Die isländische Fußballnationalmannschaft der Männer () repräsentiert den Isländischen Fußball-Bund (KSÍ) als Auswahlmannschaft bei Länderspielen auf internationaler Ebene gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände. In der FIFA-Weltrangliste steht sie auf Platz 74 (Stand: September 2025).

Ihre größten Erfolge sind die Qualifikationen zur Fußball-Europameisterschaft 2016, bei der sie es überraschenderweise bis ins Viertelfinale schaffte, sowie zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018.

Teilnahme Islands an Fußball-Weltmeisterschaften 1930 bis 1950 – nicht teilgenommen 1954 – war kein FIFA-Mitglied 1958 – nicht qualifiziert 1962 bis 1970 – nicht teilgenommen 1974 bis 2014 – nicht qualifiziert 2018 – Vorrunde (Kader) 2022 – nicht qualifiziert 2026 – nicht qualifiziert

Teilnahme Islands an Fußball-Europameisterschaften 1960 – nicht teilgenommen 1964 – nicht qualifiziert 1968 bis 1972 – nicht teilgenommen 1976 bis 2012 – nicht qualifiziert 2016 – Viertelfinale (Kader) 2021 – nicht qualifiziert 2024 – nicht qualifiziert

UEFA Nations League 2018/19: Liga A, 3. Platz mit 4 Niederlagen (Abstieg durch Aufstockung der Liga vermieden) 2020/21: Liga A, 4. Platz mit 6 Niederlagen (Abstieg) 2022/23: Liga B, 2. Platz mit 4 Remis (die der Gruppe zugeloste russische Mannschaft wurde wegen des Überfalls auf die Ukraine gesperrt und muss in Liga C absteigen) 2024/25: Liga B, 3. Platz mit 2 Siegen, 1 Remis, 3 Niederlagen, in der Relegation am Kosovo gescheitert, Abstieg in Liga C

Geschichte Ein Meilenstein für den isländischen Fußball war der 2:0-Sieg gegen Italien in einem Freundschaftsspiel am 18. August 2004 im Nationalstadion Laugardalsvöllur mit 20.034 anwesenden Zuschauern (damaliger isländischer Rekord).

In der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien traf Island auf Albanien, Norwegen, die Schweiz, Slowenien und Zypern. Island erreichte den zweiten Gruppenplatz, spielte in den Play-offs am 15. und 19. November 2013 gegen Kroatien und verlor nach einem torlosen Remis in Reykjavík 0:2 in Zagreb.

In der Qualifikation zur EM 2016 spielte Island gegen die Niederlande, Tschechien, die Türkei, Lettland sowie erstmals Kasachstan, womit die beiden geografisch am weitesten auseinander gelegenen UEFA-Mitglieder aufeinandertrafen. In dieser Qualifikation besiegte die isländische Nationalmannschaft die nach dem UEFA-Koeffizienten drittstärkste Mannschaft der Qualifikation, die Niederlande, in beiden Spielen. Nach einem 0:0 gegen Kasachstan am 6. September 2015 stand Island mit 19 Punkten an erster Position der Gruppe A und sieben Punkte vor dem Dritten Türkei. Damit waren die Isländer bei zwei verbleibenden Spieltagen nicht mehr einzuholen und qualifizierten sich direkt für die Europameisterschaft 2016 – die erste Teilnahme an einer EM-Endrunde. Dort erreichten die Nordeuropäer nach Unentschieden gegen Portugal und Ungarn und einem Sieg über Österreich das Achtelfinale und zogen durch einen 2:1-Sieg gegen England ins Viertelfinale ein, welches sie jedoch mit 2:5 gegen Gastgeber Frankreich verloren. Der Sprung ins Viertelfinale einer Europameisterschaft stellt somit den bislang größten Erfolg einer isländischen Fußballnationalmannschaft dar.

