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Als Rosentalbahn wird heute oft nur der südliche Teil der Bahnstrecke von St. Veit an der Glan über Klagenfurt und Rosenbach nach Jesenice/Aßling in Slowenien bezeichnet, die Strecke von Klagenfurt nach Rosenbach. Historisch trägt aber die Gesamtstrecke diesen Namen.
Der Großteil der Strecke entstand 1901–1906 gemeinsam mit der Bahnstrecke Villach–Rosenbach im Zuge des Projekts Neue Alpenbahnen. Der Abschnitt zwischen St. Veit und Klagenfurt ist heute Teil der überregionalen Fernverbindung zwischen Wien und Villach, der Abschnitt zwischen Rosenbach und Jesenice durch den Karawankentunnel ist Teil der überregionalen Fernverbindung Salzburg–Villach–Zagreb/Agram. Die Bahnverbindung von Klagenfurt nach Rosenbach und zum Karawankentunnel läuft heute über Villach und nicht mehr durch das Rosental. Zwischen St. Veit und Weizelsdorf wird die Strecke im Nahverkehr von Zügen der S-Bahn Kärnten bedient.
Betreiber der gesamten Bahnstrecke waren die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Zum Fahrplanwechsel 2016/17 stellten die ÖBB den Verkehr zwischen Weizelsdorf und Rosenbach ein. Dieser Abschnitt wurde an das Land Kärnten verkauft. Seit Sommer 2020 verkehrten zwischen Weizelsdorf und Feistritz Nostalgiezüge der NBiK. Seit Juli 2021 war auch der Abschnitt Feistritz–Rosenbach wieder für Nostalgiezüge in Betrieb.
Geschichte Vorgeschichte Im agrarisch geprägten Rosental wurde ab dem 16. Jahrhundert im Bereich von Feistritz im Rosental Eisen verarbeitet, auch in Ferlach gab es eisenverarbeitende Werke. Als 1863 die Südbahn-Gesellschaft mit der Kärntner Bahn Kärnten an das Eisenbahnnetz anschloss, wurde das Rosental umfahren. Das hier hergestellte Eisen musste weiterhin mit Pferdefuhrwerken über den Loiblpass transportiert werden. Ab 1868 erschloss die ebenfalls private Kronprinz Rudolf-Bahn Kärnten mit einer Bahnstrecke von St. Michael in der Obersteiermark über St. Veit an der Glan nach Villach. Der Abschnitt Glandorf – Klagenfurt ging dabei als eingleisige Zweigstrecke der Rudolfsbahn vom 15. April 1869 an in Betrieb. Nach der Verstaatlichung der Rudolfsbahn und ihrer Zweigstrecke nach Klagenfurt bis Ende 1889 versuchte ab 1896 ein Konsortium aus lokalen Wirtschaftstreibenden den Bau einer Lokalbahn von Klagenfurt nach Ferlach zu erwirken. Diese Versuche waren allerdings nicht erfolgreich.
Bau und Betrieb bis 1945 Die Preispolitik der privatisierten Südbahn-Gesellschaft, welche de facto ein Monopol auf den Nord-Süd-Verkehr in Österreich-Ungarn hatte, führte im Reichsrat zu mehreren Gesetzesinitiativen für eine zweite Schienenverbindung nach Triest, die allerdings alle ohne Erfolg waren. Erst das am 6. Juni 1901 verabschiedete Alpenbahngesetz ermöglichte den Bau der so genannten Neuen Alpenbahnen. Noch im selben Jahr begannen die Bauarbeiten am 7.976 m langen Karawankentunnel. Ab 1903 arbeiteten bis zu 4.500 Personen an den Zulaufstrecken von Villach und Klagenfurt. Das Überwinden des Sattnitzgebirges und die zerklüfteten Hänge der Karawanken erforderten den Bau mehrerer großer Brücken. Anfang Mai 1906 wurde schließlich der Abschnitt Klagenfurt-Feistritz, am 30. September desselben Jahres der Rest der Bahnstrecke eröffnet. Im selben Jahr erhielt auch Ferlach mit der Ferlacher Bahn einen Anschluss an die Rosentalbahn.
Der neue Bahnanschluss des Rosentals führte zu einem Aufschwung der dortigen Stahlindustrie. Im Jahr der Eröffnung der Bahn übernahm die Krainische Industriegesellschaft das Feistritzer Werk und baute es in den nächsten Jahren aus. Die Eisenhütten in Waidisch, Unterloibl und Ferlach vereinigten sich zur Kärntner Eisen- und Stahlwerksgesellschaft KESTAG. Die Rosentalbahn entwickelte sich indes zu einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung. So fuhren hier im Sommer 1914 täglich fünf Schnellzugpaare.
