D’espairsRay (zur Schreibweise siehe unten) ist eine aus Tokio stammende japanische Band. Anfangs wurden sie v. a. als Visual-Kei-Band betrachtet, aufgrund der zunehmenden musikalischen und optischen Wandlung in ihren letzten Jahren wurden sie oft dem allgemeineren Begriff J-Rock zugeordnet. Außerhalb von Japan wurden sie auch durch Touren in Europa und Nordamerika bekannt, so traten sie unter anderem auch beim Wacken Open Air 2006 auf. Aufgrund anhaltender Stimmbandprobleme des Sängers Hizumi beschloss die Band am 15. Juni 2011 ihre Auflösung, hat aber für 2027 wieder Konzerte angekündigt.
Bandgeschichte 1999–2001: Frühe Jahre Seit der Bandgründung am 9. September 1999 bestand die Besetzung von D’espairsRay aus Sänger Hizumi, Gitarrist Karyu, Bassist Zero und Schlagzeuger Tsukasa. Hizumi spielte damals mit einem Freund in einer Band und lud Tsukasa ein mitzumachen, nachdem er dessen Anzeige in einem Magazin gelesen hatte. Die so entstandene Gruppe namens Le’veil nahm noch das Demotape Last Illusion auf, bevor sie sich auflöste, da ihr Gitarrist ausstieg. Karyu, der zuvor unter dem Namen Yoshitaka in Dieur Mind spielte, lud beide nach Tokio ein, nachdem er sie bei einem Liveauftritt gesehen hatte. Zuvor hatte Karyu über einen Freund bereits Zero kennengelernt. Lediglich Hizumi nahm das Angebot an und fuhr nach Tokyo. Auf die Frage, wer Platz hinter dem Schlagzeug nehmen sollte, brachte Hizumi Tsukasa ins Spiel und konnte ihn überreden nach Tokyo zu kommen.Biografie-Spezial: D’espairsRay Teil 3
D’espairsRay begannen als Visual-Kei-Band und veröffentlichten im Dezember 1999 ihr Demotape mit dem Song Ao, welchen Karyu noch bei Dieur Mind geschrieben hatte.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 1999 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der Shibuya C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs) Ihren ersten Auftritt hatten sie am 24. September bei einem Event im Takadanobaba AREA vor rund zehn Zuschauern.Biografie-Spezial: D’espairsRay Teil 1 Zu dieser Zeit mussten sie noch dafür bezahlen, wenn sie live auftreten wollten, und hatten Schwierigkeiten die Zuschauerquoten zu erfüllen. Die Zukunftsaussichten waren pessimistisch. Im Jahre 2000 besserte sich die Situation langsam, weitere Demotapes wie [S]yste[M] und Sakura veröffentlicht. Nachdem sich D’espairsRay einen aggressiveren Stil zulegten, wurden sie allmählich populärer. Die Band spielte damals zwei bis drei Livekonzerte im Monat und veröffentlichte im September das Demotape RAZØR.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 2000 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs)
Ihre erste Single Kumo erschien im Oktober und wurde von Shun und Tohru der Band JILS produziert. Obwohl es ihre erste „richtige“ Aufnahme war, wurde auf das Mastering und Verstärker verzichtet. Hizumi nahm seinen Gesang aus Kostengründen im Badezimmer seines Apartments auf, Schlagzeug und Gitarren wurden im Studio aufgenommen. Die 1000 produzierten Tonträger waren schnell ausverkauft und so wurden sie eingeladen, sich am HYSTERIC MEDIA ZONE Omnibus zu beteiligen. Zu dieser Zeit erfüllten sie auch regelmäßig die Zuschauerquoten. Im April 2001 wurde ihre zweite Maxi-Single Genwaku aufgenommen, zusammen mit den Liedern für HYSTERIC MEDIA ZONE. Am 19. Juli 2001 gab es dann eine Premiere: D’espairsRay veranstalteten ihr erstes selbst organisiertes Konzert mit Namen “[D]eep69[R]ed” in der Takadanobaba AREA. Die Bühne wurde dem Cover der Single Genwaku entsprechend mit roter Strickwolle bespannt.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 2001 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs) Es folgte die erste EP Terrors, welche im Juli veröffentlicht wurde. Zu dieser Zeit tauchte das Quartett erstmals in kleinen Magazinen auf.
