mini|400px|Dresden an der Elbe mini|Haltestellenschild am Terrassenufer im März 2006 mini|Die Kunstinstallation „Parkmöbel am Kaitzbach“ in einem Rückhaltebecken im Hugo-Bürkner-Park

Dresden liegt an der Elbe und an mehreren Gewässern, die im Osterzgebirge entspringen. Auf Grund der Nähe Dresdens zu den Gebirgen, in denen viel Wasser abregnen oder in großen Mengen als Schnee gespeichert werden kann, spielt Hochwasserschutz in Dresden historisch und gegenwärtig eine bedeutende Rolle. Als deutliche Schutzmaßnahmen in der Stadtentwicklung wurden entlang der Elbe mit den Elbwiesen ufernahe Bereiche von Bebauung freigelassen, Aufschüttungen entfernt und zwei Flutrinnen angelegt. Sowohl die historische Innenstadt als auch zahlreiche historische Dorfkerne entlang der Elbe liegen erhöht und bleiben deshalb vor den meisten Hochwassern bewahrt. Insbesondere durch das Elbhochwasser 2002 entstanden in Dresden jedoch große Schäden. Nach Jahrzehnten ohne starkes Hochwasser wurde dadurch das allgemeine Bewusstsein für die Gefährdung der Stadt wieder geweckt.

Lage und Flussläufe Elbe mini|Elbe bei weniger als 2 Meter Wasserstand östlich der Innenstadt

Dresden liegt im Dresdner Elbtalkessel, einem teilweise verengten Durchbruchstal, größtenteils weitläufig ebenen Grabenbruch. Flussaufwärts verlässt die Elbe durch das enge und steile Tal im Elbsandsteingebirge ihr tschechisches Einzugsgebiet. Dort entwässert sie über Nebenflüsse wie Moldau, Orlice (Adler/Orlitz), Jizera (Iser) und Eger das Riesengebirge, das Böhmische Mittelgebirge und das Erzgebirge sowie den Böhmerwald und den Bayerischen Wald. Flussabwärts von Dresden befinden sich der Durchbruch durch das Spaargebirge und die Meißner Weinberge. Erst dahinter beginnt der flache und langsame Mittellauf der Elbe.

Die Elbe durchfließt die Stadt in mehreren seichten, aber auch engen Kurven (Mäandern), die nach Westen hin enger werden. Kurz vor dem Stadtzentrum liegt eine auf etwa 4 km langgezogene, von Nordwest- nach Südwest-Richtung biegende Kurve, an deren Beginn der Flusslauf bis auf wenige Meter an den nördlichen Elbhang heranrückt. In der Innenstadt biegt die Elbe nach Nordwesten, um sich dann am so genannten Pieschener Winkel erneut stark nach Süden zu wenden. Später verlässt sie nach zwei weiteren starken Kurven die Stadt in nordwestlicher Richtung. Die gesamte Flusslänge in Dresden beträgt etwa 30 Kilometer.

Der Elbtalkessel bot in der Stadtentwicklung Dresdens um den Fluss ausreichend Platz. Für eine teilweise Umflutung (vergleiche Elbe-Umflutkanal bei Magdeburg) der Innenstadt reichte zum einen der Raum nicht aus, zum anderen war der Anstieg im Hinterland der Uferbereiche zu stark.

Weißeritz mini|Weißeritz im Stadtteil Plauen

Die Weißeritz ist ein Abfluss des Osterzgebirges und entsteht unweit von Dresden durch den Zusammenfluss von Wilder Weißeritz und Roter Weißeritz in Freital. Die Gesamtlänge der (vereinigten) Weißeritz liegt damit bei 12 Kilometern. Beide Zuflüsse haben etwa gleich große Einzugsgebiete, die sich auf 323,9 km² summieren. Sie entspringen in 823 m bzw. 787 m Höhe etwa 30 Kilometer Luftlinie südöstlich von Dresden. Längster Zufluss der Weißeritz ist die Wilde Weißeritz mit 49 Kilometern Länge.

Die (vereinigte) Weißeritz mündete ursprünglich unweit der Dresdner Innenstadt in die Elbe und trennte die westliche Vorstadt Friedrichstadt vom Stadtkern. Sie wurde 1893, beginnend im Stadtteil Plauen und durch Cotta verlaufend, nach Westen verlegt. Die Verlegung erfolgte eigentlich aus Gründen des Hochwasserschutzes, da der neue Verlauf in einer Flutmulde des Flusses liegt. Durch den Bau von Bahnanlagen auf dem ehemaligen Flussbett wurde die Verlegung nicht rückführbar.

Weitere Gewässer mini|Der Kaitzbach zwischen den seitlichen Rückhaltebecken oberhalb von Strehlen; noch zu erkennen sind die Ganglinien eines kleineren Hochwassers Ebenfalls im Erzgebirge entspringt der Lockwitzbach, der ein 80 km² großes Gebiet entwässert und dessen Quelle in etwa 500 Metern Höhe liegt. Er mündet zwischen Kleinzschachwitz und Laubegast in die Elbe.

