Hans Wilhelm Hamacher (* 14. Juni 1920 in Köln; † 23. Juli 2000 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Leben Nach einer abgeschlossenen Schauspielausbildung debütierte Hamacher als Bühnenschauspieler in der rheinischen Provinz. Es folgten Theaterstationen in Berlin (u. a. Berliner Ensemble), Düsseldorf, Bonn und Neuwied. Darüber hinaus gab er viele Gastspiele an Bühnen in Deutschland, Paris, London, Moskau, Stockholm und Prag. Dabei agierte Hamacher nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur.

Im Jahr 1955 gab er mit einer kleinen Rolle in der DEFA-Produktion Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse sein Spielfilmdebüt. Während er als Schauspieler am Berliner Ensemble tätig war, spielte er in einigen weiteren DEFA-Filmen mit, so in Martin Hellbergs Thomas-Müntzer-Biographie, Slatan Dudows Der Hauptmann von Köln und Peter Palitzschs Mutter Courage-Adaption.

Seit Anfang der 1960er-Jahre arbeitete Hamacher an Westberliner Bühnen und in westdeutschen Filmproduktionen. Dabei verkörperte er oft Vertreter von Recht und Ordnung, so in dem Spielfilm Es muß nicht immer Kaviar sein (1961) als Kommissar Denis und in einer Folge der gleichnamigen Fernsehserie von 1977 als Ausbilder Bieselang. Des Weiteren wirkte er mit in Franz Peter Wirths Bühnenadaption Der Regenmacher (neben Lilo Pulver), Rolf Olsens Kriminalfilm Der Arzt von St. Pauli, den Bryan-Edgar-Wallace-Krimis Das Geheimnis der schwarzen Koffer und Das Phantom von Soho und als Konstabler Smith in Wolfgang Staudtes Adaption der Dreigroschenoper.

Darüber hinaus arbeitete Hamacher zwischen 1951 und 1995 umfangreich als Synchronsprecher und lieh seine einprägsame, raue Stimme international bekannten Schauspielkollegen wie John Wayne (Die Gewaltigen, Die Hafenkneipe von Tahiti), Lionel Barrymore (u. a. in den Filmen der Dr. Kildare-Reihe), Dan Blocker (Wenn mein Schlafzimmer sprechen könnte), Ernest Borgnine (Die Verfolger), Van Heflin (San Fernando), Jack Klugman (In 80 Tagen um die Welt), Karl Malden (Das war der Wilde Westen), Lionel Stander (Versprich ihr alles), Rupert Davies als Kommissar Maigret in der gleichnamigen BBC-Fernsehserie und Ray Collins als Lt. Tragg in der Fernsehserie Perry Mason.

Filmografie (Auswahl)

Synchronrollen (Auswahl) Lionel Barrymore 1943: als General in Kampf in den Wolken 1988: als T.R. Page Sr. in Millionäre bevorzugt 1988: als Großvater Clayton in Saratoga 1990: als Howard B. Drake in Der Testpilot 1991: als Oliver Jordan in Dinner um acht 1991: als Dr. Leonard Gillespie in Dr. Kildare – Filmreihe Rupert Davies 1965: als Smiley in Der Spion, der aus der Kälte kam 1966: als Jules Merlin in Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu 1966: als Kommissar Saadi in Wie tötet man eine Dame? 1968: als John Lowes in Der Hexenjäger 1971: als Whitney in Zeppelin 1973: als Anwalt Clemens in Der unheimliche Besucher Karl Swenson 1972: als Aubrey Burnett in Dan Oakland 1990: als Ike Daggert in Bonanza 1991: als Abel Morgan in Hawaii Fünf-Null John Houseman 1988: als Marions Vater in Eine andere Frau 1988: als John Houseman als Erzähler in Die Geister, die ich rief ... 1988: als Fahrlehrer in Die nackte Kanone Bruce Cabot 1968: als Joe Horn in Die Unerschrockenen 1969: als Sgt. Jeff Newby in Die Unbesiegten

Filme 1957: William Tubbs als O’Brien in Lohn der Angst 1967: John Wayne als Taw Jackson in Die Gewaltigen 1982: als Bauer in Das letzte Einhorn

Serien 1974: Val Avery als Sheriff Kincaid in Bonanza 1984: Pat Corley als Monty in Hart aber herzlich 1984: Pat Hingle als Duffy / Ambrose in Hart aber herzlich 1988: Michael Constantine als Lt. Ramble in Die Fälle des Harry Fox 1990: Hugh Gillin als Phil Resnick in Trio mit vier Fäusten

Theater 1953: Erwin Strittmatter: Katzgraben (Bürgermeister) – Regie: Bertolt Brecht (Berliner Ensemble) 1955: Johannes R. Becher Winterschlacht (SS-Obergruppenführer Hörder) – Regie: Bertolt Brecht/Manfred Wekwerth (Berliner Ensemble) 1957: Bertolt Brecht: Furcht und Elend des Dritten Reiches – Regie: Lothar Bellag/Käthe Rülicke/Konrad Swinarski/Carl M. Weber/Peter Palitzsch (Berliner Ensemble) 1960: Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper (Tiger-Brown) – Regie: Erich Engel (Berliner Ensemble)

Hörspiele 1958: Gerhard Rentzsch/Karl Wagert: Der Fall van der Lubbe (Göring) – Regie: Erich-Alexander Winds (Rundfunk der DDR) 1958: Gerhard Stübe: Das erste Wort (Kröger) – Regie: Helmut Hellstorff (Rundfunk der DDR) 1959: Friedrich Karl Kaul/Walter Jupé: Alles beim alten (Kriminalrat Fehse) – Regie: Gert Beinemann (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1960: Joachim Knauth: Die sterblichen Götter (Claudius) – Regie: Joachim Witte (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1960: Anna und Friedrich Schlotterbeck: An der Fernverkehrsstraße 106 (Erbpächter Bachmann) – Regie: Theodor Popp (Rundfunk der DDR) 1960: Rolf Schneider: Der dritte Kreuzzug oder Die wundersame Geschichte des Ritters Kunifried von Raupenbiel und seine Aventiuren (Herzog) – Regie: Wolfgang Brunecker (Rundfunk der DDR) 1960: Hans Pfeiffer: Zwei Ärzte (Oberstaatsanwalt Brosius) – Regie: Richard Hilgert (Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR)

Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 354. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 499 f.

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