mini|Ansicht von Waigandshain (2020) mini|Der Ortskern von Waigandshain (2020) Waigandshain ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.

Geographie Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg, etwa zwei Kilometer südwestlich der Fuchskaute (). Die Breitenbachtalsperre liegt im Ortsgebiet. Östlich der Gemeinde erhebt sich der Homberg (), westlich der Zellgerberg ().

Nachbargemeinden sind Nister-Möhrendorf im Nordwesten, Homberg im Osten und Emmerichenhain im Süden.

Zu Waigandshain gehören die Gemeindeteile Waigandshainer Mühle und Haus am Homberg.

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1346 als Wiganshen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war wohl schon seit dem Mittelalter Teil des Kirchspiels Emmerichenhain und mit diesem der Herrschaft zum Westerwald. Eine ältere Kapelle in Waigandshain wird 1570 als ruinös beschrieben. 1749 gründete die Gemeinde eine Schulstiftung und ließ 1752 ein Fachwerkhaus als Kapelle und Schule errichten. Ein gekauftes Schulhaus hatte es bereits zuvor gegeben.

Ein herrschaftlicher Weiher in der Gemarkung wird 1576 erstmals erwähnt und bestand zu diesem Zeitpunkt bereits lange. Kurz nach 1828 fiel er dauerhaft trocken.

Aus dem Jahr 1534 werden für Waigandshain sieben Vogtleute und 5 Nassau-Beilsteiner Eigenleute als Einwohner genannt. 1577 gab es zwölf dienstpflichtige Häuser. 1607 gab es im Ort sieben Mann. Bis 1637 ging die Bevölkerung, wohl wegen des Dreißigjährigen Kriegs, auf drei Mann und eine Witwe zurück. 1643 waren wieder 21 Einwohner vorhanden, 1711 15 Familien. Für 1741 werden 139 Einwohner genannt und 1807 203.

Kulturdenkmäler Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Waigandshain

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Waigandshain besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Jürgen Höppner wurde am 28. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Waigandshain. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 73,87 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 95,9 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Höppners Vorgänger Ernst Theo Jung hatte das Amt des Ortsbürgermeisters 30 Jahre ausgeübt.

Wappen

Wahlen Wahlen in Waigandshain waren in den vergangenen Jahrzehnten von der CDU dominiert. Ausnahmen davon waren bis 2011 Landtagswahlen, die die SPD gewann. Bei der Bundestagswahl 2025 setzte sich die AfD erstmals als stärkste Kraft durch. Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freie Wähler zeigen in Waigandshain eine hohe Schwankungsbreite von bis zu zwanzig Prozentpunkten über die vergangenen Jahrzehnte. Die evangelikale PBC konnte einige Achtungserfolge in den 2000er Jahren erzielen. Die Tierschutzpartei schneidet im Ort oft stark ab und wurde bei der Europawahl 2004 und bei der Bundestagswahl 2025 viertstärkste Kraft.

Ergebnisse im Detail (seit 1990) Landtagswahl 2026 21,2 % 28,8 % 3,8 % 2,9 % 30,8 % 1,9 % 4,8 % 5,8 % Bundestagswahl 2025 17,8 % 21,5 % 7,5 % 7,5 % 26,2 % 2,8 % 3,7 % 13,0 % (Tierschutz: 7,5 %) Europawahl 2024 12,8 % 42,6 % 2,1 % 2,1 % 26,6 % 1,1 % 4,3 % 8,4 % Kreistagswahl 2024 16,7 % 46,7 % 8,3 % 0,8 % 17,5 % 0,0 % 0,8 % 9,2 % (FWG WW: 9,2 %) Bundestagswahl 2021 27,7 % 38,6 % 7,2 % 12,0 % 10,8 % 1,2 % 0,0 % 2,5 % Landtagswahl 2021 25,7 % 34,3 % 11,4 % 4,8 % 9,5 % 1,0 % 10,5 % 2,8 % Kreistagswahl 2019 13,8 % 40,4 % 12,8 % 4,6 % 11,9 % 6,4 % 0,0 % 10,1 % Europawahl 2019 14,6 % 39,3 % 14,6 % 3,4 % 12,4 % 2,2 % 2,2 % 11,3 % Bundestagswahl 2017 17,0 % 51,1 % 2,1 % 8,5 % 16,0 % 2,1 % 2,1 % 1,1 % Landtagswahl 2016 32,5 % 39,3 % 6,0 % 2,6 % 12,0 % 0,9 % 6,0 % 1,7 % Europawahl 2014 21,0 % 51,6 % 6,3 % 1,1 % 5,3 % 2,1 % 0,0 % 12,6 % Kreistagswahl 2014 25,7 % 44,2 % 12,4 % 0,9 % — 0,9 % — 15,9 % Bundestagswahl 2013 23,8 % 45,7 % 9,5 % 2,9 % 7,6 % 3,8 % 1,9 % 4,8 % Landtagswahl 2011 37,2 % 29,8 % 23,4 % 1,1 % — 3,2 % 1,1 % 5,3 % Bundestagswahl 2009 20,2 % 40,4 % 7,4 % 17,0 % — 2,1 % — 12,8 % (PBC: 6,4 %) Europawahl 2009 20,0 % 38,7 % 9,3 % 6,7 % — 2,7 % — 22,7 % (PBC: 9,3 %; Tierschutz: 6,7 %) Kreistagswahl 2009 35,0 % 37,5 % 6,3 % 2,5 % — 1,3 % — 17,6 % Landtagswahl 2006 55,1 % 20,5 % 5,1 % 3,8 % — 1,3 % — 15,4 % (PBC: 7,7 %) Bundestagswahl 2005 26,8 % 38,4 % 4,5 % 19,6 % — 1,8 % — 9,0 % (PBC: 6,3 %) Europawahl 2004 21,3 % 49,3 % 4,0 % 1,3 % — 0,0 % — 24,0 % (PBC: 12,0 %; Tierschutz: 5,3 %) Kreistagswahl 2004 38,8 % 42,7 % 2,5 % 5,0 % — — — 11,3 % Bundestagswahl 2002 32,3 % 47,5 % 10,1 % 3,0 % — 0,0 % — 7,1 % (PBC: 5,1 %) Landtagswahl 2001 34,5 % 42,9 % 7,1 % 6,0 % — — — 9,5 % (PBC: 8,3 %) Bundestagswahl 1998 40,0 % 42,9 % 8,6 % 4,8 % — 1,0 % — 3,0 % Landtagswahl 1996 47,8 % 34,8 % 8,7 % 5,4 % — — — 3,3 % Bundestagswahl 1994 45,4 % 47,4 % 5,2 % 2,1 % — 0,0 % — 0,0 % Landtagswahl 1991 44,2 % 40,0 % 10,5 % 4,2 % — — — 1,1 % Bundestagswahl 1990 29,9 % 44,4 % 4,3 % 17,1 % — — — 4,3 %

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr In unmittelbarer Nähe des Ortes kreuzen sich die Bundesstraßen 54, die Limburg an der Lahn mit Siegen verbindet, und 414, die von Hohenroth nach Hachenburg führt. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Haiger/Burbach an der A 45 (Dortmund–Aschaffenburg), etwa 16 Kilometer entfernt. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Ansässige Unternehmen Die Fuhrländer AG stellte Windenergieanlagen her.

Persönlichkeiten Lutz Lenz (* 1942 in Waigandshain; † 2022), Klassischer Philologe und Hochschullehrer

Literatur

Weblinks

Informationen der Verbandsgemeinde Rennerod über die Ortsgemeinde Waigandshain

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1346