Aus mittleren Lagen des Erzgebirges entstammen der Geber- und der Kaitzbach, die im Dresdner Stadtgebiet weitestgehend unterirdisch verlaufen. Die Prießnitz mündet von Norden her in die Elbe und entwässert die flachere Lage des Westlausitzer Hügel- und Berglands im Nordosten der Stadt.

Hochwassergefahr Dresden ist aus zwei Richtungen hochwassergefährdet. Zum einen bedrohen starke Hochwasser der Elbe tief liegende Stadtteile, zum anderen können die Nebengewässer der Gewässerklasse I (nach Sächsischer Gewässerordnung), also vor allem die Weißeritz und der Lockwitzbach, auch höher liegende Stadtteile überschwemmen. Daneben kann örtlich Gefahr durch weitere Nebengewässer der Gewässerklasse II entstehen.

Schäden an Bauwerken entstehen nicht nur durch Überschwemmung, sondern auch durch hochwasserbegleitende Erscheinungen wie Erhöhung und Verlagerung von Grundwasser. Hochwasser der Elbe lösen dabei sehr langanhaltende Veränderungen im Grundwasser aus.

Elbe Hochwasser mini|Karte der Überschwemmungsgebiete der Elbe, die etwa bei 8 Metern Pegel erreicht werden

mini|Die historische Altstadt ist bei gewöhnlichen Hochwassern kaum gefährdet – Elbpegel bei etwa 6,20 Metern

Die Elbe hat in Dresden einen mittleren Wasserstand von 200 cm. Die Hochwasseralarmstufen wurden ab Pegeln von 400 (bis Juli 2012: 350), 500, 600 und 700 cm festgelegt. Dieser Wasserstand wird an der Augustusbrücke gemessen. Der Durchfluss beträgt in Dresden bei 200 cm Pegel etwa 350 m³ pro Sekunde.

Wasserstände zwischen vier und fünf Metern sind für die Stadt fast folgenlos. Übersteigt die Elbe fünf Meter, werden elbnahe Straßen und Wege von der Elbe überschwemmt und müssen gesperrt werden. In der Dresdner Innenstadt ist dies das Terrassenufer, an dem sich die Liegeplätze der Weißen Flotte befinden.

Zwischen sechs und sieben Metern entsteht durch Grundwassererhöhung eine Gefährdung von elbnahen Gebieten. In der Regel beginnt bei solchen Höhen der Objektschutz an einzelnen Bauwerken.

Wasserpegel oberhalb von sieben Metern gefährden dann erste Stadtteile wie Gohlis im Westen der Stadt sowie Laubegast und Pillnitz im Osten. Der 3200 Meter lange Deich von Niederwartha, am Dorfkern Gohlis vorbei bis Stetzsch, ist bis zu einer Wasserhöhe von etwa 7,40 m (Pegel Dresden) ausgelegt, da das Gebiet ab dieser Höhe als Überflutungspolder dient.

Oberhalb von acht Metern verschärft sich die Lage in weiten Teilen der Stadt sprunghaft, weil die Elbe dann alte Elbarme nicht nur füllt, sondern vollständig durchfließt, und der Flutraum an vielen Stellen nicht mehr ausreicht. Der alte Elbarm im Dresdner Südosten umschließt die Stadtteile Laubegast und Kleinzschachwitz und reicht an die höheren Stadtteile Leuben, Dobritz und Seidnitz heran. Die Elbe füllt dann auch die Mündungen der Nebengewässer aus. Die Mündung des Lockwitzbachs verschiebt sich in diesem Fall um einige Kilometer an den südlichen Rand des Elbarms zwischen Niedersedlitz und Kleinzschachwitz. Westlich der Innenstadt durchfließt die Elbe dann mit den beiden Flutrinnen zwei fast parallele Verläufe, die durch den Hauptstrom auf halber Strecke verbunden werden. Die Flutrinnen entlasten durch die Fliehkraft des fließenden Wassers vor allem die enge Kurve bei Pieschen (Pieschener Winkel), an der es sonst zu massiven Ausuferungen kommen würde.

Das Hochwasser im Jahr 2002 hatte einen maximalen Stand von 9,40 Metern und einen Durchfluss von mehr als 4.500 m³ pro Sekunde. Der extreme Wasserstand über neun Meter gefährdete auch Semperoper und Frauenkirche. Die Elbe überschwemmte dabei eine Fläche von etwa 24,8 km² im Stadtgebiet.

