Die Flammenkopfbekarde (Oxyruncus cristatus), früher auch als Flammenkopf bezeichnet, ist ein Schreivogel und das einzige Mitglied der Familie der Flammenköpfe (Oxyruncidae). In der Vergangenheit wurde der Vogel zu den Familien der Schmuckvögel (Cotingidae), Tyrannen (Tyrannidae) oder Bekarden (Tityridae) gezählt.

Merkmale mini|links|Flammenkopfbekarden Die 17 cm lange Flammenkopfbekarde hat einen aufrichtbaren orangefarbenen Schopf, der, wenn niedergelegt, nicht sichtbar ist. Ferner kennzeichnet ihn eine orangefarbene Iris, eine schwarz gefleckte gelbliche Unterseite, ein schuppiges Gesicht und ein spitzer Schnabel.

Vorkommen mini|Verbreitungsgebiet der Flammenkopfbekarde in Mittel- und Südamerika Die Flammenkopfbekarde kommt verstreut von Costa Rica bis Peru und den Südosten von Brasilien vor. Sie ist ein Vogel des Regenwaldes, der in den Baumkronen oder in den Bäumen des Waldrandes lebt.

Verhalten Die Flammenkopfbekarde lebt allein oder in gemischten Gruppen. Er klammert sich geschickt an Äste, um Nahrung, wie kleine Früchte, Insekten und andere Wirbellose zu suchen.

Fortpflanzung Die Männchen versammeln sich zu gemeinsamen Balzritualen an besonderen Tanzplätzen (Leks). Ein flaches Schalennest wird in Astgabeln von Bäumen gebaut.

Systematik Die Flammenkopfbekarde gehörte bis vor kurzem zur Familie der Bekarden (Tityridae) und war dort die einzige Art der Unterfamilie Oxyruncinae. Die Schwestergruppe der Flammenkopfbekarde ist die Unterfamilie Onychorhynchinae mit drei Gattungen. Da sich die Oxyruncinae und die Onychorhynchinae evolutionär schon vor etwa 28 Millionen Jahren von der Hauptgruppe der Bekarden (Unterfamilie Tityrinae) trennten, haben sich der dänische Zoologe Jon Fjeldså und einige weitere Wissenschaftler dafür ausgesprochen, die Oxyruncinae und die Onychorhynchinae zu eigenständigen Familien zu machen, was die ornithologische Onlinedatenbank Birds of the World und die systematische Onlinedatenbank der International Ornithologists’ Union inzwischen so übernommen haben.Frank Gill, David Donsker & Pamela Rasmussen (Hrsg.): Cotingas, manakins, tityras, becards IOC World Bird List Version 15.1.

Unterarten Es werden sechs Unterarten unterschieden: Oxyruncus cristatus frater ( & , 1868)Philip Lutley Sclater u. a. (1868), S. 326–327., Costa Rica und Westen von Panama. Oxyruncus cristatus brooksi & , 1922Outram Bangs u. a. (1922), S. 220–221., Osten von Panama. Oxyruncus cristatus hypoglaucus ( & , 1883)Osbert Salvin u. a. (1883), S. 206., Roraima-Tepui, Guyanas, Amapá. Oxyruncus cristatus phelpsi , 1939Frank Michler Chapman (1939), S. 1–2., Süden und Südosten von Venezuela und angrenzende Gebiete in Brasilien und Guyana. Oxyruncus cristatus tocantinsi , 1939Frank Michler Chapman (1939), S. 2., Süden von Pará. Oxyruncus cristatus cristatus , 1821William Swainson (1821), Tafel 49 & Text S. 2., Südosten Brasiliens, Osten von Paraguay und Provinz Misiones.

Die Populationen in Kolumbien, Ecuador, Peru, im nordwestlichen Bolivien und viele brasilianische Populationen wurden bisher keiner Unterart zugeordnet.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Flammenkopfbekarde erfolgte 1821 durch William Swainson unter dem wissenschaftlichen Namen Oxyrhyncus cristatus. Als Verbreitungsgebiet nannte er Brasilien. 1820 führte Coenraad Jacob Temminck die für die Wissenschaft neue Gattung Oxyruncus ein.Coenraad Jacob Temminck (1820), S. LXXX 1822 folgte von ihm die Zuweisung von Oxyrhynchus flammiceps , 1822Coenraad Jacob Temminck (1822), Tafel 122 & Text, einem Synonym zur Nominatform.Zum Publikationsdatum siehe Edward Clive Dickinson (2001). Dieser Begriff ist ein Wortgebilde aus und .Oxyruncus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname cristatus hat seinen Ursprung .cristatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Brooksi ist Winthrop Sprague Brooks (1887–1965) gewidmet, phelpsi William Henry Phelps (1875–1965). Tocantinsi bezieht sich auf den Rio Tocantins. Frater leitet sich von abfrater in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, hypoglaucus von und .hypoglaucus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Balg, gesammelt Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) in Nueva Germania, zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er das Synonym Oxyrhynchus flammiceps paraguayensis zur Nominatform aus SapucaiCharles Chubb (1910), S. 597 durch Charles Chubb als weiteren Nachweis für das Land Paraguay.Alfred Laubmann (1940), S. 73. Ein weiteres Synonym ist Oxyrhynchus serratus , 1823.Johann Christian Mikan (1823), S. 37–38 & Tafel 17 Flammiceps leitet sich von und flammiceps in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling ab, serratus von .serratus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Englische Webseite mit Fotos

Einzelnachweise Brooke, M. (2024). Sharpbill (Oxyruncus cristatus), Version 1.1. In Birds of the World (Hrsg.: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi: 10.2173/bow.sharpb1.01.1 Jan I. Ohlson, Martin Irestedt, Per G.P. Ericson und Jon Fjeldså (2013): Phylogeny and classification of the New World suboscines (Aves, Passeriformes)., Zootaxa 3613, 1–35. doi:10.11646/zootaxa.3613.1.1

Kategorie:Schreivögel