1912 erhielt die Rudolfsbahn im Raum St. Veit eine neue Trassenführung, die Rosentalbahn zweigt seither im damals neu erbauten Bahnhof St. Veit an der Glan ab. Durch die neue Trassierung entfiel das bis dahin notwendige Stürzen von Norden kommender Züge nach Klagenfurt in St. Veit, die Kilometrierung der Strecke beginnt allerdings bis heute in Glandorf.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Volksabstimmung in Kärnten 1920 führten geänderte territoriale Verhältnisse zu einer Veränderung der Verkehrsströme. Während mit der Verstaatlichung der Südbahn 1923 der Abschnitt St. Veit – Klagenfurt an Bedeutung gewann, begann der Niedergang der Rosentalbahn im Abschnitt Klagenfurt – Rosenbach. Im Oktober 1931 fuhr der letzte fahrplanmäßige Schnellzug auf diesem Teil der Strecke, 1933 schloss die Krainische Industriegesellschaft unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise ihr Feistritzer Werk. Während des Zweiten Weltkriegs führten die Rüstungsproduktion der 1939 in Feistritz eröffneten Akkumulatorenfabrik Jungfer und der Deutsche Überfall auf Jugoslawien 1941 zu einem kurzlebigen Verkehrszuwachs.
Nachkriegszeit Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das zweite Streckengleis des Karawankentunnels als bombensicherer Unterstand für Lokomotiven verwendet, anschließend blieb der Tunnel bis Ende der 1970er Jahre eingleisig. Aufgrund des gesteigerten Verkehrsaufkommens auf der Tauernachse ab den 1950er Jahren gewann der Karawankentunnel gemeinsam mit der Bahnstrecke Villach–Rosenbach wieder an Bedeutung, und so wurde bis 1977 das zweite Streckengleis im Tunnel wieder hergestellt.
In den 1970er Jahren führte der Bau des Ferlacher Stausees zu ersten Überlegungen zur Einstellung der Bahn, weil die Brücke über die Drau unter dem Stauziel lag. Schließlich wurde die Brücke gehoben und liegt heute nur 80 cm über dem Wasserspiegel. Mit der Schließung des Ferlacher Stahlwerks im Zuge der Stahlkrise und der Einstellung der Ferlacher Bahn im Jahr 1996 verlor die Bahn einen Großteil ihres Güterverkehrsaufkommens. 2012 folgte die Schließung der Verladestellen in Weizelsdorf und Feistritz im Rosental. Seither werden nur mehr am Bahnhof Viktring Güter verladen.
Anfang der 1990er Jahre erhielt der Abschnitt Klagenfurt – St. Veit an der Glan als letzter Abschnitt der Eisenbahnverbindung Villach – Klagenfurt – Wien ein zweites Streckengleis.
Einstellung Weizelsdorf–Rosenbach Der Zustand der Strecke zwischen Klagenfurt und Rosenbach verschlechterte sich zunehmend. Bis zum Jahr 2009 gab es zwischen Rosenbach und Klagenfurt neun kilometerlange Langsamfahrstellen mit Höchstgeschwindigkeiten zwischen 10 und 30 km/h. Die Fahrzeit von Klagenfurt nach Rosenbach war mit über einer Stunde dementsprechend lang. Ohne die Langsamfahrstellen hätten durchfahrende (umgeleitete) Reisezüge für die Strecke Klagenfurt–Rosenbach nur circa 25 bis 30 Minuten benötigt, Regionalzüge gut 40 Minuten. Im Juli 2009 wurde diese Strecke allerdings renoviert, und sämtliche 10 km/h-Langsamfahrstellen entfielen. Auch wurden fast sämtliche Weichen und Signale entlang der Strecke demontiert. Die reine Fahrzeit auf der Gesamtstrecke wurde auf gut 40 Minuten verkürzt, und ab dem Fahrplanwechsel 2009/10 fuhr zusätzlich ein weiteres Zugpaar auf dieser verlassenen Strecke.
Vom 1. August 2011 bis inkl. 9. Dezember 2016 wurde der Personenverkehr allerdings auf einen einzigen Zug beschränkt, der jeweils nur werktags (außer samstags) die Gesamtstrecke Rosenbach–Klagenfurt befuhr. Der Zug fuhr um 06:24 Uhr in Rosenbach ab und kam nach 51 Minuten Fahrzeit um 07:15 Uhr am Klagenfurter Hbf an.
