Gogolin [] ist eine Kleinstadt mit 6000 Einwohnern im Powiat Krapkowicki der Woiwodschaft Opole in Polen. Sie ist zugleich Verwaltungssitz der Stadt- und Landgemeinde Gogolin mit etwas mehr als 12.500 Einwohnern.
Geographie mini|Panorama von Gogolin Gogolin liegt in der Region Oberschlesien, einen Kilometer östlich von Krapkowice (Krappitz) und 20 Kilometer südöstlich von Opole (Oppeln) in der Schlesischen Tiefebene innerhalb der Pradolina Wrocławska (Breslauer Urstromtal ). Südlich der Stadt fließt die Oder. Nördlich von Gogolin liegen weitläufige Waldgebiete.
Stadtteile Bagno Cło Filownia Karłubiec (Karlubitz) Kocina Leopold Maszyny Podbór Strzebniów (Strebinow) Wajchy Wygoda
Nachbarorte von Gogolin sind im Nordosten Oderwanz (Odrowąż), im Osten Dombrowka (Dąbrówka), im Süden Oberwitz (Obrowiec) und im Südwesten der Krapkowicer Stadtteil Otmęt (Ottmuth).
Geschichte mini|Evangelische Kirche mini|Karolinka- und Karlik-Denkmal mini|Jüdischer Friedhof Gogolin wurde erstmals 1223 als Gogolino urkundlich erwähnt.Geschichte von Gogolin – gogolin.pl (polnisch). Es gehörte von Anfang an zum Herzogtum Oppeln, mit dem es 1532 am Böhmen fiel.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Gogolin mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1783 wurde es in den Beiträgen zur Beschreibung von von Schlesien als Gogolin erwähnt, gehörte einem Grafen Gaschin und lag im Kreis Groß Strehlitz. Damals hatte Gogolin 312 Einwohner, ein Vorwerk, zwei Wassermühlen, 31 Bauern und 29 Gärtner.Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien. zur Beschreibung von Schlesien.html?id=OSMDAAAAcAAJ Band 2, Brieg 1783, S. 24.
Bis zur Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert war Gogolin eine kleine landwirtschaftliche Siedlung. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Gogolin ab 1816 zum Landkreis Groß Strehlitz im Regierungsbezirk Oppeln. 1845 bestanden im Ort eine katholische Schule, drei Vorwerke, eine Wassermühle, ein Sägewerk, ein Kretscham, zwei Steinbrüche, ein Kalkofen und 95 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 796, davon fünf evangelisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 166. Mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke von Breslau ins Oberschlesische Industriegebiet wurde die Expansion einer bereits zuvor gegründeten Kalkbrennerei ermöglicht, der später zahlreiche Ring-Kalköfen angehörten. Die Kalk- und Zementvorkommen Gogolins waren bedeutend. Auch das Bierbrauhandwerk entwickelte sich in Gogolin. 1861 zählte Gogolin 1533 Einwohner, 23 Bauern, 37 Gärtner und 66 Häusler sowie eine katholische Schule.Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865. 1874 wurde der Amtsbezirk Gogolin gegründet, welcher die Landgemeinden Dombrowka, Gogolin, Goradze und Sacrau sowie die Gutsbezirke Dombrowka, Gogolin Vorwerk, Goradze Vorwerk und Oberhof umfasste.Amtsbezirk Gogolin
Im Jahre 1905 wurde ein Gaswerk errichtet und eine Straßenbeleuchtung angelegt. Nach dem Ersten Weltkrieg erlangte Gogolin Bekanntheit als Handelsort für Schrauben und Wein, weshalb hier auch Winzerfeste bis Ende des Zweiten Weltkriegs veranstaltet wurden. Von 1899 bis 1901 wurde die katholische Herz-Jesu-Kirche errichtet, die zunächst Filialkirche des alten Pfarrortes Ottmuth und später eigenständige Pfarrei wurde. Im Jahre 1908 folgte der Bau der evangelischen Kirche. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien, die besonders in Gogolin und Umgebung von blutigen Aufständen begleitet wurde, wurden in Gogolin 1262 Stimmen (56,9 %) für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, 955 Stimmen waren für den Anschluss an Polen. Das Dorf blieb, in Übereinstimmung mit dem Ergebnis der Abstimmung, in der Weimarer Republik. abgerufen am 18. Februar 2010.
