mini|Großraumwagen der Bauart Apmz121.0 mini|Rheingold-Aussichtswagen der TEE-Bauart ADmh101
Bei den TEE/IC-Wagen handelt es sich um eine Serie von Personenwagen der Deutschen Bundesbahn (DB) aus Erste-Klasse-Wagen, die aus den erfolgreichen UIC-X-Wagen der DB weiterentwickelt wurde (letzte auch als „m“-Wagen bekannt). Auf Grund der serienmäßigen Heizung wurden die TEE auch als „mh“-Wagen bzw. „mz“-Wagen bekannt (siehe Gattungsbezeichnung der Reisezugwagen).
Diese Reisezugwagen wurden von der DB in die Verwendungsgruppe 63 einsortiert und vorzugsweise im TEE-Verkehr verwendet. Sie wurden, mehrfach modifiziert, bis 2026 in Intercity-Zügen eingesetzt.
Bauarten Rheingold-Wagen mini|Exklusiver Reisekomfort im Aussichtswagen mini|Einer der ersten seiner Gattung: Rheingold-Abteilwagen der Bauart Avmz111, seine kobaltblau/beige Lackierung ist teilweise unter Werbung verborgen
Mit der Umstellung des Rheingold-Express-Zuges wollte die DB neuestes Wagenmaterial einsetzen. Vorgesehen waren reine Erste-Klasse-Wagen in mehreren Bauarten. Diese Wagen wurden unter Leitung von Abteilungspräsident Adolf Mielich, Leiter der Wagenbau- und Einkaufsabteilung des Bundesbahnzentralamts in Minden, konstruiert. Sie besitzen somit die gleichen Hauptmaße wie die m-Bauart, waren damit 26,4 Meter lang und 2.825 Millimeter breit. Die durch Gummiwülste geschützten Wagenübergänge waren nach neuen UIC-Anforderungen aber nunmehr durch zweiflügelige Schiebetüren gesichert. Untergestell und Wagenkasten sind wiederum aus verschiedenen Profilblechen der Stahlgüte St52 zusammengeschweißt. Ebenso von den UIC-X-Wagen übernommen wurden die Drehfalttüren und die Dachform. Jedoch waren die neuen Wagen klimatisiert. Der Bereich unterhalb des Wagenbodens wurde durch eine Schürze ähnlich den Schürzenwagen geschützt.
Bei den Drehgestellen kam wie bei den m-Wagen die Bauart Minden-Deutz zum Einsatz, die aber für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt wurde (MD36). Die Wagen waren zuerst für 160 km/h zugelassen und mit Bremsen der Bauart KE-GPR-MG mit Klotzbremsen und einer Magnetschienenbremse ausgerüstet. Nachdem die Klotzbremsen durch Scheibenbremsen ersetzt wurden, konnte die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h erhöht werden.
Gebaut wurden in einer ersten Serie ab 1962 exklusiv für den Fernschnellzug (F) Rheingold zehn Seitengang-Abteilwagen Av4üm (später Avmh111) mit nur neun Abteilen statt der zehn der Am-Typen, fünf Großraumwagen Ap4üm (später Apmh121) mit nur 48 Plätzen (rechnerisch acht Abteile), drei Aussichtswagen AD4üm-62 (später ADmh101) mit Glaskuppel (engl. dome cars) und zwei Speisewagen WR4üm (später WRmh131), die teilweise doppelstöckig ausgeführt waren.
Alle Wagen bildeten die Bauart 62 und gehörten der Verwendungsgruppe 63 an. Die Aussichtswagen hatten eine im Dachbereich angeordnete gläserne Kanzel mit acht Fenstern in Längsrichtung, dort gab es 22 Sitzplätze. Auf normaler Höhe waren zwei Abteile angeordnet. Außerdem gab es noch eine Bar, ein Schreibabteil, ein Abteil mit Telefon, einen Gepäckraum und einen Maschinenraum. Außen waren die Wagen mit „RHEINGOLD“ beschriftet.
Die Wagen besaßen am Anfang die Einrichtung für elektrische und Dampfheizung (Index: „h“) einschließlich der Klimatisierung, später wurden die Wagen auf zentrale Energieversorgung über Zugsammelschiene umgebaut (Index „z“).
Die Fensterbreite beträgt bei den Abteilwagen nunmehr 1.400 Millimeter, die Großraumwagen hingegen hatten pro Wagenseite 16 jeweils nur 900 Millimeter breite Fenster. In den Vorräumen wurden 800 mm breite Fenster eingebaut. Die Fensterscheiben waren wegen der Klimatisierung und zur Verminderung der Sonneneinstrahlung goldbedampft ausgeführt. Alle Wagen waren in Anlehnung an die Farben des Vorkriegs-Rheingoldzuges in kobaltblau (RAL 5013) und beige (RAL 1001) ausgeführt.
