Der folgende Artikel enthält eine chronologische Listung der schwersten Hochwasser und Naturkatastrophen in Sachsen.

mini|Krippen: Markierungen der Elbhochwasser (1784–2006)

8. Jahrhundert

785/8 Die Annales regni Francorum berichten, dass Karl der Große bei seinen Kriegszügen gegen die Sachsen durch große Überschwemmungen (nimium inundationes aquarum) behindert wurde. (Es ist wahrscheinlich, dass auch im heutigen Gebiet mit dem Namen „Sachsen“ die Elbe hoch gestanden hatte, wenn elbabwärts, wo damals die ursprünglichen Sachsen wohnten, von Hochwasser berichtet wurde.)

10. Jahrhundert 11. November 962 Nach achttägigem ununterbrochenen Schneefall im Gebirge setzte Tauwetter ein, welches an vielen sächsischen Bächen und Flüssen Hochwasser hervorrief. Die Flut richtete im gesamten Bereich der Elbe bis Hamburg Schäden an.

11. Jahrhundert 1009 Die Gebiete um Elbe, Unstrut und Saale waren von sieben Tage anhaltenden Überschwemmungen betroffen. Überlieferungen zufolge soll die Zahl der Opfer so hoch gewesen sein, dass zu wenige Leute zur Beerdigung der Toten zur Verfügung standen.

1059 Lang anhaltende Regenfälle riefen katastrophale Überschwemmungen hervor, welche den Überlieferungen zufolge in den Augen der Bevölkerung wie eine zweite Sintflut wirkten. Die Auswirkungen waren so gewaltig, dass viele Familien sich eigene Schiffe bauten.

12. Jahrhundert 1118 Ein schweres Hochwasser zerstörte in den Städten entlang der Elbe und ihrer Nebenflüsse zahlreiche Häuser und Kirchen.

16. Februar 1162 Plötzlich einsetzendes Tauwetter rief in ganz Sachsen große Überschwemmungen hervor. Dabei rissen die Fluten Häuser und Menschen mit sich.

1196 Heftige Stürme führten in ganz Sachsen zu schweren Überschwemmungen. Chronisten berichten von komplett überfluteten Dörfern, mächtigen entwurzelten Bäumen und zahlreichen toten Menschen und Tieren.

13. Jahrhundert 22. April 1272 An der Moldau und der Elbe kam es zu größeren Überschwemmungen.

24. August 1275 Moldau und Elbe traten erneut in großem Stil über ihre Ufer. Dabei wurden in der Markgrafschaft Meißen ganze Dörfer weggespült.

14. Jahrhundert 1318 Beim großen Frühjahrshochwasser der Elbe wurde die Dresdner Elbbrücke schwer beschädigt. Während die steinernen Pfeiler Wasserdruck und Eisgang widerstanden, wurden die hölzernen Jochbögen weggeschwemmt. Daraufhin erhielt die Brücke beim Wiederaufbau eine komplett steinerne Wölbung. Denjenigen, die den Aufbau der Brücke unterstützten, gewährte Papst Johannes XXII. 80 Tage Ablass.

2. Februar 1342 Ein regenreicher Warmlufteinbruch verursacht nach vorherigem großen Schneefall schreckliche Überschwemmungen in Böhmen und Sachsen. In Prag wurde die Moldaubrücke (wahrscheinlich der Vorgängerbau der Karlsbrücke) teilweise zerstört. In Sachsen wurden zahlreiche Dörfer zerstört. Chronisten berichten, dass man .zit. in: anonymus: Die grosse Wassernot in Sachsen 1897. Nach Berichten von Augenzeugen geschildert. Sächs. Volksschriftenverlag, Leipzig 1898, . (Nachdruck der Ausgabe 1897: Husum-Dr.-und-Verl.-Ges., Husum 2002, ISBN 3-89876-071-5, S. 383)

Juli 1342

Am St. Magdalenentag des Jahres 1342 – das entspricht dem 21. Juli nach unserer Zeitrechnung – wurde Mitteleuropa vom vermutlich größten Hochwasser dieses Jahrtausends heimgesucht. Nach längerer Trockenheit folgte ein . Damals stand das Wasser des Mains in Würzburg bis nahe an den Dom. Aus der Rheinregion wird berichtet, dass im Mainzer Dom und man in Köln mit Booten über die Stadtmauer fahren konnte. In den Chroniken von Regensburg, Passau und Wien wird das Magdalenenhochwasser als katastrophales Donauhochwasser beschrieben. Das Gleiche trifft auf Mosel, Moldau, Elbe, Werra, Unstrut und Weser zu. Selbst Kärnten und die Lombardei wurden vom Hochwasser heimgesucht.

