Der 1. FC Passau ist ein Sportverein mit rund 750 Mitgliedern aus Passau in Niederbayern. Die Heimspiele des Vereins werden im Dreiflüssestadion ausgetragen. Überregionale Bekanntheit erreichte der Verein durch seine Fußballmannschaft, die jahrelang in der Fußball-Bayernliga – damals 3. Liga – spielte, und seine erfolgreiche Leichtathletik-Abteilung.
Geschichte 1911 bis 1945 – Die Gründerzeit
In Passau wurde ab 1893 beim Athleten-Club (heute ASV Passau) und ab 1910 im TV Passau Fußball gespielt. Im Jahr 1911 entschloss man sich zur Gründung eines eigenständigen Fußballvereins. Dieser wurde unter dem Namen „Fußball-Club Passau“ aus der Taufe gehoben. Durch den Ersten Weltkrieg kam der Sportbetrieb zwischen 1914 und 1918 jedoch frühzeitig gänzlich zum Erliegen. Den ersten Aufstieg in die A-Klasse Niederbayern konnte der FC Passau im Jahr 1922 als Meister der B-Klasse feiern. Am 8. November 1925 folgte der erste überregionale Titel als Sieger der Kreispokalmeisterschaft Oberpfalz/Niederbayern und im November des darauf folgenden Jahres die Fusion mit der 1923 gegründeten Spielvereinigung Passau. Der Name FC Passau hatte jedoch weiterhin Bestand. Nach dem Abstieg in die Kreisklasse im Jahr 1935 kehrte der Klub bereits eine Saison später, also zum 25-jährigen Vereinsjubiläum, als ungeschlagener Gruppenmeister der 1. Niederbayrischen Kreisklasse in die nächsthöhere Bezirksliga zurück.
1945 bis 1968 – Die große Ära „Maierhof“
Durch das Verbot der Betätigung früherer Sportfunktionäre nach dem Zweiten Weltkrieg mussten junge Kräfte den Wiederaufbau des Vereins in die Hand nehmen. Da die alten Vereinsnamen nicht mehr verwendet werden durften, entstand der FC Passau zunächst am 1. Februar 1946 neu unter dem Namen Sportverein Passau (SV Passau). In der ersten Nachkriegsrunde erreichte der SV Passau hinter den Kickers Passau und dem FC Vilshofen Platz drei.
Ab dem 14. Juli 1946 führte der Verein wieder für kurze Zeit seinen alten Namen FC Passau. Wenig später schlossen sich die Vereine Kickers Passau (früher RPSG) und FC Passau unter dem Namen „Sportverein Passau“ zusammen. Dieser Sportverein Passau erschien damit anstelle der Kickers Passau in der Südbayerischen Landesliga. Die Fusion FC und Kickers sollte eine sportliche Konzentration, besonders im Fußball, bringen. Die Landesliga konnte bis zum Jahr 1948 gehalten werden, ehe der Abstieg in die niederbayrische Kreisliga hingenommen werden musste. Vom 40-jährigen Jubiläum im Jahr 1951 an nannte sich der Verein nun 1. FC Passau.
Im gleichen Jahr erlangte der Klub über den ersten Tabellenplatz und den damit verbundenen Titel „Niederbayrischer Kreismeister“ die Berechtigung zur Teilnahme an Aufstiegsspielen zur Landesliga. Dort setzte sich Passau jedoch in einer Runde mit Amberg, Perlach, Aubing, Kempten und Günzburg nicht durch und erst 1958 realisierte der Klub den Aufstieg ins „Amateuroberhaus“. Dort hielt sich die Mannschaft in der ersten Saison, bevor sie im Jahr darauf trotz eines vergleichsweise hohen Zuspruchs von circa 2.700 Zuschauern pro Heimspiel am „Maierhof-Sportplatz“ wieder abstieg. Im 50. Jahr seines Bestehens gewann der 1. FC Passau die Kreisliga-Meisterschaft und feierte den sofortigen Wiederaufstieg, dem jedoch bereits 1962 ein weiterer Abstieg folgte.