In der Qualifikation zur WM 2018 traf Island auf Kroatien, die Ukraine, die Türkei, Finnland und den Kosovo und qualifizierte sich als Tabellenerster erstmals für das Endturnier einer Fußball-Weltmeisterschaft. Mit rund 330.000 Einwohnern ist Island, gemessen an der Bevölkerungsanzahl, das kleinste Land, das jemals zu einer Endrunde fuhr. Im November 2025 wurde Island jedoch von Curacao abgelöst, das sich überraschend für die WM 2026 qualifizierte. Island traf 2018 in Gruppe D auf Argentinien, Nigeria und Kroatien. Bis in die Schlussphase des letzten Gruppenspiels gegen Kroatien bestand die Chance auf ein Weiterkommen, letztendlich belegte man mit einem gegen Argentinien geholten Punkt nur den vierten Platz.

Die Spieler konnten in der Vergangenheit nur im kurzen isländischen Sommer trainieren; durch den Bau von Hallen und eine Optimierung der Trainerausbildung wurde hier eine deutliche Verbesserung herbeigeführt.

Zur Fußball-Europameisterschaft 2021 konnte sich das Team nicht qualifizieren. Es scheiterte im Finale der Play-offs gegen die ungarische Nationalmannschaft mit einer 1:2-Niederlage.

Trivia Im Freundschaftsspiel vom 24. April 1996 gegen Estland in Tallinn wurde in der zweiten Halbzeit Eiður Guðjohnsen als Ersatz für seinen Vater Arnór eingewechselt. Das war das erste Mal, dass ein Vater und sein Sohn im gleichen internationalen Match spielten. Nachdem Deutschland am 6. September 2003 auf Island nicht über ein 0:0 hinausgekommen war, verlor der damalige DFB-Teamchef Rudi Völler während eines ARD-Interviews die Beherrschung und beleidigte die anwesenden Kommentatoren.Rudi Völler beleidigt Kommentatoren. YouTube Während der erfolgreichen Fußball-Europameisterschaft 2016 erlangten die Fans Islands Bekanntheit durch ihren charakteristischen, Assoziationen zu den Wikingern erzeugenden Schlachtruf: ein lautes „Hu!“, das sich in immer schnellerer Folge mit Händeklatschen abwechselt.

Aktueller Kader Die Tabelle nennt die Spieler, die im Kader für das Relegationsspiele der Nations League gegen den Kosovo im März 2025 nominiert wurden.ksi.is: Hópurinn fyrir umspilsleiki gegn Kosovó Stand der Leistungsdaten: 23. März 2025 (nach den Spielen gegen den Kosovo) Nr. Name Geburtstag Spiele Tore Verein Debüt Letzter Einsatz Tor1 Elías Rafn Ólafsson 6 0 12 Hákon Rafn Valdimarsson 19 0 13 Lúkas Petersson 4 0 – – Abwehr 2 Logi Tómasson 9 1 5 Sverrir Ingi Ingason 57 3 3 Valgeir Lunddal Friðriksson 16 0 Mittelfeld17 Aron Gunnarsson 106 5 21 Arnór Ingvi Traustason 65 6 19 Bjarki Steinn Bjarkason 5 0 4 Guðlaugur Victor Pálsson 48 2 8 Hákon Arnar Haraldsson 20 3 6 Ísak Jóhannesson 33 4 11 Jón Dagur Þorsteinsson 44 6 18 Júlíus Magnússon 5 0 20 Kristian Hlynsson 3 0 23 Mikael Egill Ellertsson 20 1 Mikael Anderson 31 2 16 Stefán Teitur Þórðarson 28 1 15 Willum Þór Willumsson 16 0 14 Þórir Jóhann Helgason 18 2 Sturm10 Albert Guðmundsson 39 10 22 Andri Guðjohnsen 32 8 9 Orri Steinn Óskarsson 16 7