Im Dezember 2016 wurde der letzte verbliebene Zug im Abschnitt Weizelsdorf – Rosenbach eingestellt. Dieser Schritt wurde mit der geringen Fahrgastfrequenz auf der Strecke und notwendigen Investitionen begründet. Der eingestellte Abschnitt ging in den Besitz des Landes Kärnten über, die Erhaltung des Abschnitts übernahm der Verein Nostalgiebahnen in Kärnten (NBiK), der bereits die benachbarte Ferlacher Bahn betrieb. Im August 2020 wurde die Strecke zwischen Weizelsdorf und Feistritz für Nostalgiezüge der NBiK wiedereröffnet, seit dem Jahr 2021 werden Sonderzüge bis Rosenbach und weiter ins Netz der ÖBB geführt. Wegen des schlechten Zustands des Rosenbach-Viadukts kündigte das Land Kärnten den Benützungsvertrag mit Jahresende 2025.
S-Bahn Klagenfurt–Weizelsdorf Seit Sommer 2011 wird der im ÖBB-Netz verbleibende Abschnitt Klagenfurt – Weizelsdorf von der Linie S3 der S-Bahn Kärnten befahren. Ab Weizelsdorf verkehren seither an die Ankunftszeit der Züge aus Klagenfurt abgestimmte Busse nach Ferlach und parallel zur Rosentalbahn nach Rosenbach bzw. Ledenitzen (Anschluss an die Linie S2). Hierfür wurde der Bahnhof Weizelsdorf modernisiert und eine Park and Ride-Anlage errichtet. 2015 wurde die Haltestelle Klagenfurt Süd eröffnet und der Personenverkehr am Bahnhof Viktring eingestellt.
Sanierung des Karawankentunnel Von September 2020 bis September 2021 wurde der Karawankentunnel saniert. Dabei wurden neue Sicherheitssysteme eingebaut und wegen des beschränkten Tunnelprofils das zweite Streckengleis im Tunnel entfernt, womit die Strecke zwischen Rosenbach und der neu geschaffenen Betriebsstelle Jesenice zahod wieder eingleisig wurde. Im Bahnhof Rosenbach wurde ein weiteres Hauptgleis für wartende Güterzüge errichtet. Die Entscheidung zum Rückbau auf ein Gleis wurde aufgrund der prognostizierten Zugzahlen getroffen. Seit dem Umbau stehen durch den Tunnel 110 Zugtrassen täglich zur Verfügung, auf der freien Strecke Richtung Villach sind es 130.
Modernisierung und Elektrifizierung Klagenfurt–Weizelsdorf Ab April 2021 bis 2022 wurde der 12 km lange Abschnitt Klagenfurt–Weizelsdorf unter Vollsperrung modernisiert und mit 15 kV 16,7 Hz Wechselspannung elektrifiziert. Im Bahnhof Maria Rain entstand wieder eine Möglichkeit für Zugkreuzungen, und die Sicherungstechnik wurde so adaptiert, dass der Zugverkehr auf diesem Abschnitt von der Betriebsführungszentrale Villach gesteuert werden kann. Am 7. Dezember 2022 wurde die Fertigstellung mit einem Festakt bei der neu errichteten Haltestelle Köttmannsdorf Lambichl gefeiert. Für die Elektrifizierung musste auch die Brücke über die Drau adaptiert werden, außerdem wurden zwölf Eisenbahnkreuzungen technisch gesichert oder aufgelassen. Um längere Züge führen zu können, wurden die bestehenden Bahnsteige auf 160 Meter verlängert. Mit dem Umbau wurden auch die Parkplätze bei den Haltepunkten erweitert.
Ohne die Elektrifizierung wäre die Strecke ab April 2023 die einzige nicht elektrifizierte Strecke mit Schienenpersonennahverkehr in Kärnten geworden.
Zugverkehr Abschnitt St. Veit / Glan – Klagenfurt Der Abschnitt von St. Veit bis Klagenfurt ist Teil der überregionalen Eisenbahnverbindung von Villach nach Wien. Hier verkehren im Zweistundentakt Railjet- bzw. InterCity-Züge der ÖBB. Im Regionalverkehr wird die Strecke halbstündlich von Zügen der Linie S1 der S-Bahn Kärnten bedient.
Im Güterverkehr ist die Strecke Teil des Rail Freight Corridor 5 und des "Baltisch-Adriatischen" TEN-V-Netzkorridors, der von Polen über Tschechien und Österreich bis nach Italien führt. Der Abschnitt wird neben der Rail Cargo Group auch von anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen im Güterverkehr genutzt. Außerdem bestehen mehrere Anschlussbahnen, die bei Bedarf vom Fahrverschub bedient werden.
Abschnitt Klagenfurt – Rosenbach Ab dem Fahrplanwechsel 2008/2009 bis zur Elektrifizierung der Strecke zwischen Klagenfurt und Weizelsdorf fuhren hier Triebwagen der Reihe 5022 (Desiro). Zusätzlich kam bis zur Teileinstellung des Personenverkehrs im Dezember 2016 für den verbliebenen Morgenzug eine Wendezuggarnitur aus CRD-Wagen und Lokomotiven der Reihe 2016 zum Einsatz.