Im Jahr 1963 wurde der F-Zug Rheinpfeil ebenfalls auf das neue Wagenmaterial umgestellt, dafür wurden weitere zwölf Av4üm, sechs Ap4üm, drei WR4üm und zwei AD4üm-Aussichtswagen angeschafft. Diese Züge fuhren ebenfalls im neuen Rheingold-Farbschema. Die beiden Aussichtswagen hatten nur noch vier (größere) Fenster in Längsrichtung und waren mit „DEUTSCHE BUNDESBAHN“ beschriftet.
Nachdem Rheingold und Rheinpfeil 1965 in das TEE-Netz integriert wurden, wechselte die Farbgebung auf das normale TEE-Farbschema in purpurrot (RAL 3004) und beige (RAL 1001), ab 1974 wurde das Fensterband elfenbein (RAL 1014) und das zuvor in weißaluminium angestrichene Dach umbragrau. Wenig später wurden die Schürzen und Übergangstüren ebenfalls purpurrot, ebenfalls wurden größere Klassenziffern und Piktogramme anstelle der Raucher/Nichtraucher-Schriftzüge angebracht.
Bauart Helvetia mini|Abteilwagen der Gattung Bwmz111.5 (deklassierte Wagen, vormals Avmz111)
Zum Jahresfahrplan 1965 wurden weitere F-Züge aufgewertet und in TEE-Züge umgewandelt (z. B. „Blauer Enzian“). Der TEE „Helvetia“ wurde von Triebzügen der Baureihe VT 11.5 auf einen Lok-Wagen-Zug umgestellt. Dafür mussten weitere Wagen angeschafft werden. Diese unterscheiden sich von den vorangegangenen durch das nun zur Ausführung gekommene Steildach (bei den Sitzwagen erst ab dem Jahr 1967). Das bedeutet, die Wagendächer waren bis zum Wagenende gerade durchgezogen. Sonst glichen die Wagen einander. Bis 1975 wurden 266 Avmz111 und 99 Apmz121 gebaut. Bereits kurz nach ihrer Indienststellung ging je ein Avmz111 und ein Apmz121 unfallbedingt verloren. Einige Avmz111 der letzten Serie hatten Schwenkschiebetüren, die allerdings in den 1990er Jahren durch die normalen Drehfalttüren ersetzt wurden.
Erst 1975 folgte eine Serie mit Apmz122-Wagen. Diese besaßen nur noch 14 schmale Fenster, die beiden äußeren Fenster waren nunmehr in einer Länge von 1.400 Millimetern ausgeführt. Diese Wagen hatten Schwenkschiebetüren erhalten. Diese 34 als Apmz122 bezeichneten Wagen boten 51 Plätze der ersten Wagenklasse an, eine weitere Sitzreihe konnte dank kleinerer Garderobenräume angeboten werden. Die 1985 folgende Serie mit sieben Apmz123 entspricht hingegen den Großraumwagen zweiter Klasse der Bauart Bpmz, besitzt aber weitgehend die Inneneinrichtung der Bauart Apmz122 mit Ausnahme der oberen Gepäckablagen, die ebenfalls den Bpmz-Typen entsprechen.
mini|Halb-Speisewagen Bauart „Helvetia“ in rot/blauer „Kakadu“-Lackierung, der zuerst in F-Zügen, ab 1971 meistens in IC-Zügen verkehrte
Bereits 1964 wurden neue Barwagen ARD4üm (später ARDmh105/ARDmz106) entwickelt, die neben vier Abteilen einen Barraum und ein kleines Gepäckabteil besaßen. Die insgesamt vierzehn gebauten Fahrzeuge kamen bevorzugt im „Blauen Enzian“ und „Helvetia“ zum Einsatz. Von den späteren ARDmh105-Wagen wurden fünf Stück auf zentrale Energieversorgung mit Zugsammelschiene umgebaut und als ARDmz106 eingereiht. Ende der 1970er Jahre wurden diese Wagen aus dem TEE-Dienst genommen. Fortan bildeten sie den Restaurant-Teil der Bundeswehr-IC-Züge.
mini|Halbspeisewagen ARmh217 des DB Museums
Weil sich die teilweise doppelstöckige Ausführung der Rheingold-Bauart nicht bewährte, kamen 1964 neue Speisewagen der Typen WRmh132 und ab 1965 WRmz135 mit Stromabnehmer in den Verkehr. Ein Teil der WRmh132 hatte purpurroten Lack, der Rest war in purpurrot/beigen TEE-Farben ausgeführt. 1966 folgten die Halbspeisewagen ARmh217 (25 Exemplare) in charakteristisch zweifarbiger, kobaltblau/purpurroter Lackierung, die ab 1971 dem TEE-Anstrich wich. Diese Wagen wurden schon mit einer UIC-Betriebsnummer geliefert, die anderen Wagen folgten erst 1968. In den 1980er Jahren ließ die DB sechzehn ARmh217 zu ARmz218 herrichten, wobei die Dampfheizungseinrichtung entfiel und die Wagen zu Einspannungswagen zurückgebaut wurden. Der Stromabnehmer bei vielen der Wagen diente der Energieversorgung während eines Zughaltes (bei Lokwechsel) im Netz von DB, ÖBB und SBB/CFF/FFS, ferner zur Energieversorgung der Küche in Abstellbahnhöfen, in denen keine Vorheizanlage vorhanden war. Ein einziger Wagen, ein WRmz135.1, war für den Frankreich-Einsatz geeignet.
