Die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft AG (ZSG) ist ein schweizerisch konzessioniertes Unternehmen, das Schifffahrt auf dem Zürichsee betreibt. Das Unternehmen ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich.
Seit 1835 hatten Vorgängergesellschaften kommerzielle Schiffstransporte auf dem Zürichsee angeboten. Nach mehreren Fusionen und Umbenennungen entstand die ZSG im Jahr 1890 als Zürcher Dampfbootgesellschaft. Im Jahr 1957 erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen.
Einsatzgebiet Das Einsatzgebiet der ZSG umfasst den Zürichsee, den Obersee und die durch die Stadt Zürich führende Limmat. Im Sommerfahrplan werden unter anderem folgende Kursfahrten angeboten (Stand 2023): Grosse Seerundfahrt für beide Seeufer zwischen Zürich und Rapperswil im Zweistundentakt. Kleine Seerundfahrt: Zürich Bürkliplatz – Zürichhorn – Küsnacht – Küsnacht Heslibach – Erlenbach – Thalwil – Rüschlikon – Kilchberg – Zürich Bürkliplatz sowie in die umgekehrte Richtung. Mini Seerundfahrt: Zürich Bürkliplatz – Zürich Wollishofen – Zollikon – Zürich Tiefenbrunnen – Zürichhorn – Zürich Bürkliplatz sowie in die umgekehrte Richtung.
Neben den fahrplanmässigen, ganzjährigen Einsätzen bietet die Gesellschaft auch verschiedene Extra- und Erlebnisfahrten an. Beliebt sind die Partyschiffe und Erlebnisschiffe mit vielfältigen kulinarischen Schwerpunkten. In der Wintersaison stellt das Unternehmen auch einige seiner Schiffe für spezielle Anlässe wie die Degustations- und Weinausstellung Expovina zur Verfügung.
Geschichte Vorgängergesellschaften mini|Die Minerva bei Zürich (1835) mini|Aktie der Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Zürichsee vom 26. September 1864 Der Spediteur Franz Karl Caspar aus Rorschach und der Mechaniker Johann Jacob Lämmlin aus Schaffhausen gründeten am 19. März 1834 die Gesellschaft Caspar und Lämmlin, Unternehmer der Dampfschiffahrt auf dem Zürcher- und Walensee. Am 23. September 1834 lief das von Caspar und Lämmlin in Auftrag gegebene Boot Vulkan in der Maschinenfabrik William Fairbairn in Manchester vom Stapel. Über die Nordsee und den Rhein gelangte es nach Augst, wurde dort zerlegt und am 13. und 14. April 1835 mit Fuhrwerken zum Schiffbauplatz nach Zürich transportiert. Dort wurde es von der Firma Caspar Escher, die dadurch erstmals mit dem Schiffbau in Kontakt kam, um 19 Fuss verlängert. Die Maschinenfabrik Caspar Escher trat der Firma mit dem Zusatz & Co.Gwerder et al. (2013). Schiffahrt auf dem Zürichsee: 1835 bis heute, Raddampfer Schraubendampfer Motorschiffe. Deutschland: Birkhäuser Basel. bei.
Das Schiff, das mittlerweile in Minerva umgetauft worden war, lief am 20. Juni 1835 am heutigen Utoquai zum zweiten Mal vom Stapel. Am 19. Juli 1835 startete es zur Jungfernfahrt nach Rapperswil und zurück. Am 24. Juli 1835 nahm die Minerva den regulären Fahrbetrieb Zürich – Rapperswil auf. Sie war das erste mit einer Dampfmaschine betriebene Schiff auf dem Zürichsee und das erste eiserne Dampfschiff auf dem europäischen Kontinent.
Im Jahr 1837 wurde die Gesellschaft Linth-Escher und 1839 die Republik AG gegründet. Beide Unternehmen bauten unter eigenem Namen jeweils ein eigenes Schiff und griffen in das Geschäft auf dem Zürichsee ein.
Zwischen 1839 und 1843 fusionierten die drei Gesellschaften zur Zürichsee- und Walenseegesellschaft AG. Nach der Fusion 1869 mit der Dampfbootgesellschaft linkes Ufer nannte sich die Gesellschaft Dampfschiffgesellschaft für den Zürichsee (DGZ).
Im Jahr 1874 übernahm die Erbauerin der linksufrigen Seebahn, die Schweizerische Nordostbahn (NOB), den gesamten Schiffspark auf dem Zürichsee, reduzierte sogleich die Schiffe auf sechs Einheiten und dünnte den Fahrplan stark aus.
