mini|Nähkästchen mini|Fahrbarer Nähkasten Ein Nähkästchen dient der Aufbewahrung von Nähutensilien wie Knöpfe, Schere, Nadeln, Einfädler und verschiedenfarbige Garne und Zwirne. Zu den Aufbewahrungsbehältern mit vielen Sortiermöglichkeiten gehören auch fahrbare Nähkästchen, die wegen ihres Gewichtes in der mobilen Form leichter zu bewegen sind. Letztere kamen vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg häufig in Gebrauch, als, wegen fehlender Textilwarenangebote, „selber nähen“ groß geschrieben wurde.

Der Begriff Nähkästchen ist im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache erstmals für 1795 nachgewiesen. Die Redewendung „Aus dem Nähkästchen plaudern“ bedeutet dem Duden zufolge, anderen Menschen Einblick in intime häusliche und andere Bereiche zu gewähren. Eine konkrete Herkunft wird dort nicht genannt.

In Theodor Fontanes Gesellschaftsroman Effi Briest wird nicht dieser Ausdruck, wohl aber ein ähnlicher Gegenstand verwendet, allerdings nicht im Diminutiv. Effis Nähtisch wird in einer Notsituation aufgebrochen, und es wird ein dort verstecktes Päckchen Briefe gefunden, das Effis über sechs Jahre zurückliegende außereheliche Beziehung mit einem Major enthüllt.musstewissen: Lisa plaudert aus dem Nähkästchen. Deutsche Redewendung – Ursprung & einfache Erklärung. In: ZDF. 27. November 2018, abgerufen am 20. September 2026 (Video; 1:34 min). TV-Morgensendung, mit Rätselfrage von Besserwisserin Dana Hoffmann über den Ursprung der Redewendung „aus dem Nähkästchen plaudern“, 15. März 2022, 77 min. Moderation: Florian Weiss. Eine Produktion von ZDF (keine einschlägigen Mementos). (Wie weit diese Beziehung gegangen ist, wird im Roman nicht explizit erwähnt.) Effis Mann tötet den Major im Duell, verstößt seine Frau und verbietet ihr den Umgang mit ihrer eigenen Tochter.Wolfgang Seidel: Wie kam der Sturm ins Wasserglas (= dtv. Band 34666). dtv, München 2011, ISBN 978-3-423-34666-5, S. 135.

Siehe auch Nähtisch

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Einzelnachweise

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