Konstruktiv auf den Rheingold-Wagen beruhen die neueren Quick-Pick-Speisewagen von 1975 (WRbumz139)139 WRbumz, auf deutsche-reisezugwagen.de, abgerufen am 10. April 2019. Diese wurden jedoch selten im TEE-Verkehr, sondern meist nur für Schnellzüge verwendet. Der größere Teil war in TEE-Farben, einige Vorserienwagen hingegen im damals neuen Ozeanblau-Elfenbein ausgeführt. In den IC-Einsatz gelangten diese Wagen ab 1978 mit der Einführung des IC-Stundentaktes. Die Wagen waren für den Selbstbedienungsbetrieb mit nur zwei Personen zur Bewirtschaftung vorgesehen. Sie wurden kurze Zeit später – nach Beschwerden von Fahrgästen und Touristikverbänden – mit einer weiteren Bedienkraft aufgewertet. Da das Selbstbedienungs-Konzept auf Dauer keinen Erfolg hatte, wurden die Quick-Pick-Wagen ab 1987 in druckertüchtigte Bord-Restaurants des Typs WRmz137 umgebaut und fuhren weiter in IC- und Fern-Express-Diensten (FD).
Eurofima-Abteilwagen mini|Eurofima-Abteilwagen der ersten Klasse (heute Gattung Avmz108.1)
Nach einer Ausschreibung wurden 1976 von der europäischen Eisenbahn-Finanzierungsgesellschaft Eurofima 500 Wagen (UIC-Z1-Standard) für mehrere europäischen Bahnverwaltungen gemeinsam bestellt. Beschafft wurden nur reine Erste- und Zweite-Klasse-Wagen, insgesamt waren es 295 Fahrzeuge der ersten Klasse und 205 Wagen der zweiten Klasse, die als Eurofima-Wagen bekannt wurden und in den internationalen Reisezügen für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgten. Die DB verwendete ihre Wagen im innerdeutschen Intercity- und im grenzüberschreitenden IC-/TEE-Verkehr zusammen mit anderen Wagenbauarten, daher wurde statt der neuen reinorange-lichtgrauen Eurofima-C1-Lackierung die klassische TEE-Farbgebung gewählt.
Die DB beschaffte nur Wagen des Typs Avmz207 (1. Klasse, ursprünglich 100 Stück). Zwei weitere Prototypen ABvmz227 (1./2. Klasse) und Bvmz237 (2. Klasse) wurden zwar geprüft, ihre Kapazität mit 60 bzw. 66 Plätzen jedoch als zu gering empfunden. Stattdessen ertüchtigte die DB für das Konzept IC '79 Abteilwagen der UIC-X-Bauart für 200 km/h (ab 1979 als Bm235 bezeichnet).
Die Eurofima-Wagen fußen auf den technischen Parametern der UIC-X-Type. Der projektierte Erste-Klasse-Wagen entsprach damit im Wesentlichen dem Avmz-TEE-Wagen-Typ der DB. Statt Drehfalttüren hatten die neuen Wagen Schwenkschiebetüren erhalten, wie schon zuvor einige der Avmz111-Wagen.
Realisiert wurden zuvor mehrere Prototypen. Die Hauptabmessungen ähnelten denen der UIC-X-Wagen, allerdings wurden die Vorräume etwas größer ausgeführt. Wegen dieser Unterschiede schuf man den neuen UIC-Z-Standard. Die Fenster der Abteile erster Klasse sind 1.400 Millimeter breit wie im Avmz111 der DB. Die Wagen tragen eine Verkleidung (Schürze) des Unterbodenbereichs wie die TEE-Wagen der DB. Die durch Gummiwülste geschützten Übergänge besaßen neue automatische Flügeltüren mit an den Ecken ausgerundeten Fensterscheiben. Die Farbgebung entsprach bei den 100 DB-Wagen der in Deutschland gewohnten TEE-/IC-Farbgebung.
Großraumwagen
Druckertüchtigung Ein erster Umbau von IC-Wagen wurde durch die Inbetriebnahme der DB-Neubaustrecken ab 1988 erforderlich. 65 Avmz207-Wagen, ein Teil der Bpmz-Wagen sowie alle Wagen der Bauart Apmz122 und 123 wurden nun druckertüchtigt ausgeführt. So entstanden die Bauarten Avmz107 (ex 207), Apmz117 (ex 122), Apmz123 (ohne Umzeichnung) und Bpmz293 (ex 291). Dafür wurde ein Tausch des Übergangs durch druckdichte SIG-Portale, ein Umbau der Klimaanlage und der Einbau neuer Türen (zwei verschiedene Bauarten mit unterschiedlichen Türfenstern) vorgenommen. Außerdem wurden neue Fenster und Türen und geschlossene WC-Systeme mit Abwassertanks eingebaut.