mini|Aktie über 400 Franken der Zürcher Dampfboot-Gesellschaft vom 28. Dezember 1898 mini|Aktie über 100 Franken der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft vom 27. Januar 1972
Gründung Die ZSG gibt das Jahr 1890 als ihr Gründungsjahr an. Damals wurde sie als Zürcher Dampfbootgesellschaft (ZDG) in Zürich ins Leben gerufen. Der Hintergrund war, dass die Eisenbahn immer stärker auf dem Vormarsch war und die Einstellung des Schiffsbetriebs auf dem Zürichsee drohte.Die ZSG: Geschichte zsg.ch
Weitere Entwicklung Zur Sicherung eines tramähnlichen Vorortverkehrs auf dem Zürichsee wurde im Gründungsjahr 1890 eine Serie von neun Schraubendampfern in Auftrag gegeben. Diese Dampfschwalben sollten den Nahverkehr rund um Zürich gewährleisten. Sie verkehrten ab 1892/93 regelmässig von der Rathausbrücke nach Wollishofen und Tiefenbrunnen sowie nach Küsnacht und Thalwil. Aufgrund der guten Personenfrequenzen wurden zwischen 1894 und 1897 die drei grossen Schraubenraddampfer Waedenswil, Speer und Zürich in Dienst gestellt.
Im Jahr 1900 übernahm die ZDG die im Jahr 1894 gegründete Dampfbootgesellschaft Wädenswil und verfügte danach mit insgesamt zwölf Schraubendampfern über die grösste Schiffsflotte der Schweiz. Bei der Verstaatlichung der NOB im Jahr 1903 wurde der Schiffsbetrieb ausgelagert und gelangte ebenfalls an die ZDG.
Im Hinblick auf die Landesausstellung in Zürich wurde 1934 mit dem Motorschiff Etzel das erste von Grund auf als Dieselmotorschiff konzipierte Fahrzeug in Betrieb genommen. Die Firma Escher Wyss verbaute für den Schiffsvortrieb den ersten hydraulischen Verstellpropeller weltweit und schrieb damit Schifffahrtsgeschichte.
Im Jahr 1957 wurde die Gesellschaft aufgrund der technischen Entwicklung in Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG) umbenannt. Der Anlass war die Auftragsvergabe zum Bau des Schiffes Limmat, das den Raddampfer Helvetia ersetzen sollte. Das Dampfschiff Helvetia war noch bis 1959 in Betrieb.
Die ZSG ist Teil des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) seit dessen Gründung im Jahr 1990 und eines von acht marktverantwortlichen Unternehmen. Zum Marktgebiet gehören der Zürichsee inklusive Obersee und die Limmat. Auf den Kursschiffen sind die üblichen ZVV-Zonenbilette gültig. Dies schliesst auch den Personentransport bei der selbstständig auftretenden ZSG-Limmatschifffahrt und der eigenständigen Zürichsee-Fähre Horgen–Meilen AG ein.
Im Jahr 2008 wurde der Firmenname der aktuellen Rechtschreibung angepasst und in Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft AG geändert.
Im Zuge der Dürre und Hitze in Europa 2026 fuhr die ZSG ab dem 22. September wegen des Niedrigwassers nur noch 40 von 107 Kursen, nachdem das Angebot bereits zuvor reduziert wurde.
Die Bordgastronomie wurde per 1. Januar 2027 an die Candrian Hospitality Holding AG vergeben.
Flotte Die Flotte besteht 2007 aus 17 Schiffen.
+ Flotte der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft Name Typ Jahr Pers. Werft Antrieb Anmerkungen Bild Stadt Zürich Raddampfer 1909 750 Escher Wyss 368 kW (Escher Wyss) 140px|2010 bei der Ankunft in Rapperswil2023750ZSG/ÖSWAG368 kW (Escher Wyss)Einbau Dieselgeneratoren zur Effizienzsteigerung Stadt Rapperswil Raddampfer 1914 750 Escher Wyss 368 kW (Escher Wyss) 140px|2009 dekoriert anlässlich seiner Indienststellung vor 100 Jahren2022750ZSG/ÖSWAG368 kW (Escher Wyss)Einbau Dieselgeneratoren zur Effizienzsteigerung Helvetia Motorschiff 1964 1200 Bodan 635 kW (MAN) 140px|2009 im Hintergrund das Grossmünster20131000Bodan1× 746 kW (CAT C32) Linth Motorschiff 1952 1000 Bodan 2 × 365 kW (MAN) 140px|2014 vor Küsnacht2018850ZSG-Technik2 × 448 kW (CAT C 18) Limmat Motorschiff 1958 850 Bodan 485 kW (MAN) 140px|2009 bei Rapperswil2013700Bodan1× 634 (CAT C32) Wädenswil Motorschiff 1968 700 Bodan 442 kW (MAN) 140px|2014 bei Küsnacht mit Goldhase von Lindt & Sprüngli2017600ZSG / MABO1× 559 kW (CAT C32) Panta Rhei Motorschiff 2007 700 ÖSWAG 2 × 442 kW (MAN) 140px|2010 beim Seefeld-Quai in Zürich2019700ZSG / Shiptec2× 448 kW (CAT C 18)Säntis Motorschiff1957 400Bodan331 kW (MWM)140px|MS Säntis auf dem Zürichsee2007300ZSG-Werft440 kW (MAN) Albis Motorschiff 1997 300 Bodan 2 × 250 kW (MAN) 140px|2010 vor Wollishofen, im Hintergrund die Alpen2013300ZSG-Technik3 × 250 kW (MAN) Pfannenstiel Motorschiff 1998 300 Bodan 2 × 250 kW (MAN) 140px|2010 bei Zürich, im Hintergrund der Albispass2013300ZSG-Technik3 × 250 kW (MAN) Uetliberg Motorschiff 1999 300 Bodan 2 × 250 kW (MAN) 140px|2018 vor dem namengebenden Uetliberg2013300ZSG-Technik3 × 250 kW (MAN) Bachtel Motorschiff 1962 250 Bodan 250 kW (MAN) 140px|2023 vor Thalwil2010250Bodan279 kW (MAN) Zimmerberg Motorschiff 2001 150 Bodan 2 × 147 kW (MAN) 140px|2008, Schifflände Wädenswil2009150MABO2× Deutz 166 kW10132021130ZSG-Technik2× 208 kW (CAT C7.1) Forch Motorschiff 2001 150 Bodan 2 × 147 kW (MAN) 140px|2009 bei Stäfa2009150MABO2× Deutz 166 kW10132020130ZSG-Technik2× 208 kW (CAT C7.1) Fluvius Limmatschiff 2023 60 Ostseestaal 2 × 55 kW (Kräutler) 140px|2023 bei der Jungfernfahrt Navalis Limmatschiff 2023 60 Ostseestaal 2 × 55 kW (Kräutler) 140px|2023 ELimmatboot Navalis auf der Limmat Pontus Limmatschiff 2023 60 Ostseestaal 2 × 55 kW (Kräutler) 140px|2023 Taufe der drei eLimmatboote Felix Limmatschiff 1993 51 Bodan 2 × 58 kW (MWM)bis 2023; ersetzt durch die elektrisch betriebenen eLimmatboote Fluvius, Navalis und Pontus 140px|2018 vor der Quaibrücke Regula Limmatschiff 1993 51 Bodan 2 × 58 kW (MWM)bis 2023; ersetzt durch die elektrisch betriebenen eLimmatboote Fluvius, Navalis und Pontus 140px|2008 auf der Limmat Turicum Limmatschiff 1992 51 Bodan 2 × 58 kW (MWM)bis 2023; ersetzt durch die elektrisch betriebenen eLimmatboote Fluvius, Navalis und Pontus 140px|2010 vor dem Utoquai Etzel Motorschiff 1934 Escher Wyss bis 2001: Erstes Motorschiff auf dem Zürichsee, erbaut von Escher Wyss & Cie. in Zürich; 2001 ausgemustert, revidiert und an die «Genossenschaft MS Etzel» übergeben 140px|2010 vor dem Utoquai in Zürich Halbinsel Au Landi-Schiff Escher Wyss bis 1990er Jahre; früher Schwan; später als Euro in Amsterdam Möwe Landi-Schiff Escher Wyss bis 1990er Jahre; später als Gueuse in Brüssel, Sterna in Antwerpen 140px|2006 als Gueuse in Brüssel Speer Landi-Schiff Escher Wyss bis 1990er Jahre; früher Taucherli; später als Elvira im IJsselmeer 140px|2025 als Elvira auf dem IJ in Amsterdam Ente Landi-Schiff Escher Wyss bis 1940; dann als Oberhofen auf dem Thunersee 140px|1952 als Oberhofen auf dem Thunersee Ufenau Bodan bis 2001: wurde an die Schiffahrtsbetrieb Hensa AG in Rapperswil SG verkauft. Sie fuhr unter dem Namen Davidoff und ist im Hafen Rapperswil stationiert. Anfang 2021 übernahm die GENUSSSCHIFF AG das Schiff und betreibt es als einziges Loungeschiff auf dem Zürichsee. Es fährt wieder unter dem ursprünglichen Namen MS Ufenau. Hauptmieter ist der Verein «Smoke on the Water», der Genuss- und Zigarrenabende auf dem Zürichsee veranstaltet. 140px|2008 als Davidoff der Hensa AG in Rapperswil Glärnisch Motorschiff 1955 Escher Wyss bis 2006: Mit dem Bau der MS 700 und mangelnden Perspektiven für einen weiteren Einsatz absolvierte die Glärnisch am 15. Oktober 2006 ihre letzte Kursfahrt bei der ZSG. Während des reduzierten Winterfahrplans folgte mit der übrigen Flotte nochmals ein Einsatz als geankertes Ausstellungsschiff an der Weinmesse «Expovina» und eine Abschiedsfahrt am 8. Dezember mit anschliessender Überführung und Übergabe an den neuen Eigner in Wädenswil. Seit Frühjahr 2007 dient die Glärnisch dort als Restaurant. 140px|2008, Restaurantschiff in Wädenswil Stäfa Escher Wyss später als Restaurantschiff beim Quartierzentrum Zürich-Wollishofen 140px|2010 als Restaurantschiff in Zürich-Wollishofen
Neubeschaffungen und Ausmusterungen