Der Weißenberg im Gemeindegebiet von Merzalben ist ein hoher Berg des Pfälzerwalds und die höchste Erhebung im rheinland-pfälzischen Landkreis Südwestpfalz. Er besitzt eine sich von Süd nach Nord erstreckende sattelförmige Kuppe mit zwei nahezu gleichhohen Gipfeln, die 280 m voneinander entfernt sind. Der Weißenberg wird durch Gesteine des Buntsandsteins gebildet, die zu Beginn der Trias abgelagert wurden und im Paläogen bei der Bildung des Oberrheingrabens tektonisch bedingte Umlagerungen erfuhren. Aus diesem Sandsteinpaket wurde in der Folge durch Verwitterungs- und Abtragungsprozesse die heutige Oberflächengestalt des Pfälzerwalds und damit auch der Bergrücken des Weißenbergs herausmodelliert.
Auf dem Südgipfel steht der 1909 eingeweihte 35 m hohe Luitpoldturm, von dem sich wegen der zentralen Lage des Berges die umfassendste Aussicht über den gesamten Pfälzerwald und weit darüber hinaus bis zum Hunsrück, Donnersberg, Taunus, Odenwald, Schwarzwald und den Vogesen bietet. Als Teil des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord unterliegt der Weißenberg besonderen Schutzbestimmungen.
Geographie Lage Der Weißenberg liegt im Zentrum des Mittleren Pfälzerwalds im Naturpark Pfälzerwald. Er erhebt sich etwa 6,5 km ostnordöstlich von Merzalben und 8 km nördlich von Hauenstein in der Nähe des zu Wilgartswiesen gehörenden Weilers Hermersbergerhof. Der Berg ist Teil der Frankenweide, eines zentralen Massivs des Pfälzerwalds, und der südlichste einer Reihe von vier Gipfeln, die mehr als Höhe erreichen. Nach Norden folgen der Hortenkopf (), der Mosisberg (etwa ) sowie der Eschkopf ().
Naturräumliche Zuordnung Der Weißenberg gehört zum Naturraum Pfälzerwald, der in der Systematik des von Emil Meynen und Josef Schmithüsen herausgegebenen Handbuches der naturräumlichen Gliederung Deutschlands und seinen NachfolgepublikationenBundesanstalt für Landeskunde: Geographische Landesaufnahme. Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten *Blatt 160: Landau i. d. Pfalz (Adalbert Pemöller, 1969; 47 S.). als Großregion 3. Ordnung klassifiziert wird. Betrachtet man die Binnengliederung des Naturraums, so gehört er zur Frankenweide bzw. zum Hohen Pfälzerwald,Helmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz – Benennung und räumliche Abgrenzung. In: Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Heft 2, Trier, 1989, S. 327–359. einem Kerngebiet des Mittleren Pfälzerwalds.
Zusammenfassend folgt die naturräumliche Zuordnung des Weißenberges damit folgender Systematik: Großregion 1. Ordnung: Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens Großregion 2. Ordnung: Pfälzisch-Saarländisches Schichtstufenland Großregion 3. Ordnung: Pfälzerwald Region 4. Ordnung (Haupteinheit): Mittlerer Pfälzerwald Region 5. Ordnung: Frankenweide bzw. Hoher Pfälzerwald
Berghöhe und Gipfel Die Höhe des hohen Weißenbergs wird unterschiedlich mit rund Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz, Koblenz, Auskunft vom 19. September 2011, Textauszug vgl. Artikeldiskussion. bzw. Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz, Koblenz, Auskunft auf Anfrage vom 22. Juli 2010. angegeben. Der höhere Wert wird seit dem Jahr 2011 offiziell empfohlen. Damit sind Weißenberg und Mosisberg (ebenfalls etwa ) vor Eschkopf () und Hortenkopf () die höchsten Erhebungen im Westen des Gebirges. Der Berg, dessen sattelförmige Kuppe sich von Süd nach Nord erstreckt, hat zwei Gipfel: Der Südgipfel ist , der 280 m entfernte Nordgipfel hoch.
Dominanz und Schartenhöhe Die am nächsten gelegenen Berge, die den Weißenberg an Höhe übertreffen, sind der Roßberg () und der Steigerkopf (); sie befinden sich in einer Entfernung von 15 km Luftlinie in der Haardt am Ostrand des Pfälzerwalds (Dominanz des Weißenbergs). Außerdem ist der Weißenberg kein isolierter Einzelgipfel, sondern Teil eines Systems von langgestreckten Höhenzügen, die den inneren Pfälzerwald in verschiedenen Richtungen durchziehen und seine Oberflächengestalt prägen.