Rekordspieler Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum Rekordnationalspieler 1. Birkir Bjarnason 113 15 Mittelfeld 2010– seit 14. November 2021 (105 Spiele) 2. Aron Gunnarsson 108 5 Mittelfeld 2008– 3. Rúnar Kristinsson 104 3 Mittelfeld 1987–20048. September 1999 bis 14. November 2021 (78 bis 104 Spiele) 4. Birkir Már Sævarsson 103 3 Abwehr/Mittelfeld 2007–2021 5. Jóhann Berg Guðmundsson 102 7 Angriff 2008– 6. Ragnar Sigurðsson 97 5 Abwehr 2007–2020 7. Kári Árnason 90 6 Abwehr/Mittelfeld 2005–2021 8. Hermann Hreiðarsson 89 5 Abwehr1996–2011 9. Eiður Guðjohnsen 88 26 Angriff 1996–2016 10.Gylfi Sigurðsson 85 28 Angriff 2010– 11. Ari Freyr Skúlason 83 0 Mittelfeld 2009–2021 12. Guðni Bergsson 80 1 Mittelfeld 1984–2003 9. Oktober bis 10. November 1996 zusammen mit Ólafur Þórðarson (71 Spiele)7. Juni 1997 bis 8. September 1999 (73 bis 77 Spiele) 13. Hannes Þór Halldórsson 77 0 Tor 2011–2021 14. Birkir Kristinsson 74 0 Tor 1988–2004 Brynjar Gunnarsson 74 4 Mittelfeld 1997–2009 16. Alfreð Finnbogason 73 18 Angriff 2010– Arnór Guðjohnsen 73 14 Angriff 1979–1997 Emil Hallfreðsson 73 1 Mittelfeld 2005–2020 19. Ólafur Þórðarson 72 5 Mittelfeld 1984–19969. Oktober bis 10. November 1996 zusammen mit Guðni Bergsson (71 Spiele) 10. November 1996 bis 7. Juni 1997 (72 Spiele) 20. Árni Gautur Arason 71 0 Tor 1998–2010 Arnar Grétarsson 71 2 Mittelfeld 1991–2004 21. Atli Eðvaldsson † 70 8 Angriff 1976–1991 Stand: 31. März 2026

Rekordtorschützen Gylfi Sigurðsson ist seit dem 16. Oktober 2023 Rekordtorschütze, als er beim 4:0 im EM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein mit seinem 27. Tor den Rekord von Eiður Guðjohnsen und Kolbeinn Sigþórsson überbot. Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum 1. Gylfi Sigurðsson 28 85 0,33 2010– 2. Kolbeinn Sigþórsson 26 64 0,41 2010–2021 Eiður Guðjohnsen 26 88 0,30 1996–2016 4. Alfreð Finnbogason 18 73 0,25 2010– 5. Ríkharður Jónsson † 17 33 0,52 1947–1965 6. Birkir Bjarnason 15 113 0,13 2010– 7. Albert Guðmundsson 14 46 0,30 2017– Arnór Guðjohnsen 14 73 0,19 1979–1997 Ríkharður Daðason 14 44 0,32 1991–2003 10. Þórður Guðjónsson 13 58 0,22 1993–2004 11. Tryggvi Guðmundsson 12 42 0,29 1997–2008 Heiðar Helguson 12 55 0,22 1999–2011 13. Pétur Pétursson 11 41 0,27 1978–1990 Matthías Hallgrímsson 11 45 0,24 1968–1977 15. Andri Guðjohnsen 10 39 0,26 2021– Helgi Sigurðsson 10 62 0,16 1993–2008 Eyjólfur Sverrisson 10 66 0,15 1990–2001 Quellen: RSSSF, eu-football.info Stand: 31. März 2026

