Die Grüne Freie Liste (GFL) ist eine Ortspartei der Grünen Schweiz in der Stadt Bern. 2006 erfolgte auf kantonaler Ebene ein Zusammenschluss mit dem Grünen Bündnis Bern zu den Grünen Kanton Bern. Die Grüne Freie Liste stellte von 2017 bis 2024 den Stadtpräsidenten und verfolgt bei ihren Themen die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: die ökologische Nachhaltigkeit, die soziale Nachhaltigkeit und eine verantwortungsbewusste Marktwirtschaft mit Kostenwahrheit. So lautet ihr Leitspruch bereits seit 1997 grün-sozial-liberal.
Geschichte mini|Leni Robert (1991) Am Anfang der kantonalen Partei stand eine Wahlliste zur Unterstützung der ehemals freisinnigen Politikerin Leni Robert zur Wahl in den Nationalrat 1983. Aus dieser Freien Liste wurde bald eine Partei, welche in den folgenden kantonalen und nationalen Wahlen grosse Erfolge feiern konnte. 1984 schloss sich die Freie Liste der Föderation der grünen Parteien der Schweiz (GPS) an und stellte dort von 1985 bis 1986 mit Monica Zingg und von 1997 bis 2001 mit Ruedi Baumann zwei Mal das Präsidium. Von 1986 bis 1990 stellte sie mit Leni Robert und Benjamin Hofstetter zwei Regierungsräte im Kanton.
In der Freien Liste politisierten u. a. auch Rudolf Hafner, der die Berner Finanzaffäre in Rollen gebracht hatte und Ernst Zbären, der erfolgreich gegen das Autobahnprojekt der Nationalstrasse 6 durch das Simmental und gegen den Rawiltunnel protestierte.
In der Stadt Bern war bereits 1955 von Mani Matter und anderen die politische Gruppierung Junges Bern gegründet worden. Mit Klaus Schädelin war die Gruppierung ab 1958 in der Stadtregierung vertreten. Bereits in den 1970er Jahren war die Umweltthematik für das Junge Bern wichtig. So setzte es sich erfolgreich für den Ausbau von Veloparkplätzen und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie den Abbau von Auto-Parkplätzen in der Innenstadt ein. 1979 stellte das Junge Bern in der Stadt Bern 75 gratis grün gefärbte Velos zur Ausleihe zur Verfügung.Das «Junge Bern» stellt gratis benutzbare Fahhräder zur Verfügung, Der Bund, 30. April 1979 Von 1989 bis 1996 war Joy Matter Gemeinderätin der Stadt Bern.
Im Jahr 1991 schlossen sich das Junge Bern und die städtische Freie Liste als Stadtberner Ortsgruppe zum Jungen Bern Freien Liste zusammen.Junges Bern und Freie Liste wagen Fusion, Der Bund, 6. Juni 1991
Zuletzt war die GFL Kanton Bern mit 10 Sitzen im Grossen Rat vertreten. Um die Zugehörigkeit zu den Schweizer Grünen zu zeigen, wurde 1997 der Zusatz Grüne vor die Freie Liste gestellt.
Im Mai 2006 wurde ein Zusammenschluss mit dem Grünen Bündnis Bern zur neuen Partei Grüne Kanton Bern beschlossen. Auch in einigen Gemeinden fusionierten die entsprechenden Lokalparteien, so in Biel/Bienne und Köniz, der zweit- und der viertgrössten Gemeinde des Kantons. In der Stadt Bern hingegen existieren beide Parteien nach wie vor nebeneinander als zwei Ortsgruppen der Grünen Kanton Bern. In den kantonalen Wahlen erreichten die vereinigten Grünen Kanton Bern einen Anteil von 12,9 % (19 Sitze von 160).
Von 2006 bis 2018 waren die Grünen Kanton Bern mit Bernhard Pulver (Mitglied der GFL Stadt Bern) wieder in der kantonalen Regierung vertreten.
Die Grüne Freie Liste, wie auch Grünes Bündnis gehörten – wie heute die Grünen Kanton Bern – zur Grünen Partei der Schweiz.
Mit Alec von Graffenried stellte die GFL von 2017 bis 2024 erstmals den Berner Stadtpräsidenten. 2024 wurde an seiner Stelle die erste Stadtpräsidentin von Bern, die Sozialdemokratin Marieke Kruit, gewählt.
Literatur Peter Züst: Die Grüne Freie Liste und das Grüne Bündnis im Kanton Bern: Parteimitgliedschaft und Politikeinstellung der Mitglieder im Vergleich. Lizentiatsarbeit, Institut für Politikwissenschaft, Bern 2006 (Manuskript). Hans Beat Schaffner (Hrsg.): Grün bewegt: 20 Interviews nach 20 Jahren Grüne Partei der Schweiz. Chronos-Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-0340-0669-1.
Siehe auch Politische Parteien in der Schweiz
Weblinks Website der GFL Stadt Bern
«Als Umweltschützer politisch wurden. Eine kurze Geschichte der Grünen, die im Kanton Bern vor 20 Jahren, im Juni 1987, gegründet worden sind» von Werner Seitz, in: Der Bund, 27. Juni 2007 Schweizer Fernsehen: Freie Liste als Gewinnerin der Berner Wahlen, Sendung Rundschau vom 13. Mai 1986 (10:52;schweizerdeutsch)
Einzelnachweise
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