Theorikon (; Plural ) war ursprünglich eine staatliche Unterstützungsleistung, die zu Zeit des Perikles im 5. Jahrhundert v. Chr. als Schaugeld eingeführt wurde, um den Bürgern Athens den Besuch von Theateraufführungen zu ermöglichen. Die Leistung entwickelte sich weiter zu einer allgemeinen Zuwendung, für deren Bezug eine aktive Mitarbeit im Gemeinwesen Voraussetzung war.

Die bis heute grundlegende Untersuchung des Phänomens hat 1976 Paul Veyne vorgelegt:

Im 4. Jahrhundert v. Chr. übernahm die zu seiner Verwaltung eingerichtete Behörde zeitweise (Eubulos, 354 bis 338 v. Chr.) die gesamte Verwaltung des Finanzwesens.

Siehe auch Euergetismus

Literatur August Boeckh: Die Staatshaushaltung der Athener. Band 1. Realschulbuchhandlung, Berlin 1817, S. 304 ff.: Buch II.13. James Junkin Buchanan: Theorika. A study of monetary distributions to the Athenian citizenry during the fifth and fourth centuries B.C. Augustin, Locust Valley NY 1962 (Zugleich: Princeton University, Dissertation, 1954). Edward M. Harris: Demosthenes and the theoric fund. In: Robert W. Wallace, Edward M. Harris (Hrsg.): Transitions to empire. Essays in Greco-Roman history, 360–146 B.C., in honor of E. Badian (= Oklahoma Series in Classical Culture. Bd. 21). University of Oklahoma Press, Norman OK u. a. 1996, ISBN 0-8061-2863-1, S. 57–76. Eberhard Ruschenbusch: Die Einführung des Theorikon. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik. Bd. 36, 1979, S. 303–308, . Paul Veyne: Brot und Spiele. Gesellschaftliche Macht und politische Herrschaft in der Antike. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-593-33964-1; Taschenbuch dtv, München 1994, ISBN 3-423-04639-2. (frz.: Le pain et le cirque. Sociologie historique d’un pluralisme politique. Coll. Point Histoire, Éditions du Seuil, 1976.)

Einzelnachweise

Kategorie:Athen in der Antike Kategorie:Polis Kategorie:Hellenistische Kultur Kategorie:Finanzierung Kategorie:Wirtschaft (Antike) !