mini|hochkant=0.8|Normbrunnenflasche von 1971 Günter Kupetz (* 20. November 1925 in Rüdersdorf bei Berlin; † 24. März 2018) war ein deutscher Industriedesigner und Hochschullehrer.
Leben 1946 begann Kupetz zunächst ein Architekturstudium, wechselte jedoch bald zur Grafik und schließlich in die Bildhauerklasse von Bernhard Heiliger. Anfang der 50er Jahre begann er – beeinflusst durch das skandinavische Design – Gebrauchsgegenstände zu entwickeln. Von 1954 bis 1961 arbeitete er für WMF, wo er unter anderem ein Whisky-Set aus Bleiglas entwarf, das Louis Armstrong „das schönste der Welt“ nannte. Er gilt als einer der bedeutendsten Designer von WMF. Mit einigen Entwürfen war er 1957 auf der Mailänder Triennale und 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel beteiligt.
1959 gehörte Kupetz zu den Gründungsmitgliedern des Verband Deutscher Industrie-Designer (VDID) und damit zu den Designern der „ersten Stunde“ der Bundesrepublik Deutschland. 1971 folgte er dem Ruf an die heutige Kunsthochschule Kassel der Universität Kassel. Dort unterrichtete Kupetz Gebrauchsgüterdesign. Er baute gemeinsam mit Herbert Oestreich dort dieses Fach auf, davor unterrichtete er an der Werkkunstschule Kassel. 1973 wurde er an die Berliner Hochschule der Künste berufen. Dort arbeitete er bis zu seiner Emeritierung als Professor für Produktdesign.
Anlässlich seines achtzigsten Geburtstags fand im Berliner Bauhaus-Archiv vom 5. April bis 5. Juni 2006 eine Sonderausstellung zu seinem Lebenswerk statt.
Kupetz war in erster Ehe mit der Designerin Sigrid Kupetz (1926–2017) verheiratet.
Seine letzte Ruhestätte fand Günter Kupetz auf dem Waldfriedhof in Birkenwerder.
Werk Von seinen mehr als 1000 Entwürfen gehören die Pril-Spülmittelflasche von 1960, das Tastentelefon für AEG Telefunken von 1962 und der Hähnchengrill der Wienerwald-Restaurants von 1963 zu den bekanntesten. 1968/69 entwarf er die Normbrunnenflasche für Mineralwasser, umgangssprachlich auch Perlenflasche genannt, die von 1971 bis ca. 2013 etwa fünf Milliarden Mal hergestellt wurde und damit die häufigste Mehrwegverpackung Deutschlands sein dürfte. Kupetz selbst sagte dazu:
Preise Bundespreis Gute Form für die Perlenflasche 1982 Ehrenpreis der Deutschen Umwelthilfe 2010
Literatur Marcus Botsch: Die Mineralwasserflasche von Günter Kupetz, Verlag Form, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-89802-003-7. Andrej Kupetz (Hrsg.): Günter Kupetz – Industrial Design. Birkhäuser 2006, ISBN 3-7643-7688-0. Christian Marquart: Industriekultur – Industriedesign. Ein Stück deutscher Wirtschafts- und Designgeschichte. Die Gründer des Verbandes Deutscher Industrie-Designer, Berlin [ca. 1993], Seite 137–159.
Weblinks
Designlexikon über Günter Kupetz kupetzdesign.de, Webpräsenz über Günter Kupetz von Andrej Kupetz
Deutsches Industrial Design der ersten Stunde Der Mann hinter der Flasche in der FAZ (2015) Plakat für Ausstellung Wuppertal (Webarchiv)
Einzelnachweise
Kategorie:Industriedesigner Kategorie:Hochschullehrer (Universität der Künste Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Kunsthochschule Kassel) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann