mini|hochkant|Dirk Galuba (2015)
Dirk Galuba (* 28. August 1940 in Schneidemühl, Provinz Pommern) ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.
Leben und Wirken Ausbildung Dirk Galuba wuchs in Bremen auf und machte dort sein Abitur. Danach absolvierte er seinen eineinhalbjährigen Wehrdienst. Anschließend begann er ein Medizinstudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, das er bald zu Gunsten eines Schauspielstudiums abbrach. Er studierte zunächst vier Semester Germanistik und Theaterwissenschaft, bevor er die Westfälische Schauspielschule in Bochum besuchte.
Karriere Am Schauspielhaus Bochum erhielt Galuba sein erstes Bühnenengagement. Es folgten bis 1974 feste Theaterstationen am Theater der Stadt Heidelberg und an den Bühnen der Hansestadt Lübeck. Zu seinen Bühnenrollen gehörten in dieser Zeit u. a. Ferdinand in Kabale und Liebe, Orsino in Was ihr wollt und Tempelherr in Nathan der Weise. Seither arbeitet Galuba als freischaffender Schauspieler. Theaterengagements hatte er zudem an der Komödie Berlin (1977), am Fritz-Rémond-Theater im Zoo in Frankfurt am Main, an der Kleinen Komödie München (1979 und 1982), an den Düsseldorfer Kammerspielen (1982; in Play Macbeth von Pavel Kohout) und am Theater Essen (1985; Titelrolle in Philoktet von Heiner Müller). 1981/1982 trat er in einer Tourneeproduktion neben Maria Schell in dem Theaterstück Elisabeth von England von Ferdinand Bruckner auf.
Seit 1969 ist Galuba als Schauspieler vor der Kamera aktiv und wirkte bisher in über 80 Film-und-Fernsehproduktionen mit. Er spielte den Ole Peters in der Schimmelreiter-Adaption von Alfred Weidenmann, in Lili Marleen unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder sowie in fünf Filmen der Tatort-Reihe mit den Kommissaren Flemming, Koch und Ballauf den Kriminalrat Tejung. Daneben hatte er zahlreiche Gastauftritte in Fernsehserien wie Mit Leib und Seele, Die Schwarzwaldklinik, In aller Freundschaft, Ein Fall für zwei, Der Alte, SOKO München, Der Bulle von Tölz und in Steven Spielbergs historischer Miniserie Band of Brothers. Einem breiten Publikum ist Galuba vor allem durch seine Darstellung zwielichtiger und skrupelloser Charaktere bekannt, wie er sie zwischen 1976 und 1998 insgesamt in 22 Episoden der Krimiserie Derrick und in der Sat.1-Serie Die Rote Meile als Kiez-König Wilhelm Kastor verkörperte.
In mittlerweile über 4600 Folgen (Stand: Mai 2026) spielt Galuba in der ARD-Telenovela Sturm der Liebe seit der ersten Folge am 26. September 2005 den Hoteldirektor Werner Saalfeld. Ende September 2026 kündigte Galuba nach 21 Jahren seinen Ausstieg aus der Serie an.
Als Synchronsprecher Darüber hinaus lieh Galuba seine tiefe Stimme als Synchronsprecher unter anderem Malcolm McDowell, William Shatner, John Ashton, Ed Lauter, Bubba Smith, Peter Fonda, Fred Ward, Alan Rickman, Stephen McHattie, Charles Napier, Paul Guilfoyle, Joe Don Baker, Christopher Cazenove, David Clennon und Pete Postlethwaite.
Dem Charakter Nago in Hayao Miyazakis Anime-Film Prinzessin Mononoke gab er ebenso seine Stimme wie dem tyrannischen Herrscher des Königreichs Drumm, König Wapol, in der Anime-Serie One Piece. Zeitweise sprach er auch die beiden Zeichentrickfiguren Drederick Tatum und Fat Tony in Die Simpsons.
Privates Dirk Galuba ist seit April 2019 in dritter Ehe mit einer Italienerin verheiratet, ist kinderlos und lebt mit seiner Frau im Münchner Stadtteil Solln.
Filmografie
Theater (Auswahl) Thomas Chatterton (1970) Überlebensgroß Herr Krott – Requiem für einen Unsterblichen (1971) Wallenstein (Theater Heidelberg, als Max Piccolomini) Endstation Sehnsucht (als Stanley Kowalski) Jedermann Das Mädchen Irma la Douce (1979; Kleine Komödie München mit Chariklia Baxevanos als Partnerin) Lady Windermeres Fächer (1982; Kleine Komödie München) Seid nett zu Mr. Sloane (1982; von Joe Orton) Miss Daisy und ihr Chauffeur (Bühnenfassung)
Hörspiele 1999: Ken Follett: Die Säulen der Erde (Regie: Leonhard Koppelmann; 9-teiliges Hörspiel, WDR)
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 289.
Weblinks
Einzelnachweise
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