Zieht man vom Weißenberg eine Verbindungslinie auf größtmöglicher Höhe (Bergkamm) zum nächsthöheren Gipfel, so ist dies der Steigerkopf mit Höhe. Der tiefste Punkt auf dieser Linie ist die Scharte mit dem Forsthaus Heldenstein auf Höhe. Die Differenz zwischen der Höhe des Weißenbergs und der des Forsthauses Heldenstein (= Schartenhöhe bzw. Prominenz des Berges) beträgt . Dieser relativ geringe Wert erklärt sich durch die oben beschriebene morphologische Struktur des zentralen Pfälzerwalds. So ist es möglich, vom Weißenberg aus bis Leimen, Kaiserslautern-Mölschbach, Elmstein und über die Forsthäuser Taubensuhl und Heldenstein bis fast nach Neustadt auf Höhenzügen zu wandern, ohne die 450-m-Höhenlinie zu unterschreiten.
Gewässer Der Weißenberg empfängt als Teil der Frankenweide vergleichsweise hohe Niederschlagsmengen (siehe Abschnitt Niederschlag) und ist deshalb Quellgebiet einer Reihe kleinerer und größerer Fließgewässer.
Da seine Sandböden sehr wasserdurchlässig sind, kann das Niederschlagswasser schnell in den Boden einsickern und als Grundwasser, vor allem in den Felszonen des Unteren (Trifels- und Rehbergschichten) und Mittleren Buntsandsteins (Karlstalschichten), gespeichert und weitergeleitet werden. Dabei dienen wasserstauende Tonschichten der Rehbergformation, die sich im Bereich des Weißenbergs auf etwa 350 bis Höhe befinden, als Quellhorizont, an dem das Grundwasser in einer Reihe von Quellen und Brunnen austritt.Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz: Geologische Übersichtskarte Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 22. September 2011.
Von Norden kommend knickt die Wasserscheide zwischen Rhein und Mosel bereits beim Hortenkopf nach Südwesten ab. Die Gewässer nordwestlich davon fließen über Schwarzbach, Blies und Saar zunächst der Mosel zu, ehe ihr Wasser den Rhein erreicht. Die Wasserläufe östlich und südlich davon, also auch diejenigen im Gebiet des Weißenbergs, streben direkt dem Rhein zu: Westlich des Weißenbergs entspringen Wartenbach und Scheidbach auf und Höhe, zwei Quellbäche der Lauter. Diese fließt dann, am Oberlauf Wieslauter genannt, zuerst süd- bis südostwärts; später strebt sie als Lauter mehr ostwärts entlang der deutsch-französischen Grenze dem Rhein entgegen. Östlich des Weißenbergs haben sich der Kalten- und sein rechter Zufluss Modenbach tief in das Buntsandsteinpaket eingegraben; der Kaltenbach mündet am Südfuß des Zwieselkopfs () in den Wellbach, dessen Wasser über die Queich ebenfalls ostwärts dem Rhein zuströmt.
Geologie Entstehung Der Weißenberg wird durch Gesteine des Buntsandsteins gebildet, die zu Beginn der Trias (251–243 Millionen Jahre) bei vorwiegend wüstenhaften Bedingungen abgelagert wurden. Diese Gesteinsschichten erfuhren im Paläogen (65–23,8 Millionen Jahre) während der Bildung des Oberrheingrabens tektonisch bedingte Umlagerungen, die unter anderem zur Aufwölbung, Verschiebung und Schrägstellung des Gesteins führten. Aus diesem Sandsteinpaket wurde in der Folge (23,8–0,01 Millionen Jahre) durch Verwitterungs- und Abtragungsprozesse die heutige Oberflächengestalt des Pfälzerwalds und damit auch der Bergrücken des Weißenbergs herausmodelliert.Jost Haneke/Michael Weidenfeller: Die geologischen Baueinheiten der Pfalz. In: Michael Geiger u. a. (Hrsg.): Geographie der Pfalz. Verlag Pfälzische Landeskunde, Landau/Pf. 2010, S. 74–91.
Aufbau (Stratigraphie) Aufgebaut ist der Weißenberg in erster Linie von Gesteinsschichten des Unteren und Mittleren Buntsandsteins. Da diese schräggestellt sind (vgl. Abschnitt Entstehung) und von Ost nach West absinken, sind am Weißenberg die Schichten des Unteren Buntsandsteins schon in geringerer Höhe anzutreffen, als dies weiter östlich zum Beispiel in der Haardt der Fall ist. So prägen dort die besonders stark verfestigten Quarzsandsteine der Trifels-Schichten auf etwa 300 bis Höhe die Oberflächengestalt, während sie am Weißenberg nur in den tief eingeschnittenen Kerbtälern des Kalten- und des Modenbachs aufgeschlossen sind.
