Das Insekt des Jahres wird in Deutschland seit dem Jahr 1999 jährlich durch das von Holger Heinrich Dathe gegründete Kuratorium Insekt des Jahres ausgerufen. Die Aktion wird vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg koordiniert.

Seit dem Jahr 2000 wurde in Österreich ein eigenes Insekt des Jahres gekürt. In dem Kuratorium für Österreichs Insekt des Jahres wirkten unter anderem die österreichische Fachgesellschaft für Entomologie und der Naturschutzbund Österreich mit. Von 2005 bis 2023 wurde die Wahl gemeinsam für Deutschland und Österreich durchgeführt,Erstes Insekt des Jahres gemeinsam für Deutschland und Österreich (2005): (PDF). seit 2009 gemeinsam für Deutschland, Österreich und die Schweiz.Erstes Insekt des Jahres gemeinsam für Deutschland, Österreich und die Schweiz (2009): Gemeine Blutzikade (PDF). Nur 2024 ernannte der Naturschutzbund Österreich mit dem Matten Pillenwälzer noch einmal ein eigenes Insekt des Jahres.

Meist werden bekannte, sehr auffällige oder interessante Insekten gewählt. In den Jahren 2025 und 2026 fiel die Wahl auf die Holzwespen-Schlupfwespe, bzw. den Warzenbeißer.

Das Insekt des Jahres wird der Öffentlichkeit durch Pressearbeit bekannt gemacht und in einem Faltblatt genauer beschrieben.senckenberg.de Die Aktion hat den Zweck, auf die Gefährdung und auf den Nutzen der Kleintierwelt für den Menschen hinzuweisen, ähnlich wie andere Aktionen aus dem Bereich Natur des Jahres.

Insekten des Jahres Deutschland (1999–2004) Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 1999 Gemeine Florfliege Chrysoperla carnea rahmenlos|hochkant|zentriert|1999 Gemeine Florfliege 2000 Goldglänzender Rosenkäfer Cetonia aurata rahmenlos|zentriert|2000 Goldglänzender Rosenkäfer 2001 Plattbauch Libellula depressa rahmenlos|zentriert|2001 Plattbauch 2002 Zitronenfalter Gonepteryx rhamni rahmenlos|zentriert|2002 Zitronenfalter 2003 Feldgrille Gryllus campestris rahmenlos|zentriert|2003 Feldgrille 2004 Hainschwebfliege Episyrphus balteatus rahmenlos|zentriert|2004 Hainschwebfliege

Österreich (2000–2004) Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 2000 Wiener Nachtpfauenauge Saturnia pyri rahmenlos|zentriert|2000 Wiener Nachtpfauenauge 2001 Alpenbock Rosalia alpina rahmenlos|zentriert|2001 Alpenbock 2002 Aus der Familie derQuelljungfernZweigestreifte QuelljungferGestreifte QuelljungferGroße Quelljungfer Cordulegaster boltonii ,Cordulegaster bidentata,Cordulegaster heros rahmenlos|zentriert|2002 Cordulegaster boltonii rahmenlos|zentriert|2002 rahmenlos|zentriert|2002 2003 Europäischer Bachhaft Osmylus fulvicephalus rahmenlos|zentriert|2003 Europäischer Bachhaft 2004 Segelfalter Iphiclides podalirius rahmenlos|zentriert|2005 Segelfalter

Deutschland und Österreich (2005–2008) Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 2005 Steinhummel Bombus lapidarius rahmenlos|zentriert|2005 Steinhummel 2006 Siebenpunkt-Marienkäfer Coccinella septempunctata rahmenlos|zentriert|2006 Siebenpunkt-Marienkäfer 2007 Ritterwanze Lygaeus equestris rahmenlos|zentriert|2007 Ritterwanze 2008 Esparsetten-Widderchen Zygaena carniolica rahmenlos|zentriert|2008 Esparsetten-Widderchen