Den erneuten Wiederaufstieg schaffte der FC in der Saison 1963/64. Im Endspiel um die Meisterschaft traf der FC Passau in Plattling auf den FC „Sturm“ Hauzenberg (beide Mannschaften waren punktgleich) und in der für ein Bezirksligaspiel überdurchschnittlichen Kulisse von 10.000 Zuschauern siegte der FC Passau mit 3:2 nach Verlängerung. Dort konnte sich Passau nun erstmals auch mittelfristig behaupten und in der bis dahin erfolgreichsten Saison 1967/68 der Vereinsgeschichte gewann die Mannschaft die Landesliga-Meisterschaft, womit sie sich für die Teilnahme an der Bayernliga qualifizierte. Zusätzlich gewann der Klub durch einen 3:1-Finalsieg gegen den Bayernligisten TSV Straubing den Niederbayern-Pokal.
1968 bis 1977 – Bayernliga im neuen Stadion
Nach dem Aufstieg in die Bayernliga und dem Umzug in das Dreiflüssestadion war die Euphorie in Passau groß und am Ende der Saison 1968/69 belegte der FC Passau einen guten siebten Tabellenplatz. Der FC konnte sich auch in den Folgejahren, trotz einiger personeller Umbrüche, problemlos in der Bayernliga behaupten. In der Spielzeit 1972/73 besiegte Passau unter der Regie des neuen Trainers Sepp Grininger den Regionalligisten Jahn Regensburg in der ersten Runde des Süddeutschen Pokals mit 3:1 und unterlag eine Woche später (23. Juli 1972) dem TSV 1860 München mit 0:2. Die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte war die Spielzeit 1973/74, als die Mannschaft den vierten Platz errang. Es folgten ein zwölfter und achter Abschlusstabellenplatz in den anschließenden beiden Spielzeiten.
Nach der Saison 1975/76 verließen einige wichtige Spieler den Verein, darunter mit Eduard Kirschner der amtierende Bayernliga-Torschützenkönig sowie TW Atzinger, Günter Wiesmeier (beide Karriereende), Sepp Nusko, Peter Kunze und Hermann Reiter. Resultat war der Abstieg 1977 als Tabellenletzter mit insgesamt 102 Gegentoren.
1977 bis 1992 – ein stetiges Auf und Ab Nach dem Abstieg aus der Bayernliga leitete der Klub einen Umbruch ein. Allein im Sommer 1977 vermeldete er 14 Neuzugänge. Die „Mission Wiederaufstieg“ konnte aber nicht erfolgreich gestaltet werden. Am Ende musste sich der FC mit dem fünften Platz zufriedengeben. In den Jahren zwischen 1978 und 1980 drehte sich das Personalkarussell weiter, wozu auch Veränderungen im Vorstand und auf der Trainerbank gehörten. Resultate waren ein zehnter und achter Abschlusstabellenplatz in den Spielzeiten 1978/79 und 1979/80. Der sportliche Trend zeigte weiter nach unten und ausgerechnet zum 70-jährigen Vereinsjubiläum stieg Passau als Tabellenletzter aus der Landesliga in die Bezirksliga ab. Es gelang zwar der sofortige Wiederaufstieg als deutlicher Meister der Bezirksliga Ost und über ein anschließendes 1:0 im Aufstiegsspiel gegen den TSV Bogen, aber bereits zwei Jahre später ereilte der Mannschaft ein weiterer Rückschlag. Nach einem positiven Start in die Saison 1983/84 und einem guten vierten Platz zur Winterpause stürzte Passau noch in die untere Tabellenhälfte ab. Am letzten Spieltag hätte ein Sieg zum Klassenerhalt gereicht, aber trotz eines 3:1-Zwischenstands bis zur 80. Minute spielte Passau nur 3:3. In der anschließenden Relegation unterlag man gleich dreimal im Elfmeterschießen und musste so ein weiteres Mal den Gang in die Bezirksliga antreten.