15. Jahrhundert 22. Juli 1400 Ein Elbhochwasser riss in Dresden einen Pfeiler der Elbbrücke weg.

5. August 1413 Überschwemmungen von Elbe und Triebisch riefen in Meißen schwere Schäden hervor. Dabei wurden Teile der Elbbrücke weggeschwemmt. In Großenhain zerstörten die Wassermassen der Röder die Brücke.

1427 Hochwasser in Pirna (Aufzeichnung des Pirnaer Mönchs Johannes Lindner)

1430 Hochwasser traten in den Gebieten von Elbe, Saale, Mulde und vielen anderen Wasserläufen in Sachsen auf.

22. Juli 1432 Weite Teile Sachsens und Böhmens waren von größeren Überschwemmungen betroffen, die fünf Tage lang anhielten. Dabei wurden entlang von Mulde und Neiße unter anderem die Brücken in Grimma und Görlitz zerstört. In Pirna stand das Wasser der Elbe bis zum Oberteil des Elbtores. In zahlreichen Städten wurde die Bausubstanz schwer in Mitleidenschaft gezogen. In Görlitz spülte die Neiße Mühlen, Häuser, das Hospital und die Kirche zum Heiligen Geist weg. Auch in Grimma fielen mehrere Wassermühlen den Fluten zum Opfer.

1433 Eine Muldehochflut zerstörte erneut in Grimma alle Mühlen.

1445 Südlich von Dresden ging ein starker Wolkenbruch nieder. Durch seine Wassermassen schwoll der Kaitzbach stark an, welcher in den heutigen Dresdner Stadtteilen Mockritz, Leubnitz und Strehlen Häuser mit fortriss. In Dresden verursachte der Kaitzbach einen Dammbruch, wodurch die Vorstadt um die Frauenkirche überschwemmt wurde.

1445 Chroniken berichten erstmals von einem Hochwasser der Weißeritz. In Plauen reicht der Wasserstand der Weißeritz bis an den Hahneberg. Westlich der Dresdner Stadtmauer überschwemmt die Weißeritz Auen und richtet großen Schaden an Gebäuden in Fischersdorf und der Viehweiden-Gemeinde an.

24. August 1471 Ein überraschendes Hochwasser von Triebisch und Meise beschädigte in Meißen den Grundbau der Wolfgangskirche schwer. Vier Arbeiter kamen bei der Flut ums Leben.

1491 Chronisten berichten von großen und plötzlich auftretenden Überschwemmungen an zahlreichen sächsischen Gewässern. Dabei rissen die Fluten der Mulde und des Lungwitzbaches in Niederlungwitz und Zwickau 44 Menschen in den Tod.

27. Juni 1498 Im Osterzgebirge verursacht ein Hochwasser der Weißeritz schwere Schäden.

16. Jahrhundert 16.–18. August 1501

Die Elbe wurde, verursacht von einem neuntägigen Regen in Böhmen, von einem schweren Hochwasser heimgesucht. In Pirna erreichte das Wasser die Kanzel der Klosterkirche, während es die Dresdner Brücke fast überflutete. Angeblich konnte man von letzterer aus das Wasser mit der Hand fassen.Dieter Fügner: Hochwasserkatastrophen in Sachsen. Ein historischer Überblick. In: Landesverein Sächsischer Heimatschutz (Hrsg.): Mitteilungen. Heft 1/2004, S. 23–31, S. 24. In der Landeshauptstadt erreichte die Elbe am 16. August einen Stand von 8,57 Meter (Durchfluss 5000 Kubikmeter je Sekunde). In Meißen stand das Wasser 12 Ellen und 10 Zoll über den mittleren Stand.

7. August 1506 Eine von einem Wolkenbruch ausgelöste Flut der Triebisch zerstörte einige Häuser und Scheunen. Die Meißner Stadtmauer wurde durch den Anprall von fünf klaftergroßen Bäumen schwer beschädigt.

1510 Die Elbe führte Hochwasser. In Pirna wurden weite Teile der Innenstadt überflutet, der Markt stand komplett unter Wasser.

1530 Chronisten berichteten, dass entlang der Weißeritz und weiterer Gebirgsflüsse schwere Hochwasser auftraten.

1533 Entlang von Elbe, Gottleuba und Seidewitz ereigneten sich große Überschwemmungen. Die Seidewitz zerstörte in Liebstadt mehrere Häuser und spülte die Trümmer bis nach Pirna.

1538 An der Weißeritz und weiteren Gebirgsflüssen kam es erneut zu schweren Überflutungen.

1539 Ein Hochwasser der Mulde zerstörte in Penig eine Brücke. Dabei kam ein Mensch ums Leben.

1547 Der Pirnaer Chronist Petermann berichtete von einem Sturm, bei dem Richard Flachs (Hrsg.): Petermanns Pirnische Chronik (1729). Herausgegeben nach den im Ratsarchiv vorhandenen Abschriften. Pirna 1914, S. 155.

