten Wahlgang ohne Gegenkandidaten bei 35,52 Prozent Wahlbeteiligung mit 82,16 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im November 2025.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 9. November 2025 in Bebra