mini|hochkant=1.23|Ortseinfahrt Krangen (Stadt Neuruppin) von Alt Ruppin kommend Krangen ist ein Ortsteil der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg. Der Ort war bis zum 5. Dezember 1993 eine selbständige Gemeinde.
Lage und Gliederung Krangen liegt rund 7 km nordöstlich des Stadtkerns von Neuruppin. Zu Krangen gehören die Gemeindeteile Fristow, Zippelsförde und Zermützel sowie die Wohnplätze Rottstiel und Tornow. Auf der Gemarkung liegen auch die Wüstungen Rägelsdorf und Krangensbrück.
Geschichte und Besonderheiten Der Ort wurde 1397 erstmals urkundlich unter aver dy see thu deme Krangen erwähnt. Der Name leitet sich von Krag oder Kragy ab, zu krag was Kreis oder Ring bedeutet.
Um 1490 gehörte Krangen dem Kloster Lindow das Hauskloster, zur im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin der Grafen von Lindow-Ruppin. Die Dienste und das Obergericht gehörte zum Amt Alt Ruppin. Aus Krangen hatte die Neuruppiner Kirche und das Gut Karwe Pachteinnahmen.
Der Ort besaß einen Lehnschulzen und fünfzehn Bauernhöfe die 32 Hufen Ackerland bewirtschaften. Im Jahre 1749 wurde das gesamte Vieh durch eine Tierseuche getötet. Zu Brandkatastrophen kam es 1729, bei der sechs Höfe zerstört wurden und am 27. März 1797 brannten vier Einliegerwohnungen und sechs Höfe ab.
Im Jahre 1798 hatte Krangen 21 Wohnhäuser und unter den Bewohnern waren ein Schmied, Schäfer, königlicher Unterförster und ein Hirte und es wurde ein Viehbestand mit 144 Rindern, 699 Schafen, 80 Schweine und 50 Pferden gezählt. Zum Besitz des Ortes gehörten auch 100 Morgen Kiefernwald.
Dorfkirche Krangen
Die einschiffige Saalkirche des Ortes wurde nach dem Entwurf der Normalkirche von Karl Friedrich Schinkel im Jahre 1837 im Stil des Klassizismus unter der Leitung von Christian Ludwig Jacoby nach Zeichnungen von Bauinspektor Hermann erbaut. Aus Kostengründen erhielt das Gotteshaus jedoch keinen Kirchturm.Peter Schmidt: Wuthenows Kirche – ein Schinkelbau, in: Ruppiner Anzeiger vom 22./23. Januar 2000 In der Kirche, welche zum Gemeindezentrum restauriert wurde, befinden sich ein vergoldeter Kelch aus dem Jahr 1582, sowie eine Orgel des Orgelbauers Albert Hollenbach.
Am Rande des Rundangerdorfes stehen Fachwerkhäuser aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert.Märkische Oderzeitung, 15. September 2005, S. 10
Eingemeindung Am 6. Dezember 1993 wurde Krangen nach Neuruppin eingemeindet.
Von 1985 bis 2005 errichtete man nahe Krangen in einer ehemaligen Kiesgrube eine Deponie für Haushaltsabfälle. Die Abdichtung und Rekultivierung erfolgte im Jahre 2012.
Bevölkerungsentwicklung
Einwohnerentwicklung in Krangen Jahr 1766 1785 1798 2016 Einwohner 152 136 135 213
Historische Landwirtschaft
Aussaat und Tierbestand Krangen im Jahre 1798 Aussaat Roggen Gerste Hafer Erbsen Wicken Kartoffeln Buchweizen Leinsamen Menge 12 Winspel 8 Scheffel 8 Winspel 3 Scheffel 6 Winspel 15 Scheffel 5 Winspel 2 Scheffel 13 Scheffel 7 Winspel 3 Scheffel 9 Scheffel 13 Scheffel Tierbestand Pferde Rinder Schafe Schweine Stück 50 144 699 30
Sehenswürdigkeiten mini|Krangen Dorfplatz 21
Politik Ortsbeirat Seit dem Jahre 2003 wird der Ortsteil Krangen durch einen Ortsbeirat vertreten. Nach den Wahlen zum Ortsbeirat am 26. September 2021 wurden gewählt: Ortsvorsteher Bernd Joachimsmeier Ortsbeiratsmitglieder Wolfgang Wernicke, Hardy Riesenberg
Vereine Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Krangen e. V.
Weblinks
Beitrag in der RBB-Sendung Landschleicher vom 20. September 2009 Historische Karte Mayers Ortslexikon Krangen erkunden (bereitgestellt auf google (en) auf meyersgaz.org)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Geographie (Neuruppin) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Ersterwähnung 1397 Kategorie:Gemeindeauflösung 1993 Kategorie:Rundangerdorf