2002–2004: Der Weg zum Erfolg Im Januar veröffentlichten sie das Demotape Ura mania theater, welches nur bei Like an Edison gekauft werden konnte. Im Juni 2002 wurde ihre zweite EP Sexual Beast veröffentlicht sowie ein kostenloser Zusammenschnitt von Privatvideos und Konzertmitschnitten namens Ura video.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 2002 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs) Daraufhin begannen D’espairsRay ihre erste Tour, die unter dem Namen Tour Mania Theatre lief. Diese umspannte neun Konzerte sowie einen Auftritt von Like an Edison am 23. Februar. Das Tourfinale am 9. März fand in der Osaka MUSE HALL statt. Zudem kamen sie in diversen Zugaben unter dem Namen Animal Mania in Tierkostümen auf die Bühne und vertauschten ihre Rollen.
Um den Jahreswechsel 2002/2003 herum machte sich die Gruppe auch Gedanken über eine mögliche Trennung, da sie das Vertrauen in ihre Musik verloren hatten. Deshalb wurde im Januar 2003 die geheime CD Itanji mit einem namenlosen Lied veröffentlicht, um ihren musikalischen Wandel bei den Fans auf die Probe zu stellen. Die Besonderheit dieser Single war ihre schlichte Aufmachung, der Künstlername oder der Name des Songschreibers wurde nicht enthüllt. Man fand dort lediglich ein paar Fragezeichen vor. Die Single konnte nur bei Like an Edison erworben werden, zusätzlich wurden Tickets unter den Käufern für ein geheimes Livekonzert verteilt. Zur Tarnung wurden weiter D’espairsRay-Konzerte gegeben. Die Musiker entschieden sich, die Band aufzulösen, wenn sich die Single nicht gut verkaufen würde.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 2003 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs) Das tat sie jedoch, das Lied wurde später MaVERiCK genannt und war Namensgeber für ihre nächste Maxi-Single, die im Februar in die Läden kam.
Zu diesem Zeitpunkt traten sie dem Label “Sweet Child” bei, wodurch die nicht mehr halbtags arbeiten mussten. Allerdings stieg die Zahl der Menschen, die nun mit der Band arbeiteten von dieser bezahlt werden mussten. Zwar fühlten sie sich anfangs ausgenutzt und im Stich gelassen, bekamen aber professionelle Roadies und konnten die Single MaVERiCK im Bazooka Studio aufnehmen. Daraufhin wurden D’espairsRay zu verschiedenen Visual-Kei-Events eingeladen wie dem Beauti-fools Fest ’03, welches vom Fool’s Mate Magazin organisiert wird und an dem auch in der Visual-Kei- und Rock-Szene namhafte Bands wie MUCC, The Gazette oder Solokünstler wie Miyavi teilnahmen. Nachdem sie das Label aufforderte, melodischere Songs zu komponieren, schrieben sie das Lied Garnet, das komplette Gegenteil. Die Single und das Musikvideo – ihr erstes – wurden in einem professionellen Studio aufgenommen. Zero ließ sich dafür den Kopf rasieren und Dreadlocks flechten, was etwa 100.000 Yen kostete und zu Protesten des Managements führte. Die Maxi-Single Gärnet stand im November 2003 in den Läden und schaffte es auf Platz eins der Oricon Indie-Charts.
Im April 2004 veröffentlichte D’espairsRay ihre dritte EP Born, die eine DVD für das Musikvideo von Garnet enthielt. Sugizo von Luna Sea spielte für die B-Seite Marry of the blood das Violinenintro. Im Juli wurde ein Nachdruck in den Handel gebracht, aber ohne DVD. Zwei Monate später wurde die Maxi-Single Gemini veröffentlicht, eine Limited Edition besaß noch eine DVD für das Musikvideo von Born. Eine zusätzliche One-Man Tour schloss sich an. Diese wurde von D’espairsRay in drei eigene Konzerte aufgeteilt. Am 16. September fand der “Bloody marry Day” im OSAKA MUSE statt, dem folgte der “Furachi na toiki Day” am 17. im Nagoya ell.FITS ALL. Beim “murder Day” am 23. im LIQUIDROOM ebisu in Tokyo entstand auch das Material für ihre erste Live-DVD. 2004 spielten sie auch zum ersten Mal außerhalb Japans am 30. Oktober in Berlin und am 31. in Paris. Die Mini-Auslandstournee trug den Titel “Wollust ward dem Wurm gegeben” aus dem Gedicht An die Freude von Friedrich Schiller.