Bekannte Spieler Atli Eðvaldsson (1976–1991), 70 Spiele und 8 Tore für Island. Damaliger Rekordnationalspieler; spielte in Deutschland für Borussia Dortmund, Fortuna Düsseldorf und Bayer 05 Uerdingen Ásgeir Sigurvinsson (1972–1989), 45 Spiele und 5 Tore für Island. Spielte in Deutschland für Bayern München und den VfB Stuttgart Alfreð Finnbogason (2010–2023), 73 Spiele und 18 Tore für Island. Spielte in Deutschland für den FC Augsburg Gylfi Sigurðsson (seit 2010), 83 Spiele und 27 Tore für Island. Rekordtorschütze; spielte in Deutschland für die TSG 1899 Hoffenheim

Trainer Atli Edvaldsson (2000–2003) Ásgeir Sigurvinsson (2003–2005) Logi Ólafsson (2005) Eyjólfur Sverrisson (2005–2007) Ólafur Jóhannesson (2007–2011) Lars Lagerbäck (2012–2016) Heimir Hallgrímsson (2016–2018) Erik Hamrén (2018–2020) Arnar Viðarsson (2020–2023) Åge Hareide (2023–2024) Arnar Gunnlaugsson (seit 2025)

Länderspiele gegen deutschsprachige Fußballnationalmannschaften

Länderspiele gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft 1. 3. August 1960 Reykjavík Island 0:5 2. 26. Mai 1979 Reykjavík Island 1:3 3. 6. September 2003 Reykjavík Island 0:0 4. 11. Oktober 2003 Hamburg 3:0 Island 5. 25. März 2021Duisburg 3:0 Island 6. 8. September 2021 Reykjavík Island 0:4

Länderspiele gegen die Fußballnationalmannschaft der DDR Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft 1. 17. Juli 1973 Reykjavík Island 1:2 2. 19. Juli 1973 Reykjavík Island 0:2 3. 12. Oktober 1974 Magdeburg 1:1 Island 4. 5. Juni 1975 Reykjavík Island 2:1 5. 4. Dezember 1978 Halle 3:1 Island 6. 12. September 1979 Reykjavík Island 0:3 } 7. 8. September 1982 Reykjavík Island 0:1 } 8. 29. Oktober 1986 Chemnitz 2:0 Island 9. 3. Juni 1987 Reykjavík Island 0:6 }10. 19. Oktober 1988 Berlin 2:0 Island11. 6. September 1989 Reykjavík Island 0:3 }

Länderspiele gegen die liechtensteinische Fussballnationalmannschaft Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft 1. 20. August 1997 Eschen 0:4 Island 2. 11. Oktober 1997 Reykjavík Island 4:0 3. 2. Juni 2007 Reykjavík Island 1:1 4. 17. Oktober 2007 Vaduz 3:0 Island 5. 11. Februar 2009 La Manga Island 2:0 6. 11. August 2010 Reykjavík Island 1:1 7. 6. Juni 2016 Reykjavík Island 4:0 8. 31. März 2021 Vaduz 1:4 Island 9. 11. Oktober 2021 Reykjavík Island 4:0 10. 26. März 2023 Vaduz 0:7 Island 11. 16. Oktober 2023 Reykjavík Island 4:0

Länderspiele gegen die luxemburgische Fußballnationalmannschaft Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft 1. 21. August 1976 Reykjavík Island 3:1 2. 24. April 1985 Ettelbrück 0:0 Island 3. 28. März 1990 Esch 1:2 Island 4. 20. Mai 1993 Luxemburg 1:1 Island 5. 8. September 1993 Reykjavík Island 1:0 6. 10. März 1999 Luxemburg 1:2 Island 7. 14. November 2009 Luxemburg 1:1 Island 8. 8. September 2023 Luxemburg 3:1 Island 9. 13. Oktober 2023 Reykjavík Island 1:1

Länderspiele gegen die österreichische Fußballnationalmannschaft Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft 1. 14. Juni 1989 Reykjavík Island 0:0 2. 23. August 1989 Salzburg 2:1 Island 3. 30. Mai 2014 Innsbruck 1:1 Island 4. 22. Juni 2016 Saint-Denis Island 2:1

Länderspiele gegen die Schweizer Fussballnationalmannschaft