Ercole Baldini (* 26. Januar 1933 in Forlì; † 1. Dezember 2022 ebenda) war ein italienischer Radrennfahrer. Er wurde 1956 Olympiasieger, gewann 1958 den Giro d’Italia und den Straßenweltmeistertitel.

Werdegang Drei Jahre nachdem Baldini 1951 mit dem Radsport begann, verbesserte er 1954 den Stundenweltrekord für Amateure auf 44,870 km. Im Jahr 1956 wurde er bei den Weltmeisterschaften 1956 Titelträger der Amateure in der Einerverfolgung. Im selben Jahr verbesserte er am 19. September 1956 auf der Mailänder Vigorelli-Bahn mit 46,394 km den allgemein geltenden Stundenweltrekord und übertraf die gerade erst drei Monate alte Bestmarke des fünfmaligen Tour-de-France-Siegers Jacques Anquetil um 235 m. Bei den anschließenden Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne wurde er Olympiasieger im Straßenrennen und kam in der Mannschaftswertung auf den 4. Platz. Auf der Isle of Man gewann er das stark besetzte Eintagesrennen Manx Trophy.

Im Jahr 1957 wurde Baldini Profi und belegte in seinem ersten Jahr als Berufsfahrer den dritten Gesamtrang des Giro d’Italia 1957, bei dem er eine Etappe gewann. Den Giro d’Italia 1958 beendete er als Gesamtsieger, nachdem er vier Etappen gewinnen konnte. Im selben Jahr wurde er bei den Weltmeisterschaften 1958 in Reims Straßenweltmeister.

Auch in den Folgejahren blieb Baldini bei den Grand Tours erfolgreich: Bei der Tour de France 1959 gewann er eine Etappe und wurde Sechster, die Tour de France 1962 beendete er als Achter, nachdem er zuvor den Giro d’Italia 1962 als Siebter beendet hatte.

Aufgrund seiner Stärke im Zeitfahren auf der Straße wie auf der Bahn erhielt Baldini den Beinamen Il Treno di Forlì (ital.= der Zug aus Forli). Neben dem erwähnten Stundenweltrekord und dem Weltmeistertitel in der Einerverfolgung gewann er bedeutende Einzelzeitfahren, wie den Gran Premio di Lugano, den Grand Prix des Nations viermal den Grand Prix Forlì und ebenfalls viermal das Paarzeitfahren Trofeo Baracchi.

Baldini beendete seine Laufbahn als Radrennfahrer am Ende der Saison 1964. In der Folge war er als Sportlicher Leiter von Radsportteams – zuletzt bei SCIC – und zur Zeit der Präsidentschaft von Hein Verbruggen für die Union Cycliste Internationale tätig.

Baldini verstarb am 1. Dezember 2022 an seinem Wohnort Villanova in Forlì nach seiner Rückkehr aus einem Krankenhaus, in dem er sich einer stationären Behandlung unterzogen hatte.

Erfolge mini|Rad der Marke Legnano im Museo del Ciclismo Madonna del Ghisallo, mit dem Baldini 1958 Weltmeister wurde 1954 Stundenweltrekord (Amateure) – 44,870 km

1956 20px Italienischer Meister – Einerverfolgung (Amateure) Weltmeister – Einerverfolgung (Amateure) Stundenweltrekord – 46,394 km 16px Olympiasieger – Straßenrennen

1957 eine Etappe Giro d’Italia Giro di Romagna Giro del Lazio 20px Italienischer Meister – Straße Gran Premio di Lugano Trofeo Baracchi (mit Fausto Coppi)

1958 Grand Prix Forlì eine Etappe Roma-Napoli-Roma Gesamtwertung und vier Etappen Giro d’Italia 20px Italienischer Meister – Straße Trofeo Matteotti Weltmeister – Straßenrennen Gran Premio Industria e Commercio di Prato Trofeo Baracchi (mit Aldo Moser)

1959 Grand Prix Forlì eine Etappe Tour de France Giro dell’Emilia Trofeo Baracchi (mit Aldo Moser)

1960 Grand Prix des Nations

1961 Milano–Mantova Grand Prix d’Europa Trofeo Baracchi (mit Joseph Velly)

1962 Grand Prix Forlì

1963 Giro della Calabria Grand Prix Forlì Coppa Placci

Grand Tour-Platzierungen

Einzelnachweise

Literatur Rino Negri/Maurizio Rizzi: La storia di Ercole Baldini, il treno di Forlì. Edizioni Ciclofer, 2000.

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