Deutschland, Österreich und Schweiz (2009–2023) Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 2009 Gemeine Blutzikade Cercopis vulnerata rahmenlos|zentriert|2009 Gemeine Blutzikade 2010 Ameisenlöwe Myrmeleon formicarius rahmenlos|zentriert|2010 Ameisenlöwe 2011 Große Kerbameise Formica exsecta rahmenlos|zentriert|2011 Große Kerbameise 2012 Hirschkäfer Lucanus cervus rahmenlos|hochkant|zentriert|2012 Hirschkäfer 2013 Gebänderte Flussköcherfliege Rhyacophila fasciata rahmenlos|hochkant|zentriert|2013 Gebänderte Flussköcherfliege 2014 Goldschildfliege Phasia aurigera rahmenlos|zentriert|2014 Goldschildfliege 2015 Silbergrüner Bläuling Polyommatus coridon rahmenlos|zentriert|2015 Silbergrüner Bläuling 2016 Dunkelbrauner Kugelspringer (gehört nicht zu den Insekten im engerenSinne, sondern zu den Sechsfüßern) Allacma fusca rahmenlos|zentriert|2016 Dunkelbrauner Kugelspringer 2017 Europäische GottesanbeterinGottesanbeterin ist Insekt des Jahres 2017 scinexx.de Mantis religiosa rahmenlos|zentriert|2017 Europäische Gottesanbeterin 2018 Gemeine SkorpionsfliegeDas Gefährlichste ist der Name: Die Gemeine Skorpionsfliege ist „Insekt des Jahres 2018“ nabu.de Panorpa communis rahmenlos|zentriert|2018 Gemeine Skorpionsfliege 2019 Rote MauerbieneRostrote Mauerbiene ist das Insekt des Jahres 2019 kurier.at Osmia bicornis rahmenlos|zentriert|2019 Rote Mauerbiene 2020 Schwarzblauer Ölkäfer Meloe proscarabaeus rahmenlos|zentriert|2020 Schwarzblauer Ölkäfer 2021 Dänische Eintagsfliege365 Tage für die Eintagsfliege senckenberg.de Ephemera danica rahmenlos|zentriert|2021 Dänische Eintagsfliege 2022 Schwarzhalsige KamelhalsfliegeLebendes Fossil: Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege senckenberg.de Venustoraphidia nigricollis rahmenlos|zentriert|2022 Schwarzhalsige Kamelhalsfliege 2023 LandkärtchenInsekt des Jahres 2023 senckenberg.de Araschnia levana rahmenlos|zentriert|2023 Landkärtchen

Deutschland und Schweiz (2024) Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 2024 Stierkäfer Typhaeus typhoeus rahmenlos|zentriert|2024 Stierkäfer

Österreich (2024) Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 2024 Matter Pillenwälzer Sisyphus schaefferi rahmenlos|zentriert|2024 Matter Pillenwälzer

Deutschland, Österreich und Schweiz (2025–2026) Jahr deutscher Name wissenschaftlicher Name Abbildung 2025 Holzwespen-Schlupfwespe Rhyssa persuasoria rahmenlos|zentriert|2025 Holzwespen-Schlupfwespe2026WarzenbeißerDecticus verrucivoruszentriert|rahmenlos|2026 Warzenbeißer

Kuratorium Insekt des Jahres Das Kuratorium Insekt des Jahres wählt jedes Jahr aus zahlreichen Vorschlägen ein Insekt aus und gibt die Entscheidung bei einer Pressekonferenz bekannt.

Anfängliche Zusammensetzung Das Kuratorium bestimmte das Insekt des Jahres anfänglich nur für Deutschland. Bei der Wahl zum ersten Insekt des Jahres (Gemeine Florfliege, 1999) wirkten folgende Institutionen mit:Erstes Insekt des Jahres in Deutschland (1999): (PDF).

Deutsches Entomologisches Institut, Eberswalde. Vorsitzender des Kuratoriums: Holger Heinrich Dathe Bundesfachausschuss Entomologie im Naturschutzbund Deutschland Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie Entomofaunistische Gesellschaft, Dresden Haus des Waldes, Amt für Forstwirtschaft, Königs Wusterhausen Landesforstanstalt Eberswalde Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Brandenburg, Potsdam Waldschule, Amt für Forstwirtschaft Eberswalde

Aktuelle Zusammensetzung Seit 2005 wurde die Wahl zum Insekt des Jahres gemeinsam für Deutschland und Österreich durchgeführt, seit 2009 gemeinsam für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Entsprechend nahmen auch Fachleute aus Österreich und der Schweiz an der Abstimmung im Kuratorium teil. Derzeit (2026) sind folgende Institutionen im Kuratorium vertreten:Kuratorium Insekt des Jahres senckenberg.de

Deutschland Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut, Müncheberg. Vorsitzender des Kuratoriums: Thomas Schmitt Bundesfachausschuss Entomologie im Naturschutzbund Deutschland Bundesverband Deutsche Ameisenschutzwarte Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie Entomofaunistische Gesellschaft, Dresden Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Münchner Entomologische Gesellschaft Museum für Naturkunde Berlin – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Österreich Österreichische Entomologische Gesellschaft, Wien Naturschutzbund Österreich, Salzburg

Schweiz Schweizerische Entomologische Gesellschaft

Kuratorium für Österreichs Insekt des Jahres In Österreich wurde für die Jahre 2000 bis 2004 und noch einmal 2024, ein eigenes Insekt des Jahres gewählt. In dem Kuratorium für Österreichswirkten Vertreter aus folgenden Institutionen mit (in der Reihenfolge des Beitritts, Stand 2001): Johannes Gepp: Österreichs Insekt des Jahres – ein Weg entomologischer Public Relations. Entomologica Austriaca 2/2001, S. 3–6 (PDF).