Größeren Raum beanspruchen dagegen die Formationen der Rehberg- und Schlossbergschichten, welche die Trifels-Schichten überdecken und in den Tallagen des westlichen Weißenberggebiets und an seinen Hängen bis etwa Höhe an die Oberfläche treten. In diesen Gesteinsschichten wechseln sich kleinräumige Felszonen mit dünnen Tonschichten ab, wobei letztere oft als Quellhorizont fungieren (siehe Abschnitt Gewässer). Dabei handelt es sich häufig um rote, teilweise geröllführende Sandsteine unterschiedlicher Korngröße, die vor allem in höheren Bereichen eine eher feinkörnigere, geringer kristallisierte Struktur aufweisen und damit weniger verwitterungsbeständig sind.
mini|Mittlerer Buntsandstein: Blockfeld im Gipfelbereich des Weißenbergs
Diese Formationen werden im Gipfelbereich des Weißenbergs ab etwa Höhe durch die Gesteine des Mittleren Buntsandsteins überdeckt,Aufgrund ihrer Schrägstellung wurden im östlichen und zentralen Pfälzerwald jüngere Gesteinsschichten verstärkt abgetragen; so besteht auch der Gipfelbereich des Weißenbergs aus Gesteinen des Mittleren und nicht des Oberen Buntsandsteins. Die letztgenannte Gesteinsfolge bildet dagegen erst einige Kilometer weiter im Westen das Relief des Mittelgebirges. wobei graue bis hellrote Mittel- bis Grobsandsteine dominieren. Charakteristisch sind dabei besonders Felsformationen der Karlstalschichten, deren Felszone aus bis zu 40 m dicken, verkieselten Gesteinspaketen besteht, die häufig als harte Felsblöcke mit mehreren Metern Durchmesser an die Oberfläche treten. Darüber erstrecken sich die Oberen Karlstalschichten und die Obere Felszone (9–26 m), deren ebenfalls stark verkieselte Mittel- und Grobsandsteine besonders im inneren Bereich des Pfälzerwalds (Pfälzer Mulde) häufig Steilwände bilden. Eindrucksvolle Felsbereiche können in diesem Zusammenhang besonders am Südwesthang des Weißenbergs in einer Höhe zwischen 450 und beobachtet werden. Allerdings ist dieser Bereich seit 2007 für Wanderer nicht mehr zugänglich, da dort eine umfangreiche Kernzone des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen eingerichtet wurde. Aber auch im direkten Gipfelbereich des Weißenbergs lassen sich Felsblöcke des Mittleren Buntsandsteins nachweisen, die beim Aufstieg zum Gipfel unterhalb des Luitpoldturms sofort ins Auge fallen.
Klima Niederschlag Station Jahresniederschlag(mm) Hermersbergerhof 1095 Leimen 1071 Forsthaus Taubensuhl 1125 Johanniskreuz 1004 Trippstadt 941 Annweiler 910 Lemberg 898
Aufgrund seiner exponierten Lage im Südwesten der Frankenweide unterliegt der Weißenberg besonders stark atlantischen Einflüssen. Mäßig warme und feuchte Luftmassen, die hauptsächlich aus Westen einströmen, werden zum Aufsteigen gezwungen (Luv-Effekte), so dass es zu vermehrter Wolkenbildung und überdurchschnittlich hohen Niederschlägen kommt. Besonders aussagekräftig sind dabei Daten des nur 1,5 km östlich gelegenen Hermersbergerhofs, für den ein durchschnittlicher Jahresniederschlag von 1095 mm gemessen wird. Auch die Werte weiter nordwestlich (Leimen 1071 mm) oder nördlich gelegener Stationen (Johanniskreuz 1004 mm) weisen tendenziell in die gleiche Richtung. Damit ist im Falle des Weißenbergs von ähnlichen Niederschlagssummen auszugehen, wobei aufgrund seiner größeren Höhe und seiner Südwestexposition sogar Werte zwischen 1100 und 1200 mm Jahresniederschlag zu erwarten sind. Vergleicht man die Niederschlagssummen der einzelnen Monate, so zeigen insbesondere die Wintermonate Dezember und Januar ein ausgeprägtes Niederschlagsmaximum. Dies ist ein für Mittelgebirge typisches Phänomen, da vor allem im Winterhalbjahr regenbringende atlantische Tiefdrucksysteme Mitteleuropa beeinflussen und dadurch in Gebirgslagen verstärkt Steigungsniederschläge ausgelöst werden.
Temperatur