Die Nagelhaie (Echinorhinus) (Griechisch, echinos = Seeigel, rhinos = Nase) oder Alligatorhaie stellen die einzige Gattung der Familie Echinorhinidae dar. Sie sind nahe mit den Dornhaien (Squalidae) verwandt. Es gibt zwei rezente Arten, Echinorhinus brucus und Echinorhinus cookei.
Merkmale Die Tiere haben eine typische torpedoförmige Haigestalt. Ihre Schnauze ist stumpf und breit. Die beiden kleinen, stachellosen Rückenflossen sitzen nah zusammen weit hinten kurz vor der Schwanzflosse. Sie haben keine Afterflosse. Die Haut ist von rauen Hautzähnen bedeckt.
Nagelhaie sind lebendgebärend (ovovivipar).
Ernährung Nagelhaie haben ein breites Beutespektrum, das sowohl Fische wie andere kleinere Haie, Dorschartige, Plattfische, Heringsartige und Skorpionfische als auch Krebstiere, Kraken und Kalmare umfasst. Die Beute wird durch plötzliches Öffnen des Maules eingesaugt (Saugschnappen).
Verbreitung miniatur|Verbreitung der beiden Echinorhinus-Arten, rot E. brucus, blau E. cookei Der bis 3,10 Meter lange Echinorhinus brucus lebt im westlichen Atlantik von Massachusetts bis Argentinien, im östlichen Atlantik von der Nordsee bis Südafrika, sowie im Mittelmeer, im westlichen Indischen Ozean von Südafrika bis Indien und im westlichen Pazifik von Südaustralien und Neuseeland bis Japan. Der vier Meter lang werdende Echinorhinus cookei lebt im westlichen Pazifik von Australien und Neuseeland bis Japan, bei Hawaii und im östlichen Pazifik vom Golf von Kalifornien bis Chile. Beide Arten bewohnen den Kontinentalschelf und die Schelfgebiete von Inseln in Bodennähe in Tiefen von 10 bis 900 Meter.
Fossile Nagelhaie Funde fossiler Nagelhaie der Gattung Echinorhinus sind relativ selten. Beschrieben wurden bisher folgende Arten: Echinorhinus blakei , 1856 Echinorhinus caspius , 1964 Echinorhinus kelleyi , 1983Pfeil, Friedrich H. (1983), Zahnmorphologische Untersuchungen an rezenten und fossilen Haien der Ordnungen Chlamydoselachiformes und Echinorhiniformes. 315 Seiten, 146 Abbildungen. ISBN 978-3-923871-00-1 Echinorhinus pfauntschi , 1983 Echinorhinus pollerspoecki , 1983 Echinorhinus pozzii , 1906Ameghino, F. (1906), Les formations sédimentaires du Crétacé supérieur et du Tertiaire de Patagonie. Anales del Museo Nacional de Buenos Aires, 3 (8): 1-568, 358 fig., pl. 1-3 Echinorhinus priscus , 1952 Echinorhinus richiardii , 1876Lawley, R. (1876), Nuovi studi sopra ai pesci i altri vertebrati fossili delle Colline Toscane. Echinorhinus schoenfeldi , 1983
Paraechinorhinus und Pseudoechinorhinus sind verwandte, jedoch bereits ausgestorbene Gattungen.
Literatur Joseph S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Haie