Österreichische Entomologische Gesellschaft Institut für Naturschutz, Steiermark Österreichischer Naturschutzbund Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen Österreichische Gesellschaft für Entomofaunistik Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft ein Landesmuseum (jährlich ein anderes Bundesland) Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Wasser und Umwelt

Auswahlkriterien Für die Wahl des Insekts des Jahres in Österreich (ab 2000) stellte eine Arbeitsgruppe der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft folgende Auswahlkriterien für das österreichische Kuratorium zusammen:

Die Art soll typisch für Österreich sein, eventuell dort endemisch oder Name mit Bezug zu Österreich Attraktives, „fotogenes“ Aussehen (Mindestgröße, leicht erkennbar, bunt oder kontrastreich) Bekanntheit (bekannter deutscher Name, zumindest Biologielehrer sollten die Art kennen) Verfügbarkeit von sehr guten Fotos für Presseartikel, möglichst auch Filmmaterial Die Biologie der Art sollte ausreichend bekannt, gut darstellbar und im Schulunterricht erklärbar sein Gutes Image: interessante Biologie, kein Schädling oder Lästling, keine gefährliche Art Besonderen Lebensraumtyp bewohnend: Leitart für das Habitat, ggf. auf gefährdeter Pflanze oder in gefährdetem Biotop lebend, Habitatschutz soll möglich sein Besondere Gefährdung (Rote Liste, gesetzlich geschützt, „einen Rettungsversuch wert“, ggf. ehemals weit verbreitet, für die EU relevant) Kurzfristige Realisierbarkeit des Begleitprogramms (z. B. mit Pressearbeit, Broschüren, Briefmarke) Die Art sollte Begeisterung ermöglichen und weitere Institutionen zur Mitwirkung motivieren (Naturschutzvereinigungen, Medien, Schulen, Ministerien etc.) Auch der Einzelne soll etwas tun können, z. B. Lebensraumschutz im eigenen Garten Chance, mit Hilfe dieses Insekts Aufklärung zu betreiben und Missverständnisse auszuräumen Die Art soll interessant sein, Fragen wecken, einzigartige Eigenschaften haben Förderungsmöglichkeiten durch Naturschutzorganisationen, Ministerien und Behörden oder die EU Objektivierbarkeit der Auswahl durch Auszählung, wie viele der vorgenannten Kriterien zutreffen

Johannes Gepp vom Institut für Naturschutz in Graz berichtete, dass bei der ersten Wahl für das Jahr 2000 zahlreiche Vorschläge an dem Kriterium „Verfügbarkeit von sehr guten Fotos“ scheiterten. Das Wiener Nachtpfauenauge erfüllte viele Auswahlkriterien, unter anderem: Bezug zu Österreich (wurde schon 1775 von österreichischen Insektenforschern beschrieben, „Wien“ im Namen), schöne Zeichnung der Flügel, Besonderheiten (größter Schmetterling in Mitteleuropa, auffällige grüne Raupen), Bedrohung aus verschiedenen Gründen, starker Rückgang des Bestandes, Schutzmöglichkeiten. Dennoch erwies sich die Auswahl unter den insgesamt 31 Vorschlägen als kompliziert. Das Wiener Nachtpfauenauge konnte erst nach mehreren Abstimmungsrunden und monatelanger Beratung mit relativer Mehrheit gewählt werden. Bei der zweiten Wahl (Alpenbock, 2001) stand das Kriterium im Vordergrund, dass die Art bedroht und EU-weit streng geschützt ist (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie).

Weblinks Insekt des Jahres senckenberg.de Insekt des Jahres naturschutzbund.at (für Österreich) Insekt des Jahres 2017 Schweizerische Entomologische Gesellschaft Warzenbeißer ist Insekt des Jahres. Bullige Heuschrecke mit ungewöhnlichem Namen am 3. Dezember 2025 auf tagesschau.de

Einzelnachweise

Kategorie:Natur des Jahres Kategorie:Entomologie Kategorie:Auszeichnung (Zoologie) Kategorie:Artenschutz (Zoologie) Kategorie:Erstverleihung 1999 Kategorie:Erstverleihung 2000