Zwei Jahre später – rechtzeitig zum 75-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1986 – kehrte Passau erneut in die Landesliga zurück, nachdem der ETSV Landshut 09 im Aufstiegsspiel mit 3:2 (nach 1:2-Rückstand) geschlagen werden konnte. Als neuer Spielertrainer war Edi Kirschner zurückgeholt worden und in den Folgejahren konnte sich der FC immer weiter in der Landesliga-Spitzengruppe festsetzen. Im Jahr 1989 scheiterte man sehr knapp am Aufstieg, als Passau gemeinsam mit der punktgleichen SpVgg Fürth den zweiten Abschlusstabellenplatz belegte und das dadurch notwendige Entscheidungsspiel im Elfmeterschießen verlor. Auch in der Saison 1989/90 spielte das Team um Kapitän Helmut Heininger wieder um den Aufstieg mit. In der Rückrunde kristallisierte sich ein Dreikampf um die Meisterschaft zwischen Jahn Regensburg, der SpVgg Fürth und dem FCP heraus. Bis zum letzten Spieltag waren alle drei punktgleich und durch einen 2:0-Heimsieg gegen Fürth (Tore: Armin Paulik, Christian Hois) kam es zu einem „Meister-Stichkampf“ zwischen Passau und Jahn Regensburg in Straubing. Regensburg gewann mit 1:0 und in der für Passau ungeliebten Relegation scheiterte der mögliche Aufstieg nach einem 2:1-Sieg in der ersten Partie gegen Starnberg an einem 0:3 gegen den SV Lohhof.
Der ersehnte Rückkehr in die Bayernliga sollte jedoch in der Spielzeit 1991/92 perfekt gemacht werden. Durch positive Leistungen in der Vorbereitung zeigte sich die Elf von Trainer Krinner früh in einer guten Form und der FC avancierte zum Topfavoriten der Landesliga Mitte. Mit einer geeigneten Mischung aus gestandenen Spielern wie Helmut Heininger und Bernhard Meisl (welcher vor der Saison von den Münchner Löwen zurückgekehrt war) sowie jungen Talenten wie Ludwig Preis setzen sich die SpVgg Landshut und der 1. FC Passau von den Kontrahenten ab und in einem „Showdown“ am letzten Spieltag genügte Passau ein Unentschieden. Die Begegnung endete mit einem späten Tor durch Bernhard Meisl in der 83. Minute mit 1:0, womit Passau nach einer insgesamt 15-jährigen Durststrecke zurück in Bayerns höchster Amateurklasse, der dritthöchsten Liga in Deutschland, angekommen war.
1992 bis 2006 – Heiße Bayernliga-Duelle
Einen besonderen Reiz hatte der Bayernliga-Aufstieg auch deswegen, weil dort Duelle mit prominenten Vereinen, darunter der aus der zweiten Bundesliga abgestiegene TSV 1860 München, winkten. Das Team wurde mit Josef Gsödl (SpVgg Unterhaching), Helmut Höfler (FC Vilshofen) und Markus Weinzierl (eigene Jugend) verstärkt. Am Ende der ersten Saison landete man, wie auch in der Spielzeit 1993/94, auf einem respektablen zehnten Tabellenplatz. Eine Zäsur stellte dann während der Saison 1994/95 der Tod des 52-jährigen Präsidenten Jürgen Wösner dar, dessen zehnjährige Amtszeit den Verein nachhaltig geprägt hatte. Zunächst konnte sich der Klub noch bis 1997 jeweils im Abstiegskampf behaupten (am Ende rangierte der Klub einmal auf dem dreizehnten und danach zweimal auf dem vierzehnten Rang) und in der Saison 1997/98 gelang darüber hinaus die beste Platzierung des FCP seit 24 Jahren. Das Team um Trainer Edi Kirschner war dabei zeitweise sogar Tabellenführer der Bayernliga, bevor das „FC-Urgestein“ nach Differenzen mit Vorstandschaft und dem Abteilungsleiter überraschend zurücktrat. Nachfolger wurde Fred Arbinger, ebenfalls ein Ex-Bayern-Profi. Am Ende der Saison 1997/98 belegte der 1. FC Passau mit 55 Punkten und 62:48 Toren den sechsten Platz.
In der Sommerpause vor der Saison 1999/2000 drohte die Mannschaft auseinanderzufallen. Wichtige Spieler verließen den Verein und Trainer Karpisek zog sich zurück. Neben dem notwendigen Umbruch hatte sich dazu die finanzielle Lage zugespitzt und auf der Jahreshauptversammlung 1999 übernahm ein komplett neues Führungsteam das Ruder. In dieser turbulenten Zeit fiel die Mannschaft auf den letzten Tabellenplatz zurück, womit das Kapitel Bayernliga zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte beendet war. Unter der neuen Führung machte sich der frisch zum Abteilungsleiter gewählte Bernhard Robl auf die Suche nach einem geeigneten Trainer und fand in dem erst 28-jährigen Thomas Fuchs – zuvor Bezirksoberliga-Spieler in Mauth – einen Spielertrainer.