15. November 1552 Nahe Königstein kamen bei einem durch einen plötzlichen Starkregen verursachten Hochwasser des Mühlwassers (Biela) 107 Menschen ums Leben. Ein Kind soll von der Elbe unversehrt bis Pirna mitgeführt worden sein.

21. Juli 1552 Entlang der Gottleuba ereignet sich eine Hochwasserkatastrophe.

1559 Ein schwerer Wolkenbruch überschwemmte weite Teile des Müglitztales und setzte einige der Bergbaugruben um Altenberg und Glashütte unter Wasser. Der Chronist berichtet, dass Stadt Glashütte (Hrsg.): Glashütte Sachsen. 1506–2006. 500 Jahre Stadtgeschichte. Dresden 2006, S. 376.

21. Juli 1560 Große Überschwemmungen ereigneten sich an der Seidewitz, der Gottleuba und der Elbe.

1564 Ein Hochwasser der Elbe verursachte im oberen Elbtal größere Schäden. Die Macht der Wassermassen schwemmte in Pirna sogar Mühlsteine fort.

1565 Ein Elbhochwasser mit starkem Eisgang verursachte beträchtliche Schäden an den Brücken in Dresden, Meißen und Torgau. In Wittenberg brach die Elbbrücke zusammen und riss zahlreiche Studenten, welche sich als Schaulustige auf ihr befanden, in den Tod.

20. Juli 1565 Ein Wolkenbruch zerstörte in Crottendorf 14 Häuser. 13 Menschen ertranken in den Wassermassen. In Wiesa wurden 8 Häuser und die Mühlen zerstört. Hier starben 17 Menschen.Carl Wilhelm Hering: Geschichte des Sächsischen Hochlandes. Band 2, Leipzig 1828, S. 51.

13. August 1568 Weite Teile des Erzgebirges waren von heftigen Niederschlägen betroffen. In und um Schneeberg versanken 24 Wohnhäuser, 9 Viehställe und 7 Scheunen in den Fluten. Zahlreiche Bergwerke soffen ab. 24 Tote waren zu beklagen. Im benachbarten Schlema wurde die Kirche und ein Wohnhaus weggeschwemmt, dabei starben acht Menschen. Im Hüttengrund ertranken 7 Menschen in den Wassermassen, auch hier soffen zahlreiche Zechen ab.Carl Wilhelm Hering: Geschichte des Sächsischen Hochlandes. Band 2, Leipzig 1828, S. 54f.

1569 Seidewitz, Gottleuba und Elbe führten erneut Hochwasser.

13. August 1573 Überschwemmungen an kleineren Elbnebenflüssen richteten in der Nähe von Pirna große Schäden an. Dabei wurden Mühlen weggeschwemmt und Menschen ertranken. In Pirna wurden Leichen vom Friedhof ausgeschwemmt. Zwickau, Schneeberg, Penig, Frankenberg, Rochlitz, Grimma, Eilenburg, Pegau und weitere Orte im Muldegebiet erlitten schwere Schäden durch die Mulde und die Zschopau. Auch in Sebnitz traten schwere Schäden auf.

26. Juni 1586 Die sogenannte Wasserflut vom Pfaffenberg (Pfaffenstein) zerstörte in Königstein zehn Häuser.

17. August 1595 An zahlreichen sächsischen Wasserläufen traten Überschwemmungen auf. Einen besonders hohen Pegel erreichte die Neiße. Hier wurde in Görlitz ein Stand von neun Ellen über dem mittleren Wasserstand gemessen. In Zittau beschädigten die Fluten Teile der Stadtmauer, in der Stadt selbst kamen 31 Menschen ums Leben.

13. August 1598 Ein Hochwasser der Weißeritz überflutete die Wilsdruffer Vorstadt in Dresden.

17. Jahrhundert mini|Hochwassermarken der Elbe (1655–2002) in Pirna

1602 Langanhaltender Regen ließ die Wasserstände der sächsischen Gewässer stark ansteigen.

15. Mai 1622 Ein Unwetter verursacht ein Hochwasser der Rachel in Clausnitz. Dabei starben 27 Menschen, 13 Häuser wurden zerstört.Carl Wilhelm Hering: Geschichte des Sächsischen Hochlandes. Band 2, Leipzig 1828, S. 77f.

17. Mai 1622 Ein Unwetter verursacht ein Hochwasser in Dorfchemnitz, bei dem drei Häuser weggerissen werden und 7 Menschen ums Leben kommen.

28. Mai 1617 Ein Hochwasser der Biela vernichtete zahlreiche Mühlen und Hammerwerke. In Königstein wurden eine Brücke und sieben Häuser zerstört.

6. August 1629 Die Kirnitzsch riss alle Mahlmühlen und Sägewerke, mit Ausnahme der Mittelndorfer Mühle, weg. Die drei Hauptschützen in Bad Schandau wurden ebenfalls zertrümmert.

3. Januar 1651