Häufigkeit und Entstehung mini|Elbe bei der Jahrhundertflut im Jahr 2002

Die Elbe ist ein Fließgewässer des Regen-Schnee-Typs. Allgemein entstehen die Wassermassen, die Dresden passieren, an den Läufen der Elbe oder Moldau in Tschechien und in geringen Maßen in Deutschland. Hochwasser zwischen vier und fünf Metern sind in Dresden vor allem nach der Schneeschmelze sehr häufig. Insbesondere durch beschleunigtes Tauwetter (starker Temperatursprung und Regen – deshalb Regen-Schnee-Typ) nehmen diese dann bis sieben Metern in ihrer Häufigkeit stark ab. Das starke Tauwetterhochwasser im Frühjahr 2006 war das erste Frühjahrshochwasser seit 52 Jahren, das die Sieben-Meter-Marke in Dresden überspringen konnte. Das stärkste Winterhochwasser trat ebenfalls im März im Jahr 1845 auf. Problematisch wirken sich die Mittelgebirge im Osten Deutschlands und vor allem auf tschechischem Gebiet aus, die auf Grund der kontinentalen Lage sehr intensive Winter mit dauerhaftem Frost und Schneefall erleben können. Bei spätem Wechsel der Großwetterlage kann es dann, meist Mitte bis Ende März, zum starken Abschmelzen des Schnees in den Gebirgen kommen.

Die Stärke eines Hochwassers bei Tauwetter hängt nicht nur von Wettereinflüssen ab, sondern auch von der Beschaffenheit des abgelagerten Schnees. Ist dieser zum Beispiel durch ein vorhergehendes Tauwetter mit Wasser gesättigt, aber wieder eingefroren, kann es zu einem wesentlich schnelleren Abschmelzen bei stärkerem Regen kommen.

Sommerhochwasser nach Starkregenfällen sind an der Elbe sehr selten. Auch die Strömungsrichtung von feuchten Luftmassen spielt eine wichtige Rolle, da nicht alle Mittelgebirge die gleiche Kammausrichtung haben, an der sie abregnen. Hochwasserauslösend sind insbesondere von Süden einziehende Vb-Wetterlagen, die starken Steigungsregen im Erzgebirge, Böhmischen Mittelgebirge und Riesengebirge verursachen. Das Hochwasser 2002 wird mit einem Wiederkehrintervall als derartiges Ereignis mit 100 bis 200 Jahren für Dresden angegeben.Wiederkehrintervalle 2002er Hochwasser: Dokumentation des Hochwassers vom August 2002 im Einzugsgebiet der Elbe; S. 26

Hochwasser wie das im August 2002 oder im Juni 2013 entstehen nicht allein durch starke Regenfälle, sondern erst durch eine bestimmte Reihenfolge des Abtauens bzw. Abregnens in Tschechien, da die Entstehungsgebiete im Einzugsbereich weit auseinander liegen und Flutwellen der Eger, der Elbe und der Moldau sich überlagern müssen.

Umstritten sind auch die Auswirkungen der in Tschechien unweit der deutschen Grenze geplanten Staustufe Děčín.

Registrierte Hochfluten In Dresden werden zumindest extreme Flutereignisse seit Jahrhunderten registriert. Im Folgenden sind die Fluten im meteorologischen Sommerjahresviertel fett dargestellt.Martin Schmidt: Hochwasser und Hochwasserschutz in Deutschland vor 1850. Harzwasserwerke GmbH Hildesheim, Oldenburg 2000 Pegelstände hängen wesentlich vom Abfluss ab. Verändert wird dieser Zusammenhang durch die Strömungsgeschwindigkeit und durch das Durchflussprofil.

mini|300px|Die Hochwassermarken in Pillnitz unterscheiden sich schon von denen an der Augustusbrücke Tag cm m³/s 17.08.2002 940 4680 31.03.1845 877 5700 06.06.2013Umwelt Sachsen: , 6. Juni 2013 876 4380 01.03.1784 857 5200 16.08.1501 857 5000 17.02.1655 838 4800 07.09.1890 837 4350 03.02.1862 824 4493 24.02.1799 824 4400 02.03.1830 796 3950 17.03.1940 788 3360 20.02.1876 776 3286 11.04.1900 773 3320 17.01.1920 772 3190 30.06.1698 765 3400 Tag cm m³/s 03.01.1651 755 3200 01.05.1531 753 28.06.1824 753 04.04.2006 749 11.04.1865 748 04.03.1827 746 27.03.1814 739 22.04.1785 737 18.01.1682 735 27.03.1895 734 07.05.1896 732 28.03.1821 732 25.03.1886 727 10.03.1881 726 04.01.1883 724 Tag cm 05.02.1923 717 14.03.1888 716 10.04.1941 715 06.06.1771 715 30.01.1809 715 09.03.1838 715 29.01.1846 713 27.04.1712 712 31.01.1867 711 15.06.1675 710 03.03.1805 708 02.08.1897 708 18.03.1771 706 05.02.1850 706 20.07.1736 700

Grundwasser Dresden liegt zu großen Teilen im Elbtalkessel, der als kurzer Grabenbruch im tektonischen Zusammenhang mit der Erzgebirgsanhebung entstand. Geprägt ist der Elbtalkessel von den grundwasserstauenden Gesteinsschichten aus Ton, Sandstein und Pläner (geschichtetes Kalk-Sand-Ton-Gestein). Darüber lagerte die Elbe Schotter- und teilweise Sandschichten ab.