mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2014 mini|Blick auf Sevgein Sevgein (, deutsch und bis 1943 offiziell Seewis im Oberland) ist eine Fraktion der Gemeinde Ilanz/Glion im Schweizer Kanton Graubünden. Bis Ende 2013 bildete sie eine eigenständige politische Gemeinde.
Geographie Sevgein liegt im Kreis Gruob südöstlich von Ilanz auf einer Hangterrasse südlich über dem Vorderrheintal am Ausgang des Lugnez. Die westliche Gemeindegrenze bildete der Glenner.
Zur Gemeinde Sevgein gehörten nebst dem Dorf die Weiler Curschetta (870–), Isla nahe bei Ilanz, die Streusiedlung Darpinaus sowie etliche Einzelgehöfte. Im Osten erreicht die Gemeinde am Westabhang des Cauma () ihren höchsten Punkt auf . Vom gesamten Gemeindegebiet von 460 ha waren 237 ha von Wald und Gehölz bedeckt. Weitere 182 ha wurden landwirtschaftlich genutzt. Im Gegensatz zu zahlreichen Gemeinden handelt es sich nur zu einem kleinen Teil um Maiensässe. Vom restlichen Gemeindeareal waren 24 ha Siedlungsfläche und 17 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge).
Oberhalb des Dorfes steht die Wallfahrtskapelle Sontga Fossa.
Geschichte Sevgein ist in alten Dokumenten als Sifis, Sivis, Syfis, Syffis belegt. (PDF; 843 kB) Der Ortsname ist von einer Grundform sequienos abzuleiten, dem Namen eines zu den Sequanern gehörenden keltischen Volksstamms, der aus der Provinz Maxima Sequanorum nach Rätien gewandert war. Die eigentliche Bedeutung des Namens ist nicht bekannt.Robert von Planta (Begr.), Konrad Huber (Hrsg.): Rätisches Namenbuch. Band 2: Andrea Schorta: Etymologien (= Romanica Helvetica. Band 63). 2 Halbbände. 2. Auflage. Droz, Paris u. a. 1985, ISBN 3-7720-0565-9 (Halbbd. 1), ISBN 3-7720-0565-9 (Halbbd. 2). Der Name Savognin ist gleicher Herkunft. Der Ort wurde um 840 als Souiene erstmals erwähnt.
Unter der Kirche wurden Funde aus der bronzezeitlichen Crestaulta-Kultur und aus römischen Zeit entdeckt. Die Hügelnamen Purnal/Parnaul und das aus castellum abgeleitete Chischlatsch über dem Dorf deuten auf alte Volksburgen hin. Um 840 wurde ein karolingisches Königsgut nachgewiesen. Neben freien Bauern verfügten im 14. Jahrhundert die Freiherren von Montalt über umfangreichen Besitz. Ihre Stammburg Casti lag am alten Weg von Sevgein nach Pitasch. Abgaben und Flurnamen belegen den im Spätmittelalter vorherrschenden Ackerbau neben der Viehwirtschaft. In der Reformationszeit blieb Sevgein mehrheitlich beim alten Glauben, löste sich 1575 kirchlich von Castrisch, das zur Reformation übergetreten war und wurde 1647 zur Pfarrei St. Thomas erhoben. Die kunstgeschichtlich bedeutende Barockkirche von 1694 ist die fünfte Anlage, die sich seit dem 8. Jahrhundert an diesem Ort befindet.
Im Spätmittelalter gehörte Sevgein zur Herrschaft Laax, von der es sich 1518 löste. Danach bildete es bis 1850 mit Laax ein Gericht. 1851 bis 2000 zählte Sevgein zum Bezirk Glenner. 1976 zeichnete es der Europarat für seine vorzügliche Ortsplanung und Denkmalpflege aus. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts bildeten Viehwirtschaft und Gewerbe noch die wichtigsten Erwerbsquellen der mehrheitlich rätoromanischen Gemeinde. 1997 bis 2010 wurde eine Gesamtmelioration durchgeführt.
Am 1. Januar 2014 fusionierte Sevgein mit den damaligen Gemeinden Castrisch, Duvin, Ilanz, Ladir, Luven, Pigniu, Pitasch, Riein, Rueun, Ruschein, Schnaus, Siat zur neuen Gemeinde Ilanz/Glion.
Wappen
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1850 1900 1950 1970 2000 2004 2013 Einwohner 173 179 210 151 207 211 197 Von den 213 mehrheitlich katholischen Bewohnern waren 211 Schweizer Staatsangehörige (Ende 2004). Es wird Sursilvan gesprochen.
Sehenswürdigkeiten mini|Wallfahrtskapelle Sontga Fossa
Wallfahrtskapelle Sontga Fossa (Wallfahrtskapelle zum heiligen Grab).
Katholische Pfarrkirche Sankt Thomas
Literatur
Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Rüegger, Chur/Zürich 2003, ISBN 3-7253-0741-5.
Weblinks
Offizielle Website von Ilanz-Glion Webseite der ehemalige Gemeinde Sevgein Sevgein auf surselva.info
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Surselva Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Gruob Kategorie:Geographie (Ilanz/Glion) Kategorie:Gemeindeauflösung 2013