2005–2008: Internationaler Durchbruch mini|Liveauftritt bei der JRock Revolution 2007 in Kalifornien Im Jahre 2005 wurde ihre erste Live-DVD Murder Day Live veröffentlicht. Ein Musikvideo für das Lied Reddish -Diva Version- war darauf als Bonusmaterial enthalten. Durch die Europatour wuchs der Wunsch, ein Album zu schaffen, welches auch in Europa veröffentlicht werden sollte. Dafür arbeiteten sie zum ersten Mal mit Shinobu Narita zusammen, der später ihr Programmer und Produzenten wurde.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 2005 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs) Kurz darauf im Juni veröffentlichten D’espairsRay ihr erstes Musikalbum Coll:set. Das Album brachte den lang erwarteten Durchbruch. Ihre Maxi-Single Gärnet wurde zu Werbezwecken neu aufgelegt. Im selben Jahr hatte die Band auch erste Konzerte in den USA. Dort traten sie in der Nähe einer Anime-Convention in San José auf, später waren sie für zwei Tage in San Francisco und in Dallas, wo sie Flyer verteilten. Ende 2005 spielten sie noch einmal in Deutschland und Frankreich, diesmal zusammen mit der Band Kagerou. In der nachfolgenden US-Tour wurden zuerst zwei Auftritte mit Genitorturers absolviert, die restlichen mit Trashlight Vision. Am 13. Januar 2006 veröffentlichten sie ihr Album Coll:set auch auf dem europäischen Markt bei Gan-Shin. Eine Dokumentations-DVD mit dem Titel The World Outside the Cage (eine Anspielung auf das Lied The World in a Cage) mit Material ihrer letzten Tour wurde im März veröffentlicht. Im Jahr 2006 wechselten sie während der Liquidize-Tour zum Label “Sword Records” und traten im August des Jahres auf dem Wacken Open Air auf.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 2006 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs)
Am 8. und 9. September fanden Konzerte im Liquidroom ebisu statt, wobei der zweite Konzerttag auf DVD aufgenommen wurde. Eine weitere Mini-Zugabe fand im Shibuya BOXX direkt danach statt, was am Ende des Konzertes über Video angekündigt wurde. Wegen der kleineren Kapazität der BOXX wurden draußen Bildschirme angebracht, die Zugabe konnte auch in einem benachbarten Café auf dem Bildschirm verfolgt werden. Im November 2006 gingen sie zudem erneut in Europa zusammen mit Limbogott auf eine kleine Tournee. Der Tourplan führte von Straßburg am 13. November und Paris über Saarbrücken, Pratteln in der Schweiz, München, Köln, Berlin, Hamburg, Glauchau und Kopenhagen bis nach Helsinki am 26. November.Biografie-Spezial: D’espairsRay Teil 2 Ende 2006 wurde ihre zweite Live-DVD [LIQUIDIZE] - Yuugousuru Taion - Tour 2006 veröffentlicht.
Für das neue Album Mirror wollte Karyu Lieder schreiben, welche man auf Wacken oder ähnlichen Festivals spielen könnte. Schon die Wahl des Titelsongs für die März-Single fiel schwer, so wollte Karyu TRICKSTeR, die anderen Bandmitglieder entschieden sich jedoch für Squall. Der letzte Song des Albums sollte Anfang März aufgenommen werden, jedoch brachte Karyu drei Tage vorher noch Kaleidoscope dazu, so dass die Aufnahmen mit einem Tag Verzögerung zu Ende gingen.D’espairsRay 10th anniversary special talk I 2007 (Die etwa 200-seitige Broschüre mit Interviews wurde auf dem 10th anniversary in der C.C.Lemon Hall verkauft, englische Übersetzung eines Blogs) Das Album war mit Platz 36 in den Oricon-Charts ihr erfolgreichstes. Zwischendurch wurde am 26. Mai 2007 noch ein kurzer Abstecher in das Pellissier Building and Wiltern Theatre nach Los Angeles durchgeführt, um mit japanischen Bands wie Girugamesh, MUCC und Merry auf der „Jrock Revolution 2007“ zu spielen. Das Jahr endete mit der Live-DVD der dazugehörigen Tour, der Spiral Staircase #15 Final.