1930 wurde das Rathaus im Heimatschutzstil errichtet. Von den großangelegten Ortsumbenennungen der Nationalsozialisten blieb Gogolin verschont, auch wenn der Ortsname slawischen Ursprungs ist.
Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel Gogolin 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen.
1958 wurden Strzebniów und Karłubiec eingemeindet. 1967 wurde Gogolin das Stadtrecht verliehen.
Entsprechend der Volkszählung in Polen von 2002 gehören 17,0 % der Gemeindebevölkerung der Deutschen Minderheit an, weitere 8,6 % bezeichneten sich als Schlesier und 1952 Personen (15,8 %) machten zu ihrer Nationalität keine Angaben.
Am 30. April 2010 wurden in der Gemeinde zusätzlich amtliche deutsche Ortsnamen eingeführt.
Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen von Gogolin (inkl. Gutsbezirk):Quellen der Einwohnerzahlen: 1784: books.google.de – 1830: books.google.de – 1844: sbc.org.pl – 1855, 1861: books.google.de – 1885: – 1900: – 1910: – 1933, 1939: – 1995, 2000, 2005: stat.gov.pl
Jahr Einwohner 1783 312 1830 515 1844 790 1855 1362 1861 1533 1885 2789 1900 3218 Jahr Einwohner 1910 3280 1933 4132 1939 5073 1980 6000 1995 6635 2000 6383 2005 6045 2011 6512Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025 2024 6418 Główny Urząd Statystyczny, Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2024 roku, abgerufen am 27. März 2026
Sehenswürdigkeiten mini|Herz-Jesu-Kirche Herz-Jesu-Kirche, erbaut 1899–1901 Evangelische Kirche, erbaut 1908 Karolinka-und-Karlik-Denkmal Markthalle an der ul. Krapkowicka Jüdischer Friedhof an der ul. Wyzwolenia, 1862 angelegt
Verkehr Eisenbahn Im Bahnhof Gogolin an der Bahnstrecke Kędzierzyn-Koźle–Opole zweigte früher die Neustadt-Gogoliner Eisenbahn ab.
Straßen Durch Gogolin verläuft die Autobahn 4. Weiterhin verlaufen mehrere Woiwodschaftsstraßen durch den Ort, darunter die DW 409, DW 423 und DW 424.
Gemeinde mini|hochkant|Wegweiser zu den Partnerstädten in Gogolin Die Stadt- und Landgemeinde Gogolin umfasst eine Fläche von 100,5 km² gliedert sich in die Stadt und eine Reihe von Dörfern.
Städte- und Gemeindepartnerschaften Schongau (Deutschland) Jablunkov (Tschechien) Łodygowice (Polen)
Karolinka-Lied Gogolin ist heute in Polen als Karolinka-Stadt bekannt. In dem schlesischen Volkslied Poszła Karolinka do Gogolina, geht es um Karolinka, die in Gogolin ihr Lebensglück finden will. Ihr bisheriger Freund Karlik versucht vergeblich, sie zur Rückkehr zu bewegen.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Paul Tkotsch (1895–1963), katholischer Weihbischof im Bistum Berlin Johannes Wotschke (1899–1988), deutscher Ingenieur Klaus Sojka (1926–2009), deutscher Jurist und Politiker der DVU Werner Chory (1932–1991), deutscher Verwaltungsjurist Christian Werner (* 1943), katholischer Militärordinarius von Österreich, Titularbischof Henryk Kroll (* 1949), Abgeordneter des Sejm der deutschen Minderheit
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Theodor Wotschke (1871–1939), deutscher Historiker, Philosoph, evangelischer Theologe und Lehrer, zeitweise Hilfspfarrer in Gogolin Julian Prerauer (1848–1934), deutscher Industrieller, Besitzer der Kalkbrennerei in Gogolin
Literatur Manfred Gabor: Über Gogolin. Gestern und Heute. In: Krappitzer Heimatblatt. Nr. 184/Ostern 2006. Alois Bialek (Hrsg.), S. 23–24.
Weblinks
Offizielle Webpräsenz der Stadt Gogolin (polnisch, deutsch) Text des Karolinka-Lieds
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Gemeinde Gogolin Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Ersterwähnung 1223